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Eremitendarstellungen bei Hieronymus Bosch

Title: Eremitendarstellungen bei Hieronymus Bosch

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Darina Pogil (Author)

Art - Painting
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In dieser Arbeit wird auf vier Beispiele der Eremitendarstellungen bei Hieronymus Bosch eingegangen.
Bei dem ersten Werk handelt es sich um den „Eremitenaltar“ in Venedig. Das zweite Werk ist eine Tafel, die „den heiligen Hieronymus“ zeigt und sich in Gent befindet. „Es sind jeweils zwei Werke, auf denen Boschs Schutzheiliger eine zentrale Stellung einnimmt“ . Das dritte und vierte Beispiel werden erst separat voneinander beschrieben, um sie dann später in Beziehung zueinander zu bringen und zu versuchen diese Beziehung mit den neueren Forschungsergebnissen zu untermauern. Es handelt sich um die Madrider Tafel „Johannes der Täufer in der Einöde“ und um die Berliner Tafel, „Johannes auf Patmos“, bei der die Rückseite noch existiert und die Passionsszenen Christi zeigt.


1. Einleitung
Schon im frühen Christentum hat es Eremiten gegeben, Menschen die sich in die Wüste und damit in die Einsamkeit zurückgezogen haben, um dort zu beten, sich dem menschlichen bzw. sündhaften Einfluß zu entziehen und sich Gott näher zu fühlen . Jesus selbst ging für vierzig Tage in die Wüste, wo er dreimal vom Teufel in Versuchung gebracht wurde .
Die Heiligen setzten sich zum Ziel ihr Leben so zu ordnen, um den vom Jesus gesetzten Maßstäben, zu genügen . „In einsiedlerischer Weltverachtung [...] pflegten sie als Ideal die Beherrschung sinnlicher Leidenschaften durch strikte Askese und das Erdulden von Leid als Beweis ihrer Fügsamkeit in den göttlichen Willen“ .
Über das gesamte Mittelalter hindurch wurde das Einsiedlertum und die damit einhergehende strenge Askese als „höchste Stufe religiöser Lebensform“ betrachtet.
Im späten Mittelalter stieg die Rolle der Andacht in der Ausübung der Religiosität. Der Bedarf an Heiligenbildern, die man zu diesem Zwecke brauchte, nahm daher stark zu .
Zu Boschs Zeiten wurden die Heiligen auch als eine Art Ideal angesehen, das zumindest leichter als das des Jesus erreicht werden konnte. Die Geschichten der Heiligen dienten den Menschen deshalb eher als Orientierung für das eigene Leben als das „unnachahmliche Beispiel von Christus“.
(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beispiele der Eremitendarstellungen bei Hieronymus Bosch

2.1. Der Eremitenaltar

2.1.1. Linker Altarflügel – der heilige Antonius

2.1.2. Rechter Altarflügel – der heilige Ägidius

2.1.3. Mitteltafel – der heilige Hieronymus

2.2. Der heilige Hieronymus

2.3. Johannes der Täufer in der Einöde

2.4. Johannes auf Patmos

2.4.1. Rückseite des „Johannes auf Patmos“

3. Rekonstruktion des Altarretabels der Liebfrauen - Bruderschaft

4. Die Beziehung der beiden Johannes untereinander

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Eremiten im Werk von Hieronymus Bosch, um ein Verständnis dafür zu gewinnen, wie der Künstler dieses in seiner Zeit populäre Thema interpretierte. Der Fokus liegt dabei auf der ikonographischen Analyse spezifischer Altäre und Tafeln sowie der Erforschung ihrer möglichen Zusammenhänge innerhalb eines größeren, historischen Kontextes.

  • Eremitendarstellungen als religiöse Rollenmodelle im späten Mittelalter
  • Ikonographische Analyse des "Eremitenaltars" und der Tafeln der beiden Johannes
  • Rekonstruktion des Altarretabels der Liebfrauen-Bruderschaft
  • Die symbolische Beziehung zwischen Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten
  • Interpretation von Boschs Interesse an asketischen Lebensformen im Kontext des Humanismus

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Rückseite des „Johannes auf Patmos“

Auf der Rückseite der Tafel befindet sich ein Rundbild in Grisaille, das vor einem düsteren Hintergrund mit Dämonen zu sehen ist und die Passionsgeschichte abbildet. Diese Darstellung entspricht nach Combe der „Vision der Welt, die sich in Gottes Auge spiegelt“59. Die Passionsszenen sind in einem doppelten Kreis um die symbolische Figur des Pelikans angeordnet. Rechts beginnend sieht man in dem Kreis das Gebet auf dem Ölberg, den Kuss des Judas, die Gefangennahme Christi, Jesus vor Pilatus, die Geißelung, die Dornenkrönung und dann weiter im Hintergrund den Gang zu Golgatha, die Kreuzigung und Grablegung.

Da man früher glaubte, dass der Pelikan seine Kinder mit Blut ernähre, wurde er als Symbol für das Opfer Christi benutzt, der mit seinem Blut seine Kinder erlöste.60 Silver ist auch der Meinung, dass man durch diese symbolische Darstellung eine „tiefe Verbindung“61 zum Leben des Johannes des Evangelisten, der sein Leben in der Nachahmung des Lebens Christi verbrachte, herstellen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die historische Bedeutung des Eremitentums und der Heiligenverehrung im Mittelalter sowie den Kontext von Boschs künstlerischem Schaffen.

2. Beispiele der Eremitendarstellungen bei Hieronymus Bosch: Dieses Kapitel analysiert vier zentrale Werke Boschs, die Eremiten thematisieren, und untersucht die ikonographischen Details und die verwendeten Quellen.

2.1. Der Eremitenaltar: Dieser Abschnitt beschreibt das in Venedig befindliche Triptychon und widmet sich im Detail den Darstellungen von Antonius, Ägidius und Hieronymus.

2.2. Der heilige Hieronymus: Die Analyse konzentriert sich auf die Genter Tafel, ihre Komposition und die symbolische Bedeutung der dargestellten Elemente.

2.3. Johannes der Täufer in der Einöde: Es wird das in Madrid befindliche Werk untersucht, wobei die Verbindung des Heiligen zu seiner Umgebung und die symbolische Darstellung seiner Geste im Vordergrund stehen.

2.4. Johannes auf Patmos: Dieses Kapitel beleuchtet die Berliner Tafel, die apokalyptischen Erscheinungen und die Verbindung zur Vision in der Offenbarung.

3. Rekonstruktion des Altarretabels der Liebfrauen - Bruderschaft: Hier wird der Versuch unternommen, die Johannes-Tafeln in den historischen Kontext des Altarretabels der Liebfrauen-Bruderschaft einzuordnen.

4. Die Beziehung der beiden Johannes untereinander: Das Kapitel untersucht die ikonographischen Verbindungen zwischen den beiden Johannes-Figuren als Visionäre und ihre Rolle im christlichen Kontext.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, warum die Figur des Eremiten ein bevorzugtes Motiv für Bosch und seine Zeitgenossen darstellte und setzt es in Bezug zum humanistischen Denken.

Schlüsselwörter

Hieronymus Bosch, Eremit, Eremitendarstellung, Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Legenda aurea, Heiligenbild, Askese, Ikonographie, Mittelalter, Humanismus, Altarretabel, Liebfrauen-Bruderschaft, Religion, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Bedeutung von Eremiten im künstlerischen Werk von Hieronymus Bosch unter Berücksichtigung ikonographischer und historischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Heiligenverehrung im späten Mittelalter, die spezifische Ikonographie von Boschs Eremiten-Bildern und deren Einbettung in religiöse und humanistische Kontexte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für Boschs Auseinandersetzung mit den populären Eremiten-Motiven zu gewinnen und zu prüfen, ob bestimmte Tafeln ursprünglich als zusammengehörige Altarretabel konzipiert waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine kunsthistorische Analyse, basierend auf der ikonographischen Untersuchung der Werke, dem Vergleich mit literarischen Quellen wie der Legenda aurea und der Heranziehung aktueller Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Beschreibung und Interpretation ausgewählter Werke wie dem Eremitenaltar, der Hieronymus-Tafel sowie den beiden Johannes-Darstellungen und deren Rekonstruktion als Ensemble.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Eremitendarstellung, Hieronymus Bosch, Ikonographie, Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Askese und Altarretabel.

Welche Rolle spielt die "Legenda aurea" für die Argumentation des Autors?

Die "Legenda aurea" dient als zentrale literarische Quelle, aus der Bosch die Geschichten und Attribute der dargestellten Heiligen entnahm und die ihm als inhaltliche Vorlage für seine Kompositionen diente.

Warum ist die Identifikation des Dämons auf der Tafel "Johannes auf Patmos" für den Autor so bedeutsam?

Die Darstellung des Dämons unter der Signatur Boschs wird als Hinweis auf den Kampf zwischen Gut und Böse gedeutet, ein Leitmotiv, das den Betrachter zur Auseinandersetzung mit der eigenen Moral anregen soll.

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Details

Title
Eremitendarstellungen bei Hieronymus Bosch
College
University of Stuttgart
Grade
2,0
Author
Darina Pogil (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V112737
ISBN (eBook)
9783640128907
Language
German
Tags
Eremitendarstellungen Hieronymus Bosch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Darina Pogil (Author), 2007, Eremitendarstellungen bei Hieronymus Bosch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112737
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