Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie (PITT) und ihrer Wirksamkeit und ihren Grenzen in Bezug auf die posttraumatische Belastungsstörung. Dazu soll im zweiten Kapitel geklärt werden, was ein Trauma ist und welche Arten von Traumata unterschieden werden. Es wird auf die Entstehung von Traumata und Traumafolgestörungen mit dem Hauptaugenmerk auf posttraumatische Belastungsstörung eingegangen. Weiter soll der psychodynamische Therapieansatz kurz umrissen werden und auf die unterschiedlichen Begleiterkrankungen der PTBS eingegangen werden.
Das dritte Kapitel setzt sich mit der Entstehung und dem Charakter der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie auseinander. Es wird aufgezeigt, wie sie sich von anderen Therapien unterscheidet und die Eingliederung des Ego-State-Modells in die PITT wird vorgestellt. Der Behandlungsablauf in seinen drei Phasen beendet das Kapitel. Das vierte Kapitel widmet sich dem aktuellen Forschungsstand bezugnehmend auf die Wirkung der PITT bei verschiedenen Krankheitsbildern und der Wirksamkeit von Imaginationen. Die Grenzen der PITT werden bezüglich der Traumafolgestörung PTBS aufgezeigt. Im abschließenden Fazit werden Schlüsse für die Behandlung der PTBS mit PITT gezogen. Ein Ausblick schließt diese Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Trauma und Traumafolgestörung PTBS
2.1 Belastendes Ereignis und Abgrenzung zum Trauma
2.2 Posttraumatische Belastungsstörung als Traumafolge
3 Psychodynamische Imaginativen Traumatherapie (PITT)
3.1 Entstehung und Charakter
3.2 Integration des Ego-States Modell
3.3 Behandlungsablauf
3.3.1 Stabilisierungsphase
3.3.2 Rekonstruktion und emotionales Durcharbeiten der traumatischen Erlebnisse
3.3.3 Integration
4 Auswirkungen und Grenzen der PITT
4.1 Aktueller Forschungsstand
4.2 Grenzen
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit und die Grenzen der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie (PITT) bei der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und analysiert, inwieweit dieser Therapieansatz zur Linderung der Symptomatik bei schwer traumatisierten Patienten beitragen kann.
- Grundlagen von Trauma und PTBS
- Methodik und Phasen der PITT
- Integration des Ego-State-Modells in die Traumatherapie
- Aktueller Forschungsstand zur Wirksamkeit der PITT
- Kritische Analyse der therapeutischen Grenzen und Kontraindikationen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Stabilisierungsphase
Stabilisierung ist die Förderung bzw. Wiederherstellung von psychischer und physischer Sicherheit. Dazu zählen beispielsweise die Reduktion von Selbstverletzung, Dissoziation und Suizidalität. Aber auch die Gewinnung von Kontrolle über überflutende, heftige Gefühle und die Verbesserung der Selbstregulation (Maercker, 2013, S. 207). Neben dem Aufbau von Ressourcen liegt der Schwerpunkt dieser Phase in der Entwicklung und Aufrechterhaltung der therapeutischen Beziehung, welche eine wesentliche Grundlage der PITT ist. Der Patient soll durch eine stabile therapeutische Beziehung, in der er sich verstanden und respektiert fühlt, eine – häufig neue - Erfahrung von Sicherheit erlangen. Dazu gehören die Würdigung von bereits vorhandenen Ressourcen sowie der Aufbau von innerer Sicherheit. Hierfür werden Imaginationstechniken zur Symptomkontrolle erlernt bzw. verbessert. Imaginationsübungen sind keine Entspannungstechniken, sondern sollen es dem Patienten ermöglichen, den Fokus mit Hilfe von inneren Bildern auf Angenehmes zu lenken (Reddemann, 2016, S. 31-37).
Es gibt verschiedene Imaginationsübungen, die auch zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. In der Stabilisierungsphase werden hauptsächlich Imaginationsübungen eingeübt, die darauf ausgelegt sind, dem Patienten Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Zu nennen wären beispielhaft „der sichere Ort“, diese Übung wurde bereits in Kapitel 3.2 kurz umrissen. Eine weitere Übung ist die „Tresorübung“. Hierbei soll sich der Patient vorstellen, dass er negative Gedanken und traumatisierende Bilder vorübergehend in einem imaginären Tresor verwahren kann, beispielsweise bis er sich in der Lage fühlt diese zu verarbeiten. Dies soll die Selbstwirksamkeitserwartung des Patienten fördern und ihm das Gefühl von Kontrolle vermitteln (Reddemann, 2016, S. 65).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema PTBS ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des PITT-Ansatzes hinsichtlich Wirksamkeit und Grenzen.
2 Trauma und Traumafolgestörung PTBS: Dieses Kapitel definiert den medizinischen Traumabegriff, differenziert zwischen verschiedenen Traumaarten und erläutert die diagnostischen Kriterien der PTBS.
3 Psychodynamische Imaginativen Traumatherapie (PITT): Hier werden die theoretischen Grundlagen der PITT, die Rolle des Ego-State-Modells sowie der dreiphasige therapeutische Ablauf detailliert beschrieben.
4 Auswirkungen und Grenzen der PITT: Das Kapitel bewertet den Forschungsstand zur Wirksamkeit der PITT und diskutiert kritisch die bestehenden Grenzen und notwendigen Kontraindikationen bei der Anwendung.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt das Potenzial der PITT hervor, während gleichzeitig der Bedarf an weiterer wissenschaftlicher Evidenz durch kontrollierte Studien betont wird.
Schlüsselwörter
Psychodynamisch imaginative Traumatherapie, PITT, PTBS, Trauma, Traumafolgestörung, Ego-State-Modell, Ressourcenaktivierung, Stabilisierung, Konfrontation, Imagination, Dissoziation, Wirksamkeit, Psychotherapie, Resilienz, Emotionsregulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und den Grenzen der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie (PITT) bei Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Abgrenzung von Traumata, die theoretischen Konzepte der PITT, der Einfluss von Ego-States und die Wirksamkeit der imaginierten Traumatherapie in verschiedenen Settings.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob PITT zur Milderung des Leidensdrucks bei PTBS-Patienten beitragen kann und wo die therapeutischen Grenzen des Verfahrens liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes basierend auf klinischen Studien zur PITT.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Traumabegriffs, die Vorstellung des PITT-Manuals mit seinen drei Phasen und die Analyse klinischer Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind PITT, PTBS, Ego-States, Imagination, Traumatherapie, Stabilisierung und therapeutische Wirksamkeit.
Warum ist das Ego-State-Modell wichtig für die PITT?
Das Modell wird genutzt, um verletzte Persönlichkeitsanteile zu identifizieren und diese mittels Imaginationen durch das gesunde "Ich" zu versorgen, was das Selbstwirksamkeitserleben steigert.
Welche Rolle spielt die Stabilisierung in der Therapie?
Die Stabilisierung ist essenziell, um psychische Sicherheit zu gewährleisten, Affektkontrolle zu erlernen und den Patienten auf eine Konfrontation vorzubereiten, ohne ihn zu retraumatisieren.
Gibt es Kontraindikationen für die PITT?
Ja, bei ausgeprägter Suizidalität, Psychosen oder sehr schwerer Dissoziationsneigung müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen oder andere Behandlungsformen ergänzt werden.
- Citar trabajo
- Tanja Jordan (Autor), 2020, Psychodynamisch imaginative Traumatherapie bei einer posttraumatischen Belastungsstörung. Wirksamkeit und Grenzen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127558