Mit der vorliegenden Transferarbeit "Kritische Reflektion von Rückstellungen im eigenen beruflichen Umfeld" werden die Rückstellungen der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises beleuchtet.
Zu Beginn folgt eine kurze Info zum Lahn-Dill-Kreis und dessen Verwaltungskonstrukt. Nachfolgend wird das Thema Rückstellungen definiert und allgemein beleuchtet. Daraus anschließend folgen Erläuterungen zu den Rückstellungen der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises und abschließend ein kritisches Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Lahn-Dill-Kreis
3 Rückstellungen
3.1 Allgemein
3.2 Rückstellungen bei der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreis
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Transferarbeit hat zum Ziel, das Konzept der Rückstellungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu erläutern und kritisch auf das berufliche Umfeld der Verfasserin, eine öffentliche Kommunalverwaltung, zu übertragen und zu reflektieren.
- Theoretische Grundlagen und Definition von Rückstellungen gemäß Handelsrecht
- Strukturelle Analyse der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises
- Detaillierte Untersuchung spezifischer Rückstellungsarten in einer Kommunalverwaltung (Pensionen, Beihilfen, Altersteilzeit)
- Gegenüberstellung von gewinnorientierten Unternehmenszielen und den Rahmenbedingungen eines öffentlichen Haushalts
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemein
Rückstellungen bilden denkbare Belastungen des Unternehmens zu einem Zeitpunkt ab, wo diese noch nicht konkret als Verbindlichkeiten bestehen. Sie haben damit die Aufgabe, Gläubiger und potenzielle Erwerber auf ein bestehendes finanzielles Risiko hinzuweisen und dementsprechend zu verhindern, dass an die Inhaber Gewinne ausgeschüttet werden, die möglicherweise in den Folgejahren durch entstehenden Aufwand aufgezehrt werden. Die Bildung von Rückstellungen führt also dazu, dass das ausgewiesene Ergebnis des jeweiligen Unternehmens niedriger ausfällt und sie die Ergebnisse, die in der Zukunft liegen und eine gewinnmindernde Auswirkung haben, abbilden.
Der Begriff der Rückstellung taucht im Handelsrecht, im Steuerrecht und in den International Accounting Standards auf und wird dabei wie zuvor genannt, definiert. Trotzdem ist es so, dass jeder einzelne Bereich für sich konkrete Vorgaben definiert, die erfüllt sein müssen, damit überhaupt eine Rückstellung gebildet werden kann.
In Bezug auf den handelsrechtlichen Rückstellungsbegriff sind Rückstellungen „Posten auf der Passivseite der Bilanz, mit denen der sogenannte Aufwand gewinnmindernd dargestellt wird. Mit dessen Anfall unter Annahme hinreichender Wahrscheinlichkeit in der ausgewiesenen Höhe gerechnet wird und / oder dessen Höhe ungewiss ist.“ Sie gehören zu den bilanzrechtlichen Schulden nach § 247 HGB.
Verbindlichkeiten sind Schulden, die dem Grund und der Höhe nach sicher feststehen. Zudem kommen aber auch Zahlungsverpflichtungen, die der Höhe nach noch nicht sicher sind, aber aus einem Anschaffungsvorgang und damit durch einen Aktivazugang kommen. Sie sollen hier als Verbindlichkeit und nicht als Rückstellung zu passivieren sein. In § 249 Abs. 1 HGB wird abschließend die handelsbilanzielle Berücksichtigung solcher, in der Zukunft liegender Aufwendungen, geregelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Rückstellungen innerhalb der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises ein und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2 Der Lahn-Dill-Kreis: Hier werden das Verwaltungskonstrukt des Landkreises sowie die Aufgaben und die Struktur des Fachdienstes Zuwanderung und Integration vorgestellt.
3 Rückstellungen: In diesem Hauptteil erfolgt zunächst eine allgemeine theoretische Definition, gefolgt von einer detaillierten Auflistung und Erläuterung der konkreten Rückstellungspositionen bei der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises.
4 Fazit: Das Fazit stellt die theoretischen Unternehmensziele der Rückstellungsbildung den realen Gegebenheiten einer steuerneutralen Kommunalverwaltung gegenüber.
Schlüsselwörter
Rückstellungen, Lahn-Dill-Kreis, Kommunalverwaltung, Handelsrecht, HGB, Pensionsverpflichtungen, Beihilfeansprüche, Altersteilzeit, Lebensarbeitszeitkonto, Haushaltsrecht, Bilanzierung, öffentliche Haushalte, Personalaufwand, Instandhaltung, Gewinnminderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Transferarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Reflexion und Anwendung des bilanzrechtlichen Konzepts der Rückstellungen im Kontext einer kommunalen Verwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung von Rückstellungen nach Handelsgesetzbuch sowie deren praktische Umsetzung und Bedeutung im öffentlichen Dienst, speziell beim Lahn-Dill-Kreis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Unterschied zwischen der betriebswirtschaftlichen Funktion von Rückstellungen in gewinnorientierten Unternehmen und deren Anwendung in einer öffentlichen Verwaltung zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche für die theoretischen Grundlagen sowie eine fallorientierte Analyse und Reflexion der internen Buchführungspraktiken der Kreisverwaltung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Definition von Rückstellungen und eine spezifische Aufschlüsselung verschiedener Rückstellungsarten der Kreisverwaltung, wie Pensionen, Beihilfen und Personalkosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rückstellungen, Kommunalverwaltung, Haushaltsrecht, Pensionsverpflichtungen und Bilanzierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Zielsetzung von Rückstellungen in der Kreisverwaltung von der in einem Unternehmen?
Während Unternehmen Rückstellungen zur Minderung der Steuerlast und zur Vermeidung von Gewinnausschüttungen nutzen, dienen sie der Kommune lediglich zur Absicherung zukünftiger, bereits absehbarer Verpflichtungen im Rahmen eines fix verplanten Haushalts.
Warum spielt die Zusatzversorgungskasse (ZVK) bei den Rückstellungen eine Rolle?
Die ZVK stellt eine mittelbare Pensionsverpflichtung dar, bei der der Lahn-Dill-Kreis von einem Passivierungswahlrecht Gebrauch macht, weshalb diese Informationen stattdessen im Anhang aufgeführt werden.
Welche Rolle spielt die GemHVO-Doppik für die Arbeit?
Die Gemeindehaushaltsverordnung (GemHVO-Doppik) bildet die gesetzliche Grundlage, nach der die Kreisverwaltung ihre Rückstellungen ansetzt und bewertet.
Was ist das Ergebnis der kritischen Reflexion am Ende der Arbeit?
Die Autorin stellt fest, dass Rückstellungen in ihrem beruflichen Umfeld der Kommunalverwaltung eine grundlegend andere Relevanz haben als in einem unternehmerischen Kontext, da Kommunen nicht gewinnorientiert arbeiten dürfen.
- Arbeit zitieren
- Christina Bischoff-Moos (Autor:in), 2017, Kritische Reflektion von Rückstellungen im eigenen beruflichen Umfeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127760