Heutzutage wird in vielen Klassen auf internationaler Ebene philosophiert. Dies basiert auf der Faktizität, dass vor allem in der Grundschule Sinnfragen zu den ambivalentesten Themen - wie zum Beispiel „Gott oder Gerechtigkeit“ - gestellt werden. Dabei ist das Philosophieren nicht nur auf einzelne Fächer begrenzt, sondern kann in jedem Fach betrieben werden.
Dies steht im Widerspruch zu den rekapitulationistischen Vorstellungen und Modellen, welche versuchen uns nahe zu legen, dass ein Kind nicht in der Lage wäre, sich mit komplexen Themenbereichen wie zum Beispiel der „Sterbehilfe“ auseinanderzusetzen. Als einer der Gründe hierfür wird aufgeführt, dass sich das Kind in einer prä-rationalen Welt befinden würde.
Doch ist dies ein wirklicher Fakt? Sind Kinder wirklich nicht in der Lage, Fragen komplexer Natur zu diskutieren? Und welchen Sinn beziehungsweise welche Vorteile sollten sie daraus ziehen? Diese Fragen versucht die vorliegende Arbeit zu beantworten. Dazu wird im ersten Kapitel genauer auf die Definition der Begriffe Philosophie und philosophieren und deren Elemente eingegangen, um einen besseren Einstieg in die Thematik zu ermöglichen.
Im zweiten Kapitel soll auf die Methoden des Philosophierens mit Kindern eingegangen werden. So sollen Begriffe wie: Begriffliches Arbeiten, Argumentieren, Sokratisches Gespräch und Gedankenexperimente näher beleuchtet werden.
Das vorletzte Kapitel widmet sich direkt dem Philosophieren mit Kindern. Sowohl die Praxis als auch eventuelle Vorteile und Möglichkeiten der Kinder, welche sie durch das Philosophieren erhalten, werden aufgezeigt. Aber auch welche Voraussetzungen gegebenenfalls notwendig sind, um sich dem Prozess des Philosophierens unterwerfen zu können, und die dabei verwendeten Medien werden dargestellt.
Das letzte Kapitel widmet sich äußeren Faktoren zum Thema „Philosophieren mit Kindern“. So werden sowohl den Ebenen philosophierender Einrichtungen, welche sich dem Thema „Philosophieren mit Kindern“ widmen, als auch die geschichtliche Entwicklung weltweit und besonders innerhalb der Bundesrepublik vorgestellt. Aber auch die für das Philosophieren mit Kindern unverzichtbare Fortbildungsmaßnahmen werden thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1 – Die Philosophie
Kapitel 1.1 – Definition von Philosophie/philosophieren
Kapitel 1.2 – Elemente des Philosophierens
Kapitel 1.2.1 – Staunen
Kapitel 1.2.2 – Fragen
Kapitel 1.2.3 – Nachdenken
Kapitel 1.2.4 – Zweifeln
Kapitel 1.2.5 – Weiterdenken
Kapitel 1.2.6 – Infragestellen
Kapitel 2 – Methoden des philosophieren mit Kindern
Kapitel 2.1 – Begriffliches Arbeiten
Kapitel 2.2 – Argumentieren
Kapitel 2.3 – Das sokratische Gespräch
Kapitel 2.4 – Gedankenexperimente
Kapitel 3 – Philosophieren mit Kindern intern
Kapitel 3.1 – Bedeutung des Philosophierens mit Kindern
Kapitel 3.2 – Vorteile des Philosophierens mit Kindern
Kapitel 3.3 – Voraussetzungen zum Philosophieren mit Kindern
Kapitel 3.4 – Visuelle Medien
Kapitel 3.5 – Philosophieren mit Kindern in der Praxis
Kapitel 4 – Philosophieren mit Kindern extern
Kapitel 4.1 – Geschichtliche Entwicklung des Philosophierens mit Kindern
Kapitel 4.2 – Fortbildungen zum Thema Philosophieren mit Kindern
Kapitel 4.3 – Ebenen philosophierender Einrichtungen
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen für das Philosophieren mit Kindern in der Grundschule und darüber hinaus. Ziel ist es, die didaktische Relevanz philosophischer Gespräche aufzuzeigen und zu klären, ob Kinder bereits in der Lage sind, komplexe Sinnfragen zu reflektieren und zu diskutieren.
- Grundlagen der Philosophie und kindliche Denkprozesse
- Methodische Ansätze für philosophische Gespräche mit Kindern
- Bedeutung und Vorteile des Philosophierens für die Persönlichkeitsentwicklung
- Anforderungen an Lehrkräfte und die Gestaltung des Lernumfelds
- Historische Entwicklung und Vernetzung philosophischer Initiativen
Auszug aus dem Buch
1.1 Definition von Philosophie/philosophieren
Das Wort „Philosophie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Liebe (philos) zur Weisheit (sophia). Die Philosophie lässt sich nicht ohne weiteres wie beispielsweise die Wissenschaften einem spezifischen Gegenstandbereich oder einer bestimmten Methode zuordnen. Auch die Frage nach dem, womit es die Philosophie zu tun hat und wie man sie betreibt, ist selbst eine philosophische Frage und kann nur von deren Betreiber selbst beantwortet werden. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Philosophie über keinen gesicherten Bestand an allgemein anerkanntem Wissen verfügt, welches sich in Form von Lehrbüchern zusammenfassen lässt. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich daher eine nahezu unüberschaubare Anzahl philosophischer Teildisziplinen, Schulen und Strömungen.
Philosophie lässt sich einerseits als Lehre oder Tätigkeit oder aber als Theorie des Philosophierenden auffassen. Philosophen denken über wichtige Lebensfragen nach, was wiederum zur Philosophie führt. In der Philosophie unterscheidet man zwischen esoterischer Philosophie zum einen und der exoterischen Philosophie als die zweite Form des Nachdenkens. Esoterische Philosophie bedeutet, dass aus dem Wissen über Sinn und Zweck der Welt, welches seit Anbeginn der europäischen Tradition im 6. Jh. zusammengetragen wurde und an den Hochschulen systematisiert worden ist, schließlich die Philosophie entstand. Die exoterische Philosophie ist davon überzeugt, dass jeder Mensch in der Lage ist, sich Gedanken über wichtige Sinnesfragen zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 – Die Philosophie: Definition des Begriffs Philosophie und Erläuterung der grundlegenden Elemente wie Staunen, Fragen und Zweifeln als Ausgangspunkte kindlichen Denkens.
Kapitel 2 – Methoden des philosophieren mit Kindern: Vorstellung konkreter Arbeitsweisen wie begriffliches Arbeiten, Sokratisches Gespräch und Gedankenexperimente zur Strukturierung philosophischer Einheiten.
Kapitel 3 – Philosophieren mit Kindern intern: Analyse der Bedeutung, der Vorteile sowie der praktischen Voraussetzungen und notwendigen Medien für erfolgreiche philosophische Prozesse im schulischen Umfeld.
Kapitel 4 – Philosophieren mit Kindern extern: Überblick über die historische Entwicklung der Bewegung, relevante Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte sowie die Einbindung verschiedener institutioneller Ebenen.
Schlüsselwörter
Philosophieren, Kinder, Grundschule, Staunen, Sokratisches Gespräch, Gedankenexperimente, Didaktik, Methodenkompetenz, Sinnfragen, Reflexion, Pädagogik, Argumentation, Kindheitsphilosophie, Erkenntnis, Bildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration philosophischer Gespräche in den Alltag von Kindern, insbesondere im Grundschulalter, um ihre natürliche Fähigkeit zum Staunen und Nachdenken zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition philosophischen Denkens, methodische Werkzeuge zur Gesprächsführung, die Rolle des Lehrpersonals sowie die institutionellen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob Kinder trotz rekapitulationistischer Zweifel in der Lage sind, komplexe Fragen zu diskutieren und welchen Nutzen sie daraus für ihre Persönlichkeitsentwicklung ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse bestehender pädagogischer und philosophischer Ansätze zur Kinderphilosophie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fundierung, die praktische Umsetzung des Philosophierens in der Schule sowie die Darstellung historischer Entwicklungen und Fortbildungsstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Philosophieren, Kinder, Didaktik, Staunen, Sokratisches Gespräch und Methodenkompetenz.
Was versteht man unter der Methode des "fremden Blicks" bei Gedankenexperimenten?
Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem Menschen durch ein nichtmenschliches Wesen beobachtet werden, um neue, ungewohnte Sichtweisen auf als selbstverständlich geltende Dinge zu gewinnen.
Warum ist das "Metagespräch" beim Sokratischen Gespräch wichtig?
Es dient dazu, den laufenden Prozess zu reflektieren, Probleme bei der Diskussion aufzuzeigen und sicherzustellen, dass vereinbarte Gesprächsregeln eingehalten werden.
Welche Rolle spielen Eltern beim Philosophieren mit Kindern?
Die Einbindung der Eltern ist essenziell, da sie zu neuen Aspekten der Erziehung führen kann und durch eine aktive Partizipation an der Planung philosophischer Einheiten unterstützt wird.
- Quote paper
- Christian Albrecht (Author), 2008, Philosophieren mit Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112811