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Identitätsstiftung durch Gewalt? Ansätze einer Erklärung an einem Fallbeispiel

Title: Identitätsstiftung durch Gewalt? Ansätze einer Erklärung an einem Fallbeispiel

Bachelor Thesis , 2008 , 83 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Schneider (Author)

Social Work
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Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem Phänomen männlicher Jugendgewalt. Im Zentrum der Betrachtung sollen verschiedene (Delikt-) Strukturen jugendlicher Täterschaft stehen, welche anhand empirischer Erhebungen zu aktuellen Tatverdächtigenzahlen bei Jugendlichen dargestellt werden und im Folgenden als Basis dieser Arbeit dienen. Auf dieser Grundlage wird das Gewalthandeln von Jungen bzw. männlichen Jugendlichen näher beleuchtet, geschlechttypische Entwicklungsmerkmale aufgezeigt und daraus mögliche Erklärungen zum gewalttätigen Verhalten dargestellt bzw. abgeleitet...
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt dabei in der Auseinandersetzung mit der männlichen Sozialisation und Jugendgewalt sowie der Fragestellung, inwiefern sich männliche Identität durch Gewalt bildet..., diesbezüglich Theorie und Praxis gegenüberzustellen und zu vergleichen. Es wird somit der Versuch unternommen, mögliche Ursachen für männliches Gewaltverhalten im Praxisbezug und im dargestellten Einzellfall exemplarisch darzulegen und dem wissenschaftlichen Theorieansatz eine praktische Form zu geben.
Für die Beantwortung der aufgeworfenen Frage werden unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema gewählt, da es keine allgemeingültige wissenschaftliche Theorie für die Existenz von Jugendgewalt gibt, sondern es eine Vielzahl von Erklärungsansätzen in der Literatur zu finden sind. So werden ausgewählte Aspekte der Sozialisation bzw. Identitätsbildung von Jungen und jungen Männern in unserer Gesellschaft näher untersucht und diese mit den Darstellungen aus dem Fallbeispiel verglichen. Die daraus gezogenen Schlüsse werden in die Betrachtung für mögliche Ursachen und Erklärungen von männlicher Jugendgewalt herangezogen. Beide Theorieansätze sollen das Phänomen aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben und erklären sowie die Grundlage der Konstruktion möglicher Handlungsoptionen für die praktische Arbeit darstellen. Daneben sollen auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse mögliche Lösungsansätze und pädagogische Konsequenzen für die Jugendhilfe, den Professionellen in der Bewährungshilfe und der Jugendgerichtshilfe aufgezeigt bzw. gezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Aufbau der Arbeit

1 Das Phänomen männlicher Jugendgewalt im Spiegel der Statistik

1.1 Interpretation themenrelevanter Begriffe

1.1.1 Kriminalität und Jugendkriminalität

1.1.2 Jugend in der Jugendkriminalität

1.1.3 Jugend und Gewalt

1.2 Erscheinungsformen von Jugendkriminalität

1.2.1 Gewaltkriminalität

1.3 Begriff und Möglichkeiten kriminalstatistischer Analyse

1.4 Statistischer Exkurs

2 Theoretische Zugänge zur geschlechtsspezifischen Sozialisation

2.1 Begriffsbestimmungen

2.1.1 Sozialisation

2.1.2 Identität

2.2 Sozialisationsinstanzen und ihre Merkmale

2.2.1 Primäre Sozialisation – Familie

2.2.2 Sekundäre Sozialisation – Schule, Medien und peer-group

2.2.3 Tertiäre Sozialisation – Erwachsenensozialisation

2.3 Sozialisationstheoretische Einführung

2.4 Identitäts- und Ich-Entwicklung nach Erikson

2.4.1 Theorie des psychosozialen Modells der Entwicklung

2.4.2 Das Stufenmodell von Erikson

2.4.3 Resümee

2.4.4 Kritische Würdigung

2.5 Identität durch Gewalt nach Kersten

2.5.1 Soziale Interaktionen und hegemoniale Männlichkeit

2.5.2 Männlichkeitsentwürfe und ihr kultureller Bezug

2.5.3 Kriminalität vs. Männlichkeitsfunktion

2.5.4 Resümee

3 Fallbeispiel - Alexander L.

3.1 Familiäre Situation

3.2 Schulische Situation, Ausbildung und Wehrdienst

3.3 Sozialverhalten

3.4 Delinquentes Verhalten

3.5 Auflagen und Weisungen aus dem Urteil gegenAlexander L.

4 Die Bedeutung der Theorien für die Identitätsentwicklung des Alexander L.

5 Macht jugendliche Gewalt Sinn?

6 Konsequenzen für Gesellschaft, Politik und Institutionen sozialer Hilfe und Kontrolle

6.1 Gesellschaftliche und politische Konsequenzen

6.2 Konsequenzen für die Sozialisationsinstanzen

6.3 Konsequenzen auf der individuellen Ebene

6.4 Konzepte zur Gewaltprävention in der Jungenarbeit

6.5 Intervention und Repressive Maßnahmen bei Jugendgewalt

6.6 Resümee

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen männlicher Jugendgewalt vor dem Hintergrund soziologischer und psychoanalytischer Theorien zur Identitätsbildung. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Gewaltanwendung und der Identitätsentwicklung männlicher Jugendlicher zu ergründen und dies anhand eines praxisnahen Fallbeispiels zu reflektieren.

  • Analyse männlicher Sozialisation und Identitätsbildung.
  • Erforschung der Funktion von Gewalt als sinnstiftendes Instrument.
  • Einsatz der Theorien nach Erikson und Kersten zur Identitätsanalyse.
  • Untersuchung von Gewaltpräventionskonzepten in der Sozialen Arbeit.
  • Vergleichende Analyse von Theorie und Praxis anhand eines Fallbeispiels.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Theorien für die Identitätsentwicklung des Alexander L.

Bei der nachfolgenden Analyse des Lebenslaufes von Alexander L. hinsichtlich des Stufenmodells von ERIKSON kann sich nur auf jenen Zeitabschnitt gestützt werden, der die fünfte Stufe in dem genannten Modell beschreibt. Grund hierfür ist die Tatsache, dass für die Zeit vor und nach der Adoleszenz keine substanziellen biographischen Daten von Alexander L. vorlagen.

Wie aus der Biographie des Fallbeispiels bereits ersichtlich, wechselte Alexander L. nach Beendigung der neunten Klasse an eine Realschule, da er keine Lust hatte, das bisher besuchte Gymnasium zu beenden. Im Anschluss an die Schulzeit musste er unverschuldet seine Berufsausbildung aufgeben und lehnte eine weiterführende Ausbildung ab. Um sich nach diesem Abbruch zu finanzieren, jobbte er in der Folgezeit gelegentlich. Beide gezeigten Verhaltensweisen, die Leistungsverweigerung in der Schule und das Ausschlagen des Angebots zur Fortführung der Lehre lassen Entsprechungen zu den in der fünften Phase von ERIKSON beschriebenen Merkmalen erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das Phänomen männlicher Jugendgewalt im Spiegel der Statistik: Dieses Kapitel liefert eine statistische Basis zur Gewaltkriminalität bei Jugendlichen und definiert zentrale Begriffe der Arbeit.

2 Theoretische Zugänge zur geschlechtsspezifischen Sozialisation: Es werden grundlegende Sozialisationstheorien erörtert, wobei ein besonderer Fokus auf die Identitätsmodelle von Erikson und Kersten gelegt wird.

3 Fallbeispiel - Alexander L.: Detaillierte biographische Darstellung eines männlichen jugendlichen Straftäters, basierend auf Berichten und Interviews.

4 Die Bedeutung der Theorien für die Identitätsentwicklung des Alexander L.: Anwendung der in Kapitel 2 eingeführten Theorien auf das Fallbeispiel, um die delinquente Entwicklung zu erklären.

5 Macht jugendliche Gewalt Sinn?: Sozialwissenschaftliche Untersuchung darüber, ob Gewalt als sinnstiftendes Instrument der Identitätsbildung dienen kann.

6 Konsequenzen für Gesellschaft, Politik und Institutionen sozialer Hilfe und Kontrolle: Diskussion präventiver und repressiver Maßnahmen sowie deren Bedeutung für die Soziale Arbeit.

7 Schlussbetrachtung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Identitätsstiftung durch Gewalt.

Schlüsselwörter

Jugendgewalt, männliche Identität, Sozialisation, Identitätsbildung, Erikson, Kersten, Fallbeispiel, Delinquenz, Gewaltprävention, Sozialarbeit, hegemoniale Männlichkeit, peer-group, Adoleszenz, Kriminalstatistik, Resozialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Bildung männlicher Identität durch Gewalt beeinflusst wird und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte männlicher Sozialisation, die Bedeutung von Gewalt als identitätsstiftendes Element sowie Präventionsmöglichkeiten in der Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine Verknüpfung wissenschaftlicher Theorien mit einem konkreten Fallbeispiel ein besseres Verständnis für die Ursachen männlicher Jugendgewalt zu schaffen.

Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zum Einsatz?

Es werden primär psychoanalytische Ansätze zur Identitätsentwicklung (nach Erikson) und soziologische Kriminalitätstheorien (nach Kersten) verwendet.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt im Hauptteil?

Neben der theoretischen Fundierung liegt der Fokus auf der Analyse der Biografie eines jugendlichen Straftäters und der kritischen Reflexion über den Sinn von Gewalt.

Wie lässt sich die Arbeit durch Schlüsselwörter charakterisieren?

Die Arbeit ist im Bereich der Sozialpädagogik und Kriminologie angesiedelt, mit Fokus auf Geschlechterforschung, Gewaltprävention und Identitätsentwicklung.

Warum spielt das Fallbeispiel Alexander L. eine so zentrale Rolle?

Es dient dazu, die theoretischen Konzepte von Erikson und Kersten praxisnah an einer individuellen Biografie zu spiegeln und auf ihre Anwendbarkeit zu prüfen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Bedeutung von Gewalt?

Gewalt wird oft als kompensatorisches Mittel wahrgenommen, um in einer als desolat empfundenen Lebenssituation ein Gefühl von Männlichkeit und Anerkennung zu erzeugen.

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Details

Title
Identitätsstiftung durch Gewalt? Ansätze einer Erklärung an einem Fallbeispiel
Grade
2,0
Author
Thomas Schneider (Author)
Publication Year
2008
Pages
83
Catalog Number
V112715
ISBN (eBook)
9783640122042
ISBN (Book)
9783640123896
Language
German
Tags
Identitätsstiftung Gewalt Ansätze Erklärung Fallbeispiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schneider (Author), 2008, Identitätsstiftung durch Gewalt? Ansätze einer Erklärung an einem Fallbeispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112715
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