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Scheitern die Anstrengungen der Türkei für einen Eintritt in die Europäische Union am Neoosmanismus?

Title: Scheitern die Anstrengungen der Türkei für einen Eintritt in die Europäische Union am Neoosmanismus?

Term Paper , 2018 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ayebatonyeseigha Christ (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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In dieser Arbeit wird anhand verschiedener Punkte darauf eingegangen und aufgezeigt, wie die Türkei, getrieben vom Neoosmanismus, sich zuungunsten des Westens zu einer Großmacht entwickelt. Ferner, ob die Anstrengung um einen Beitritt in die Europäische Union an der neoosmanisch forcierten Außenpolitik scheitern kann.

Eintreten in die Europäische Union und sich einer Supranationalität unterordnen oder sich als hegemoniale Macht im Nahen Osten behaupten? Kein anderer politischer Begriff prägt das Dilemma der türkischen Regierung die letzten Jahre wie der Neoosmanismus (türk. Yeni Osmancılık). Unter Mustafa Kemal Atatürk war die neu ausgerufene Türkische Republik 1923 darauf bedacht, sich Europa anzunähern. Darüber hinaus sollten europäische Sitten und Bräuche übernommen werden. Traditionelle osmanische Kleidungsstücke wie die Fes (eine weitverbreitete Kopfbedeckung) wurden verbannt. All dies gehört nun der Vergangenheit an. Es liegt die These nahe, dass der Neoosmanismus für den Kurswechsel der türkischen Regierung verantwortlich ist. In den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren hat sich durch den Neoosmanismus eine bis dato nicht bekannte offensive Außenpolitik der Türkei entwickelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neoosmanismus

3. Die EU-Betrittskriterien

3.1 Die Kopenhagener Kriterien

3.2 Rechtlichte Bedingungen

3.3. Politische Bedingungen

4. Das neue türkische Selbstbewusstsein

4.1 Aus der Perspektive des Neoosmanismus

4.2 Aus der Perspektive des EU-Beitritts

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Dilemma der türkischen Regierung zwischen dem angestrebten EU-Beitritt und einer zunehmend neoosmanisch geprägten Außenpolitik. Es soll analysiert werden, inwiefern dieser ideologische Kurswechsel, der durch ein gewachsenes Hegemoniestreben im Nahen Osten gekennzeichnet ist, die Integrationsbemühungen der Türkei in die Europäische Union maßgeblich erschwert oder gar scheitern lässt.

  • Historische und ideologische Einordnung des Neoosmanismus
  • Analyse der Kopenhagener Kriterien als Hürde für den EU-Beitritt
  • Konfliktlinien: Pressefreiheit, Zypernfrage und Minderheitenrechte
  • Veränderung des türkischen Selbstverständnisses als Regionalmacht
  • Spannungsfeld zwischen kemalistischer Tradition und islamisch orientierter Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

2. Neoosmanismus

Wie einige andere politischen Denkströme ist der Neoosmanismus an den Neoliberalismus angelehnt. Der Neoliberalismus auf der einen Seite ,,steht für eine seit den 1930er-Jahren entstandene Lehre, die den Markt als Regulierungsmechanismus gesellschaftlicher Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse verabsolutiert’’ (Ptak 2007: 11). Zudem ist der Neoliberalismus in der Lage die Tagespolitik, die Medienöffentlichkeit und das Massenbewusstsein zu regulieren und zu bestimmen (vgl. ebd.). An diese Idee versucht sich der Neoosmanismus zu halten. Für die Türkei bedeutet diese Wortschöpfung Neo aus dem altgriechischen neos, auf Deutsch neu, und Osmanismus für das alte osmanische Reich eine politische Leitlinie. Um den heutigen Neoosmanismus verstehen zu können, muss die Geschichte des Osmanischen Reichs erläutert werden. ,,Das Osmanische Reich war in den 600 Jahren seines Bestehens ein Vielvölkerstaat, in dem alle Männer unterschiedslos zum Staatsdienst herangezogen wurden, aber man den einzelnen Gruppierungen eine relative Eigenständigkeit ihrer Religion und Kultur zugestand’’ (Schweizer 2008: 70). Somit gab es kein nationales Gefühl unter diesem Vielvölkerstaat. Dies sollte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ändern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das Spannungsfeld zwischen dem EU-Beitrittswunsch und der neoosmanischen Außenpolitik dar und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.

2. Neoosmanismus: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Wurzeln des Neoosmanismus und setzt ihn in den Kontext der osmanischen Historie sowie moderner politischer Denkströme.

3. Die EU-Betrittskriterien: Hier werden die Kopenhagener Kriterien detailliert analysiert und auf die aktuelle Situation der Türkei bezogen.

3.1 Die Kopenhagener Kriterien: Dieses Unterkapitel beschreibt die historischen Hintergründe und die drei Hauptpfeiler der Beitrittsvoraussetzungen der Europäischen Union.

3.2 Rechtlichte Bedingungen: Der Fokus liegt hier auf der Pressefreiheit und dem Umgang mit journalistischer Dissidenz sowie deren Auswirkungen auf den Beitrittsprozess.

3.3. Politische Bedingungen: Dieses Kapitel behandelt die Minderheitenfrage und die Erwartungen der EU an eine inklusive Integrationspolitik in der Türkei.

4. Das neue türkische Selbstbewusstsein: Die Analyse des Wandels in der türkischen Identität und Außenpolitik hin zu einem machtbewussten, unabhängigen Akteur steht im Mittelpunkt.

4.1 Aus der Perspektive des Neoosmanismus: Dieses Kapitel beleuchtet, wie die türkische Regierung ihre neue Rolle als Großmacht und Brückenbauer zwischen Orient und Okzident definiert.

4.2 Aus der Perspektive des EU-Beitritts: Die gegenseitigen Vorbehalte und die zunehmende Entfremdung zwischen Ankara und Brüssel werden hier kritisch hinterfragt.

5. Fazit: Die abschließende Evaluierung fasst zusammen, dass das Scheitern des Beitrittsprozesses auf ein komplexes Geflecht aus historischen, politischen und religiösen Faktoren zurückzuführen ist.

Schlüsselwörter

Neoosmanismus, Europäische Union, EU-Beitritt, Außenpolitik, Türkei, Kopenhagener Kriterien, Pressefreiheit, Zypernkonflikt, Minderheitenpolitik, Hegemonie, Identität, AKP, Ahmet Davutoglu, Demokratie, Islam.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwiefern der „Neoosmanismus“ als neue politische Leitlinie der türkischen Regierung den Prozess eines EU-Beitritts beeinflusst und möglicherweise hemmt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung des Neoosmanismus, die Erfüllung der EU-Beitrittskriterien, der Umgang mit der Pressefreiheit, der Zypernkonflikt sowie die Minderheitenproblematik in der Türkei.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, ob die Anstrengungen der Türkei für einen Eintritt in die EU am Erstarken neoosmanischer, hegemonialer Machtansprüche scheitern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Konzepte und aktuelle politische Entwicklungen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung des Neoosmanismus, eine Prüfung der EU-Bedingungen (politisch, rechtlich, wirtschaftlich) und eine Untersuchung des neuen türkischen Selbstbewusstseins.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neoosmanismus, EU-Beitritt, Kopenhagener Kriterien, türkische Außenpolitik und Minderheitenrechte.

Inwiefern beeinflusst der Zypernkonflikt den Beitrittsprozess?

Der Konflikt dient als politisches Instrument, bei dem die Zypernfrage von beiden Seiten genutzt wird, was zu einer Blockade in verschiedenen Verhandlungskapiteln führt.

Welche Bedeutung hat das „neue türkische Selbstbewusstsein“?

Es markiert eine Abkehr von der bisherigen westlich orientierten Politik hin zu einem eigenständigen Machtanspruch, der die Türkei als regionale Großmacht definiert, die nicht mehr nur „geführt“ werden möchte.

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Details

Title
Scheitern die Anstrengungen der Türkei für einen Eintritt in die Europäische Union am Neoosmanismus?
College
University of Kassel
Grade
1,7
Author
Ayebatonyeseigha Christ (Author)
Publication Year
2018
Pages
14
Catalog Number
V1127961
ISBN (eBook)
9783346530363
ISBN (Book)
9783346530370
Language
German
Tags
Türkei Neoosmanismus EU Betritt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ayebatonyeseigha Christ (Author), 2018, Scheitern die Anstrengungen der Türkei für einen Eintritt in die Europäische Union am Neoosmanismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127961
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