Die rechtliche Argumentation Thomas Jeffersons in der "Declaration of Independence"


Hausarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Der Werdegang Jeffersons
2.1. Die Ideologie Jeffersons
2.2. Der zweite Kontinentalkongress

3. The Declaration of Independence
3.1. Das unveräußerliche Recht
3.2. Der tyrannische Monarch
3.3. Die Loslösung vom Mutterland

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis:

6. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Die Declaration of Independence zählt bis heute zu den wichtigsten Dokumenten der amerikanischen Geschichte, in der die dreizehn amerikanischen Kolonien sich von ihrem britischen Mutterland lösen und infolge dessen sich als die Vereinigten Staaten proklamieren. Zudem wird damit auch ein neues Zeitalter für diese junge Nation eingeleitet. Der Grund dieser Trennung lag vor allem an der Besteuerung, die den Konflikt zwischen amerikanischen Kolonien und Großbritannien auslöste. Denn nach dem Siebenjährigen Krieg versuchte die britische Regierung die Kriegskosten durch die Erhöhung von Steuerabgaben in den Kolonien wieder heranzuziehen. Doch die Kolonien waren der Auffassung, dass das Parlament kein Recht hatte, Steuern in den Kolonien zu erheben, ohne dass deren Einwohner im britischen Unterhaus in London vertreten waren. Durch immer wieder neu erlassene Gesetze des britischen Parlaments und demonstrativen Protestaktionen der Kolonisten schaukelte sich der Konflikt im weiter hoch, bis er im Jahr 1775 eskalierte und der Unabhängigkeitskrieg ausbrach, sodass im nächsten Jahr der zweite Kontinentalkongress beschloss, die Kolonien als unabhängig zu erklären.

Doch nach heutiger Auffassung hat Thomas Jefferson, der hauptsächliche Verfasser der Erklärung, in der Declaration nicht nur die Unabhängigkeit der neuen Nation verkündet, sondern auch die allgemeinen Menschenrechte proklamiert und damit ein neues Zeitalter eingeleitet.1 Doch ist diese Ansicht gerechtfertigt, handelt es sich hier tatsächlich um ein Manifest der Menschenrechte oder doch um ein politisches Dokument, das primär die Unabhängigkeit erklärt und rechtfertigt.2 Um dies zu entscheiden, muss geklärt werden, wie und mit welchen rechtlichen Grundlagen Jefferson in der Declaration of Independence argumentiert. Bezieht sich der Virginier in seiner Argumentation auf das Naturrecht oder auf das Positivrecht? Genau dieser Frage soll sich diese Arbeit widmen.

Die zentrale Quelle dieser Arbeit ist The Declaration of Independence, und zwar die Transkription des offiziellen Exemplars der Declaration, das von den Delegierten des zweiten Kontinentalkongresses unterzeichnet wurde und heute im Nationalarchiv der USA in Washington, D.C. aufbewahrt wird. Neben der Unabhängigkeitserklärung ist die Autobiografie Jeffersons, die er im Alter von siebenundsiebzig im Jahr 1821 verfasste, eine weitere wichtige Quelle, um auf seine Gedanken und Meinungen zu bestimmten Ereignissen oder Abläufe zugreifen zu können. Dabei umfasst die Autobiografie die Zeit von seiner Geburt im Jahr 1743 bis zu seiner Heimkehr aus Frankreich im Jahr 1790. Eine weitere Schrift Jeffersons, die vor allem für die Darstellung seiner Ideologie zentral sein wird, ist A Summary View of the Rights of British America (im Folgenden mit Summary View wiedergegeben), die er 1774 verfasste und die als erstes größeres politisches Werk anzusehen ist. Darüber hinaus werden noch einzelne Briefe Jeffersons und die Two Treatises of Government von John Locke herangezogen, um vor allem die Declaration of Independence zu kontextualisieren bzw. Bezüge herzustellen.

Die Arbeit besteht aus zwei zentralen Themenbereichen einerseits aus dem Werdegang Thomas Jeffersons bis zu seinem Entwurf der Declaration of Independence und anderseits aus der Analyse jener Declaration. Bei der Betrachtung des Werdegangs Jeffersons liegt der Fokus nicht auf seinen familiären Zuständen, sondern auf Ereignissen, Institutionen und Persönlichkeiten, die einen prägenden Einfluss auf seine Entwicklung und seine politischen Ansichten, und zwar bis zum Jahr 1776, hatten. Zudem wird auf Basis seiner politischen Handlungen und seiner Schrift Summary View seine Ideologie dargestellt. Der letzte Punkt dieses Bereiches beschäftigt sich mit den entscheidenden Prozessen während des zweiten Kontinentalkongresses. Im zweiten Themenbereich wird dann die rechtliche Argumentation Jeffersons und der Aufbau der Declaration analysiert. Darüber hinaus wird dabei geschaut, welche Intentionen hinter der Erklärung steckten und welche Meinungen in der Forschung vertreten werden.

2. Der Werdegang Jeffersons

Thomas Jefferson, Sohn einer wohlhabenden und alteingesessenen Familie in der Kolonie Virginia, wurde am 13. April 1743 in Shadwell geboren. Seine Bildung begann bereits im Alter von fünf Jahren, als er von einem Tutor unterrichtet wurde, bevor er dann mit neun, fünf Jahre an einer lokal ansässigen Schule verbrachte. Unterrichtet wurde der junge Virginier von einem schottischen Pfarrer namens William Douglas. In seiner Autobiografie schreibt Jefferson, dass Douglas geringe Grundlagen der lateinischen und der griechischen Sprache beherrschte, die er ihm neben dem französischen vermittelt hat.3 Mit vierzehn besuchte der Virginier die Privatschule von James Maury, einem anglikanischen Geistlichen, der während der amerikanischen Kolonialzeit ein bekannter Pädagoge in Virginia war. Zu den Fächern, die an dieser Schule unterrichtet wurden, zählten unter anderem die antiken Sprachen, die neuere englische Literatur und die Naturwissenschaften. Nach zwei Jahren an dieser Schule sei Jefferson in der Lage gewesen, Werke von griechischen und römischen Autoren im Original zu lesen.4

Im Jahr 1760 wechselt der Virginier an die philosophische Fakultät des College of William & Mary in Williamsburg. Somit blieb Jefferson seinem Heimatstaat Virginia treu. Vor allem hinterließ ein Professor großen Eindruck auf den Sechzehnjährigen, und zwar William Small, ein schottischer Professor der Naturwissenschaften, der ihn zuerst in Physik, Mathematik und im weiteren Verlauf der Jahre in mehr oder weniger allen Gebieten unterrichtet habe.5 An seinen Professor erinnert er sich dankbar: „It was my great good fortune and what probably fixed the destinies of my life, that Dr. William Small of Scotland, was then professor of Mathematics“.6 Doch nicht nur innerhalb der Universität erweiterte Small die Vorstellungen und den Verstand des jungen Jefferson, sondern auch außerhalb der Institution öffnete er ihm neuen Türen. Denn während der Zeit am College stellte Small seinem Schüler den Anwalt George Wythe, unter dem er später Jura studierte, vor. Über Wythe schreibt der Virginier Folgendes: „Mr. Wythe continued to be my faithful and beloved mentor in youth, and my most affectionate friend through life.“7 Zudem machte Jefferson Bekanntschaft mit Francis Fauquier, der zu dieser Zeit der Governor von Virginia war. In seiner Autobiografie schildert Jefferson, dass Fauquier, Small und Wythe mit ihm ein „partie quarree“ gebildet haben und er damit an aufschlussreichen Gesprächen teilnehmen konnte.8 Damit zeige sich, dass Jefferson bereits als junger Mann außergewöhnliche geistige Fähigkeiten aufgewiesen habe, da drei renommierte Männer den Studenten zu ihrem Gesprächsteilnehmer machten.9 Zudem habe er sich früh einen Zugang zu der geistig feinsten und aufklärerischen Gesellschaftssicht Virginias verschaffen.10

Nach zwei Jahren am College begann Jefferson im Jahr 1762 das Studium des Rechtswesens unter Wythe, das er nach fünf Jahren abgeschlossen hat. Der Hauptbestandteil dieser juristischen Ausbildung bestand darin, den Corpus englischer Rechte zu lesen und zu exzerpieren. Zuerst habe Wythe den Virginier mit dem Coke upon Littleton, das von dem Rechtsgelehrten Eduard Coke verfasst wurde und den ersten von vier Teilen von Cokes Institutes of the Lawes of England bildet, vertraut gemacht. Danach folgten die anderen Teile, die unter anderem das Strafrecht, die Statuten der Magna Charta zur Zeit James I. und die Abhandlungen über die Gerichtsbarkeit enthalten haben. Schließen hätten noch die jüngeren Werke Matthew Bacons oder Lord Kames gefolgt.11 Doch Jefferson beschränkte sich nicht nur auf Werke von Rechtsgelehrten, sondern erweiterte sein Wissen auch in anderen Bereichen. Laut Malone zählen unter anderem die Zweige der Physik, der Religion, der Naturwissenschaften, der Geschichte, der Ethik, der Rhetorik, der Politik und der Belletristik dazu.12 Neben den genannten Zweigen habe er Werke bzw. Schriften von Locke, Stewart, Cicero, Seneca, Vattell, Montesquieu und noch viele andere studiert.13 Dieses straffe Programm, das Jefferson in diesen Jahren verfolgte, zeige das Jefferson ein Universalgelehrter sei, der einen unstillbaren Drang nach wissen hatte.14

Im Jahre 1767 wurde Jefferson als Rechtsanwalt in Virginia zugelassen und konnte sich in den nächsten Jahren als einer der führenden Anwälte Virginias einen Namen machen. Insgesamt habe er rund tausend Fälle übernommen, in denen es um Körperverletzung, Betrugsdelikte, entlaufene Sklaven, Landverkäufe und Landansprüche ging.15 Doch besonders ein Fall ist hervorzuheben, nämliche der eines Sklaven namens Samuel Howell, dessen Großmutter eine Mulattin, also eine Frau, deren Eltern teils schwarze und teils weiße Hautfarbe hatten, war. Dabei habe sowohl Howells Großmutter als auch seine Mütter während ihrer Knechtschaft Kinder auf die Welt gebracht. Doch nun klage Howell gegen seine Unfreiheit. Jefferson, der den Fall sofort übernommen haben soll, argumentierte mit dem Naturrecht, denn laut diesem „we are all born free“. 16 Doch das Gericht habe sich bereits frühzeitig gegen Jefferson Mandanten entschieden und das Plädoyer des Virginiers gar nicht erst angehört. Damit zeige sich jedoch, dass Jefferson bereits um 1770 in seiner philosophischen Denkweise bereits fortgeschritten war und sich auf das naturrechtliche Konzept stütze.17 Hierbei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass Jefferson selbst ein Sklavenbesitzer war. Neben seiner Tätigkeit als Anwalt vertrat Jefferson Albemarle County von 1769 bis 1775 als Abgeordneter im House of Burgesses, dem Unterhaus des Parlaments von Virginia. Vossler betont, dass Jefferson bereits seit seiner Wahl ins Abgeordnetenhau s sich eher dem radikaleren Flügel der Whigs, die den Bruch zwischen den Kolonien und dem Mutterland voraussahen, während der konservativere Flügel auf eine Wiederversöhnung hoffte, angeschlossen hat. Nichtsdestotrotz hätten beide Gruppen dasselbe Ziel, nämlich den Erhalt der kolonialen Rechte gegenüber den Ansprüchen des Mutterlandes, nur bei dem Vorgehen sei man sich uneinig gewesen.18

2.1. Die Ideologie Jeffersons

Mit dem Eintritt ins House of Burgesses wuchs auch das politische Bewusstsein Jefferson, jedoch habe es ein wenig Zeit gedauert, bis er sich mit seiner neuen Rolle vertraut gemacht habe. Zudem seien seine politischen Vorstellungen noch nicht ausgereift gewesen, sondern viel mehr in einem Entwicklungsprozess.19 Eine der wenigen Schriften, die infrage kommt, um Jefferson Vorstellungswelt noch vor 1776 darzustellen, ist sein Entwurf aus dem Jahr 1774, der, obwohl er nicht zur Publikation gedacht war, als Pamphlet unter dem Namen A Summary View of the Rights of British America veröffentlicht wurde. Seine Schrift verfasste Jefferson, nachdem sich die Beziehungen zwischen Kolonien und Mutterland weiter entzweiten. Zentral hierbei sind die Ereignisse in Massachusetts. Zum einen die sogenannte Boston Tea Party vom 16. Dezember 1773, an der als Indianer verkleidete Bostoner Bürger drei englische Schiffe enterten und ihre Schiffsladungen an Tee ins Wasser schmissen. Damit leisteten sie Widerstand gegen den Tea Act von 1773, der der East India Company ein Monopol für den Verkauf von Tee in den Kolonien eingeräumt und das Unternehmen vor dem Bankrott bewahrt habe.20 Zum anderen die daraus resultierenden Coercive Acts, die die britische Regierung im Mai 1774 erlassen hat. Die neu erlassenen Gesetze führten dazu, dass sich die Kolonien zusammenschlossen und ihre Volksvertretungen nach Philadelphia schickten, um am ersten Kontinentalkongress teilzunehmen und gemeinsamen mögliche Gegenmaßnahmen zu besprechen. Jefferson, der nicht Teil der Delegation Virginias war, bereitete den oben bereit erwähnten Entwurf als Anweisungen für die Delegierten vor, die dem Kongress vorgestellt werden sollten.

Jeffersons Summary View zeichnet sich dadurch aus, dass es sich sowohl gegen den König als auch gegen das Parlament wendet und beide für ihre Untaten tadelt. Damit sei es das erste politische Werk Amerikas, das das Verhalten des Königs direkt und gezielt kritisiert habe.21 Zu Beginn erläutert Jefferson sein Anliegen und beschwert sich gegen die zahlreichen „unwarrantable encroachments and usurpations“ der legislative Großbritanniens gegenüber „those rights which God and the laws have given equally and independently to all.“ 22 Dann erinnert er den König daran, dass dieser „no more than the chief officer of the people“ 23 sei. Zudem weist Jefferson darauf hin, dass die englischen Vorfahren, bevor sie nach Nordamerika immigrierten, freie Bewohner der britischen Herrschaftsgebiete waren und somit „a right“ besaßen, „which nature has given to all men“, um Gesellschaften zu bilden, in denen sie nach ihren Gesetzen und Regularien leben, und zwar so wie die früheren sächsischen Vorfahren es in Großbritannien gemacht haben.24 Hiermit deute Jefferson an, dass die Vorfahren der britischen Amerikaner sich einst selbstverwaltet haben und da es ein Naturrecht sei, stehe es somit auch den heutigen Kolonisten zu, sich selbst zu verwalten.25 Jedoch müsse festgehalten werden, dass Jeffersons historische Konstruktionen sich durch gezielte Ungenauigkeiten auszeichnen würden, da er damit die englische Souveränität über die Kolonien schmälern wolle.26 Zudem werde deutlich, dass Jefferson zahlreiche Aussagen in seiner Schrift mit dem Naturrecht stütze, jedoch tätige er keine allgemeine Aussage über das Naturrecht.27

Der Virginier weist auch das Parlament zurecht und stellt klar, „that the British parliament has no right to exercise autorithy over us.“ 28 Danach beginnt Jefferson die Untaten des Parlaments aufzuzählen und fasst sie zusammen als „acts of power, assumed by a body of men, foreign to our constitutions, and unacknowledged by our laws“.29 Aufgrund dessen verlangt der Virginier „the total revocation of these acts“. 30 Anschließend wendet er sich wieder an den König und wirft ihm vor, dass er nichts gegen die Handlungen des Parlaments unternommen habe, obwohl er das Vetorecht besäße. Zudem habe er unter anderem das „glorious right of representation“ in den Kolonien verunstaltet, Ländereien beansprucht, die ihm nicht zustehen würden und in Friedenszeiten stehende Heere in den Kolonien berufen.31 Ray sieht hierbei einen klaren Widerspruch in der Argumentation Jeffersons. Denn einerseits fordere der Virginier die exekutive Gewalt des Königs, und zwar in Form des Vetorechts, anderseits kritisiere er ihn für seine exekutive Macht.32 Dann verweist Jefferson darauf, dass die Kolonisten als freie Menschen ihre Rechte beanspruchen, und zwar „as derived from the laws of nature, and not as the gift of their chief magistrate“.33 Zum Schluss deutet der Virginier einen möglichen Abfall vom Mutterland an, falls König und Parlament ihre Haltung und ihren Kurs nicht ändern sollten.34

Aus der Argumentation Jefferson lässt sich erkennen, dass er Gewaltherrschaften verabscheut. Sowohl Parlament als auch König haben despotische und tyrannische Maßnahmen vollzogen, die für Jefferson widerrechtlich sind. Seine Aussagen stütz er sowohl mit dem Naturrecht als auch dem englischen Partikularrecht, jedoch macht er das laut Rey nicht besonders geschickt. Denn Rey ist der Meinung, dass Jefferson hauptsächlich englische Rechtstradition auf Naturrechte schichtet, sodass daraus ein komplexer Rechtsdiskurs entsteht. Zudem schaue er auf eine idealisierte englische Vergangenheit, um Gerichtsbarkeit und Souveränität zu etablieren und diese als die neue amerikanische Idee darzustellen und zu rechtfertigen.35 Vossler ist sogar der Meinung, dass Jefferson selbst nicht komplett von der Tragfähigkeit des Naturrechts überzeugt war, um amerikanische Ansprüche zu stellen, sodass er immer wieder auf englische Rechtstraditionen zurückgriff. Das einzig Radikale sei nur sein Anspruch darauf, dass alle Untaten des Parlaments aufgehoben werden sollten, ansonsten hätte er sich ideologisch nicht von anderen konservativen Politikern unterschieden.36 Doch Malone ist der Meinung, dass Jefferson nun zum Vorkämpfer der Freiheit und der Selbstverwaltung aufstieg und sich damit an die Spitze der Patrioten bzw. Radikalen festgesetzt hat.37 Doch seine Schrift wurde vom Kongress abgelehnt, da sie als zu radikal empfunden wurde. Auch Jefferson kommentiert seinen Entwurf und schreibt, dass er für den damaligen Stand der Dinge zu gewagt gedacht war.38

2.2. Der zweite Kontinentalkongress

Jefferson, der sich durch seine radikale Haltung gegenüber dem Mutterland und seiner schriftstellerischen Fähigkeiten einen Namen gemacht hat, betrat nun zum ersten Mal als delegierter Virginias die politische Großbühne. Nachdem der erste Kontinentalkongress zugestimmte hatte, britische Waren zu boykottieren, erklärte die britische Regierung, dass die Kolonie Massachusetts sich im Zustand des Aufruhrs befindet. Daraufhin häuften sich die Auseinandersetzungen zwischen britischen Soldaten und amerikanischer Milizen, bis es am 19. April zu den Kämpfen um Lexington und Concord kam und damit der Unabhängigkeitskrieg, der bis 1783 andauerte, ausbrach. Der zweite Kontinentalkongress, der vom 10. Mai 1775 bis zum 1. März 1781 bestand, habe zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges als illegale Regierung auf nationale Ebene, in der Armeen aufstellt, Strategien geleitet, Diplomaten ernannt und Abhandlungen verfasst wurden, fungiert.39 Jefferson wirkte vor allem bei der Declaration of the Causes and Necessity of Taking Up Arms, die erklären sollte, warum die dreizehn Kolonien im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Waffen ergriffen hatten, entscheidend mit. In der Erklärung heißt es, dass die Kolonien bereits seit über zehn Jahren vom britischen Mutterland unterdrückt werden, obwohl es überhaupt kein Recht dazu habe. Darauf sei Bosten erst übernommen, dann mit Garnisonen belagert und schließen angegriffen worden, sodass die Kolonien dazu gezwungen wurden, sich entweder einer Tyrannei zu unterwerfen oder sich gewaltsam zu verteidigen. Doch man habe sich für Letzteres entschieden, jedoch sei es nicht die Absicht, sich vom Mutterland zu lösen, vielmehr wolle man einen glücklichen Bund so wie früher.40

[...]


1 Vgl. Wasser, Hartmut: Thomas Jefferson: Philosoph, Staatsmann, Gelehrter und Literat, in: Hartmut Wasser (Hg.): Thomas Jefferson. Historische Bedeutung und politische Aktualität, Paderborn u. a. 1995, S. 11–50 , S. 12, 20.

2 Vgl. Vossler, Otto: Die amerikanischen Revolutionsideale in ihrem Verhältnis zu den europäischen. Untersucht an Thomas Jefferson, in: Historische Zeitschrift Beiheft 17 (1929), S. 1–198, S. 75, 83–86; Parkinson, Robert G.: The Declaration of Independence, in: Francis D. Cogliano (Hg.): A companion to Thomas Jefferson (Blackwell companions to American history), Malden 2012, S. 44–59, S. 51, 56–58.

3 Vgl. Jefferson, Thomas: Autobiography, in: The Writings of Thomas Jefferson, Volume 1: Being his Autobiography, Correspondence, Reports, Messages, Addresses, and Other Writings, Official and Private (Cambridge library collection. North American History), New York 2011, S. 1–110, S. 2.

4 Vgl. Malone, Dumas: Jefferson the Virginian (Jefferson and his time 1.), Boston 1948, S. 44.

5 Vgl. ebd., S. 51–53.

6 Jefferson, Autobiography, S. 2.

7 Ebd., S. 3.

8 Vgl., ebd., S. 3.

9 Vgl. Nicolaisen, Peter: Thomas Jefferson, Hamburg 22010, S. 17.

10 Vgl. Vossler, Revolutionsideale, S. 67–68.

11 Vgl. Malone, Jefferson, S. 70, 72; Nicolaisen, Jefferson, S. 19.

12 Vgl. Malone, Jefferson, S. 69.

13 Vgl. Bowers, Claude: The Young Jefferson 1743–1789, Boston 1945, S. 32–33.

14 Vgl. Bowers, Jefferson, S. 33–34; Vossler, Revolutionsideale, S. 68.

15 Vgl. Malone, Jefferson, S. 122; Nicolaisen, Jefferson, S. 24.

16 Zitiert nach Malone, Jefferson, S. 122.

17 Vgl. Malone, Jefferson, S. 121–122; Nicolaisen, Jefferson, S. 24–25.

18 Vgl. Vossler, Revolutionsideale, S. 75.

19 Vgl. Malone, Jefferson, S. 173.

20 Vgl. Hochgeschwender, Michael: Die Amerikanische Revolution. Geburt einer Nation 1763–1815, München 2016, S. 152–154.

21 Vgl. Maier, Pauline: American Scripture. Making the declaration of independence. New York 1998, S. 112.

22 Jefferson, Thomas: The selected writings of Thomas Jefferson: authoritative texts, contexts, criticism, bearbeitet von Wayne Franklin (Hg.), New York 2010, S. 3.

23 Ebd., S. 4.

24 Jefferson, writings, S. 4–5.

25 Vgl. Malone, Jefferson, S. 184–185.

26 Vgl. Ray, Kristofer: Thomas Jefferson and A Summary View of the Rights of British North Amer-ica, in: Francis D. Cogliano (Hg.): A companion to Thomas Jefferson (Blackwell companions to American history), Malden 2012, S. 32–43, S. 33, 39.

27 Vgl. Malone, Jefferson, S. 184.

28 Jefferson, writings, S. 7.

29 Edd., S. 10.

30 Ebd., S. 10.

31 Vgl. ebd., S. 10–14.

32 Vgl. Ray, Jefferson, S. 34–35.

33 Jefferson, writings, S. 14.

34 Vgl. ebd., S. 14–15.

35 Vgl. Ray, Jefferson, S. 34, 40–41.

36 Vgl. Vossler, Revolutionsideale, S. 77–79.

37 Vgl. Malone, Jefferson, S. 183–184.

38 Vgl. Jefferson, Autobiography, S. 8.

39 Vgl. Hochgeschwender, Revolution, S. 176; Nicolaisen, Jefferson, S. 36.

40 Vgl. Adams, Angela / Adams, Willi Paul: Die Entstehung der Vereinigten Staaten und ihre Verfassung. Dokumente 1754–1791, Münster 1987, S. 150–152.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die rechtliche Argumentation Thomas Jeffersons in der "Declaration of Independence"
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1128082
ISBN (eBook)
9783346491534
ISBN (Buch)
9783346491541
Sprache
Deutsch
Schlagworte
argumentation, thomas, jeffersons, declaration, independence
Arbeit zitieren
Martin Michalski (Autor:in), 2020, Die rechtliche Argumentation Thomas Jeffersons in der "Declaration of Independence", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128082

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