Die Arbeit nimmt sich der Thematik jugendlicher Intensivtäter an und zeigt Strategien und Möglichkeiten auf, dieser Erscheinung entgegenzuwirken. Es erfolgt zunächst eine kurze Übersicht über die Ursachen jugendlicher Delinquenz sowie eine Definition der Begrifflichkeiten. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Darstellung und vergleichende Gegenüberstellung dreier unterschiedlicher Intensivtäterprojekte in Köln, Berlin und Schleswig-Holstein.
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In jüngster Zeit sind jugendliche Intensivtäter in den Fokus der öffentlichen Diskussion getreten. Auch seitens der Politik wird das Thema für Wahlkämpfe instrumentalisiert. Ursächlich dafür sind nicht zuletzt auch Medienberichte über Gewaltexzesse Jugendlicher, die der breiten Öffentlichkeit als Münchener U-Bahnschläger oder Mehmet bekannt sind, und die ein Bild der Ohnmacht der Strafverfolgungsbehörden im Umgang mit diesen jungen Menschen vermitteln. Allerdings repräsentieren solche, aufgrund ihrer Brisanz und Dramatik von den Medien hervorgehobenen und in der Öffentlichkeit besonders intensiv wahrgenommenen Fälle nur einen Bruchteil der häufig bagatellartigen Delikte Jugendlicher.
Diese Arbeit nimmt sich der Thematik jugendlicher Intensivtäter an und zeigt Strategien und Möglichkeiten auf, dieser Erscheinung entgegenzuwirken. Es erfolgt zunächst ein Kurzüberblick über die Ursachen jugendlicher Delinquenz, sodann werden die Kriterien für eine Intensivtäterdefinition erarbeitet und die Ursachen jungendlicher Intensivkriminalität herausgestellt. Im Mittelpunkt steht die Darstellung verschiedener Strategien im Umgang mit Jugendlichen Intensivtätern. In einer vergleichenden Gegenüberstellung wird die täterorientierte Arbeitsweise im Umgang mit jugendlichen Intensivtätern auf polizeilicher bzw. staatsanwaltschaftlicher Ebene vorgestellt. Hiernach wird die Arbeitsweise eines Projekts, dessen Schwerpunkt im Bereich der Koordinierung verschiedener, mit jugendlichen Intensivtätern beschäftigter Einrichtungen liegt, dokumentiert. Zuletzt wird noch ein, auf die Zielgruppe strafunmündiger Kinder ausgerichtetes, präventives Projekt vorgestellt.
Im Ergebnis will diese Arbeit aus dem Vergleich der verschiedenen Strategien, die Vorteile und Defizite der einzelnen Projekte herausstellen und eine Entscheidung für eine vorzugswürdige Strategie treffen.
Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung
- I. Definition Jugendkriminalität
- II. Ursachen jugendlicher Delinquenz
- III. Intensivtäterdefinition
- 1. Der Intensivtäterbegriff
- 2. Schädliche Neigungen
- 3. Ergebnis
- IV. Ursachen jugendlicher Intensivkriminalität
- V. Ergebnis
- B. Intensivtäterprojekte
- I. Täterorientierte Konzepte
- 1. Ursachen
- 2. Zielsetzung
- 3. Kooperationen
- 4. Gefährdetenansprache
- 5. Intensivtäterdefinitionen und Auswahlverfahren
- a) Kölner Definition und Auswahlverfahren
- b) Berliner Definition und Auswahlverfahren
- 6. Ergebnisse der Projektarbeit
- 7. Stellungnahme
- a) Kooperationen
- b) Auswahlverfahren
- c) Kandidatenliste
- d) Jugendliche mit Migrationshintergrund
- e) Untersuchungshaft als Sanktionsmaßnahme
- II. Kooperative Projekte
- 1. Zielsetzung
- 2. Schnittstellenanalyse
- 3. Umsetzungsphase
- a) Frühwarnsystem und Clearingstelle
- b) Vorrangiges Jugendstrafverfahren
- 4. Stellungnahme
- a) Präventive Maßnahmen
- b) Repressive Maßnahmen
- III. Zielgruppenorientierte Projekte
- 1. Zielgruppe
- 2. Arbeitsweise
- 3. Erlebnispädagogik
- 4. Ergebnisse der Projektarbeit
- 5. Stellungnahme
- a) Informelle Sozialkontrolle
- b) Erlebnispädagogik
- C. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
- D. Schlußbetrachtung
- Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wer gilt als "jugendlicher Intensivtäter"?
Die Arbeit erarbeitet Kriterien für eine Definition, die meist auf der Häufigkeit und Schwere der Straftaten sowie auf "schädlichen Neigungen" basiert.
Welche Intensivtäterprojekte werden verglichen?
Es werden täterorientierte und kooperative Projekte aus Köln, Berlin und Schleswig-Holstein gegenübergestellt.
Was sind die Ursachen für jugendliche Intensivkriminalität?
Die Arbeit beleuchtet Ursachen wie mangelnde soziale Kontrolle, familiäre Probleme und fehlende Perspektiven, die über bagatellartige Delikte hinausgehen.
Welche Rolle spielt die Erlebnispädagogik in diesen Projekten?
Erlebnispädagogik wird in präventiven Projekten eingesetzt, um soziale Kompetenzen zu stärken und Alternativen zum kriminellen Verhalten aufzuzeigen.
Wie funktioniert die Kooperation zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft?
Ziel kooperativer Projekte ist eine schnellere Bearbeitung von Jugendstrafverfahren und eine bessere Abstimmung zwischen den beteiligten Behörden.
- I. Täterorientierte Konzepte
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- Steffen Rittner (Author), 2008, Neue Strategien im Umgang mit jugendlichen Intensivtätern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112730