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Rituale zur literarischen Gruppenbildung. Der George-Kreis Geheimes Deutschland und der Göttinger Hain

Title: Rituale zur literarischen Gruppenbildung. Der George-Kreis Geheimes Deutschland und der Göttinger Hain

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 38 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carola Behm (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Bis heute schließen sich Männer zu Gruppierungen zusammen, die sich häufig von der Öffentlichkeit abgrenzen, nach innen strengen, oft geheimen Regeln und Ritualen und nicht selten einem eindeutig zu identifizierenden Führer folgen. Entsprechend finden sich insbesondere seit der Aufklärung literarische Verbindungen (Dichterbünde bzw. Dichterkreise), in denen sich Schriftsteller zusammenschließen, austauschen, wetteifern und über Ideen diskutieren. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich diese Arbeit mit Dichterbünden. Konkret werden verschiedene Rituale zur literarischen Gruppenbildung am Göttinger Hain einerseits und am George-Kreis Geheimes Deutschland andererseits untersucht und gegenübergestellt. Im Zuge dessen geht es unter anderem um die Beantwortung der Frage, wie und aus welchem Grund diese Vereinigungen entstanden sind. Welche konstituierenden Rituale wurden durchgeführt, und wie war die Gemeinschaft strukturiert? Welche Zielsetzung wurde verfolgt, und auf welchem Gedankengut fußen die Bünde? Welches sind die Unterschiede und welches die Gemeinsamkeiten zwischen den ausgewählten Verbindungen?

In diesem Zusammenhang ist das Ziel der Arbeit, herauszufinden, ob sich insbesondere bestimmte Rituale in verschiedenen literarischen Vereinigungen zu verschiedenen Epochen gleichen bzw. unterscheiden, um dadurch gegebenenfalls Aussagen treffen zu können, inwiefern Rituale gesellschaftlich als relevant für funktionierende Gemeinschaften anzusehen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Männerbünde allgemein und Dichterbünde im Besonderen

3. Rituale im Zusammenhang dieser Hausarbeit

4. Göttinger Hain

4.1 Entstehung und Grundlagen

4.2 Struktur und Zielsetzung

4.3 Aufnahme- und weitere Rituale

5. Das geheime Deutschland um Stefan George

5.1 Entstehung und Grundlagen

5.2 Struktur und Zielsetzung

5.3 Aufnahme- und weitere Rituale

6. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und gesellschaftliche Relevanz der Rituale

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit besteht darin, die rituellen Praktiken zweier literarischer Gruppierungen aus unterschiedlichen Epochen – den Göttinger Hain und den George-Kreis – zu analysieren und zu vergleichen, um zu ergründen, inwiefern diese Rituale zur Identitätsbildung, zum internen Zusammenhalt und zur gesellschaftlichen Relevanz dieser Männerbünde beigetragen haben.

  • Soziologische Analyse von Männerbünden und Dichterbünden.
  • Untersuchung der Entstehung und rituellen Strukturen des Göttinger Hains.
  • Analyse des George-Kreises und des Konzepts des Geheimen Deutschlands.
  • Vergleich der unterschiedlichen Herrschafts- und Bindungsstrukturen.
  • Reflexion über die gesellschaftliche Relevanz ritueller Gruppenbildung.

Auszug aus dem Buch

4. Göttinger Hain

Die im Herbst 1772 im Rahmen einer nächtlichen Zusammenkunft von Studenten gegründete Vereinigung gilt in der Forschung nicht nur als exemplarisches Beispiel, sondern sogar als der erste Dichterbund überhaupt. Die Bezeichnungen Göttinger Hain oder auch Hainbund sind allerdings später entstanden und haben sich literaturgeschichtlich etabliert; sie gehen vermutlich zurück auf das Lehrgedicht Friedrich Gottlieb Klopstocks „Der Hügel und der Hain“, das als grundlegender Text nicht nur als namensgebend, sondern auch als programmatisch anzusehen war. Die Mitglieder selbst sprachen und schrieben vom Bund. Entgegen des Wahlspruchs „Der Bund ist ewig![...]“ galt er mit Beendigung des Studiums und dem Verlassen Göttingens der Mitglieder 1775 als aufgelöst.

Als Entstehungsdatum des Hainbunds kann der 12. September 1772 angenommen werden, an dem Johann Heinrich Voß, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, die Brüder Johann Martin und Gottlob Dietrich Miller, Johann Friedrich Hahn und Johann Ludwig Thomas Wehrs „in eine[m; C.B.] kleinen Eichengrund[…] den Bund der Freundschaft[…]“ schworen. Zu diesen sechs kamen bald weitere Mitglieder hinzu, zu deren bekanntesten Heinrich Christian Boie, Ernst Theodor Johann Brückner und die Grafen Stolberg zählten; bis auf eine Ausnahme waren sie Studenten entweder von evangelischer Theologie oder Jura an der Göttinger-Ernst-August Universität. Insgesamt hatte der Bund zu seiner Hochzeit sechzehn gleichberechtigte Mitglieder und erreichte weniger durch die Werke der einzelnen, als vielmehr als „[…] der geschlossenste Dichterkreis […]“ jener Zeit und erster seiner Art (s.o.) seinen Bekanntheitsgrad. Viele Werke erschienen zuerst im u.a. von Boie gegründeten Göttinger Musenalmanach.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Männerbünde und Dichterkreise ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Funktion ritueller Gruppenbildung.

2. Männerbünde allgemein und Dichterbünde im Besonderen: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen Grundlagen von Männerbünden als freiwillige, meist hierarchische Organisationen mit ritueller Ausprägung.

3. Rituale im Zusammenhang dieser Hausarbeit: Hier wird der Ritualbegriff nach Wolfgang Braungart definiert und die identitätsstiftende sowie abgrenzende Funktion ritueller Handlungen in Dichterbünden dargelegt.

4. Göttinger Hain: Das Kapitel behandelt die Entstehung, die klopstockorientierte Struktur und die spezifischen, teils an germanische Riten angelehnten Aufnahme- und Gruppenrituale des Göttinger Hains.

5. Das geheime Deutschland um Stefan George: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung des George-Kreises um die zentrale Führerfigur, dessen hierarchische Struktur und die sakral anmutenden Aufnahmerituale.

6. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und gesellschaftliche Relevanz der Rituale: In diesem Vergleich werden die strukturellen Divergenzen zwischen der egalitären Hain-Gruppe und der charismatischen Herrschaftsstruktur um Stefan George herausgearbeitet.

7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Rituale für beide Bünde essentiell waren, um Halt, Sicherheit und eine elitäre Abgrenzung in einer sich wandelnden Gesellschaft zu bieten.

Schlüsselwörter

Männerbünde, Dichterbünde, Göttinger Hain, George-Kreis, Geheimes Deutschland, Rituale, Stefan George, Friedrich Gottlieb Klopstock, Initiation, Gruppenbildung, Identität, Soziologie, Literatur, Patriotismus, Elitenbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die rituellen Praktiken zur literarischen Gruppenbildung am Beispiel des Göttinger Hains und des George-Kreises als zwei prominente historische Männerbünde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziologische Kategorie des Männerbundes, die literaturwissenschaftliche Definition von Dichterkreisen, die Funktion ritueller Handlungen sowie der Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen Epochen.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte herausfinden, wie und aus welchem Grund diese Vereinigungen entstanden, wie sie strukturiert waren und ob sich Rituale in verschiedenen Epochen ähneln oder unterscheiden, um die gesellschaftliche Relevanz dieser Gemeinschaftsmodelle zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin nutzt eine vergleichende literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, basierend auf Primärquellen (Gedichte, Briefe, Protokolle) und einschlägiger Forschungsliteratur zu Ritualtheorien und Männerbund-Ideologien.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der beiden Bünde (Entstehung, Struktur, Rituale) sowie eine vergleichende Analyse, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf Hierarchie, Abgrenzung und Zielsetzung gegenüberstellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Männerbünde, Rituale, Dichterbünde, Identitätsbildung und die beiden spezifischen Gruppierungen Göttinger Hain und George-Kreis charakterisiert.

Warum spielt die Person Stefan George eine so zentrale Rolle im George-Kreis?

Im Gegensatz zum Göttinger Hain, der sich am Werk eines bereits etablierten Vorbilds (Klopstock) orientierte, bildete George den personifizierten Mittelpunkt und das charismatische Zentrum, dessen Ideologie und Lebensführung für alle Mitglieder verbindlich waren.

Welche Rolle spielten "Bardennamen" im Göttinger Hain?

Die Vergabe von Bardennamen war ein ritueller Akt der Namensgebung, der Klopstocks Hinwendung zum Germanischen würdigte; sie blieb jedoch größtenteils auf den internen Briefwechsel beschränkt.

Wie unterschied sich die Abgrenzung nach außen bei den beiden untersuchten Bünden?

Während sich der Göttinger Hain primär deutsch-patriotisch gegen den vermeintlich unmoralischen französischen Einfluss durch Wieland abgrenzte, definierte sich der George-Kreis als elitäre geistige Gemeinschaft gegen den zeitgenössischen, "kunstlosen" Kulturbetrieb.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der gesellschaftlichen Relevanz von Ritualen?

Rituale bieten den Mitgliedern in instabilen Zeiten Halt und Sicherheit. Die Bereitschaft, sich einer kollektiven Idee zu unterwerfen, ist ein Indiz für die gesellschaftliche Wirkmacht solcher Gemeinschaften über die reine Literatur hinaus.

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Details

Title
Rituale zur literarischen Gruppenbildung. Der George-Kreis Geheimes Deutschland und der Göttinger Hain
College
University of Hagen  (Institut für Neuere Deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Course
Modul
Grade
1,7
Author
Carola Behm (Author)
Publication Year
2021
Pages
38
Catalog Number
V1127171
ISBN (eBook)
9783346494986
ISBN (Book)
9783346494993
Language
German
Tags
Stefan George Göttinger Hain Klopstock Geheimes Deutschland Literarische Gruppenbildung Männerbund George-Kreis Dichterbund Ritual Gesellschaft Lyrik Rituale Genie Dichterkreis Musenalmanach Blätter für die Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carola Behm (Author), 2021, Rituale zur literarischen Gruppenbildung. Der George-Kreis Geheimes Deutschland und der Göttinger Hain, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127171
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