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Die neronische Christenverfolgung (64 n. Chr.). Eine systematische Christenverfolgung?

Titel: Die neronische Christenverfolgung (64 n. Chr.). Eine systematische Christenverfolgung?

Hausarbeit , 2016 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anton Drutschmann (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Ziel der Arbeit soll es sein, die Frage zu beantworten, inwiefern die neronische Christenverfolgung als wirkliche systematische Christenverfolgung gelten kann. Hierzu soll die in sinngemäß gegliederte Abschnitte eingeteilte Beschreibung des Tacitus analysiert sowie interpretiert und so auf ihre Authentizität überprüft werden. Aus den besagten Abschnitten leitet sich gleichzeitig die Gliederung ab. So soll nach einer Betrachtung des Quellenwerts der taciteischen Überlieferung zunächst auf den außergewöhnlichen Kontext der Geschehnisse eingegangen werden. Folgend ist es essentiell, auf Reputation der jungen christlichen Kirche zur Sprache zu bringen. Die letzten beiden Punkte beschäftigen sich mit der eigentlichen Beschreibung des Vorgehens Neros im Zuge der neronischen Christenverfolgung - zunächst der Verhaftungen sowie des Urteils und schließlich der Hinrichtungen.

Psychopath, Wahnsinniger mit Ödipuskomplex oder Antichrist sind Bezeichnungen, welche dem aus dem julisch-claudisch Herrscherhaus stammenden Kaiser Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus zugeschrieben wurden. Die Perversität und Unmenschlichkeit Neros scheint bei der taciteischen Beschreibung der, 64 nach Christus in Rom stattgefundenen, sogenannten „neronischen Christenverfolgung“ sogar noch ein neues Level erreicht zu haben. Dieses historische Ereignis, dem womöglich ersten Konflikt der noch jungen christlichen Gemeinde mit dem Römischen Reich, soll in dieser Arbeit mittels Parallelquellen und dem Rückgriff auf Forschungsliteratur in seinem Kontext betrachtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Autor und Quelle

3 Die Neronische Christenverfolgung

3.1. Vorabend der Verfolgung

3.2. Die Reputation der Christen

3.3. Gesetzliche Lage – Verhaftungen und Urteil

3.4. Die Hinrichtungen

4 Der Charakter der neronischen Christenverfolgung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das historische Ereignis der sogenannten neronischen Christenverfolgung im Jahr 64 n. Chr. Ziel ist es, durch eine kritische Analyse der taciteischen Quelle sowie den Rückgriff auf Forschungsliteratur den Charakter der Geschehnisse zu ergründen und die Forschungsfrage zu beantworten, inwiefern hierbei tatsächlich von einer systematischen Christenverfolgung gesprochen werden kann.

  • Analyse und Interpretation der historischen Quelle (Tacitus, Annales)
  • Untersuchung des zeitgeschichtlichen Kontextes (Brand Roms)
  • Betrachtung der damaligen gesellschaftlichen Reputation der Christen
  • Juristische Einordnung der Verhaftungen und Hinrichtungen
  • Bewertung der Verfolgung als systematischer Akt versus opportunistisches Ereignis

Auszug aus dem Buch

3.1. Vorabend der Verfolgung

Als Voraussetzung für die neronische Christenverfolgung stellt Tacitus den im selben Jahr stattgefundenen Brand Roms in den Mittelpunkt. Wichtig für den Charakter der Verfolgung ist hier, dass Tacitus, anders als Sueton, kein aktives Urteil über die Schuld Neros am Brand selbst fällt: „Es folgte ein Unglück, ob durch Zufall oder die tückische Anstiftung des Princeps ist ungewiss [...]“ Auffällig ist hier jedoch auch, dass er nur zwei Optionen sieht: Den Zufall oder Nero selbst. In Bezug auf die spätere Bezichtigung der Christen durch Nero, stellt er somit schon im ersten Satz seiner Darstellung zum Brand Roms klar, dass andere Personen oder Gruppen, wie beispielsweise die Christen, auf keinen Fall schuldig wären und Nero somit nebst jedem Schein der Objektivität Tacitus‘ als Hauptverdächtiger angeprangert wird.

Nach der Darstellung der Maßnahmen Neros nach dem verheerenden Brand, welche Tacitus als „volkstümlich“ bezeichnet, betont er jedoch, wie er bei den Plebs urbana durch Gerüchte immer mehr in Ungnade fällt. Neben den Vorkehrungen zur Instandsetzung der nun brandgeschützten Hausanlagen, wurden, vermittelt durch die in Krisenlagen eingesetzten sibyllinischen Bücher, Gebete an verschiedene Götter mit dem Ziel des Abkehren des Unglücks gerichtet. Aus der Zusammensetzung der Götter ergibt sich ein verzweifeltes Bild des Leids in der Bevölkerung. Sowohl die Königin der Unterwelt Proserpina, als auch Ceres oder Iuno, welche für Fruchtbarkeit, Ehe, Ackerbau und Geburt stehen, zeigen, dass der Brand Roms viele Menschenleben gekostet und zerstört hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Figur Nero ein, stellt die Forschungsfrage zur Systematik der Christenverfolgung und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand der taciteischen Quelle.

2 Autor und Quelle: Dieses Kapitel behandelt die Person des Geschichtsschreibers Cornelius Tacitus und ordnet die Annales als literarische Quelle für die Untersuchung ein.

3 Die Neronische Christenverfolgung: Dieser Abschnitt analysiert den Kontext der Verfolgung, die Reputation der Christen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Verhaftungen sowie die Art der durchgeführten Hinrichtungen.

4 Der Charakter der neronischen Christenverfolgung: Das Fazit stellt fest, dass die Verfolgung nicht systematisch, sondern eine opportunistische Reaktion auf den Brand Roms unter Ausnutzung der schlechten Reputation der Christen war.

Schlüsselwörter

Nero, Christenverfolgung, Tacitus, Annales, Brand Roms, Kaiserzeit, Frühchristentum, Antike, Römische Geschichte, Märtyrerkult, Historische Quellenanalyse, Repression, Religionstoleranz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einordnung der Christenverfolgung unter Kaiser Nero im Jahr 64 n. Chr. anhand der Berichte des Historikers Tacitus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Brandes von Rom als Auslöser, die soziale Reputation der jungen christlichen Gemeinde und die juristische Rechtfertigung der römischen Staatsgewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, kritisch zu hinterfragen, ob die neronische Christenverfolgung ein systematischer, staatlich gesteuerter Akt gegen das Christentum war oder eine opportunistische Maßnahme des Kaisers zur Ablenkung von eigener Schuld.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer quellenkritischen Analyse der Annales von Tacitus, die durch den Vergleich mit Parallelquellen und aktueller Forschungsliteratur interpretiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Vorabends der Verfolgung, das Bild der Christen in der römischen Gesellschaft, die rechtliche Lage bei den Verhaftungen sowie eine detaillierte Analyse der Hinrichtungsmethoden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Neronische Christenverfolgung, Tacitus, antikes Rom, Brandstiftung, historische Quellenkritik und Kaiserkult geprägt.

Warum war laut der Arbeit eine Verfolgung der Christen für Nero gesellschaftlich durchsetzbar?

Die Christen waren aufgrund ihrer Abkehr vom Kaiserkult und der Ausübung ihres als "neuer Aberglaube" diffamierten Glaubens bereits gesellschaftlich isoliert und unbeliebt, was Nero die Rolle als Sündenbock für den Stadtbrand ermöglichte.

Zu welchem Schluss kommt die Arbeit bezüglich des Begriffs "systematische Christenverfolgung"?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Begriff historisch irreführend ist, da keine systematische Absicht zur Unterdrückung des Christentums vorlag, sondern eine kurzfristige politische Instrumentalisierung der Christen als Sündenböcke stattfand.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Tacitus als Quelle?

Tacitus wird als zwar voreingenommener, aber hinsichtlich der Fakten als weitgehend authentisch eingestuft, wobei zwischen seiner persönlichen moralischen Wertung und der historischen Faktenebene streng unterschieden werden muss.

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Details

Titel
Die neronische Christenverfolgung (64 n. Chr.). Eine systematische Christenverfolgung?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Anton Drutschmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V1128227
ISBN (eBook)
9783346487841
ISBN (Buch)
9783346487858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
christenverfolgung eine
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anton Drutschmann (Autor:in), 2016, Die neronische Christenverfolgung (64 n. Chr.). Eine systematische Christenverfolgung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128227
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Leseprobe aus  17  Seiten
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