Erarbeitung der Jesusgeschichte und Erstellung einer Krippe aus Naturmaterialien in der Kindertagesstätte

Eine Projektdokumentation


Projektarbeit, 2017

97 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

1. Planung
1.1 Pädagogische Begründung
1.2 Sachanalyse
1.2.1 Förderschwerpunkt sprachliche Entwicklung
1.2.2 Die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit
1.2.3 Methoden zur Vermittlung der Geschichten
1.2.4 Endprodukt: Krippe und Figuren
1.2.5 Ausstellungsplatz
1.2.6 Film
1.3 Förderung der Kompetenzen
1.3.1 Sachkompetenz
1.3.2 Sozialkompetenzen
1.3.3 Selbstkompetenz
1.4 Darstellung der Projektgruppe
1.5 Didaktisch-methodische Vorüberlegungen
1.5.1 Prinzipien der Projektarbeit
1.5.2 Elemente der Projektarbeit
1.5.3 Schwierigkeiten und Herausforderungen

2. Durchführung
2.1 Strukturplan und Übersicht
2.2 Durchführung der einzelnen Projekteinheiten
2.3 Einzelne Projekteinheiten im detaillierten Blick
2.3.1 Das erste Treffen - Besprechung des Projektthemas
2.3.2 Das zweite Treffen - Festlegung der Rituale und Erkennungszeichen
2.3.3 Das dritte Treffen - Ideensammlung und Erstellung des Metaplans
2.3.4 Das achte Treffen - Durchführung eines Teils der Jesusgeschichte „Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem“

3. Reflexion einzelner Projekteinheiten

4. Literaturverzeichnis

1. Planung

Im Folgenden wird die Planung des Projektes vorgestellt. Hierzu zählen zum einen die pädagogische Begründung, die Sachanalyse die Förderung der Kompetenzen der Kinder, die Darstellung der Projektgruppe und die Auseinandersetzung mit Prinzipien und Elementen der Projektarbeit.

1.1 Pädagogische Begründung

Das Projekt „Der Weg zur Krippe - Erarbeitung der Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit mit Hilfe einer selbst erstellten Krippe aus Naturmaterialien mit fünf Kindern im Alter von 5 Jahren zur Förderung der sprachlichen Entwicklung“ wird dem Bildungsbereich Sprache und Kommunikation zugeordnet.

Religionspädagogik ist eine wesentliche Grundlage erzieherischer Arbeit in kirchlichen Kindertageseinrichtungen. Aufgrund des christlichen Menschenbildes der Einrichtung, ist die Religionspädagogik ein zentrales Thema. Aus diesem Grund spielt jedes Jahr zur Weihnachtszeit die Jesusgeschichte eine große Rolle.

In diesem Projekt haben wir uns gemeinsam die Jesusgeschichte nähergebracht. Dies gelang mir durch unterschiedliche religiöse Aktionen und Angebote, in denen aufgrund von verschiedenen kindgerechten Methoden den Kindern die Jesusgeschichte einfach vermittelt wurde. Mit dem gewonnenen Wissen über die Geschichte haben wir nach und nach immer mehr Figuren, die in der Geschichte mitspielen, sowie die Krippe selber erstellt. Hierbei wurde ihnen die Vermittlung der Jesusgeschichte durch das eigene Gestalten lebenspraktisch nahegebracht. Mit diesem Projekt können sie ihr Wissen erweitern und sich ihrer eigenen religiösen Tradition (die Geschichte der Geburt Jesu) vergewissern. Zudem fördern sie durch die vielen Gesprächsrunden und Geschichten ihre sprachlichen Fähigkeiten und Kompetenzen. Durch die schrittweise Erstellung der Krippe und den einzelnen Figuren kann ich den Kindern die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit anschaulich und kindgerecht vermitteln.

Die Projektidee entstand durch die aktuelle pädagogische Situation. Hierbei lässt sich erkennen, dass die Kinder ein großes Interesse an religionspädagogischen Angeboten besitzen. Dies zeigte sich in verschiedenen religiösen Angeboten. Außerdem zeigte sich, dass die Kinder viel Freude an verschiedenen Gebeten besitzen, die wir vor dem Essen gemeinsam sprechen. Des Weiteren konnte ich miterleben, dass viele Kinder schon Ende Oktober von Weihnachten erzählten. Sie berichteten mir, dass jedes Jahr der Weihnachtsmann käme, um die Geschenke zu vergeben. In einzelnen Vorgesprächen mit den Kindern konnte ich erkennen, dass viele nicht wissen, warum wir Weihnachten feiern. Jedoch habe ich bemerkt, indem einige Kinder mir Fragen zu Jesus stellten, dass sie daran Interesse haben. Des Weiteren konnte ich erkennen, dass die ausgewählten Kinder ein großes Interesse an Geschichten aufweisen. Dies zeigt sich, indem sie bei Bilderbuchbetrachtungen aufmerksam und mit viel Freude dabei sind. An dieser Stelle entstand bereits eine erste Richtung des Projektes: Die Vermittlung der Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit.

Da die ausgewählten Projektkinder auch ein großes Interesse am kreativen Gestalten haben, habe ich mich dazu entschieden, nicht nur die Jesusgeschichte zu erzählen, sondern diese auch durch kreatives Gestalten lebenspraktisch und anschaulich zu vermitteln. Somit entstand der gemeinsame Gedanke, die Geschichte zu verwirklichen und lebendig zu machen, indem wir eine Krippe und die passenden Figuren dazu erstellen. Dies sollte unser Endprodukt werden.

In der Gruppe, in der ich mein Projekt durchgeführt habe, gab es zu diesem Zeitpunkt keine traditionelle Krippe oder Figuren, die die Jesusgeschichte zur Weihnachtsgeschichte darstellten. Dies war ein weiterer Grund, das Projekt durchzuführen, eine Krippe und die Figuren zu erstellen. Die selbsterstellte Krippe und die damit verbundenen Figuren können nun jedes Jahr aufgestellt und genutzt werden.

1.2 Sachanalyse

Diese Projekteinheit bezieht sich auf die Religionspädagogik.

„Die Religionspädagogik bedenkt und gestaltet religiöse Erziehung, Bildung und Sozialisation in der Sicht der betreffenden Glaubensgemeinschaft und ihrer Spiritualität. Sie vermittelt die Glaubenslehre unter religionswissenschaftlichen, pädagogischen und methodisch­didaktischen Aspekten unter Berücksichtigung des jeweiligen gesellschaftlichen, rechtlichen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Kontextes.“1 „Religiöse Bildung soll dazu beitragen, dass Kinder sich in dieser Welt besser zurechtfinden und befähigt werden, sie mit zu gestalten. Dabei formulieren Religionen begründete Werte und Normen, die den Kindern Halt und Orientierung für ein gelingendes Leben geben können. Sie bieten Auffassungen von Gott, Welt und Mensch an, mit denen Kinder sich identifizieren können und tragen zur Entwicklung und Stärkung der Persönlichkeit bei.“2

Laut einer Studie der katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalens lässt sich aufweisen: Jedes Kind, das die Chance erhält, sich mit religiösen Inhalten und religiöser Praxis auseinanderzusetzen, baut seine religiöse Kompetenz aus. Es kann seine Lieblingsgeschichten und Lieblingslieder finden, bedient sich ausgewählter religiöser Bilder und Symbole, übernimmt bestimmte religiöse Einstellungen und Handlungsmuster und verknüpft diese mit ihm bekannten und vertrauten Geschichten, Liedern, Bildern, Symbolen, Einstellungen und Handlungsmustern.3

In dieser Einrichtung praktizieren wir unsere Arbeit aus dem christlichen Glaubensverständnis heraus und bieten den Kindern die Möglichkeit, den Glauben zu erfahren und das kirchliche und religiöse Leben kennenzulernen. Dies gelingt uns durch die Vermittlung von biblischen Geschichten, aber auch bei christlichen Festen. Des Weiteren beten und feiern wir mit den Kindern in Gottesdiensten. Zudem besucht die Pastorin der Kirche die Kindertagesstätte regelmäßig, um mit den Kindern verschiedene religiöse Aktionen durchzuführen. Gemeinsam singt sie mit den Kindern religiöse Lieder und erzählt ihnen Geschichten aus der Bibel. Darüber hinaus beten wir gemeinsam mit den Kindern vor dem Essen. Auch hierdurch wird der evangelisch-lutherische Glauben vermittelt.

1.2.1 Förderschwerpunkt sprachliche Entwicklung

Der Mensch ist von Geburt an fähig, Sprachen zu lernen. Die Fähigkeit, Sprache zu verstehen, zu erarbeiten und zu produzieren, ist im menschlichen Gehirn angelegt. Sprachliche Fähigkeiten entwickeln sich aber nicht von selbst.4 Ausgangspunkt für eine professionelle sprachliche Bildungsarbeit ist eine systematische Einbettung von Sprechanlässen in den pädagogischen Alltag. Damit kommt der Erzieherin eine bedeutsame Rolle als Sprachvorbild zu. Sprache ist ein wichtiger Teil der Identität und damit eng verbunden mit der Persönlichkeitsentwicklung. Sprache ist ein Werkzeug für gedankliche Entwicklung, für Begriffsbildung, für die Gefühlsentwicklung und für die Bearbeitung von Eindrücken und Erlebnissen. Die Grundsteine für die Sprachentwicklung werden in den ersten vier Lebensjahren gelegt.5

Die Erzieherin ist mitverantwortlich, in wieweit die Kinder Freude an Sprache entwickeln. Sie unterstützt das Kind bei seiner sprachlichen Entwicklung, sowie bei seiner Erweiterung der sprachlichen Kompetenzen. Die sprachliche Bildung ist in dem Kindergartenalltag fest integriert. Dies zeigt sich zum Beispiel durch die Bibliothek in der Kindertagesstätte. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, sich Bücher anzuschauen und sich auszuleihen. Außerdem wird durch verschiedene Bilderbuchbetrachtungen zu unterschiedlichen Themen die sprachliche Entwicklung der Kinder gefördert. Zudem sind verschiedene Gespräche in Angeboten oder im Kreis ein wesentlicher Teil in der alltäglichen pädagogischen Arbeit. Die Erzieherin greift vielfältige Sprachanlässe auf, um dem Kind die Möglichkeit zu geben, seine Sprachhandlungsfähigkeit zu erweitern.

„Ab dem fünften Geburtstag sollte das Kind das „sch“ und „ch“ korrekt aussprechen. Das „s“ darf vor dem Zahnwechsel noch zwischen den Zähnen gebildet werden, alle anderen Laute müssen mit fünf Jahren spätestens korrekt gebildet werden. Ab der Vorschulzeit sollte das Kind spätestens mit fünfeinhalb Jahren Reime erkennen und beginnen, diese zu bilden. Es kann Silben klatschen und beginnt Laute aus Wörtern heraus zu hören. Das Interesse an Buchstaben wächst und das Kind schreibt seinen Namen.“6 Das Kind sollte in einem Alter von fünf Jahren sein Spiel mit Sprache begleiten und „wenn-dann-Fragen“ beantworten können. Zudem erfasst es eine Geschichte und Erlebtes wird in logischer und zeitlicher Abfolge berichtet.7

Ich habe diesen Förderschwerpunkt gewählt, da es bei der sprachlichen Entwicklung der Kinder noch Förderbedarf gibt. Durch die Geschichte und die vielen Gesprächsrunden kann ich an den sprachlichen Fähigkeiten der Kinder arbeiten. Sie fördern ihre Sprachhandlungsfähigkeit und erweitern ihren Wortschatz. Bei fehlerhaften Sätzen oder Wörtern unterstütze ich die Kinder durch korrektives Feedback. Auch durch die Handpuppe „Lilly“ haben die Kinder die Möglichkeit, mehr aus sich heraus zu kommen und sich zu ihrer Sprache mehr zu bekennen.

1.2.2 Die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit

Die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit ist eine vielseitige und längere Geschichte. Diese Geschichte unterteilte ich in kleine Abschnitte, um die Inhalte verständlich und einfacher zu vermitteln. Hierbei nahm ich mir die Kinderbibel zur Hilfe. In regelmäßigen Abständen eigneten wir uns gemeinsam schrittweise die Jesusgeschichte an.

Die erste Geschichte beginnt mit dem Engel Gabriel, der Maria und Josef die frohe Botschaft überbringt. Nach dieser Geschichte passt sich die Erstellung der Figuren Gabriel, Maria und Josef an. Die nächste Geschichte handelt von dem König, der allen Menschen befahl, zu ihrem Heimatland zurückzukehren, damit er die Menschen zählen konnte.

Die darauffolgende Geschichte erzählt von Maria und Josef, die sich auf den weiten Weg nach Betlehem machten. Auf diesem Weg trafen sie verschiedene Tiere, die ihnen bei ihrer Reise behilflich waren. In der nächsten Geschichte kommen Maria und Josef in Bethlehem an. Nun suchen sie eine Unterkunft. Nach langem Suchen finden sie eine Krippe, in der sie die Nacht verbringen können. In der darauffolgenden Geschichte brachte Maria in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember das Jesuskind zur Welt. An diese Geschichte schließt sich die Erstellung des Jesuskindes an. In der vorletzten Geschichte bekommen Maria, Josef und das Jesuskind Besuch von den Hirten. Diese folgten dem Stern von Bethlehem, um den richtigen Weg zu finden. Sie möchten den Sohn Gottes sehen und ihn beglückwünschen. Hierbei schließt sich die Erstellung der Figuren der Hirten an. In der letzten Geschichte finden auch die drei heiligen Könige den Weg zur Krippe. Auch ihnen zeigte der Stern von Bethlehem den Weg. Sie schenkten Gold, Weihrauch und Myrre. An dieser Stelle schließt sich die Erstellung der Figuren der drei heiligen Könige an.

1.2.3 Methoden zur Vermittlung der Geschichten

Um die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit verständlich zu vermitteln, benutzte ich verschiedene Methoden, die eine kindgerechte Anschaulichkeit und ein besseres Verständnis bieten. Diese unterschiedlichen Methoden möchte ich im Folgenden darstellen.

Kett-Methode

„Bei dieser Projekteinheit benutze ich das Legen eines Bodenbildes. Die Methode des Legens von Bodenbildern entstammt der sogenannten „Religionspädagogischen Praxis“ (RPP). Umgangssprachlich wird das Legen von Bodenbildern auch als „Kett-Methode“ oder „Tücher- Lege-Methode“ bezeichnet. Im Vordergrund stehen dabei die Veranschaulichung sowie die Verinnerlichung der ausgewählten Inhalte, insbesondere aber von biblischen Texten, religiösen Grundthemen, theologischen Motiven, anthropologischen Grundfragen und rituellen Handlungen.“8 Bodenbilder sind sehr vielseitig und können für verschiedene Themen genutzt werden. Durch das Legen des Bodenbildes werden die Themen und die Geschichten in diesem Medium repräsentiert, zugänglich und fixiert. Die Kinder können die Geschichte anhand von Symbolen, Figuren und Gegenständen einfacher wahrnehmen und haben so die Möglichkeit, diese sich besser vorzustellen. Auch durch das eigenständige Legen der Gegenstände können sie die Geschichte besser verinnerlichen und fixieren. Aus diesem Grund habe ich mich bei vielen Angeboten für das Legen eines Bodenbildes entschieden. Diese Methode benutzten wir das erste Mal bei der Geschichte, in der Maria und Josef sich auf den weiten Weg nach Bethlehem machten. Hierbei nutzten wir Naturmaterialien, um Stück für Stück den Weg für Maria und Josef eigenständig zu legen. Die Kett-Methode benutzten wir auch, als Maria und Josef in Bethlehem angekommen waren und nach einer Unterkunft suchten. Des Weiteren kam diese Methode zum Einsatz, als die drei Hirten und die drei heiligen Könige das Jesuskind besuchten und ihre Glückwünsche aussprachen.

Symbolkarten

Die Symbolkarten dienten den Kindern als eine weitere Unterstützung zu einem besseren Verständnis bei schwierigen Begriffen. Hierbei haben sie die Möglichkeit, die schwierigen Begriffe mit den Bildern und Symbolen zu verbinden und diese durch ihre kognitiven Kompetenzen besser im Gedächtnis zu behalten.

Die Methode mit den Symbolkarten kam das erste Mal zum Einsatz bei der Geschichte, in der Maria und Josef von Nazareth nach Bethlehem gehen. Die Begriffe „Bethlehem“ und „Nazareth“ waren aus der vorherigen Geschichte für die Kinder nur sehr schwer zu merken. Aus dem Internet fand ich Bilder von diesen beiden Orten, wie sie früher einmal aussahen. Durch diese bildliche Darstellung und Verknüpfung konnten sie die Geschichte mit den jeweiligen Orten besser verstehen. Auch bei der Erklärung der Geschenke der drei heiligen Könige benutzte ich Symbolkarten. Auf diesen drei Karten waren Gold, Myrre und Weihrauch zu sehen.

Bibel

Durch das Einsetzen der Kinderbibel, haben die Kinder die Möglichkeit, die Geschichte durch die anschaulichen Bilder besser zu fixieren. Die Kinderbibel wirkt durch ihre frohen Farben und detaillierten Zeichnungen sehr freundlich und interessant. Dies begeistert die Kinder zusätzlich an der Religionspädagogik.

Handpuppen-Methode

Gezielt eingesetzt ist das Handpuppenspiel geeignet, um soziale und emotionale, aber auch kognitive Lerninhalte zu vermitteln, Situationen aufzulockern, oder einfach zu motivieren oder zu unterhalten. Durch das Spiel kommt es zwangsläufig in der spielerischen, entspannten Situation zur verbalen wie auch emotionalen Interaktion; auch sonst "stillere" Kinder oder Kinder mit Sprachschwierigkeiten werden lebhaft und "kommen aus sich raus".9

Handpuppen können situativ oder im Rahmen eines methodisch- didaktisch orientierten Angebotes eingesetzt werden. Sei es in der sozialen Gruppenarbeit oder im Spiel mit einem einzelnen Kind - es bieten sich vielfältigste Einsatzmöglichkeiten. Eine Situation wirkt ganz anders, wenn sie aus einem anderen Blickwinkel betrachtet wird. Das ist auch der Grund, warum die Handpuppen einen so großen Stellenwert einnehmen können.10 Ich habe mich für den Einsatz der Handpuppe entschieden, um die Kinder auf eine kindgerechte Art und Weise für das Thema zu motivieren und zu begeistern. Auch Probleme und Konflikte können durch ihren Einsatz besser geregelt werden. Auch die Handpuppe „Lilly“ hat zur Vermittlung der Jesusgeschichte beigetragen. An vielen Stellen motivierte sie die Kinder dazu, gut aufzupassen und zuzuhören. Durch die vergessliche Art der Handpuppe konnte ich die Kinder dazu animieren, die einzelnen Geschichten zu wiederholen, damit sie auch „Lilly“ versteht. Durch sie wurde auch die Reflexionsrunde am Ende nicht eintönig.

1.2.4 Endprodukt: Krippe und Figuren

Während des Projektes erstellten wir eine Krippe aus Naturmaterialien. Neben den einzelnen Abschnitten aus der Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit arbeiteten wir an der Krippe. Bei unserer Krippe diente uns ein Holzkarton als „Grundgerüst“ für unsere weiteren Arbeiten. Auf dieses „Gerüst“ klebten wir mit Heißkleber viele Stöcker, die wir zuvor gesammelt hatten. Zudem haben wir die Krippe an den Seiten mit Moos verziert und sie mit Stroh befüllt. An dieser Stelle lernen die Kinder lebenspraktisch Naturmaterialien bewusst einzusetzen und mit diesen zu arbeiten. Ihr Bewusstsein für ihr ökologisches Handeln wird hierbei gefördert. Hinzu kamen bei der Erstellung der Krippe Feinarbeiten, wie zum Beispiel den Stern von Bethlehem zu gestalten und ihn an der Krippe anzubringen.

Um die Krippe zu füllen, erstellten wir zusätzlich die Figuren, die in der Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit vorkommen. Sobald in unserer Geschichte eine neue Figur auftauchte, erstellten wir diese. Durch das schrittweise und eigenständige Erstellen der Figuren hatten die Kinder einen besseren Überblick über die Geschichte und konnten die einzelnen Inhalte besser verstehen. Somit entstand zuerst der Engel Gabriel, dann Maria und Josef. Danach entstand das Jesuskind, darauf die Hirten und zum Schluss die drei heiligen Könige. Die Krippenfiguren sind vorgefertigte Figuren aus Holz. Diese haben wir dann angekleidet mit unterschiedlich farbigen Stoffresten und die Haare aus Wolle angeklebt. Mit einem Stift durften die Kinder auch ein Gesicht aufmalen. Die Kinder hatten bei diesem Vorgang sehr viel Freiheit. Sie durften eigenständig entscheiden, welche Stoffreste und Wolle sie verwendeten und welche Kleinigkeiten die einzelnen Figuren tragen sollten. Somit bekamen zum Beispiel die Hirten Stöcker für den weiten Weg nach Bethlehem.

Für das Ankleben der Stöcker für die Krippe, sowie für das Ankleiden der Holzfiguren benötigten wir eine Heißklebepistole. Hierbei ist wichtig, den Umgang mit dieser den Kindern zu erläutern und sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Bei diesem Vorgang habe ich den Kindern Hilfestellung gegeben.

Maria und Josef begegneten auf ihrem langen Weg über fünf Tage nach Betlehem vielen Tieren, die ihnen Unterstützung und Hilfe anboten. Die Figuren sind sogenannte ,Schleichfiguren‘ und gibt es zu kaufen. Das Erstellen der Krippe und der einzelnen Menschenfiguren nahm bereits viel Zeit und Arbeit in Anspruch. Aus diesem Grund habe ich mich für den Einsatz von industriell angefertigten Tierfiguren entschieden. Somit hatten wir genug Zeit, um uns neben der Erstellung der Menschenfiguren und der Krippe, auch auf die Inhalte der Jesusgeschichte zu konzentrieren. Die Tierfiguren vermitteln durch ihre Unterstützung Hilfsbereitschaft und Güte. Diese Eigenschaften können ein Vorbild für die Kinder darstellen.

Durch gelegentliche Arbeitsgruppen konnten wir die Krippe und die verschiedenen Figuren in Ruhe fertig erstellen. Somit hatte jedes Kind die Möglichkeit, alles auszuprobieren.

„Krippe“ Definitionen: Eine „Krippe“ bedeutet zum einen ein Trog für das Futter von Wildtieren. Zum anderen bedeutet „Krippe“ ein kleines Modell mit Figuren zur Darstellung der Heiligen Familie im Stall zu Bethlehem mit dem Jesuskind in einer Krippe.11 Dadurch, dass das Jesuskind in eine Futterkrippe gelegt wurde, wollen alle zu dieser Krippe, die in einem Stall in Bethlehem steht.

1.2.5 Ausstellungsplatz

In der Garderobe des Gruppenraumes diente uns eine Fensterbank als Ausstellungsplatz für unsere Projektarbeit. Hier konnten die Eltern und die anderen Kinder, die nicht bei unserem Projekt mitmachen konnten, unsere Arbeit mitverfolgen. Durch Lob und Anerkennung der Eltern, sowie der anderen Kinder, motivierte dies die Projektkinder und förderte ihr Selbstwertgefühl. Nach und nach konnten wir immer mehr Figuren und Materialien auf unsere Fensterbank stellen. Mit Lichterketten, selbstgebastelten Sternen, Tüchern und der Bibel schmückten wir unsere Fensterbank Stück für Stück.

1.2.6 Film

Während des gesamten Projektes filmte ich die Kinder bei verschiedenen Aktionen. Diese verschiedenen Ausschnitte fügte ich am Ende des Projektes zu einem Kurzfilm zusammen. Der Kurzfilm hat eine Dauer von circa 12 Minuten und zeigt den Weg unseres Projektes bis zum Endprodukt: die Krippe.

Der Kurzfilm zeigt die Kinder, während sie an der schrittweisen Erstellung der Krippe und den dazugehörigen Figuren arbeiten. Durch verschiedene Angebote hatten die Kinder die Möglichkeit, sich schrittweise die Jesusgeschichte anzueignen. Durch dieses gewonnene Wissen entstanden kleine Filmausschnitte, in denen die Kinder die Jesusgeschichte in den einzelnen Szenen mit Hilfe ihrer selbsterstellten Figuren wiedergeben und der Frage „Warum feiern wir Weihnachten?“ auf den Grund gehen.

Dieser Aspekt dient zur Wiederholung des verinnerlichten Wissens und erweitert ihre kognitiven Fähigkeiten. Außerdem spielt bei der Erarbeitung des Films die sprachliche Entwicklung eine wesentliche Rolle. Die Kinder können hierbei ihre Sprachhandlungsfähigkeit fördern, indem sie ihr Wissen mit ihren eigenen Worten wiedergeben und mit mir und der Handpuppe Lilly vor der Kamera kommunizieren. Auch hinter der Kamera kam es zu vielen Gesprächen. Gemeinsam entschieden wir uns für verschiedene Szenen und diskutierten über den weiteren Verlauf des Kurzfilms.

Nach dem Drehen der Szenen hatten die Kinder die Möglichkeit, sich die einzelnen Szenen anzuschauen. Hierbei nehmen sie sich als eigenständige Person mit ihrer Gestik, Mimik und Ausstrahlung auf andere besser wahr. Auch ihre Sprachhandlungsfähigkeit, ihre Aussprache und ihren Wortschatz können die Kinder durch dieses Ansehen differenzierter wahrnehmen.

Kinder des 21. Jahrhunderts wachsen mit Medien auf und sind besonders medienaffin. Apps und andere Programme werden zunehmend einfach gestaltet. Bereits Zweijährige sind in der Lage, mit Tablet und Smartphone umzugehen. Einen Computer mit Tastatur und Maus zu bedienen, fällt vielen Kindern dafür zunehmend schwerer - so auch bei klassischen Videokameras, Fotoapparaten und Mikrofons. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Kinder frühzeitig mit verschiedenster Technik vertraut zu machen, damit diese die Technik und Medien richtig nutzen können12 13. Durch den Umgang mit der Videokamera erweiterten die Kinder ihre Medienkompetenz und werden sicherer im Umgang mit Technik. Bei dieser Arbeit lernten die Kinder den Umgang mit einer Videokamera, indem wir damit intensiv arbeiteten und die Kinder teilweise selbstständig mit dieser umgehen durften.

Am Ende des Projektes bekam jedes Kind eine CD mit dem darauf gespielten Kurzfilm.

1.3 Förderung der Kompetenzen

1.3.1 Sachkompetenz

1. Die Kinder erweitern ihr Wissen über die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit, indem sie bei den einzelnen Geschichten aufmerksam zuhören und sich diese durch die selbstständige Gestaltung der Figuren und der Krippe anschaulich darstellen und verinnerlichen. Zudem lernen die Kinder den christlichen Glauben kennen und vergewissern sich hierbei ihrer eigenen religiösen Tradition.
2. Die Kinder fördern ihre Kenntnisse über die Anwendung der Kett-Methode, indem sie bei verschiedenen Angeboten ein Bodenbild legen müssen und sich somit mit dieser Methode vertraut machen.
3. Die Kinder fördern ihre Kenntnisse über die Anwendung von Symbolkarten, indem sie bei verschiedenen Angeboten mit diesen arbeiten. Sie können durch diese Symbolkarten schwierige Begriffe und Inhalte besser verstehen und verinnerlichen.

1.3.2 Sozialkompetenzen

1. Die Kinder stärken ihr Gemeinschaftsgefühl, da wir bei jedem Treffen unsere verschiedenen Rituale durchführen. Durch das Anbringen der Armbänder, die Gespräche mit der Handpuppe Lilly, das Begrüßungslied am Anfang und das Gebet am Ende stärken die Kinder ihren Zusammenhalt. Außerdem stärken sie ihr Gemeinschaftsgefühl, indem sie gemeinsam die Krippe mit den dazugehörigen Figuren erschaffen.
2. Die Kinder fördern ihre Kooperationsfähigkeit, indem sie auf die anderen Kinder Rücksicht nehmen müssen. Dies zeigt sich deutlich bei der Arbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen. Die Kinder müssen hier Rücksicht nehmen und sich bei den Arbeiten abwechseln.
3. Die Kinder fördern ihre kommunikativen Fähigkeiten, indem sie den anderen Kindern bei den gemeinsamen Treffen und Erarbeitungen zuhören und sie ausreden lassen, während andere Kinder sprechen (Gesprächsregeln).

1.3.3 Selbstkompetenz

1. Die Gruppe fördert ihre sprachliche Entwicklung, indem sie durch meine Fragestellungen während der Geschichten die Möglichkeit haben, sich aktiv mit in das Gespräch einzubringen. Sie fördern ihre Sprachhandlungsfähigkeit, indem sie sich während verschiedener Gespräche differenziert ausdrücken müssen. Hierbei fördern sie, sich angemessen und vielseitig auszudrücken. Bei fehlerhaften Sätzen werde ich die Kinder durch das korrektive Feedback unterstützen. Außerdem erweitern sie ihren Wortschatz, indem sie verschiedene Begriffe wie „Krippe“, „Bethlehem“, „Nazareth“ und deren Bedeutung kennenlernen. Des Weiteren fördere ich diese Kompetenz dadurch, dass die Kinder mir aktiv zuhören.
2. Die Kinder fördern ihre kognitiven Fähigkeiten, indem sie bei den Geschichten aufmerksam zuhören und die einzelnen Abschnitte durch das soeben von ihnen auditiv aufgenommene Wissen auf einem Bodenbild oder bei einer Videoaufnahme wiedergeben und umsetzen müssen. Außerdem können sie diese Kompetenz fördern, indem sie ihre Erfahrungen und ihr aufgenommenes Wissen in die Erarbeitung der Krippe und der Figuren umsetzen.
3. Die Kinder festigen ihre Vorstellungskraft, indem sie sich das Erzählte aus der Jesusgeschichte vorstellen müssen, um diese verstehen zu können und somit auch die Figuren und die Krippe zu erarbeiten. Die Arbeit mit der Handpuppe stärkt ebenso die Vorstellungskraft, da die Kinder sich vorstellen, dass sie lebendig ist.
4. Die Gruppe fördert ihr Selbstwertgefühl, indem wir ihre selbsterstellten Figuren aktiv in die Geschichte miteinbeziehen. Außerdem werden alle erstellten Figuren sowie die Krippe auf einer Fensterbank ausgestellt. Diese Fensterbank ist für alle Kinder und Eltern sichtbar und stärkt durch Anerkennung und Lob anderer Kinder und Elternteile ihr Selbstbewusstsein. Des Weiteren können die Kinder durch die Mitarbeit in der Reflexion ihr Selbstwertgefühl stärken. Die Handpuppe unterstützt durch Lob und Anerkennung diese Kompetenz.
5. Die Kinder fördern ihre Feinmotorik, indem sie bei der Erstellung der Krippe und der dazugehörigen Figuren sie die kurzen und dünnen Stöcker auf die Krippe in die Lücken kleben müssen. Auch bei der Gestaltung der Figuren fördern sie ihre Feinmotorik, indem sie die Kleidungsstücke (Stoffreste) genau auf Maß ausschneiden und an die Holzfiguren ankleben müssen.

1.4 Darstellung der Projektgruppe

Diese Gruppe ist eine gleichaltrige Gruppe, die aus insgesamt fünf Kindern besteht. Es sind drei Mädchen und zwei Jungs. Da es nicht so viele Kinder sind, kann ich mit ihnen gut arbeiten und sie sind aufmerksamer dabei. Die Atmosphäre ist ruhig und angenehm. Dies ist hilfreich bei der Vermittlung der religiösen Geschichten. Mit dieser Anzahl von Kindern hat jedes Kind die Möglichkeit, sich mit einzubringen. Ich kann jedes Kind wahrnehmen und individuelle Kompetenzen fördern.

1.4.1 J.

J. ist 5,6 Jahre alt, weiblich und besucht die Bärengruppe. Sie hat lange blonde Haare und blaue Augen. Sie ist schlank und ist für ihr Alter bereits sehr groß. J. ist ein sehr aufgewecktes und neugieriges Mädchen, da sie sehr aufmerksam ist und oft nachfragt.

In der Gruppe besitzt J. eher eine dominantere Rolle. Sie kennt die Regeln sehr gut und passt auf, dass diese von den anderen Kindern auch eingehalten werden. In der Gruppe schließt sie sich ihren festen Spielpartnern an. Dennoch ist sie sehr hilfsbereit und engagiert sich in der Gruppe. Bei der Arbeit in einer Gruppe ist sie sehr schnell und forsch den anderen Kindern gegenüber. Sie besitzt eine hohe Selbstsicherheit und ein großes Selbstwertgefühl. Bei Konflikten geht J. auf Konfrontation und sagt ihre Meinung. Hierbei kann es auch schon einmal zu Ausgrenzungen kommen. Sie geht dem anderen Kind aus dem Weg und ist hierbei sehr intolerant. An dieser Stelle besteht sie auf ihr Recht. Dies konnte ich oftmals beobachten.

Im Spiel hat sie ihre festen Spielpartner, mit denen sie täglich Zeit verbringt. Im Spiel besitzt sie keine Hemmungen und ist sehr lustvoll dabei. Sie übernimmt auch hier gerne die dominantere Rolle. Sie besitzt viele Ideen und ist bei der Umsetzung dieser sehr spontan.

Sie zeigt ein großes Interesse an der kreativen Arbeit am Mal- und Basteltisch. Bei offenen Angeboten zu diesem Bereich ist sie oft dabei. Manchmal fällt es ihr schwer, an einer Aufgabe länger zu arbeiten. Sobald ihr etwas keine Freude mehr bereitet, wird sie sehr schnell ungeduldig. Jedoch gibt sie sich bei diesen Aufgaben sehr viel Mühe und arbeitet ordentlich. Ihr ist manchmal anzumerken, dass sie wenig Lust auf religiöse Angebote hat. Dies lässt sich daran erkennen, dass J. unaufmerksam ist und sich schnell ablenken lässt. Dieses Desinteresse könnte daran liegen, dass sie bis jetzt nur wenig Möglichkeiten hatte, um bei religiösen Angeboten aktiv mitzuwirken. Dennoch hat J. ein großes Interesse an kreativen Angeboten sowie an Bilderbuchbetrachtungen.

J. Sprechweise ist klar und deutlich. Trotz ihres großen Wortschatzes sind Satzbau und Formulierung einzelner Wörter nicht immer fehlerfrei. J. besitzt einen großen Redebedarf. Sie erzählt gerne von ihren Interessen und was sie erlebt hat. Hierbei ist mir aufgefallen, dass sie manche Wörter in der Aussprache sehr langzieht. J. Aussprache ist dennoch klar und verständlich.

Ich nehme J. mit in dieses Projekt, da sie ein großes Interesse an kreativen Angeboten besitzt und viele Ideen zur Umsetzung hat. Außerdem kann J. sehr bereichernd für unsere Gruppe sein, da sie die Regeln kennt und diese einhält. Außerdem hat sie ein großes Selbstwertgefühl und traut sich viele Aufgaben zu. Sie kann an dieser Stelle als Vorbildsfunktion fungieren. Außerdem sind ihre kognitiven Fähigkeiten sehr weit, welches bereichernd für unsere Gruppe sein kann, indem sie wichtige Erfahrungen und Details aus den Geschichten fixiert und wiedergeben kann. Ich möchte bei J. die sprachliche Entwicklung fördern. Dies gelingt mir, indem ich sie aktiv in Gesprächsrunden, sowie bei Filmaufnahmen miteinbeziehe und bei fehlerhaften Sätzen ein korrektives Feedback anwende. Ich will versuchen, ihr Interesse an religiösen Angeboten zu fördern, indem ich sie bei den Projekteinheiten aktiv in die Geschichte miteinbeziehe.

1.4.2 M.

M. ist 5,7 Jahre alt, männlich und besucht die Bärengruppe. Er hat kurze, blond/braune Haare und grüne Augen. Er ist schlank und seine Körpergröße entspricht eines normalen Jungen in seinem Alter. M. ist ein aufgeschlossener und sehr lebhafter Junge. Auf dem ersten Erscheinungsbild wirkt er sehr wissbegierig und aufgeweckt.

In der Gruppe steht M. gerne auch mal im Mittelpunkt; kann sich aber auch zurückhalten. M. ist sehr kontaktfreudig zu anderen Kindern. Er verfügt über ein vielseitiges Wissen, welches er uns gerne und oft mitteilen möchte. Daher kommt es bei der Arbeit in der Gruppe schnell dazu, dass er die anderen Kinder nicht ausreden lässt. Hieran erkenne ich, dass M. ein großes Mitteilungsbedürfnis hat. Er fängt dabei an, sehr schnell und hastig zu sprechen. Hierbei neigt er unbewusst dazu, rücksichtslos zu den anderen Kindern zu werden, indem er sie nicht ausreden lässt.

Im Spiel hat M. mehrere Spielpartner, mit denen er gerne etwas unternimmt. Er schließt sich schnell im Spiel an und ist dabei sehr spontan und aktiv. Auch mit anderen Kindern in Kontakt zu treten, fällt ihm nicht schwer. M. gefällt es, mit vielen Kindern zu spielen. Dies lässt sich daran erkennen, dass er viele Kinder dazu motiviert, in seinem Spiel mitzuspielen. Allerdings sucht er ab und zu auch Ruhe für sich. Somit sitzt er manchmal alleine am Legotisch. Auch diese Zeit, in der er für sich alleine spielen kann, genießt er.

Der Junge zeigt ein großes Interesse an Bewegung, somit verbringt er häufig seine Zeit im Bewegungsraum. Ein weiteres Interesse von ihm ist der Legotisch. Das verschiedene Zusammensetzen der Steine bereitet ihm viel Freude. Hierbei ist er sehr konzentriert und aufmerksam, sodass er kaum anzusprechen ist.

M. hat ein großes Interesse an Angeboten. Dies zeigt sich, indem er aufmerksam zuhört, wenn es um verschiedene Angebote geht. Während der Angebote ist er begeistert dabei und möchte viel Wissen aufnehmen. Auch im religiösen Bereich konnte ich beobachten, dass er sich mit dem jeweiligen Thema interessiert beschäftigt und aktiv dabei ist.

Sein Sprachverständnis ist einfach und verstehend. Der Satzbau und die Formenbildung sind fehlerfrei. Beim Sprechen fällt auf, dass M. ab und zu den Buchstaben „R“ in verschiedenen Wörtern rollt. Hinzu kommt, dass er leicht lispelt. Aus diesem Grund besucht M. die Logopädie. Dennoch erzählt er sehr lebhaft, wenn er sich für ein Thema interessiert und Ideen und Wissen dazu besitzt. Aufgrund seines großen Mitteilungsbedürfnisses kommt es manchmal dazu, dass er schneller spricht und sich ab und zu mit den Wörtern überschlägt.

Ich nehme M. mit in dieses Projekt, da er ein großes Interesse an religiösen Angeboten besitzt.

Außerdem kann M. sehr bereichernd für unsere Gruppe sein, da er über ein vielseitiges Wissen verfügt, welches er den anderen Kindern weitergeben kann. Des Weiteren kann M. sich auf ein Thema, welches ihn interessiert, sehr konzentrieren. Durch dieses Interesse könnte er die anderen Kinder dazu motivieren, aufmerksam zuzuhören. Bei M. möchte ich die sprachliche Entwicklung fördern. Ich versuche, ihm genügend Zeit für seine Aussagen zu geben, damit er sich nicht mit seinen Wörtern überschlägt. Bei fehlerhaften Sätzen wende ich ein korrektives Feedback an. Ich möchte bei M. das Wissen über die Jesusgeschichte durch das Erzählen und das Legen dieser erweitern. Außerdem möchte ich bei M. die Kooperationsfähigkeit fördern. Er soll lernen, mehr Rücksicht auf andere Kinder zu nehmen und seine Geduld somit fördern. Hierzu gehört auch, die Regeln einzuhalten: Ausreden lassen und zuhören. Dies gelingt mir, indem ich ihn öfter darauf hinweise, die anderen Kinder ausreden zu lassen. Allerdings muss ich ihm deutlich zeigen, dass ich ihm die Möglichkeit gebe, sich zu äußern.

1.4.3 A.

A. ist 5 Jahre alt, männlich und besucht die Bärengruppe. Er hat blonde, kurze Haare und blaue Augen. A. ist schlank und etwas kleiner als die anderen Kinder in seinem Alter. A. braucht etwas Zeit, um sich jemandem anzuvertrauen. Dadurch ist sein Erscheinungsbild eher zurückhaltend und schüchtern. Hat er diese Hürde überwunden, ist er sehr zutraulich und aufgeschlossen.

In der Gruppe ist A. eher ruhig und steht ungerne im Mittelpunkt. Dies lässt sich zum Beispiel daran erkennen, dass er sich nicht freiwillig bei verschiedenen Spielen und Aktionen im Kreis meldet. Sobald er im Mittelpunkt steht, wirkt er sehr schüchtern. Dies zeigt sich durch sein unsicheres Lächeln und seiner Körperhaltung. Er erzählt in der Gruppe wenig. Selten kommt er in der Gruppe aus sich heraus. A. macht alle Aktionen mit, beteiligt sich aber nicht immer aktiv. In Konfliktsituationen ist A. schnell emotional. Die Konflikte gehen selten von ihm aus. Jedoch holt er sich bei einer vertrauen Person Hilfe, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Konflikten möchte er lieber aus dem Weg gehen.

Im Spiel hat er seinen festen Spielpartner mit dem er zusammen ist. In diesen aktiven Spielen lässt sich erkennen, dass von A. die Anspannung abfällt und er sich ganz in das Spiel vertiefen kann. Sobald dieser Spielpartner nicht da ist, fällt es A. schwer, sich zu beschäftigen und sich anderen Kindern aus der Gruppe anzuschließen. Oft geht er durch den Raum und schaut den anderen Kindern zu.

Sein Interesse liegt in der Bewegung. Oft ist er im Bewegungsraum und spielt mit seinem festen Spielpartner sehr aktive Spiele. Außerdem spielt er Brettspiele, wenn sich eine Fachkraft dazugesellt. Auch Bilderbücher findet er toll, solange jemand diese mit ihm anschaut. Bei Angeboten und Aktionen ist A. eher zurückhaltend. Er macht gerne bei solchen mit, ist jedoch dann eher für sich. Manchmal fällt es ihm schwer, sich dabei zu konzentrieren. Des Weiteren habe ich das Gefühl, dass A. bei schwierigen Themen schnell das Interesse verliert und somit nicht mehr zuhört. Dies erkenne ich daran, dass er bei Nachfragen zum Thema oft keine Antwort weiß. Bei religiösen Angeboten hatte A. bislang nur wenig Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln.

Seine Körperhaltung und seine Sprechweise deuten darauf hin, dass es ihm manchmal unangenehm ist, zu etwas Stellung zu nehmen. A. grinst häufig in Gesprächen oder Konfrontationen, welches ein Zeichen von Unsicherheit sein könnte. Er verhält sich beim Sprechen sehr leise und zurückhaltend. Die Formenbildung und der Satzbau sind dabei nicht fehlerfrei. A. besitzt einen geringen Wortschatz. Dadurch fällt es ihm oft schwer, zu etwas Stellung zu nehmen.

Ich nehme A. mit in dieses Projekt, da er ein Interesse an verschiedenen Aktionen besitzt und er durch dieses Projekt viele Kompetenzen der sprachlichen Entwicklung fördern kann.

Außerdem kann A. in unserer Gruppe sehr bereichernd sein, da er sehr viel Ruhe mit sich bringt. Seine ruhige Art kann eine Vorbildsfunktion für die anderen Kinder sein. Ich möchte bei A. besonders die sprachliche Entwicklung fördern. Dies gelingt mir, indem ich ihn aktiv in Gesprächsrunden und Filmaufnahmen miteinbeziehe und bei fehlerhaften Sätzen ein korrektives Feedback anwende. Durch das aktive Miteinbeziehen möchte ich auch sein Selbstwertgefühl stärken. Ich möchte darauf achten, dass A. die Möglichkeit bekommt, sich mitzuteilen und sich wohl zu fühlen. Dies unterstütze ich durch Lob und Anerkennung. Des Weiteren möchte ich bei A. die kognitiven Fähigkeiten fördern. Dies gelingt mir durch verschiedene Fragestellungen, in denen ich A. dazu anrege, sein Wissen zu den Geschichten wiederzugeben. Er kann das Wissen durch das Zuhören aufnehmen und durch spätere Wiederholungen bei Filmaufnahmen fixieren.

1.4.4 M.

M. ist 5,8 Jahre alt, weiblich und besucht die Bärengruppe. Sie hat blonde, schulterlange Haare und braune Augen. M. ist sehr schlank und recht groß für ihre Altersgruppe. Ihr Erscheinungsbild zeigt sich sehr freundlich und fröhlich. Sie ist neugierig und stellt viele Fragen.

In der Gruppe ist M. sehr kontaktfreudig zu anderen Kindern. Aktionen mit der Gruppe gefallen ihr und sie ist gerne dabei. In der Gruppe verhält sie sich sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Dies erkenne ich daran, dass sie andere Kinder aus der Gruppe unterstützt und hilfsbereit ist. Außerdem kennt sie die Regeln in der Gruppe und achtet diese. In Konfliktsituationen ist M. oftmals sehr hilflos und emotional. Da sie die Konflikte selten alleine regeln kann, holt sie sich Hilfe von einer Fachkraft.

Das Mädchen hat feste Spielpartner, mit denen es gerne zusammen ist. Sobald diese Spielpartner nicht da sind, sucht sie oft den Kontakt zu Fachkräften und zeigt Interesse. Dies zeigt mir, dass sie ungerne alleine ist.

Ihre Interessen liegen im kreativen Bereich: am Mal- und Basteltisch. Beim Basteln kann M. sehr lange an einer Arbeit verweilen, ohne dass sie das Interesse verliert. Hier zeigt sie viel Ausdauer und Geduld. Sie macht diese Arbeiten gewissenhaft und lässt sich hierbei viel Zeit. Dadurch arbeitet sie sehr ordentlich und ist später stolz auf ihre Ausarbeitung. M. ist sehr gerne bei vielen Angeboten und Aktionen dabei. Besonders spannend findet sie Angebote, in denen Geschichten aus Bilderbüchern erzählt werden. Sie ist dabei konzentriert und kann diesen ohne Problemen Folgen. Da bisher kaum religiöse Angebote stattgefunden haben, konnte M. bislang nur wenig Erfahrungen zu sammeln können. In dem letzten religiösen Angebot konnte ich jedoch erkennen, dass sie ein Interesse an religiösen Geschichten aufweist.

M. besitzt einen Migrationshintergrund. Da ihre Eltern russisch mit ihr sprechen, verfügt M. auch über einen russischen Wortschatz, den sie ab und zu im Kindergartenalltag einsetzt. Durch die russische Sprache besitzt M. einen kleinen Akzent, den man ab und zu in ihren Sätzen hören kann. Außerdem ist auffällig, dass M. leicht lispelt. Im Gespräch ist M. trotzdem gut zu verstehen und ihre Sätze sind einfach strukturiert. Formenbildung und Satzbau sind nicht immer fehlerfrei. Es fällt ihr manchmal schwer, einen Satz in die richtige Zeitform zu bringen. Trotz dessen besitzt M. einen großen Wortschatz, welcher ihr zugutekommt.

Ich nehme M. mit in dieses Projekt, da sie ein großes Interesse an Bilderbüchern und Geschichten besitzt. Des Weiteren hat sie ein großes Interesse an kreativen Angeboten und könnte die anderen Kinder dazu motivieren, mehr mitzumachen. Außerdem kann M. bereichernd für unsere Gruppe sein, da sie sehr viel Ausdauer und Geduld besitzt. Sie kann an dieser Stelle als Vorbild für unsere Gruppe fungieren. Auch ihre Konzentrationsfähigkeit kann uns bei den einzelnen Projekteinheiten helfen, die verschiedenen Geschichten wiederzugeben. M. Interesse an Angeboten und Aktionen Bei M. möchte ich auf die Kommunikationsfähigkeit und die sprachliche Entwicklung achten. Hierzu möchte ich sie durch Fragestellungen aktiv in Gesprächsrunden miteinbeziehen. Aussagen mit Fehlern, möchte ich durch korrektives Feedback umwandeln. Außerdem möchte ich bei M. die kognitiven Fähigkeiten stärken. Dies gelingt mir, indem sie viel Wissen durch das Zuhören aufnimmt und diese durch spätere Wiederholungen fixieren kann. Zudem möchte ich auch die Vorstellungskraft bei M. fördern, indem ich mit der Handpuppe „Lilly“ gezielt arbeite.

1.4.5 J.

J. ist 6,2 Jahre alt, weiblich und besucht die Bärengruppe. Sie hat langes blondes Haar und blaue Augen. Ihr Körperbau ist schlank und für ihr Alter besitzt sie eine normale Größe. J. ist eigentlich ein Schulkind, jedoch bleibt sie noch ein Jahr länger im Kindergarten. Der Grund dafür ist, dass sie noch Förderbedarf aufweist. Daher besucht J. die Frühförderung. J. Erscheinungsbild ist aufgeschlossen und freundlich. Sie kommt oft auf andere zu und zeigt große Kontaktbereitschaft.

In der Gruppe fühlt sich J. sehr wohl. Sie schließt sich den anderen Kindern oft an und ist eher ein „Mitläufer“. Durch ihre tolerante Art geht sie Konflikten aus dem Weg und akzeptiert die Meinung anderer. Ich erlebe J. aus diesem Grund selten verwickelt in Konfliktsituationen. Außerdem ist J. sehr hilfsbereit und unterstützt gerne andere aus der Gruppe. Des Weiteren kennt sie die Regeln und hält sich auch an diese. Im Spiel hat J. feste Spielpartner, die sich aber nach einer Weile wieder wechseln. Sie kann sich einem Spiel spontan anschließen und ist dabei sehr flexibel. Findet sie keinen Spielpartner, so beschäftigt sie sich alleine.

J. hat ein großes Interesse an der Arbeit am Mal- und Basteltisch. Bei solchen Angeboten ist sie gerne dabei, jedoch fällt es ihr schwer über eine längere Zeit konzentriert bei der Arbeit zu sein. Sie pausiert öfter ihre Arbeit und beschäftigt sich mit anderen Sachen. Bei Angeboten in diesem Bereich muss ich ihr mehrmals viele Arbeitsschritte erklären, damit sie dieses versteht und umsetzen kann. J. verzweifelt bei Aufgaben sehr schnell. Obwohl sie den Arbeitsschritt kann, redet sie sich ein, dass sie es nicht schafft. Hierfür fehlt ihr die Geduld und Konzentration um bei dem Thema zu bleiben.

J. konnte erst sehr wenige Erfahrungen zu religiösen Angeboten machen. Bei einer Geschichte der Pastorin hörte sie genau zu und zeigte mir, dass sie ein Interesse an religiösen Geschichten hat.

J. Sprechweise ist sehr einfach, da sie einen geringen Wortschatz besitzt. Ihre Ausdrucksweise ist manchmal schwer zu verstehen, da sie „nuschelt“. Daher sind die Wörter und das Satzverständnis häufig schwierig zu verstehen. Die Formenbildung, der Satzbau und die Grammatik weisen jeweils noch Defizite auf.

Ich nehme J. mit in dieses Projekt, da er ein Interesse an verschiedenen Aktionen besitzt und er durch dieses Projekt viele Kompetenzen der sprachlichen Entwicklung fördern kann.

Außerdem kann J. bereichernd für unsere Gruppe sein, indem sie durch ihre hilfsbereite Art wie eine Vorbilds Funktion für die anderen Kinder wirkt. Außerdem kann ihre Hilfsbereitschaft uns bei dem legen des Bodenbildes weiterhelfen, falls ein anderes Kind Hilfe benötigt.

Ich möchte bei J. die sprachliche Entwicklung bei fördern. Durch meine Fragestellungen beziehe ich sie aktiv mit in die Geschichte ein und sie kann somit ihre Sprachhandlungsfähigkeit fördern. Aussagen mit Fehlern möchte ich durch korrektives Feedback umwandeln. Durch das Zuhören der Gespräche und der Geschichte, kann sie ihren Wortschatz durch neue Wörter erweitern. Durch mein Auffordern zum Mitmachen hat J. die Möglichkeit, Zusammenhänge zu erkennen und somit ihr logisches Denken zu fördern. Außerdem möchte ich die Konzentrationsfähigkeit erweitern. Dies gelingt mir durch verschiedene Fragestellungen, in denen ich J. dazu anrege aufmerksam zuzuhören. Durch Lob und Anerkennung bekommt sie mehr Motivation mitzumachen und zuzuhören.

1.5 Didaktisch-methodische Vorüberlegungen

Um ein Projekt erfolgreich durchzuführen und zu einem produktiven Ergebnis zu kommen, gibt es einige Aspekte, die im Vorhinein zu überlegen sind.

1.5.1 Prinzipien der Projektarbeit

Projekte zeichnen sich durch viele Prinzipien aus. Einige davon möchte ich gerne im Folgenden aufzeigen und deutlich machen.

Prinzip der Partizipation

Während des Projektes wird das Prinzip der Partizipation berücksichtigt, indem die Kinder von Anfang an in die Planung miteinbezogen werden. Die Kinder können am Anfang unserer Projektarbeit unseren Gruppennamen selber bestimmen sowie ein Erkennungszeichen aussuchen, welches wir im Anschluss gemeinsam erstellen wollen. Auch bei dieser individuellen Gestaltung können die Kinder sich aktiv beteiligen. Bei der Auswahl des Endproduktes können die Kinder ihre eigenen Ideen und Wünsche miteinbringen. Gemeinsam stellen wir uns die Frage, wie unsere Krippe am Ende aussehen soll. Diese Ideen werden gesammelt und festgehalten. So werden auch die Wünsche hinsichtlich der Rituale berücksichtigt. Die Kinder werden sich ein Begrüßungslied aussuchen, mit welchem wir die Handpuppe „Lilly“ aufwecken wollen. Zum Abschluss werden wir gemeinsam ein Gebet aussuchen, welches wir als Ritual zum Abschied aufsagen werden. Hier müssen die Kinder sich gemeinsam einigen und sich für ein Gebet entscheiden.

Durch die gemeinsame Erstellung eines Metaplanes entscheiden die Kinder, welche Aktionen und Angebote sie unternehmen wollen. Gemeinsam sammeln wir die Ideen, Wünsche und Vorschläge zu verschiedenen Aktionen und wählen hinterher aus, welche wir in unserem Metaplan gemeinsam unterbringen werden.

Durch die Erstellung der Krippe und der Figuren wird jedes Kind individuell miteinbezogen. Dies gelingt mir durch unterschiedliche Arbeitsgruppen, in denen die Kinder bei der individuellen Gestaltung der Krippenfiguren und der Krippe miteinbezogen werden. In den verschiedenen Projekteinheiten wird darauf geachtet, dass die Kinder die Möglichkeit haben, aktiv an der Erstellung der Krippe und der Krippenfiguren zu arbeiten, sowie bei der Vermittlung der Geschichten Erfahrungen und Wissen miteinzubringen und neues Wissen zu erfahren. Bei den Krippenfiguren können die Kinder eigenständig entscheiden, mit welchen Stoffresten und mit welcher Wolle diese eingekleidet werden. Auch die Entscheidung, die Figuren mit Kleinigkeiten zu bestücken, liegt bei den Kindern.

Auch bei der Erstellung des Filmes haben die Kinder die Chance, sich aktiv miteinzubringen. Während der Reflexion wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, mitzuteilen, was sie während der Aktivitäten gelernt haben, was ihnen besonders gefallen hat und was sie eventuell ändern möchten.

Prinzip der Nachhaltigkeit

Die Projektarbeit basiert auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit . Dadurch, dass die Kinder die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit erfahren, eignen sich die Kinder viel Wissen über den christlichen Glauben an und bekommen ein Gefühl für ihre eigene religiöse Tradition. Durch dieses Wissen können sie darauffolgende Geschichten von Jesus und den christlichen Glauben besser verstehen und werden somit nachhaltig beeinflusst. In ihrem späteren Lebensweg können die Kinder selber entscheiden, welchen Glauben sie verfolgen. Durch die positiven Erfahrungen aus diesem Projekt könnte sich dies nachhaltig auf die spätere Entscheidung der Kinder auswirken. Zudem ist der Glaube an etwas sehr hilfreich bei Problemen oder Belastungen. Die Kinder können sich jederzeit an das Projekt zurückerinnern und ihren Glauben nutzen, um Kraft zu schöpfen und resilient zu sein.

Das Endprodukt wird hauptsächlich aus Naturmaterialien erstellt. Durch den sorgsamen Umgang mit den Naturmaterialien werden die Kinder auch auf das Bewusstsein für die Natur aufmerksam gemacht. Die Krippe und die dazugehörigen Figuren werden gut verarbeitet und somit stabil sein. Somit können die Krippe und die Figuren in weiteren Jahren immer wieder aufgestellt werden. Anhand der erstellten Krippe, kann die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit jedes Jahr anschaulich erzählt und dargestellt werden.

Des Weiteren dient der Film als nachhaltiges Produkt, da die Kinder sich diesen jederzeit zu Hause nochmals anschauen können und sich an die Geschichte erinnern. Der Film ist auch ein Stück Erinnerung an die gemeinsame erlebnisreiche Zeit im Projekt.

Öffnung nach außen

Am Ende des Projektes gibt es eine Abschlussfeier, auf der die Projektgruppe die gelernte Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit erklärt und ihr Endprodukt vorstellt. Einladungen werden an alle Eltern der Bärengruppe geschickt, damit jedes Kind die Möglichkeit hat, an diesem Fest teilzunehmen und die Geschichte Jesu zur Weihnachtszeit zu hören. Durch das teilnehmen anderer Eltern oder Großeltern ist die Öffnung nach außen auch gegeben. Auch unser Ausstellungsplatz auf der Fensterbank diente der Öffentlichkeitsarbeit. Unsere Krippe ist an dieser Stelle für alle Besucher der Gruppe ausgestellt.

Kompetenzen

Das Projekt fördert vielfältige Kompetenzen der Kinder. Im Bereich der Sachkompetenz erweitern die Kinder ihr Wissen über die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit, indem sie bei den einzelnen Geschichten aufmerksam zuhören und sich diese durch die selbstständige Gestaltung der Figuren und der Krippe anschaulich darstellen und verinnerlichen. Zudem lernen die Kinder den christlichen Glauben kennen und vergewissern sich hierbei ihrer eigenen religiösen Tradition. Bei der Vermittlung der Geschichten fördern die Kinder ihre Kenntnisse 23

über die Anwendung der Kettmethode, sowie über die Anwendung von Symbolkarten. Im Bereich der Sozialkompetenz fördern die Kinder ihr Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe, da wir bei jedem Treffen unsere verschiedenen Rituale durchführen und gemeinsam schrittweise unser Endprodukt erstellen. Zudem fördern sie ihre Kooperationsfähigkeit, indem sie bei den verschiedenen Angeboten und Tätigkeiten auf die anderen Kinder Rücksicht nehmen müssen. Des Weiteren erweitern die Kinder ihre kommunikativen Fähigkeiten, indem sie den anderen Kindern bei den gemeinsamen Treffen und Erarbeitungen zuhören und sie ausreden lassen, während andere Kinder sprechen (Gesprächsregeln). Im Bereich der Selbstkompetenz fördern die Kinder ihre sprachliche Entwicklung, ihre Sprachhandlungsfähigkeit; sie erweitern ihren Wortschatz, indem sie bei den verschiedenen Geschichten und Gesprächen zuhören, Fragen beantworten, von ihren Erfahrungen erzählen und sich dabei differenziert ausdrücken müssen. Hierbei fördern sie, sich angemessen und vielseitig auszudrücken. Zudem werden auch ihre kognitiven Fähigkeiten gefördert, indem sie bei den Geschichten aufmerksam zuhören und die einzelnen Abschnitte durch das soeben von ihnen auditiv aufgenommene Wissen auf einem Bodenbild oder bei einer Videoaufnahme wiedergeben und umsetzen müssen. Durch die Handpuppe „Lilly“ fördern die Kinder ihre Vorstellungskraft, indem sie sich vorstellen, dass diese lebendig ist. Die Handpuppe trägt auch dazu bei, dass die Kinder ihr Selbstwertgefühl festigen. Dies gelingt ihr durch Lob und Anerkennung, sowie durch die unterschiedlichen Rituale.

1.5.2 Elemente der Projektarbeit

Metaplanarbeit

Ein Metaplan dient zur Strukturierung und Orientierung von Aufgaben und Inhalten. Der Metaplan soll den Kindern einen guten Überblick geben und ihnen Orientierung schenken. Diese Arbeit ist wichtig, damit die Kinder wissen, an welcher Stelle wir uns gerade befinden und welche Punkte noch abgearbeitet werden müssen. Der Metaplan wird in den ersten Tagen gemeinsam mit den Kindern gestaltet.

[...]


1 Autor unbekannt https://de.wikipedia.org/wiki/Religionsp%C3%A4dagogik

2 Vgl. Mehr Chancen durch Bildung, Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, 2011, S.54

3 https://www.katho- nrw.de/fileadmin/primaryMnt/Lehrende/Abschlussbericht_Religionspaedagogik_im_Elementarbereich.pdf

4 Vgl. Erzieher + Erzieherinnen, Sozialpädagogische Bildungsarbeit professionell gestalten, Band 2 S. 296

5 Vgl. Autor unbekannt http://daten2.verwaltungsportal.de/dateien/seitengenerator/280c666aea22d7b0e3b654da23baab52_bildungs bereich_sprache_zeichen_schrift_und_kommunikation.pdf

6 Vgl. Autor unbekannt http://www.logopaedieimteam.de/index.php?id=96

7 http://www.stiftungnetz.ch/Entwicklungsstand%205%20Jahre.pdf

8 Vgl. Autor unbekannt https://www.bibelwissenschaft.de/wirelex/das-wissenschaftlich- religionspaedagogische- lexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/bodenbilder/ch/9a8184ec1a19ed2d4c6663e8e080d3a0/

9 Vgl. Autor unbekannt http://www.handpuppenspiel.de/

10 Vgl. Autor unbekannt http://aber-natuerlich.de/magazin/spiel-spass/rollenspiele-mit-handpuppen.html

11 Autor unbekannt https://www.google.de/search?biw=1920&bih=947&ei=cfM0Wo6TD4jbwALos7nAAw&q=krippe+begriff+&oq= krippe+begriff+&gs_l=psy-ab.3..0i22i30k1.3142.3142.0.3302.1.1.0.0.0.0.120.120.0j1.1.0... 0...1c..64.psy-

12 ab..0.1.119 0.FPGck6LslBQ

13 Autor unbekannt https://medienkompass.de/3-gruende-warum-kinder-filme-machen-lernen-sollten/

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten

Details

Titel
Erarbeitung der Jesusgeschichte und Erstellung einer Krippe aus Naturmaterialien in der Kindertagesstätte
Untertitel
Eine Projektdokumentation
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
97
Katalognummer
V1127205
ISBN (eBook)
9783346493019
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erzieher/in, Ausbildung Erzieher/in, Releigionspädagogik, Sprache und Kommunikation, Projekt, Projekteinheit, Projektdokumentation, Projekte in der Kindertagesstätte, KiTa, Kindergarten, Kindertagesstätte, Angebote, Angebotsplanung, Kinder
Arbeit zitieren
Stella Börries (Autor), 2017, Erarbeitung der Jesusgeschichte und Erstellung einer Krippe aus Naturmaterialien in der Kindertagesstätte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127205

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