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Die Pest im Dreißigjährigen Krieg

Eine Betrachtung der Stadt Nürnberg

Titel: Die Pest im Dreißigjährigen Krieg

Hausarbeit , 2017 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anton Drutschmann (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll die Frage nach den Zuständen während der Kriegspest im Umland und in den Städten und daraus folgend der Erklärbarkeit von Intensität und Frequenz der Pestepidemien während des Dreißigjährigen Kriegs stehen. Zur näheren Betrachtung dient Nürnberg in der Zeit ab 1632 als Beispiel.

Zur Klärung der Frage soll zunächst der Pestbegriff an sich, dann die Dynamiken und Übertragungswege der Ausbreitung der Pest im Reich behandelt werden. Um zu verstehen, wie es innerhalb Nürnbergs zur Intensität und Wiederkehr der Kriegsseuchen kam, soll in der lokalen Analyse das politische Verhalten Nürnbergs sowohl auf Reichsebene als auch innerhalb der Stadt beleuchtet werden. Wichtige Faktoren für die Zustände innerhalb der Stadt, hier das Verhalten der Bürgerschaft und die Seuchenmaßnahmen inklusive der medizinischen Institutionen des Nürnberger Rats. Letztendlich schließt die Arbeit mit den Folgen der Kriegspest und der Auswertung der Untersuchung ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wege der Ausbreitung der Pest

3 Die Pest in Nürnberg

3.1 Nürnberg im dreißigjährigen Krieg

3.2 Umgang mit der Pest

3.2.1 Der Rat

3.2.2 Die Bürgerschaft

4. Folgen und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedingungen und das Ausmaß der Pestepidemien in der Reichsstadt Nürnberg während des Dreißigjährigen Krieges unter besonderer Berücksichtigung der politischen, sozialen und medizinischen Herausforderungen.

  • Analyse der Übertragungswege der Pest im Kontext kriegerischer Truppenbewegungen.
  • Untersuchung der Nürnberger Seuchenpolitik und der Maßnahmen des Rates.
  • Darstellung der Rolle der Bürgerschaft und ihres Umgangs mit der Bedrohung.
  • Bewertung der Auswirkungen von Kriegslasten, Hungersnöten und Flüchtlingsbewegungen auf die Infektionsdynamik.
  • Rekonstruktion der Lebensumstände in der Stadt anhand historischer Quellen und Reglemente.

Auszug aus dem Buch

3.1 Nürnberg im dreißigjährigen Krieg

Auch Nürnbergs Politik im dreißigjährigen Krieg trägt in gewissem Maße einen Anteil am Auftreten und der Beständigkeit der stärksten Pestepidemien, der die Städte im Reich ausgesetzt waren.

Die rund 50.000 Menschen beherbergende Reichsstadt gehörte zum Anfang des Krieges mit Augsburg und Köln noch zu den größten Städten des Reichs. Durch viele durch den Kaiser vergebene Privilegien setzte sich Nürnberg als eine der wichtigsten Handelsmetropolen des Reichs durch. Während die Bürgerschaft Nürnbergs zum größten Teil evangelisch war, versuchte der Rat über lange Zeit die Stadt nach außen neutral zu halten. Zwar war die innerstädtische Politik weiterhin stark evangelisch geprägt, so wurde beispielsweise ein Verbot von katholischen Gottesdiensten ausgesprochen, doch wollte man sich den Kaiser nicht zum Feind machen. Weiterhin unterstützte Nürnberg noch den böhmischen Aufstand mit Darlehen, zog sich jedoch nach dem kaiserlichen Sieg in Böhmen aus der Union zurück und gab sogar Darlehen an die Gegenpartei. Auch Waffenlieferungen gingen über die Zeit des Kriegs hinweg an beide Parteien.

Die wankende neutrale Haltung Nürnbergs sollte doch früher oder später ausgenutzt werden. So übte der Kaiser Druck auf die evangelischen Stände Nürnbergs aus, was zu Konflikten führte. Immer wieder wurde Nürnberg zu Kontributionszahlungen an verschiedene Fürsten auf kaiserlicher Seite gezwungen, welche ihren Teil der Verträge, also die Unterlassung von Einquartierungen, Muster- und Sammelplätzen, nicht einhielten. Im Zuge des Kriegs stiegen die Kriegsschulden von 1,8 Millionen auf ganze 7,5 Millionen. Gerade die Reaktion des Rats auf den finanziellen Engpass sollte die Nürnberger Bevölkerung noch weiter schwächen. Die Einführung von Kriegssteuern, Extraordinari-Interimssteuer, Aufschläge für Pferde, Vieh und Lebensmittel bürdeten der Bürgerschaft und Wirtschaft noch weitere Lasten auf. So häuften sich nach und nach immer höhere Kriegslasten nicht nur finanzieller Natur, da Nürnberg trotz jeglicher Versprechungen und Zahlungen allein in den Jahren 1620-1631 mehr als 100 Durchzüge von Armeen und Trupps unter ligistischer Flagge auszuhalten hatte. Die Folge war die Verarmung und die damit einhergehende Schwächung der Bevölkerung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Kriegspest ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise anhand der Nürnberger Stadtgeschichte.

2. Wege der Ausbreitung der Pest: Dieses Kapitel definiert den Pestbegriff, erklärt die biologischen Grundlagen des Erregers Yersinia pestis und analysiert die Rolle von Truppenbewegungen bei der Verbreitung der Seuche.

3 Die Pest in Nürnberg: Das zentrale Kapitel beleuchtet die spezifische Situation in Nürnberg, unterteilt in die politische Ausgangslage und die behördlichen sowie gesellschaftlichen Reaktionen auf die Epidemie.

3.1 Nürnberg im dreißigjährigen Krieg: Hier wird der Einfluss der Nürnberger Neutralitätspolitik und der finanziellen Kriegslasten auf die Anfälligkeit der Stadtbevölkerung untersucht.

3.2 Umgang mit der Pest: Dieser Abschnitt beschreibt die administrativen Anstrengungen zur Seuchenbekämpfung, insbesondere durch den Rat und medizinische Institutionen.

3.2.1 Der Rat: Diese Unterkapitel detailliert die ordnungspolitischen Maßnahmen, Mandate und das Spitalwesen, die zur Kontrolle der Seuche ergriffen wurden.

3.2.2 Die Bürgerschaft: Dieser Teil widmet sich dem Wissen über die Krankheit, der Miasmentheorie und der religiösen Deutung der Pest durch die Einwohner.

4. Folgen und Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die verheerenden demografischen Auswirkungen zusammen und bewertet das Scheitern der Präventionsmaßnahmen unter dem massiven Druck der Kriegsfolgen.

Schlüsselwörter

Dreißigjähriger Krieg, Pest, Nürnberg, Reichsstadt, Seuchenpolitik, Yersinia pestis, Miasmentheorie, Kriegslasten, Kontributionszahlungen, Spitalwesen, Bevölkerungsschwund, Infektionsdynamik, Hunger, Hygiene, Medizingeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verheerenden Ausbreitung der Pestepidemien in der Reichsstadt Nürnberg während des Dreißigjährigen Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die militärischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Krieges, die städtische Seuchenpolitik und die Reaktionen der Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, welche Faktoren für die Intensität und Frequenz der Pestepidemien in Nürnberg ab 1632 verantwortlich waren und wie der Rat sowie die Bürgerschaft darauf reagierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Quellen, darunter Ratserlässe, zeitgenössische Schriften und Fachliteratur zur Epidemiologie und Stadtgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rolle der Truppenbewegungen, die politische Neutralitätsstrategie Nürnbergs und die medizinischen bzw. ordnungspolitischen Maßnahmen des Rates.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pestilenz, Kriegspest, Nürnberger Stadtpolitik, Kontagionslehre, soziale Not und Bevölkerungslos.

Welche Rolle spielte der Rat bei der Pestbekämpfung?

Der Rat versuchte durch die Einrichtung von Sonderbehörden, strenge Sterbensordnungen, Hygienevorschriften und Quarantänemaßnahmen die Kontrolle zu behalten, scheiterte jedoch oft an der Übermacht der Kriegsfolgen.

Warum war die Pest in Nürnberg so schwer zu kontrollieren?

Durch die Flüchtlingsströme, die Überbelegung, die Nahrungsmittelknappheit und die immense finanzielle Belastung durch den Krieg wurde die Umsetzung der medizinischen Maßnahmen massiv erschwert.

Wie wurde die Pest zeitgenössisch gedeutet?

Die Krankheit wurde primär als Strafe Gottes für die Sünden der Menschen interpretiert, wobei zusätzlich Miasmen und astrologische Konstellationen als Ursachen angeführt wurden.

Was waren die langfristigen Folgen der Epidemien in Nürnberg?

Die Epidemien führten zu einem massiven Bevölkerungsrückgang, der sich über Jahrzehnte hinweg auswirkte und die Geburtenzahlen auf einem historisch niedrigen Niveau hielt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Pest im Dreißigjährigen Krieg
Untertitel
Eine Betrachtung der Stadt Nürnberg
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Anton Drutschmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V1128237
ISBN (eBook)
9783346487902
ISBN (Buch)
9783346487919
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pest dreißigjährigen krieg eine betrachtung stadt nürnberg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anton Drutschmann (Autor:in), 2017, Die Pest im Dreißigjährigen Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128237
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Leseprobe aus  23  Seiten
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