Mehr Export bedeutet mehr Wohlstand. So lautete die Devise, der Kaufleute und deren Wirtschaftspolitik des Frühkapitalismus. "Je mehr Güter ein Land exportierte und je mehr Gold es netto dafür importierte, desto reicher war nach dieser Theorie das Land". Nach dieser Erkenntnis müssten einige afrikanische Länder, besonders Nigeria, eine Wirtschaftsstärke haben, die der einer Industrienation im Westen gleicht. Dies trifft aber nicht zu. Nigeria rangiert neuerdings auf Platz 51 der exportträchtigsten Länder der Welt. Im Jahr 2016 exportierte das Land Produkte im Wert von $36,9 Milliarden Dollar und importierte Produkte von über $35,1 Milliarden. Diese Zahlen führten zu einer positiven Handelsbilanz von $1,81 Milliarden. Solche Zahlen erscheinen imposant und bestärken die Selbsttitulierung Nigerias als der Gigant von Afrika und rechtfertigen die Übernahme des ersten Platzes von "Südafrika als stärkste Wirtschaft Afrikas’" im Jahr 2014. Dank ihrer Exportprodukte, die gen Westen gehen, floriert die Wirtschaft in Nigeria. Hauptsächlich liegt es an dem reichlichen Erdölvorkommen des Landes. Es wäre fair davon auszugehen, dass jegliche Bereiche wie das Gesundheitswesen, der Bildungssektor, die Infrastruktur etc. von der Prosperität des Landes profitieren würden. Das ist aber nicht der Fall. Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung leben mehr als die Hälfte der Nigerianer in bitterer Armut. In dieser Arbeit wird anhand verschiedener Punkte darauf eingegangen und aufgezeigt, dass die Exportschlager Nigerias für das ganze Land auf der einen Seite Chancen darstellen, aber auf der anderen Seite Herausforderungen mit sich bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in die Geschichte Nigerias
3. Die Exportschlager Nigerias
3.1 Das Erdöl Nigerias
3.2 Der Kakao Nigerias
4. Chancen und Herausforderung
4.1 Aus der Perspektive der Eliten
4.2 Aus der Perspektive der Arbeiterbevölkerung
4.3 Aus der Perspektive der Umwelt
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Exportstrukturen Nigerias und analysiert, inwiefern die Abhängigkeit von Exportschlagern wie Erdöl und Kakao einerseits Wachstumspotenziale bietet, andererseits aber gravierende soziale, politische und ökologische Herausforderungen für die Bevölkerung mit sich bringt.
- Historische Entwicklung der nigerianischen Wirtschaft und Rohstoffabhängigkeit
- Analyse der Erdölförderung im Nigerdelta und ihre globalen sowie lokalen Auswirkungen
- Herausforderungen im Agrarsektor am Beispiel der Kakaoproduktion
- Sozioökonomische Disparitäten zwischen politischer Elite und Arbeiterbevölkerung
- Ökologische Folgen der Rohstoffausbeutung
Auszug aus dem Buch
4.3 Aus der Perspektive der Umwelt
„Fast alles was der Mensch im Großformat macht, übt Einfluss auf die Atmosphäre aus. Die durch Luft übertragene Substanzen durch den Menschen können sich als Vorteil oder Nachteil erweisen (vgl. Odjugo 2013: 15). Statistiken zeigen, dass Nigeria im Durchschnitt 4,9 Millionen Standard Kubikmeter von den 5,6 Millionen Standard Kubikmetern Gas an der Produktion von Rohöl täglich in die Atmosphäre ausstößt. Das macht ein Volumen von circa 259.000 Fässer, in Erdöl umgewandelt. Das katapultiert Nigeria auf den ersten Platz mit 76% vor Erdölexporteuren wie Libyen, Saudi-Arabien und dem Iran (vgl. Odjugo 2013: ebd.). Die Erdölförderung bringt stets neue Herausforderungen mit sich. Ländereien, die einst von Generation zu Generationen weitergereicht worden sind, sind nicht mehr erkennbar.
Die meisten Anwohner, die von der Fischerei und ihrem Ackerland gelebt haben, können dies nicht mehr. Wie eine Witwe die Konsequenzen zusammenfasste, „Our rivers have no fish. We are hungry. Only recently, soldiers, pursuing militants, chased us away from our communities and nearly killed us’’ (Allen 2013: 50). Ferner verursachten Ölpest der Firma Shell Zerstörungen an lebenswichtigen Pflanzenbestände, von denen sich die Anwohner ernähren. Da die meisten Menschen im Nigerdelta von der Subsistenzwirtschaft leben, verursacht ihnen die Umweltverschmutzung Probleme bei denen sie meist auf sich alleine gestellt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass Nigerias Exportprodukte zwar nationalen Wohlstand versprechen, jedoch aufgrund sozioökonomischer Ungleichheiten große Herausforderungen für die Bevölkerung verursachen.
2. Einführung in die Geschichte Nigerias: Dieses Kapitel beleuchtet die koloniale und postkoloniale Entwicklung Nigerias sowie die prägenden Einflüsse von Ethnien und Ressourcen auf die heutige Machtstruktur.
3. Die Exportschlager Nigerias: Hier werden Erdöl und Kakao als zentrale Wirtschaftsgüter analysiert, wobei besonders die globale Einbindung und die Akteure hinter diesen Branchen betrachtet werden.
4. Chancen und Herausforderung: Das Kapitel bietet eine differenzierte Untersuchung der Auswirkungen der Rohstoffausbeutung aus Sicht der Eliten, der betroffenen Arbeiterbevölkerung sowie unter Berücksichtigung ökologischer Schäden.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Rohstoffabhängigkeit die Suche nach einem nationalen Entwicklungsparadigma erschwert und individuelle Machtinteressen oft über das Gemeinwohl gestellt werden.
Schlüsselwörter
Nigeria, Erdöl, Kakao, Export, Wirtschaft, Nigerdelta, Eliten, Arbeiterbevölkerung, Umweltverschmutzung, Rohstoffabhängigkeit, Politik, Sozioökonomie, Postkolonialismus, Subsistenzwirtschaft, Ressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der nigerianischen Exportschlager, insbesondere Erdöl und Kakao, auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung, die globale Einbindung der Rohstoffmärkte sowie die sozioökonomischen und ökologischen Folgen für die nigerianische Bevölkerung.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Analyse?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Exportprodukte Nigerias zwar ökonomische Chancen bieten, aber aufgrund der ungleichen Verteilung Herausforderungen für die Mehrheit der Menschen darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse basierend auf Literaturquellen, Statistiken und Fallbeispielen, um die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Potenzial und Lebenswirklichkeit zu verdeutlichen.
Welche Themen werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine detaillierte Betrachtung der Erdöl- und Kakaoindustrie sowie eine Analyse der unterschiedlichen Perspektiven von Eliten, Arbeitern und der Umwelt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Rohstoffabhängigkeit, Nigerdelta, sozioökonomische Ungleichheit und politische Machtstrukturen.
Wie unterscheidet sich die Perspektive der Elite von derjenigen der Arbeiterbevölkerung?
Während die Elite durch die Exportgewinne ihren Lebensstandard sichert und Macht ausübt, sieht sich die Arbeiterbevölkerung mit Existenzverlust, Umweltzerstörung und Armut konfrontiert.
Welche Rolle spielt die Umweltzerstörung für die lokale Bevölkerung im Nigerdelta?
Die Umweltzerstörung durch Erdölförderung zerstört die Grundlagen der Subsistenzwirtschaft, wie Fischerei und Ackerbau, und führt zu gesundheitlichen Risiken, ohne dass staatliche Schutzmaßnahmen greifen.
- Citar trabajo
- Ayebatonyeseigha Christ (Autor), 2018, Chancen und Herausforderungen der Exportschlager am Beispiel Nigerias, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127962