Im Rahmen des von Frau xxx geleiteten Seminars Atypische Beschäftigungsformen – Chancen und Risiken wurden u.a. strukturelle Merkmale, die Entwicklung und die Vor- und Nachteile von Leiharbeitsverhältnissen dargestellt.
Mit Hilfe der Seminararbeit und weiterführender Literatur ist es Ziel dieser Hausarbeit die Chancen und Risiken der Leiharbeit herauszuarbeiten. Des Weiteren ist ein Schwerpunkt die Leiharbeit im Bezug auf älteren Arbeitnehmer zu untersuchen. Die Antwort auf die Frage, ob Leiharbeit auch im dritten Lebensalter eine sinnvolle Möglichkeit der Beschäftigung ist, soll zum Ende der Arbeit zu beantworten sein. Seit einigen Jahren ist eine dynamische Veränderung auf dem Arbeitsmarkt zu erkennen. Die so genannten Normalarbeitsverhältnisse weichen den atypischen Beschäftigungsformen. Heutzutage unterscheiden sich viele Berufsbiografien von denen die vor einigen Jahren noch als normal galten. Schule, Ausbildung und danach folgende unbefristete Festeinstellungen ist mittlerweile eher die Ausnahme. Die heutigen Berufsverläufe sehen mannigfaltige Optionen für Arbeitnehmer vor. Zeitarbeit, Minijob oder die neue Selbstständigkeit sind nur einige Varianten. Ob diese Nutzung der Beruflaufbahnen auf freiwilliger Basis geschehen oder die Arbeitnehmer keine anderen Ausweichmöglichkeiten besitzen ist unterschiedlich.
In den letzten 5 Jahren hat sich bspw. die Zahl der Leiharbeitnehmer mehr als verdoppelt. [Vgl. Abbildung 1]. Im Juni 2007 war der Prozentsatz der Leiharbeiter im Bezug auf alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf von 1,1% (2003) auf 2,4% gestiegen [Vgl. Abbildung 1].
Trotz dieser aufsteigenden Tendenzen steht die Leiharbeit in Deutschland seit ihrem Beginn 1962 stetig in der Diskussion. Ist sie nun als Chance oder Risiko für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber zu sehen? Zum einen wird Leiharbeit zu den prekären Beschäftigungsverhältnissen gezählt und zum anderen als Brücke in eine unbefristete Arbeit gesehen.
Diese Arbeit wird diese verschiedenen Aussagen und Meinungen gegenüberstellen und sich kritisch mit diesem Problem auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung der Hausarbeit
1.2. Problemstellung
1.3. Aufbau der Hausarbeit
2. Leiharbeit: Was ist das eigentlich?
2.1. Definition
2.2. Gesetzliche Grundlagen
2.3. Strukturelle Merkmale
3. Leiharbeit: Der Aspekt Gesundheit
3.1. Körperliche und psychische Belastungen
3.2. Vergleich mit Normalarbeitsverhältnissen
4. Leiharbeit: Chance oder Risiko?
4.1. Zeitarbeitnehmer
4.1.1. Chancen
4.1.2. Risiken
4.2. Zeitarbeitskunden
4.2.1. Chancen
4.2.2. Risiken
5. Leiharbeit: Eine Möglichkeit auch im dritten Lebensalter?
5.1. Projekt „Zeitarbeitsagentur 50plus“
5.2. Prognosen für ältere Arbeitssuchende im Bezug auf Leiharbeitsverhältnisse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Chancen und Risiken der Leiharbeit als atypische Beschäftigungsform kritisch zu beleuchten und dabei insbesondere die Eignung der Leiharbeit für ältere Arbeitnehmer im dritten Lebensalter zu untersuchen.
- Strukturelle Merkmale und gesetzliche Grundlagen der Leiharbeit
- Analyse der gesundheitlichen Belastungen physischer und psychischer Natur
- Bewertung der Leiharbeit als Chance oder Risiko für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
- Untersuchung von Integrationsmöglichkeiten älterer Arbeitnehmer mittels Zeitarbeit
- Kritische Diskussion des Projekts „Zeitarbeitsagentur 50plus“
Auszug aus dem Buch
Leiharbeit: Was ist das eigentlich?
Laut der Autorin Amaren Baum gibt es für den Begriff Leiharbeit mehrere gebräuchliche Synonyme. Beispielweise Zeitarbeit, gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung oder Personalleasing [Vgl. Baum (1999), S. 12 f.]. Alle Ausdrücke beschreiben den Umstand, dass ein Arbeitnehmer von seinem eigentlichen Arbeitgeber (Überlasser), hier z.B. Zeitarbeitsfirma, an einen Dritten (Entleiher), zum Arbeiten in einem bestimmten Zeitraum „ausgeliehen“ wird. Der Entleiher wird somit zum Kunden des Überlassers. Daher besteht ein Dreiecksverhältnis zwischen Leiharbeitnehmer, Entleiher und Verleiher.
Zeitarbeit ist die am häufigsten verwendete Begrifflichkeit. Sie wurde angelehnt an den internationalen Sprachgebrauch und ist übersetzt aus dem englischem „temporary work“ oder „traivail temporaire“ [Vgl. Baum (1999), S. 13.].
Der Terminus Leiharbeit ist eher aus der Literatur von vor 1972. Aus diesem Grund wird im Folgenden vermehrt der Begriff der Zeitarbeit verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der atypischen Beschäftigungsformen ein und definiert die Zielsetzung, die Chancen und Risiken der Leiharbeit – insbesondere für ältere Arbeitnehmer – zu untersuchen.
2. Leiharbeit: Was ist das eigentlich?: Das Kapitel erläutert die Definition, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die grundlegenden strukturellen Merkmale, die das Dreiecksverhältnis der Zeitarbeit prägen.
3. Leiharbeit: Der Aspekt Gesundheit: Hier werden die physischen und psychischen Belastungen von Leiharbeitnehmern detailliert betrachtet und ein Vergleich zu klassischen Normalarbeitsverhältnissen gezogen.
4. Leiharbeit: Chance oder Risiko?: Dieses Kapitel beleuchtet differenziert die Vor- und Nachteile der Zeitarbeit aus der Perspektive sowohl der Arbeitnehmer als auch der Zeitarbeitskunden.
5. Leiharbeit: Eine Möglichkeit auch im dritten Lebensalter?: Der Fokus liegt hier auf dem Modellprojekt „Zeitarbeitsagentur 50plus“ und den Zukunftsprognosen für die Integration älterer Arbeitssuchender in den Arbeitsmarkt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beurteilt kritisch, unter welchen Voraussetzungen Leiharbeit als Chance oder Risiko zu bewerten ist, mit einem Ausblick auf den demographischen Wandel.
Schlüsselwörter
Leiharbeit, Zeitarbeit, Arbeitsmarkt, Gesundheit, Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitnehmerüberlassung, Dreiecksverhältnis, Ältere Arbeitnehmer, Modellprojekt 50plus, Berufsbiografien, Flexibilisierung, Normalarbeitsverhältnis, Arbeitsbelastung, Beschäftigungsdauer, Arbeitsmarktintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Leiharbeit als eine Form der atypischen Beschäftigung und bewertet deren Chancen und Risiken im aktuellen wirtschaftlichen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Mittelpunkt stehen die strukturellen Merkmale der Zeitarbeit, die gesundheitlichen Auswirkungen auf Beschäftigte sowie die Möglichkeiten zur Integration älterer Arbeitnehmer.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der Leiharbeit aufzuzeigen und zu prüfen, ob sie insbesondere für Menschen im dritten Lebensalter eine sinnvolle Beschäftigungsoption darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur und Studien, die durch empirische Daten und Modellprojekte ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den gesetzlichen Grundlagen, den gesundheitlichen Risiken, der Nutzen-Risiko-Abwägung für Akteure und speziellen Projekten für die Altersgruppe 50plus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Leiharbeit, Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung, Arbeitsmarktintegration, gesundheitliche Belastungen und das Projekt 50plus.
Welches Dreiecksverhältnis beschreibt der Autor für die Leiharbeit?
Der Autor beschreibt das Verhältnis zwischen drei Parteien: dem Leiharbeitnehmer, dem Verleiher (Zeitarbeitsfirma) und dem Entleiher (Kunde).
Warum wird Leiharbeit im dritten Lebensalter als Potenzial gesehen?
Sie gilt als Chance, da Leiharbeitsfirmen bei der Einstellung älterer Arbeitnehmer teils unvoreingenommener agieren und ältere Menschen ihre Erfahrung und Motivation in Einsatzphasen unter Beweis stellen können.
- Quote paper
- Caroline Billert (Author), 2008, Atypische Beschäftigungsformen - Chancen und Risiken- Leiharbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112771