Die Arbeit setzt sich mit der Forschungsfrage auseinander, wie Schulangst mit pädagogischen Mitteln vorgebeugt sowie vermindert werden kann. Hierzu werden im zweiten Kapitel der Begriff Schulangst definiert und deren Erscheinungsformen sowie Ursachen aufgegriffen. Die Risikofaktoren zur Entstehung von Schulangst werden erklärt und die drei Bereiche, in denen Schulangst entstehen kann, werden näher beleuchtet. Das dritte Kapitel setzt sich darauf aufbauend mit verschiedenen pädagogischen Methoden und deren Auswirkungen auseinander. Im abschließenden Fazit werden Schlüsse über die Wirksamkeit der vorgestellten Methoden gezogen. Ein Ausblick schließt diese Ausarbeitung ab.
Die Schule ist ein Ort, an dem man als Schüler einen großen Teil seines Tages verbringt. Dort wird Wissen erworben und es entstehen oftmals Freundschaften fürs Leben. Die Schulzeit kann Freude bereiten und spannend sein, dennoch sind laut Greiner und Kollegen ca. 385.000 der etwa 11 Millionen Schüler in Deutschland von Schulangst bzw. Schulphobie betroffen. Als Schulangst werden Ängste bezeichnet, die im Zusammenhang mit dem Schulalltag entstehen.
Diese sind nicht nur kontraproduktiv für die kindliche Entwicklung, sondern haben zudem weitreichende Folgen in Bezug auf die psychische Gesundheit. Beispielsweise wird Schulangst in vielen Fällen von Schulverweigerung, also dem unentschuldigten Fernbleiben von der Schule, begleitet. Die hohen Fehlzeiten sorgen tendenziell in der Zukunft der Schüler für einen niedrigen sozioökonomischen Status und die Betroffenen leiden häufig unter psychischen sowie sozialen Problemen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schulangst
2.3 Risikofaktoren und Entstehung von Schulangst
2.3.1 Schulstress, Überforderung und Leistungsdruck
2.3.2 Temperament und Fähigkeiten des Kindes
2.3.3 Lern- und Leistungsschwächen
3 Prävention und Intervention von Schulangst
3.1 Prävention und Intervention im schulischen und persönlichen Kontext
3.1.1 Lehrer-Schüler-Beziehung
3.1.2 Schul- und sozialpädagogische Einflussnahme auf die Klassensituation und Persönlichkeit des schulängstlichen Schülers
3.2. Prävention und Intervention bei Lern- und Leistungsschwäche
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Ursachen von Schulangst sowie Möglichkeiten der pädagogischen Prävention und Intervention, um Schülern eine angstfreie Schulsituation zu ermöglichen und langfristige psychische Belastungen zu vermeiden.
- Definition und Erscheinungsformen von Schulangst
- Analyse psychologischer und biologischer Risikofaktoren
- Die Rolle der Lehrer-Schüler-Beziehung bei der Entstehung von Leistungsdruck
- Pädagogische Interventionsstrategien und soziales Kompetenztraining
- Umgang mit Lern- und Leistungsschwächen im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Schulstress, Überforderung und Leistungsdruck
Nach Petersen (2001, S. 597) tritt Schulangst gehäuft zum ersten Mal in der Mitte der Grundschulzeit auf. Die Bewertung der Leistung durch eingeführte Noten macht den Schülern deutlicher bewusst, dass die Ergebnisse nicht nur akzeptiert, sondern bewertet werden. Sowohl das Ansehen bei Lehrern, Eltern und Mitschülern wird durch die Notengebung beeinflusst, als auch das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl der Schüler. Während sie mit einer guten Leistungsbewertung stolz nach Hause kommen, gehen schlechte Noten mit negativen Gefühlen einher (Ulich, 2001, S. 152). Im späteren Verlauf der Schulzeit machen sich die Schüler mehr Gedanken um die Zukunft und ihren beruflichen Werdegang. Der Schulabschluss bzw. -erfolg hat in unserer Gesellschaft eine große Bedeutung, da er für den Berufseinstieg die Grundlage bildet. Nicht alle Schüler sind diesem enormen Druck gewachsen (Hurrelmann, 2006, S. 65).
Engel & Hurrelmann kamen in ihrer Studie zu dem Schluss, dass ein großer Teil der Jugendlichen das Anforderungsniveau nicht bewältigen konnten. Durch nicht genügende Leistungen kamen erschwerend Konflikte mit den Eltern, aber auch Gefühle des eigenen Versagens zum Vorschein (Engel & Hurrelmann, 1994, S. 271). Diese über längeren Zeitraum andauernde Bewertung der Schulleistung kann nach Ulich (2001, S. 16) Schulangst erzeugen. Für viele Schüler ist der Leistungs- und Erwartungsdruck ihrer Familien, Lehrer, aber auch der eigene, schulischer Alltag. Leistungsdruck ist stark durch die Lehrkraft geprägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung von Schulangst und deren negative Folgen für die kindliche Entwicklung sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Schulangst: Dieses Kapitel definiert verschiedene Formen von Schulangst und analysiert deren Ursachen wie Stress, Leistungsdruck und individuelle Faktoren.
3 Prävention und Intervention von Schulangst: Hier werden konkrete pädagogische Maßnahmen vorgestellt, wie die Verbesserung der Lehrer-Schüler-Beziehung und spezielle Kompetenztrainings für Kinder.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Wirksamkeit der vorgestellten Methoden zusammen und appelliert an Lehrkräfte, ein angstfreies Schulklima zu fördern.
Schlüsselwörter
Schulangst, Leistungsdruck, Schulphobie, Lehrer-Schüler-Beziehung, Soziale Kompetenz, Prävention, Intervention, Lernschwäche, Prüfungsangst, Leistungsbewertung, Psychische Gesundheit, Sozialpädagogik, Schulerfolg, Schülerschutz, Persönlichkeitsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Schulangst, ihren Ursachen im schulischen Alltag sowie den Möglichkeiten für Pädagogen, diesen Ängsten präventiv und intervenierend zu begegnen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Entstehung von Schulangst, den Einfluss von Leistungsdruck, die Bedeutung der Lehrer-Schüler-Beziehung sowie spezifische Trainingskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Einflussnahme auf die Schulsituation und die Stärkung des Kindes dazu beitragen können, Schulangst zu vermindern und vorzubeugen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und Analyse psychologischer sowie schulpädagogischer Fachliteratur zur Thematik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Risikofaktoren für Schulangst (wie Stress und Leistungsdruck) als auch konkrete Interventionsmaßnahmen, wie das soziale Kompetenztraining, detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulangst, Leistungsdruck, Lehrer-Schüler-Beziehung, Prävention, Intervention und Lernschwäche.
Warum ist die Lehrer-Schüler-Beziehung laut Autor so wichtig?
Die Lehrkraft hat aufgrund ihrer Stellung im Klassenraum Macht. Ein respektvoller Umgang und die Vermeidung von Bloßstellungen sind essenziell, um ein angstfreies Lernklima zu schaffen.
Wie unterscheidet sich die soziale Schulangst von der leistungsbezogenen Angst?
Während bei der leistungsbezogenen Schulangst die Prüfungssituation und das Ergebnis im Vordergrund stehen, dreht sich die soziale Angst primär um die Interaktion mit Mitschülern und Lehrern sowie die Angst vor Ablehnung.
- Arbeit zitieren
- Tanja Jordan (Autor:in), 2020, Prävention bei Schulangst. Schul- und sozialpädagogische Einflussnahme auf die Schulsituation und die Persönlichkeit von Schülern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127565