Die Gesellschaft hat sich verändert. Die Geschlechtsreife ist in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich nach vorne gerückt, im Schnitt um 2 Jahre, es werden verschiedene Faktoren als Ursache diskutiert. Wir können davon ausgehen, dass ein erheblicher Teil der jungen Menschen, der heute in der 5. bzw. 6. Klasse unterrichtet wird, schon in die Pubertät
eingetreten ist, die jungen Menschen bereits ihren ersten Samenerguss /ihre erste Periode erlebt haben. Hopf schreibt, dass zum Ende der Grundschulzeit bzw. beim Übergang in die Sekundarstufe sich die Differenzierung der Geschlechter bemerkbar macht und durch konstruktiv-koedukative Haltung aufgefangen werden muss. Er weist darauf hin, dass bereits die heutigen Viertklässler Informationen über Menstruation, Pollution, Abtreibung und Verhütungsmittel wissen wollen. Ist das so, wollen die Kinder das wirklich wissen? Was wollen Jungen heute wissen – und kann man davon
ausgehen, dass sie es durch die Schule erfahren?
Dieser Beitrag wird mit rekonstruktiven Forschungsmethoden erstellt: Der Sprachanteil der Gruppendiskussion soll mit Methoden der Inhaltsanalyse analysiert werden. Es soll erreicht werden, eine exemplarische Aussage über die von Jungen am Anfang der Sekundarstufe erwünschten Unterrichtsinhalte des Sexualkundeunterrichts an einer baden-württembergischen Haupt- und Realschule auf dem Land aufzustellen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Voraussetzungen des Unterrichts
- methodisches Vorgehen
- Forschungsmethode und Erhebungsdesign
- Auswahl der Merkmalsträger
- Aufbau der Leitfragen des Gruppeninterviews
- Durchführung
- Ergebnis
- Ausblick
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wünsche von Jungen am Anfang der Sekundarstufe bezüglich der Inhalte im Sexualkundeunterricht. Ziel ist es, eine exemplarische Aussage über die gewünschten Inhalte an einer baden-württembergischen Haupt- und Realschule auf dem Land zu treffen.
- Relevanz von Sexualkundeunterricht in der heutigen Gesellschaft
- Herausforderungen und Bedürfnisse von Jungen in der Pubertät
- Analyse der Wünsche von Jungen bezüglich der Inhalte im Sexualkundeunterricht
- Vergleich mit aktuellen Forschungsergebnissen zur Sexualität und Sexualaufklärung
- Potenzielle Auswirkungen der Ergebnisse auf die Gestaltung des Sexualkundeunterrichts
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit und Relevanz von Sexualkundeunterricht in der heutigen Gesellschaft und stellt die Forschungsfrage nach den Wünschen von Jungen in der Sekundarstufe.
- Voraussetzungen des Unterrichts: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen des Sexualkundeunterrichts, insbesondere den Bildungsplan und die Themenfelder, die im Unterricht behandelt werden sollen.
- methodisches Vorgehen: Hier wird die Forschungsmethode, das Erhebungsdesign und die Auswahl der Merkmalsträger (Jungen am Anfang der Sekundarstufe) vorgestellt. Die Erstellung des Leitfadens für das Gruppeninterview wird ebenfalls beleuchtet.
- Durchführung: Dieses Kapitel beschreibt die konkrete Durchführung der Gruppendiskussion mit den Jungen. Es wird auf die Herausforderungen und Besonderheiten der Datenerhebung eingegangen.
- Ergebnis: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Gruppendiskussion analysiert und in Bezug zu den Forschungsergebnissen in der Sexualpädagogik gesetzt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themenbereiche Sexualkundeunterricht, Jungen, Pubertät, Sekundarstufe, qualitative Forschung, Gruppendiskussion, Bildungsstandards, Sexualität, Sexualaufklärung und Geschlechterrollen.
Häufig gestellte Fragen
Was wollen Jungen am Anfang der Sekundarstufe im Sexualkundeunterricht wissen?
Die qualitative Erhebung zeigt, dass Jungen bereits früh detaillierte Informationen zu Themen wie Menstruation, Samenerguss, Verhütung und Abtreibung wünschen.
Warum hat sich der Bedarf an früher Sexualaufklärung erhöht?
Die Geschlechtsreife ist in den letzten zwei Jahrzehnten im Schnitt um etwa zwei Jahre nach vorne gerückt, sodass viele Fünft- und Sechstklässler bereits in der Pubertät sind.
Welche Forschungsmethode wurde in dieser Arbeit angewandt?
Es wurden rekonstruktive Methoden genutzt, insbesondere Gruppendiskussionen, die mittels Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Erfahren Jungen die gewünschten Inhalte tatsächlich durch die Schule?
Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob die aktuellen Bildungspläne und der tatsächliche Unterricht die realen Wissensbedürfnisse der Jungen abdecken.
Was ist eine „konstruktiv-koedukative Haltung“?
Es ist ein pädagogischer Ansatz, der die wachsende Differenzierung der Geschlechter beim Übergang in die Sekundarstufe auffängt und beide Geschlechter gezielt fördert.
Wo wurde die Untersuchung durchgeführt?
Die Erhebung fand an einer baden-württembergischen Haupt- und Realschule im ländlichen Raum statt.
- Quote paper
- Miriam Malcher (Author), 2012, Was wünschen sich Jungen im Sexualkundeunterricht? Eine qualitative Erhebung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127709