Grundrisse Monetärer Zirkulation und Kritik der Marx'schen Kapitaltheorie


Diplomarbeit, 1993

100 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichniss

I. Einleitung
1. Zum Begriff
2. Zur Unterscheidung
2.1. Free Banking
2.2. Silvio Gesell als Ausgangspunkt einer monetären Zirkulativitätstheorie
2.2.1. Keynes über Gesell
2.2.2. Politisch-ökonomische Standortbestimmung
2.2.2.1. Abgrenzung von Weg und Ziel
2.2.2.2. Produktionsfaktordiskussion
3. Problemeingrenzung und Vorgehensweise

II. Zur Kritik des Geldsystems
1. Geld
2. Kontradiktorische Effekte der Wertaufbewahrungsfunktion
2.1. Von der Einschränkung der Quantitätstheorie
2.2. Zur Kritik des Say'schen Theorems
3. Komperative Neutralitätsanalyse
3.1. Prämonetäre Ökonomie
3.2. Geldwirtschaft
3.2.1. Allientabilität und Akzeptabilität
3.2.1.1. Sozialökonomische Differenzierung
3.2.1.2. Die Nutzung der Notwendigkeit
3.2.2. Strukturell asymmetrische Verwendungsprämierung
3.2.3. Der 'Preis' der Nicht-Neutralität
4. Liquiditätstheoretische Geld- und Zinsanlyse
4.1. Zins als Liquidisierungskosten
4.2. Remanente Liquidisierungskosten
4.3. Produktion der Liquidität
4.4. Der Geldzins als Fehlallokationsmechanismus
4.4.1. Monetäres Recycling
4.4.2. Der Preis als Knappheitsindikator von Gütern
4.4.3. Der Zins als Knappheitsindikator 'sofortiger Verfrügungsrechte' über Güter
5. Kapital, Krise und Ökologie
5.1. Monetäre Kapitaltheorie
5.1.1. Primärer und sekundärer Kapitalcharakter
5.1.2. Geldkapitalzins und Sachkapitalertrag
5.2. Monetäre Krisentheorie
5.2.1. Wachstumszwang
5.2.2. Der Krisenmechanismus
5.2.3. Ökologie: Wirtschaftlichkeit oder Rentabilität

III. Inkonsistenzkritik der Geldrelevanz in der Marx'schen Kapitaltheorie
1. Die Verwirklichungsbedingungen der Arbeit
1.1. Der Kapitalvorschuß und der 'Händewechsel'
1.2. Geldzins und 'industrieller Profit'
1.3. 'Fungierender Kapitalist' und 'funktionsloser Investor'
2. Der Doppelcharakter des Geldes
2.1. Geld als Äquivalentform der Ware
2.1.1. Wertmaß und Zahlungsmittel
2.1.2. Schatzbildung
2.2. Geld als Nicht-Äquivalent der Ware
2.2.1. Gesellschaftliche Macht in privater Hand
2.2.2. Asymmetrie von Kauf und Verkauf: James Mill
2.2.3. Egalisierung durch Abstraktion
2.2.4. Die Voraussetzung der Mehrwertaneignung
2.2.5. Der Wert des Geldes
2.2.6. Letztendlich: Die juristische Transaktion

IV. Postkapitalistische Geldpolitik
1. 'Carrying costs' für Geld: Freigeld
1.1. Das Konzept
1.2. Die Wirkung
2. Freigeld in der Praxis
2.1. Renovatio Monetarum: Freigeld 'by accident'
2.2. Die 'Wära-Tauschgesellschaft'
2.3. Das Nothilfeprogramm von Wörgl

V. Kritisches Resümee

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

1. Zum Begriff

Der Titel dieser Arbeit ist entlehnt von Hugo Godschalk, der Proudhon und den sich auf diesen beziehenden Silvio Gesell, sowie den in seinen Schriften ebenfalls auf Proudhon zurückführbaren Heinrich Rittershausen, als Zirkulativitätstheoretiker bezeichnet.[1]

Diese Zirkulativitätstheoretiker versuchen "... Konstruktionsfehler der Geldordnung, wodurch Geld seine eigentliche Funktion als Tauschmittler nur unzureichend erfüllen kann ...",[2] als die wesentlichen systematischen bzw. strukturellen Dysfunktionalitäten der als Kapitalismus bezeichneten Wirtschaftsordnung zu identifizieren und in ihren Folgen - in Form von Kreislaufstörungen ökonomischer Austausch- und Transaktionsprozesse - zu analysieren.

Da entsprechend auch der positive Aspekt dieser Zirkulativitätstheorie sein Hauptaugenmerk auf Veränderungen des bestehenden Geldsystems richtet, erscheint m.E., in Anbetracht einer vornehmlich monetären Orientierung, der Begriff 'Monetäre Zirkulativitätstheorie' angebracht.

2. Zur Unterscheidung

Wenn auch sowohl Rittershausen als auch Gesell von der Kernaussage der proudhon'schen Geldbetrachtung ausgehen, das Geld als der 'König des Marktes' habe nicht nur die Eigenschaft eines 'Schlüssels ', sondern ebenso die Funktion eines 'Riegels' zum Markt,[3] so sind doch die aus ihnen hervorgehenden Richtungen ökonomischer bzw. monetärer Analyse, und die darauf gründenden positiven Theorieansätze und geldpolitischen Konzepte grundsätzlich zu unterscheiden.

2.1. Free Banking

Aus den Schriften von Rittershausen ging - kurz gesagt - die, beispielsweise von George A. Selgin so benannte, 'Theory of free Banking'[4] hervor, die vor allem das Phänomen Arbeitslosigkeit, als ein wesentliches Symptom dysfunktionaler Allokations- und Distributionsprozesse im Kapitalismus, auf die staatlich monopolisierte Emission von Banknoten und deren Annahmezwang zurückführt.[5]

Das unter staatlichem Monopol emitierte 'Zwangsannahmegeld' sei seiner Aufgabe, Leistungsangebot und Leistungsbedarf zu vermitteln nicht gewachsen, das, sofern es "... nicht in das Wasser der Inflation springen will, ... in das Feuer der Deflation geworfen ..."[6] werde:

Inflation bedinge aus Sicht der Produzenten und Realwertbesitzer Unattraktivität des Austauschs von Realwerten in Geldwerte. Der Anreiz sinkt Leistungspotentiale zur Leistungserstellung zu nutzen. Deflation schaffe für Geldwertbesitzer den Anreiz, den Austausch in Realwerte aufzuschieben, also Leistungspotentiale nicht 'abzurufen'. In beiden Fällen komme es so zu einer Unterversorgung mit 'geeigneten' Zahlungsmitteln.[7]

Diese Anfälligkeit für Disfunktionalitäten in seinen Vermittlungsdiensten wiese nur das monopolisiert emitierte 'Zwangsannahmegeld' auf. Daraus leitet sich die Forderung nach "... competetive supply of money ... einer wettbewerblichen Geldemission ..."[8] unter einem einheitlichen Währungsstandard ab.[9] Die Wirkung sei, daß solche unter Konkurrenz emitierten Banknoten aus der Volkswirtschaft verdrängt werden, die (relativ) ungeeignet sind, Austauschprozesse zu ermöglichen. Und zwar durch die Konkurrenz solcher Emittenten, deren Geld dazu besser geeignet ist:[10]

'Inflationiert' ein Emittent seine Geld- bzw. Zahlungsmittelemission sinkt die Annahmebereitschaft bei Realwertbesitzern, Produzenten und Verkäufern. 'Verknappt' ein Emittent seine Zahlungsmittel um sie 'teuer' zu machen, so werden kreditbedürftige Produzenten zur 'billigeren' Emissionskonkurrenz wechseln. Das bewirke die Unmöglichkeit einer künstlichen Verknappung und Deflationierung, weil die Zurückhaltung von - oder die Unterversorgung der Marktteilnehmer mit - Zahlungsmitteln durch einen Emittent immer zur Substitution durch Konkurrenzemissionen führe.[11]

Konkurrierende Emission bedinge somit, daß allgemein Zahlungsmittel, die für Austauschprozesse unattraktiv sind, weil sie in ungeeigneter Weise emitiert werden, ihre Zahlungsmitteleigenschaft in dem Maße verlieren, in dem die Nachfrage nach ihnen zurückgeht, und dadurch sozusagen ihr Kurs gegenüber der Währung und relativ zu den 'geeigneten' Zahlungsmitteln, die die Marktanteile der 'ungeeigneten' übernehmen, sinkt.[12] Zugleich bleibe die Währung, die als Folge der Trennung vom Zahlungsmittel ausschließlich als Maßstab oder Index fungiert, in dem sich die Preise von Realwerten ausdrücken, stabil.[13] Zusammengenommen könne es dann keinen durch das Geldsystem induzierten Zustand mehr geben, in dem durch eine Unterversorgung mit 'geeigneten' Zahlungsmitteln, Leistungspotentiale ungenutzt blieben, solange noch ungedeckter Bedarf besteht.[14]

Da der wesentliche Zweck der Darstellung dieses 'anderen' zirkulativitätstheoretischen Ansatzes darin besteht, ihn von der auf Gesell zurückgehenden Richtung unterscheiden und abgrenzen zu können, nicht aber um sie zum Schwerpunkt dieser Arbeit zu machen, soll im Rahmen dieser Arbeit die 'THEORY OF FREE BANKING' nicht weiter vertieft werden:

Die Basis der im Rahmen dieser Arbeit versuchten Darstellung der 'Grundrisse einer monetären Zirkulativitätstheorie' soll vielmehr die auf Gesell fußende - von Gerhard Senft so betitelte[15] - 'libertär-sozialistische Variante des Freiwirtschaftsmodells' sein, die im Gegensatz zur 'Theory Of Free Banking', weniger das staatliche Emissionsmonopol und den Annahmezwang thematisiert - es im Gegenteil als nützlich betrachtet -, sondern vornehmlich die Geldeigenschaften und das Emissionskonzept, sowie als einen zweiten Aspekt auch Konstruktionsfehler der Bodenordnung kritisiert,[16] der jedoch, obgleich Gesell beide Aspekte in ihrer bestehenden Form als systematische Stützen eines kapitalistischen Wirtschaftssystems betrachtete, gleich der 'Theory Of Free Banking', nicht weiter behandelt wird.

2.2. Silvio Gesell als Ausgangspunkt einer monetären Zirkulativitätstheorie

2.2.1. Keynes über Gesell

Da bereits eine Vielzahl einleitender Schriften zur Person Gesells und seiner geld- und zinstheoretischen Kritik, sowie seinen daraus resultierenden Politikvorschlägen existiert, soll an dieser Stelle keine weitere hinzugefügt, sondern in Form eines längeren Zitats auf einen Beitrag von John Maynard Keynes zurückgegriffen werden:

"Gesell war ein erfolgreicher deutscher Kaufmann in Buenos Aires, der durch die Krise der späten achziger Jahre ... zur Erforschung der geldlichen Probleme geführt wurde. Sein erstes Buch, Die Reformation im Münzwesen als Brücke zum sozialen Staat, wurde 1891 in Buenos Aires veröffentlicht. Seine grundlegenden Anschauungen über das Geld wurden im gleichen Jahr in Buenos Aires unter dem Titel Nervus Rerum veröffenlicht ... Der erste Teil seines Standardwerkes wurde 1906 in Les Hautes Geneveys in der Schweiz unter dem Titel Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag veröffentlicht und der zweite Teil 1911 in Berlin unter dem Titel Die neue Lehre vom Zins. Beide Teile zusammen wurden in der Schweiz während des Krieges (1916) veröffentlicht und erreichten eine sechste Auflage während seines Lebens unter dem Titel Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld. Die englische Ausgabe erschien unter dem Titel The Natural Economic Order. Im April 1919 trat Gesell dem kurzlebigen Sowjet-Kabinett Bayerns als dessen Finanzminister bei und wurde danach vor ein Kriegsgericht gestellt. ...

... Gesells besonderer Beitrag zur Theorie des Geldes und der Zinsen ist wie folgt. Erstens unterscheidet er deutlich zwischen dem Zinsfuß und der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, und er legt dar, daß es der Zinsfuß ist, welcher der Wachstumsrate des Realkapitals eine Grenze setzt. Dann hebt er hervor, daß der Zinsfuß eine rein geldliche Erscheinung ist, und daß die Eigentümlichkeit des Geldes, von der die Bedeutung des Geldzinsfußes herrührt, in der Tatsache liegt, daß ihr Besitz als Mittel, Reichtum aufzuspeichern, dem Besitzer unbedeutende Durchhaltekosten verursacht, und daß die Formen von Reichtum, wie Vorräte von Waren, die Durchhaltekosten bedingen, tatsächlich wegen des vom Geld gesetzten Standarts einen Ertrag abwerfen. Er führt die verhätnismäßige Beständigkeit des Zinsfußes durch alle Zeitalter als Beweis an, daß er nicht von rein stofflichen Kennzeichen abhängen kann, da die Schwankungen des letzteren von einem Zeitabschnitt zum anderen unberechenbar größer als die beobachteten Änderungen im Zinsfuß gewesen sein müssen; daß heißt ... der Zinsfuß ... ist beständig geblieben, während die stark schwankenden Kennzeichen, die tatsächlich die Tabelle der Grenzleistungsfähigkeit des Ka pitals bestimmen, nicht den Zinsfuß bestimmt haben, sondern die Rate, zu welcher der (mehr oder weniger) gegebene Zinsfuß dem Bestand an Realkapital zu wachsen erlaubt. ...

Er [Gesell] legt dar, daß die Vermehrung von Realkapital durch den Geldzinsfuß aufgehalten wird, und daß, wenn dieses Hemmnis beseitigt würde, die Vermehrung von Realkapital ... so rasch sein würde, daß ein Nullgeldzinsfuß ... innerhalb einer verhältnismäßig kurzen Zeit gerechtfertigt sei würde. Die Hauptnotwendigkeit ist somit eine Senkung des Zinsfußes, ... dadurch ..., daß man veranlaßt, daß das Geld Durchhaltekosten bedingt ...

... Das führt ihn zu dem berühmten Vorschlag von 'gestempeltem' Geld, mit dem sein Name hauptsächlich in Zusammenhang gebracht wird, und der die Zustimmung von Professor Irving Fisher erhalten hat. Nach diesem Vorschlag würden Banknoten ... ihren Wert nur bewahren, wenn sie jeden Monat ... gestempelt wurden. Der Preis [des Stempelns] ... sollte ... ungefähr gleich dem Überschuß des Geldzinzsfußes ... über diejenige Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals sein, die einer Rate der Neuinvestitionen, die mit Vollbeschäftigung vereinbar ist. ... Der hinter dem gestempelten Geld liegende Gedanke ist gesund."[17]

2.2.2. Politisch-ökonomische Standortbestimmung
2.2.2.1. Abgrenzung von Weg und Ziel

Neben dem geld- und zinstheoretischen Ansatz Gesells ist seine politisch-ökonomische Ausrichtung und der einer darauf basierenden monetären Zirkulativitätstheorie ebenfalls in den Ausführungen Keynes' erkennbar, der Gesells Engagement als 'Volksbeauftragter für das Finanzwesen' in der ersten, von Kurt Eisner dominierten, Regierung der bayrischen Räterepublik erwähnt[18] - in die er auf Vorschlag von Ernst Niekisch, Gustav Landauer und Erich Mühsam aufgenommen wurde -[19] und ihm eine sozialistische Orientierung zuschreibt, dabei aber die Abgrenzung Gesells zu Marx hervorhebt:

"Der Zweck ... kann als die Aufstellung eines anti-marxistischen Sozialismus beschrieben werden, eine Reaktion gegen das laissez-faire, auf theoretischen Grundlagen aufgebaut, die von jenen von Marx grundverschieden sind, indem sie sich auf eine Verwerfung, statt auf eine Annahme der klassischen Hypothesen stützen, und auf eine Entfesselung des Wettbewerbs, statt auf seine Abschaffung. Ich glaube, daß die Zukunft mehr vom Geiste Gesells als von jenem von Marx lernen wird."[20]

Darüber hinaus können auch Gesells Zielvorstellungen grob mit Keynes' Worten beschrieben werden, nämlich "... den sanften Tod des Rentners ... und folglich den sanften Tod der sich steigernden Unterdrückungsmacht des Kapitalisten, den Knappheitswert des Kapitals auszubeuten",[21] herbeizuführen, was Gesell selbst als die "... Beseitigung des arbeitslosen Einkommens, des sogenannten Mehrwerts, auch Zins und Rente genannt, ... das unmittelbare Ziel aller sozialistischen Bestrebungen ..."[22] beschreibt.

Die von Keynes vermutete Abgrenzung zu Karl Marx deutet sich durch Gesells Hinweis an, er sei zur Erreichung seiner Ziele "... auf die gleichen Wege geraten, die Proudhon wandelte...":[23]

Nach Gesell schlage "Marx’ Untersuchung des Kapitals ... von Anfang an den falschen Weg ein". Denn der betrachte, "wie der erste Bauer es macht ... das Kapital als ein Sachgut" und sehe "... im Mehrwert einen Raub, die Frucht des Mißbrauches einer Macht, die der Besitz gibt".[24] Deshalb müsse Marx annehmen, daß "... mit jeder Vermehrung dieser Sachgüter das Kapital entsprechend gestärkt"[25] werde, weshalb "Marx' Ausweg ... die durch Organisation zu schaffende politische Übermacht der Besitzlosen"[26] sei.

Im Gegensatz dazu sei Proudhons Weg "... die Beseitigung des Hindernisses, das uns von der vollen Entfaltung unser Produktionskraft abhält".[27] Ein 'Geld ohne Mehrwert'[28] führe zur 'Befreiung der Marktwirtschaft vom Kapitalismus',[29] indem, noch einmal mit Keynes' Worten, davon ausgehend, daß nur deshalb "... Besitzer von Kapital ... Zinsen erhalten, ... weil das Kapital knapp ist ... wir auf eine Vermehrung der Menge des Kapitals zielen, bis es aufhört knapp zu sein, so daß der funktionslose Investor nicht länger einen Bonus erhalten wird ..."[30] und - so Gesell - "... das Kapital bald in einer Kapital-Überproduktion (nicht mit Warenüberproduktion zu verwechseln) ersticken würde",[31] "... die Produktionsmittel ihre Kapitaleigenschaft einbüßen", und somit die 'Arbeiter' - das ist nach Gesell "... jeder der vom Erfolg seiner Arbeit lebt - ... das Recht auf den vollen, gemeinsamen Arbeitsertrag ..."[32] verwirklichen.

2.2.2.2. Die Produktionsfaktordiskussion

Die oben beschriebene - besonders durch die Einschätzung von Keynes, sowie Gesells eigene Bezugnahme auf Proudhon, gestützte - politisch-ökonomische Ausrichtung Gesells wird noch durch den Standpunkt betont, den die zirkulativitätstheoretische Literatur in der 'Produktionsfaktordiskusssion einnimmt, was nachfolgend in teilweise leicht humoristischer Form, in Anlehnung an Otto Valentin, dargestellt sei:

"Im Gegensatz zu den Naturvorgängen wickelt sich der Wirtschaftsprozeß nicht selbsttätig ab, sondern erfordert ein Tun, ein Handeln des Menschen. Diese Wirtschaftstätigkeit ... benützt ... Dinge der Außenwelt, die Gegenstand des Wirtschaftens und daher Objekte der Wirtschaft sind. ... Da das Wirtschaften eine Tätigkeit ist, da ferner eine andere Tätigkeit als die Produktions- und Verbrauchstätigkeit im Bereiche der Wirtschaft weder erkennbar noch denkbar ist, und nur der Mensch diese Tätigkeit ausübt, kann nur der Mensch als Subjekt der Wirtschaft anerkannt werden."[33]

Im "schraffen Widerspruch" dazu stehe die, Arbeit, Boden und Kapital gleichsetzende Lehre von den drei Produktionsfaktoren, dernach "... nicht ein Subjekt, sondern drei Subjekte der Wirtschaft, Produktionsfaktoren genannt," existieren, unter denen proportional zu ihrem Leistungsbeitrag "... der große Kuchen des Sozialprodukts ..." verteilt werde. Dabei sei es der Leistungsbeitrag der neben Arbeit existierenden Produktionsfaktoren, Produktionsmöglichkeit und Erfolg wesentlich zu beeinflußen, was, wie gesagt in leicht humoristischer Form, widerlegt werden soll:

"Was das Kapital betrifft, so hat man aus der Tatsache, daß ein und dieselbe Tätigkeit je nach den Umständen, unter denen sie sich vollzieht und je nach den Hilfsmitteln, deren sie sich bedient, einen sehr verschiedenen Erfolg zeitigt, auf keinem Gebiet menschlicher Tätigkeit jemals den Schluß gezogen, daß jene Umstände oder Hilfsmittel eigene Leistungen verrichten. Auf gebahntem Wege kommt man rascher vorwärts, als über Stock und Stein. Was würde man dazu sagen, wenn jemand aufgrund dieser Tatsache erklären wollte, man müsse zwischen der Gehleistung des Menschen und ... des Weges unterscheiden: der Mensch geht und der Weg geht, beide gemeinsam legen in der gleichen Zeit eine größere Strecke zurück als der Mensch allein. ... Niemand bestreitet, daß es ... Gehleistungen des Weges ... nicht gibt. Nur beim Produzieren will man das ... nicht gelten lassen, sondern spricht den toten Produktionsmitteln Boden und Kapital Produktionsleistungen zu."[34]

Der Grund dafür sei der Versuch einer "... sozialethischen Rechtfertigung des Zinses ...",[35] durch diese Lehre der drei Produktionsfaktoren, die, weil nur ein Produktionsfaktor Leistungen verrichte, Kapital als Produktionsfaktor konstruiere, um die Zahlung von Kapitalzins als eine Gegenleistung zu begründen:[36] Dadurch trete "... die Nationalökonomie ..., solange sie sich zu dieser Irrlehre bekennt, als Hüterin persönlicher Interessen auf. Das ist der schwerste Vorwurf, den man einer Wissenschaft machen kann".[37]

Die tiefergehende Analyse sowohl der ökonomischen Wurzeln als auch der gesellschaftsphilosophischen Fundierung, beispielsweise in den Schriften Landauers,[38] Mühsams[39] und auch des 'individual-anarchistischen Egoismustheoretikers' Max Stirner,[40] ginge über den Rahmen dieser Arbeit hinaus. Zudem erfüllen m.E. die obigen Darstellungen zu genüge den Zweck, die politisch-ökonomische Perspektive zu verdeutlichen, aus der die Richtung der hier darzustellenden monetären Kritik und Politik hervorgeht.

3. Problembeschreibung und Vorgehensweise

Dem aus den Titel dieser Arbeit resultierenden Anspruch, die Grundrisse einer monetären Zirkulativitätstheorie darzustellen, soll dadurch entsprochen werden, daß die von Gesell ausgelöste Diskussion in der zirkulativitätstheoretischen Literatur in einer Form erörtert wird, die versucht den 'roten Faden' der in der relevanten Literatur oftmals divergierenden Aussagen[41] zu betonen, um dadurch in ihren Grundlagen die Kritik einer monetären Zirkulativitätstheorie an einem als 'kapitalistisch' bezeichneten Wirtschaftssystem einheitlich zu profilieren.

Die oben angeführte Kritik an der sozialethischen Rechtfertigung des Zinses bedingt für diese 'Profilierung' einen weitgehenden Verzicht auf solche, in der zirkulativitätstheoretischen Diskussion verbreiteten, 'wissenschaftlichen Krücken', die gleichfalls ihre geld- und zinstheoretische Kritik sozialethisch, beispielsweise mit einem 'Grundsatz der wirtschaftlichen Gerechtigkeit',[42] begründen.

Der Kern des analytischen Aspekts - und daher auch ein wesentliches Ziel dieser Arbeit - besteht darin, das bestehende Geldsystem als die, die 'kapitalistische' Wirtschaftsordnung konstituierende Institution zu identifizieren, und darüber hinaus deren allokative Dysfunktionalität zu beweisen - was notwendig einen Maßstab der Funktionalität, nicht zuletzt auch für eine aus der Dysfunktionalität abgeleiteten monetäre Politik erfordert:

Dieser Maßstab resultiert aus einer, in der zirkulativitätstheoretischen Literatur gebräuchlichen, modelltheoretischen Unterscheidung zwischen einer analytisch - nicht historisch - 'prämonetären' und einer monetisierten Ökonomie: Der Nutzen wirtschaftlicher Aktivitäten messe sich durch ihren Beitrag zur Bedürfnisbefriedigung. Dabei ist Geld dann funktional, wenn es aus der Sicht eines analytisch prämonetären Leistungsaustausches, als Mittel der Vermittlung des Leistungsaustausches dem Zweck dient, durch die Reduktion von Informations- und Transaktionskosten, Produktions- und Konsumptionsziele in realen - d.h. nicht monetären - Kategorien zu erweitern oder mit geringerem Aufwand zu erreichen.[43] Damit wird im Grunde das zum Maßstab der Funktionalität, zum angestrebten Soll-Zustand, was als Ist-Zustandsvermutung der Klassik-Neoklassik von der Zirkulativitätstheorie kritisch entschleiert wird: Geld als Schleier über dem realwirtschaftlichen Prozeß von Konsum, Produktion und Transaktion, dem es als 'Schmiermittel' dient, den es aber nicht strukturell verändert.

Die Darstellung des analytischen Aspekts erfolgt, in Teil II, zunächst durch eine eng an Gesell angelehnte geldtheoretische Herleitung des Zinses und und einer daraus abgeleiteten Kritik der Quantitätstheorie und des Say’schen Theorems, als die scheinbaren Säulen des geldtheoretischen 'Schleiers' der Klassik-Neoklassik.

Darauf hin wird versucht die 'Entschleierung' durch eine 'komperative Neutralitätsanalyse' zu stützen, die darauf abzielt die Nicht-Neutralität des Geldes herauszuarbeiten, um dann über eine liquiditätstheoretisch fundierte Zinserklärung den Zins als Fehlallokationsmechanismus zu beschreiben, und darüber hinaus, ergänzt um den kapitaltheoretischen Aspekt der monetären Zirkulativitätstheorie, den im nicht-neutralen Geld bzw. Geldsystem angelegten Krisenmechanismus zu thematisieren.

Anknüpfend an den alten Streit zwischen dem 'Elend der Philosophie' und der 'Philosophie des Elends' wird im folgenden Teil III eine Kritik an der Behandlung und Gewichtung geldtheoretischer Aspekte bei Marx vorgenommen, die den in der zirkulativitätstheoretischen Literatur verbreiteten Vorwurf insbesondere geldtheoretischer Inkonsistenz untermauern soll. Die perspektivische Darstellung bedingt jedoch, daß Marx zwar zitiert wird, aber nicht zu Wort kommt. Denn die primäre Aufgabenstellung hierbei wird sein, ebenfalls im Sinne einer Profilierung, die verschiedenen Kritikansätze in der zirkulativitätstheoretischen Literatur zu systematisieren. Vernachlässigt wird dabei eine tiefergehende Kritik der Marxschen 'Goldgeldtheorie' und seiner Werttheorie.

Unberücksichtigt bleibt ebenfalls eine explizite, gesonderte Auseinandersetzung mit den anderen ökonomischen Schulen z.B. dem Keynesianismus; der teilweise jedoch als 'Formulierungshilfe' herhalten muß. Eine kritische Betrachtung der Klassik-Neoklassik, als der zur Zeit 'herrschenden Lehre' erfolgt dagegen durchgehend, teilweise auch explizit, über die Profilierung der monetären Zirkulativitätstheorie, die in wesentlichen Punkten, etwa dem Gegenwartspräferenzansatz, der allokativen Funktion des Zinses und der Neutralität des Geldes, klassisch-neoklassische Aussagen verwirft.

Ausgehend vom analytischen Aspekt der monetären Zirkulativitätstheorie wird, in Teil IV, die Konzeption einer aus der Kritik abgeleiteten 'postkapitalistischen' Geldordnug besprochen, sowie einige Ansätze ihrer Realisierung in der Praxis.

War bisher die Darstellungsmethode dadurch gekennzeichnet, den Stand der zirkulativitätstheoretischen Diskussion wiederzugeben und dabei im Sinne einer 'Profilierung' weniger die Divergenzen als vielmehr die grundlegenden Übereinstimmungen zu betonen, sowie z.T. daraus folgend, all das auf eine Weise zu bewerkstelligen, die überwiegend der Argumentationsperspektive der zirkulativitätstheoretischen Diskussion folgt, so kommt es, davon abweichend, zum Schluß, in Teil V, zu einem 'kritischen Résumé', das es erlaubt 'offene Fragen' nicht getrennt in jedem Teilbereich, sondern im Zusammenhang diskutieren zu können. Dabei werden auch einige implizite Prämissen einer in Teilbereichen neoklassischen Denk- bzw. Argumentationsweise der monetären Zirkulativitätstheorie bezüglich nicht- monetärer Kategorien, kritisch thematisiert.

II. Zur Kritik des Geldsystems

Die bisherige, gemessen an der Vorgabe, Mittel zum Zweck einer bedarfsgerechten Distribution von 'Gebrauchswerten' zu sein, 'suboptimale' Funktionsweise der marktwirtschaftlich koordinierten, arbeitsteiligen Aktivitäten der Wirtschaftssubjekte, die in Form von Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit und Verschuldung, eine zu dieser Vorgabe diametral entgegengesezte Wirkung erzielt, sieht die Zirkulativitätstheorie weder in der marktwirtschaftlich koordinierten Allokation knapper Ressourcen, noch in den arbeitsteiligen Aktivitäten selbst begründet, sondern in dem, zur Koordination der wirtschaftlichen Aktivitäten zwar notwendigen, in seiner bisherigen Form aber durch strukturelle Dysfunktionalitäten gekennzeichnetem Geld bzw. Geldsystem, dessen Wirkung über die Zirkulationssphäre auf Produktion und Konsumption einwirke.[44]

1. Geld

Das derzeitige Geld stelle eine unter staatlichem Monopol emitierte monetäre Anwartschaft auf das Sozialprodukt dar, die, von "... sämtlichen Personen-, Sach- und Zeitvariablen" abstrahierend, versehen nur mit dem durch den Währungsnamen bezeichneten zu verrechnenden Geldbetrag, als "... verkehrsgünstiges Verrechnungsmittel"[45] fungiere.

Dabei sei ausschließlich solches von der Zentral- bzw. Notenbank emitiertes Geld relevant. Sichteinlagen seien eine Form der 'Aufgabe von Liquidität', also, wenn auch sehr kurzfristig rückforderbare, Geldforderungen bzw. Ansprüche auf Geld, deren buchungstechnische Übertragung auf andere Konten einer Anspruchsübertragung gleichkäme. Geld sei Anspruch auf Teile des Sozialprodukts, Geldforderungen Ansprüche gegenüber Wirtschaftssubjekten auf die Hergabe von Ansprüchen auf solche Teile des Sozialprodukts. Solche Geldforderungen seien deshalb nur alternativ, nicht additiv nachfragewirksam. Buchgeld sei letztendlich nur eine buchungstechnische Dokumentation der Umlaufgeschwindigkeit einer bestimmten Geldbasis in einer bestimmten Zeit. Buchgeld sei immer nur relative Liquidität, bezogen auf Geld als die absolute Liquidität.[46]

Dieses Geld erscheine in seinen verschiedenen ihm zugedachten Aufgaben multifunktional, als Zahlungs- und Tilgungsmittel bzw. Tauschmedium oder 'Zirkulationsmittel', als Recheneinheit bzw. Währung und als Mittel zur Wertaufbewahrung bzw. zur Speicherung von Kaufkraft:

"Die funktionalistische Geldauffassung nennt die Tauschmittel- und Zahlungsmittelfunktion, die Funktion als Recheneinheit oder Wertmesser sowie die Wertaufbewahrungsfunktion ..."[47]

2. Kontradiktorische Effekte der Wertaufbewahrungsfunktion

Aus zirkulativitätstheoretischer Sicht ist diese Dreieinigkeit der Geldfunktionen widersprüchlich, insbesondere aufgrund der derzeitigen Form der Wertaufbewahrungsfunktion werde das Geld als Mittel der Zirkulation zugleich ein Mittel zur Unterbrechung derselben:[48]

Entgegen der klassisch-neoklassischen Annahme, Geldhaltung sei über ein reines Transaktionsmotiv hinaus, aufgrund der durch die Zinserträge von Anlagealternativen entstehenden Oppurtunitätskosten eine irrationale Ausnahmeerscheinung, erhalte die Wertaufbewahrungsfunktion dadurch nicht nur konsekutiven,[49] sondern im derzeitigen Geldsystem faktisch konstitutiven Charakter. Denn der Zins werde gerade dadurch erzwungen, daß der Geldbesitzer als Entscheider über die Verwendung des Geldes, die Option zur Geldhaltung wahrnehmen könne.[50] Durch den Zins kaufe der Geldnehmer, als Anbieter einer Anlagealternative, dem Geldgeber sozusagen die Option zur Geldhaltung ab. Insofern werde die Fähigkeit bzw. Unfähigkeit des Geldes, insbesondere seine Funktion als Tauschmedium und Zahlungsmittel im realwirtschaftlichen Leistungsaustausch zu entfalten, wesentlich von der Wertaufbewahrungsfunktion bestimmt.[51]

Die Option zur Geldhaltung und die Notwendigkeit, diese dem Geldgeber abzukaufen, resultiere aus der Eigenschaft des Geldes auf der einen Seite ohne 'Durchhaltekosten' vom Markt zurückgehalten werden zu können, während auf der anderen Seite dieses Geld für den Austausch von Waren notwendig ist, "... die ihrem Erzeuger nur als Tauschmittel von Nutzen sind ..." und bei Zurückhaltung ihren Besitzern Durchhaltekosten aufbürden, so daß für "... den weitaus größten Teil der Arbeitsprodukte ... der Verkaufszwang bedingungslos"[52] sei:

"Widersteht er [der Besitzer der Arbeitsprodukte] diesem Zwange, so wird er bestraft, und die Strafe vollstreckt sein Eigentum, die Ware. ... Dabei ist zu bedenken, daß unausgesetzt neue Waren auf den Markt kommen, ... daß der Besitzlose durch den unmittelbaren Hunger gezwungen ist, täglich zu arbeiten."[53]

Da aber die marktliche Koordination einer arbeitsteiligen Produktion

"... den Absatz, den gegenseitigen Austausch der Arbeitserzeugnisse,"[54] durch die Vermittlung des Geldes bedinge, sei die "... Nachfrage nach Waren ... außschließlich durch das Geld vertreten".[55] Deshalb bestehe seitens der Produzenten, in Folge des Angebotszwangs ihrer Ware, eine Zwangsnachfrage nach Geld:

"Die Ware muß also gegen Geld verkauft werden, d.h., es besteht einen Zwangsnachfrage nach Geld, die genau ebenso groß ist, wie der Vorrat an Waren, und der Gebrauch des Geldes ist darum für alle genau ebenso unentbehrlich, wie die Arbeitsteilung für alle vorteilhaft ist. Je vorteilhafter die Arbeitsteilung, umso unentbehrlicher das Geld".[56]

Somit sei das Angebot von Waren (inkl. der Arbeitskraft), also die Nachfrage nach Geld, faktisch eine "... willenlose Handlung ... [:]... Ohne Ware kann man die Handlung, die im Angebot liegt, nicht vollführen, und mit Waren muß man sie vollführen."[57]

Demgegenüber ist das Angebot von Geld, also die Nachfrage nach Waren, bzw. die Nachfrage nach Alternativen der Geldhaltung, d.h. die Überlassung geldvermittelter 'Nachfragekompetenz' an Wirtschaftssubjekte mit bspw. aufgrund geplanter Investitionen bestehendem Bedarf an Waren und Gütern,

"... von solchem Zwange befreit",[58] da hierbei "... der Wille des Geldbesitzers zur Geltung"[59] komme, der "... dank der Beschaffenheit des herkömmlichen Geldes, die Nachfrage [also das Angebot des Geldes] von einem Tage, von einer Woche, ja sogar von einem Jahre zum anderen verschieben kann, ohne unmittelbare Verluste zu erleiden".[60]

"Weil dieses Verhältnis den Warenbesitzer in Abhängigkeit vom Geldbesitzer bringt ...",[61] verursache dieser Unterschied - einerseits "... der Ware anhaftender Zwang beim Angebot; Freiheit ... von der Zeit bei der Nachfrage" andererseits - den Zins, den der Geldgeber aufgrund dem geldbedingten "... Vorrecht, vom Markte fernbleiben zu können" vom Geldnehmer, der "... diese Freiheit bezahlen ..." müsse, zu verlangen imstande sei:

"Ohne diesen Tribut wird kein Geld angeboten." Indem somit nur der Zins zum Geld führe, das für den Warenaustausch notwendig - und damit auch für die Produktion und Konsumtion bestimmend - sei, werde "... der Zins die allgemeine Voraussetzung des Warenaustausches. Ohne diese Abgabe kein Tausch."[62]

2.1. Von der Einschränkung der Quantitätstheorie

Sofern der Zins darin begründet liege, daß im Gegensatz zum Angebotszwang der Produzenten bzw. deren Produkte, und der dadurch bedingten Zwangsnachfrage nach Geld, der Geldgeber nicht unter solchemAngebotszwang steht, impliziere dies unter den Bedingungendesderzeitigen Geldsystems, eine zumindest nur eingeschränkte Gültigkeit der Quantitätstheorie.[63]

Denn als Folge der Zurückhaltbarkeit des Geldes werde fraglich, ob "... wir das Angebot von Geld derart mit dem Geldbestand für eins erklären"[64] können, daß "... dieses Geldangebot nun auch so ununterbrochen, wie der Geldbestand eine feste (kontrollierbare) Größe ist" - was sich an der Preisniveaustabilität messen ließe-[65] undsomit "... dieverkörperte,scharfgeschnittene Gestalt der Nachfrage" sei, "... wie die Ware das verkörperte, wägbare, berechenbare Angebot ist".[66]

Da hierbei aber neben "... der Größe des Geldbestandes" auch die ". .. Schnelligkeit des Geldumlaufes"[67] zu berücksichtigen sei, erweise sich, aufgrund der Option zur Geldhaltung, das nachfragende Geldangebot nicht als vom jewieligen Emitenten, z.B. der Zentralbank, kontrollierbar, auch wenn "... der Geldvorrat ... für das Geldangebot nicht gleichgültig"[68] sei, sondern als bedingt durch die Ziele der 'Kassenhalter', die den Multiplikator bestimmen, und somit mangels Sicherheit über den tatsächlichen Umlauf der in Verkehr gebrachten Geldmenge, als nur eingeschränkt steuer- und berechenbar:[69]

"Während der Geldvorrat oft unverändert bleibt, ist das Geldangebot den größten Schwankungen unterworfen".[70]

Zudem sei durch die Abhängigkeit der Umlaufgeschwindigkeit von den Geldhaltern, "... beim Gelde eine untere Grenze überhaupt nicht zu erkennen, es sei denn, daß man Null als diese untere Grenze ansehen will".[71] Statt der "... Primitivgleichung der Quantitätstheorie: alles Geld kauft alle Ware",[72] werde so auch der Extremfall, alles Geld kauft keine Ware, möglich, so daß zusammengenommen der Mangel der klassisch-neoklassischen Quantitätstheorie in der Konstantsetzung der am wenigsten konstanten Bedingung, der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, gesehen werden kann:

"Die Quantitätstheorie, die für alle Waren ohne wesentliche Einschränkung als richtig anerkannt wird, hat man auch auf das Geld übertragen und gesagt, daß der Preis des Geldes vom Geldvorrat bestimmt wird; doch hat die Erfahrung gezeigt, daß das Geldangebot vom Geldvorrat nicht so beherrscht wird, wie für solche Quantitätstheorie vorausgesetzt wird.... Wenn aber ... das Geldangebot nicht regelmäßig und ausnahmslos dem Geldvorrat entspricht, so ist auch der Preis des Geldes vom Geldvorrat unabhängig, und die Übertragung der rohen Quantitätstheorie auf das Geld nicht statthaft."[73]

2.2. Zur Kritik des Sayschen Theorems

In Folge der Kritik der Quantitätstheorie, insbesondere der Annahme konstanten Geldumlaufs, anhand der Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes, aus der resultiere, daß ein Geldbesitzer nicht gezwungen sei Geldeinkommen vollständig - selbst oder durch den Ankauf von Anlagesurrogaten - einer 'wirksamen Nachfrage' zukommen zu lassen, treffe auch "... der Kern der klassischen Makroökonomie - das Saysche Theorem -",[74] demnach sich jedes Angebot an Waren seine Nachfrage schaffe, nicht zu.

Denn die diesem Theorem zugrundeliegende Annahme, "... Produktion schaffe Einkommen, und Einkommen schaffe Nachfrage", die wiederum den Absatz der Produktion bedinge, so "... daß sich der Kauf/Verkauf-Prozeß eigentlich als Tausch von Ware gegen Ware vollziehe",[75] sei aufgrund der Option zur Geldhaltung, nicht gegeben, da hiermit eine mögliche Nachfragevorenthaltung einhergehe, die bewirke, daß nicht jedes Einkommen zur Nachfrage werde und somit auch nicht jede Produktion absetzbar sei:

"...weniger Geld, als man besitzt, wird man schon anbieten können",[76] so daß nicht mit jedem Verkauf ein Kauf einhergehen müsse und folglich von einer Dichotomie zwischen monetärer und realer Sphäre, dernach "... das bloße Einführen einer besonderen Art, Güter gegeneinander Auszutauschen, dadurch daß erst ein Gut gegen Geld und dann das Geld gegen etwas anderes getauscht wird, keinen Unterschied in dem Wesen der Vorgänge macht",[77] keine Rede seinkönne.[78]

Vor dem Hintergrund dieser 'Entschleierung' aber sei letztendlich die Annahme, insbesondere der Klassisch-Neoklassischen Geldlehre, von der "Neutralität" des Geldes nicht mehr haltbar, dernach, abgesehen von einer effizienteren Gestaltung, Geld nur einen "Schleier" über die Vorgänge auf dem Gütermarkt lege, ansonsten aber keinen strukturverändernden "... Einfluß auf das reale Geschehen in der Volkswirtschaft nimmt".[79]

3. Komperative Neutralitätsanalyse

Die Nicht-Neutralität des Geldes zeige sich deutlich durch eine zunächst isolierte Betrachtung des 'realen Geschehens', verbunden mit einem analytischen - nicht historischen - Vergleich der Austauschprozesse von 'Naturalleistungen' zwischen Wirtschaftssubjekten unter den Bedingungen einer hypothetischen Selbstversorgungs-, Tausch- und Geldwirtschaft:

"Ein Vergleich zwischen einer Naturalwirtschaft und einer Geldwirtschaft ergibt wichtige Aufschlüsse über den Nutzen des Geldes und über die Einflüsse des Geldes auf den Tauschprozeß ..."[80]

3.1. Prämonetäre Ökonomie

Die Selbstversorgungswirtschaft bedinge zunächst starke Einschränkungen in der Versorgung mit 'Bedarfsgütern'. Wesentlich sei vor allem, daß mangels Arbeitsteilung nur konsumiert werden könne, was selbst produziert wurde:[81] Damit aber erschweren sich 'transtemporale' Austauschvorgänge, d.h. Ersparnisbildung, weil erwirtschaftete 'Naturalüberschüsse', die gegenwärtig keinen Bedarf decken, nicht an Tauschpartner, die gegenwärtigen Bedarf haben und z.B. aufgrund einer durch die Bedarfsdeckung erst möglichen Produktion, zukünftigen Bedarf des 'Darlehensgebers' decken könnten, vermittelt werden können. D.h. "es gibt keine zeitliche Arbeitsteilung beim Konsum",[82] wodurch einer Erhöhung des Reproduktionsniveaus enge Grenzen gesetzt seien.[83]

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Tauschwirtschaft seien demgegenüber aufgrund möglicher arbeitsteiliger Produktion weiter gefasst. Doch der im 'Eintaktverfahren' vollzogene Direkttausch berge Informationsprobleme der gegenseitigen Bedürfnisharmonisierung - 'double coincidence of wants' - und Synchronisationsprobleme - 'double coincidence of timing of transactions' -, die das Anliegen 'des frierenden Bäckers und des hungernden Schneiders', ihre jeweils vorhandenen, in gewünschte Güterbündel umzuwandeln,[84] durch hohe Transaktionskosten, in Form von Mehrfachtausch, Such- und Kommunikationsaufwand, erschweren, so daß, weil die Transaktionskosten den Austauschnutzen oftmals übersteigen, der arbeitsteilig erschlossene Bereich der Wirtschaft begrenzt bleibe.[85]

Da in der Tauschwirtschaft Sparen, also die zeitliche Verlagerung des Konsums von 'Naturalüberschüssen' aus den Erträgnissen gegenwärtiger Produktion in die Zukunft, abgesehen von aufwendiger, verlustreicher, also 'Durchhaltekosten' verursachender Lagerung, nur durch die bereits beschriebene Vermittlung der Überschüsse zur Deckung gegenwärtigen Bedarfs 'transtemporaler' Tauschpartner möglich sei, komme es in einer Tauschwirtschaft zu einem 'natürlichen' Gleichgewicht, zwischen vorweggenommener und aufgeschobener Nachfrage:[86]

Indem Natural-Kreditgeber, die Konsumaufschub nachfragen und dafür Konsumvorwegnahme anbieten, und Natural-Kreditnehmer, die, ohne gegenwärtige Produktion, gegenwärtigen Bedarf decken müssen, deshalb Konsumvorwegnahme nachfragen und dafür Konsumaufschub anbieten, zur Überbrückung von Abweichungen zwischen ihren Produktions- und Konsumptionszyklen,[87] der geleisteten bzw. noch zu leistenden Arbeit des jeweiligen 'transtemporalen' Tauschpartners bedürfen,bedinge jeder Verkauf eigener Leistung – gegenwärtiger Überschüsse - den Kauf fremder Leistung - künftiger Überschüsse: Angebot und Nachfrage bestehe nur in einem komplementären Zusammenhang.[88]

Insbesondere der Vergleich zwischen Selbstversorgungs- und Tauschwirtschaft zeige damit, daß Sparen nicht per se Überwindung einer Gegenwartspräferenz sei, die notwendig eine über die 'Ersparnisbildung' hinausgehende Refundierung erzwinge, sondern auch als Zukunftspräferenz gegenwärtiger Überschußproduzenten verstanden werden könne, deren Realisierung die Bereitschaft transtemporaler Tauschpartner erfordert, Gegenwartsgüter in Zukunftsgüter zu transformieren: "Man darf ... nicht ohne weiteres davon ausgehen, daß Leistungen per Termin weniger begehrt sind als Leistungen heute (Gegenwartspräferenz)."[89]

Das Austauschverhältnis sei dadurch gekennzeichnet, daß niemand schon aufgrund besonderer Eigenschaften seiner Tauschobjekte systematisch überlegen ist, und es sich deshalb z.B. für den Überschußproduzenten schon als vorteilhaft darstelle, mit der Weitergabe der Überschüsse, auch die 'Durchhaltekosten' weitergeben zu können:[90] Entsprechend sei die sich ergebende Austauschrelation dieser Kreditgeschäfte rein durch das Knappheitsverhältnis zwischen den angebotenen und nachgefragten Leistungen bedingt, also durch die Knappheit des Angebots gegenwärtiger Überschüsse relativ zur Nachfrage nach vorweggenommenen Konsum, also das Angebot, Überschüsse durch Arbeit in zukünftige Güter für die derzeitigen Überschußproduzenten zu transformieren:

"Auch in einer (hypothetischen) Tauschwirtschaft fragen einige Wirtschaftssubjekte Leistungen per Termin nach und bieten dafür Leistungen heute, während zugleich andere Leistungen heute nachfragen und per Termin anbieten. Je nachdem, ob die Nachfrage nach Leistung per Termin oder die Nachfrage nach Leistung in der Gegenwart überwiegt, ergibt sich dann eine höhere oder niedrigere Einschätzung der zukünftigen oder gegenwärtigen Leistung."[91]

Dadurch sei, als Ausdruck der relativen Knappheit von gegenwärtigen Überschüssen, auch ein 'Kreditertrag' denkbar, der unter den Gestehungskosten der Überschüsse liegt und somit - in systemtheoretischer Terminologie - jede Produktion bzw. Überschuß- und Ersparnisbildung über Verluste und Gewinne mit dem Bedarf an dieser Produktion negativ rückgekoppelt, indem z.B. ein relativ großer Umfang gegenwärtiger Überschüsse eine 'niedrigere Einschätzung' gegenwärtiger Leistung bedingt, die ein Signal zur Reduktion weiterer gegenwärtiger Überschußproduktion und Ersparnisbildung setze.[92]

3.2 Geldwirtschaft

Der Nutzen der Einführung des Geldes in die Austauschbeziehungen bestehe zunächst einmal in der "... Einsparung von Transaktions- und Informationskosten",[93] da zum einen die Rechenmittelfunktion, durch eine Verminderung der relativen Preise von n * (n - 1) auf n Preise, eine leichtere Vergleichbarkeit zulasse,[94] und zum anderen die durch Geld eintretende Spaltung des Direkttausches von Gütern in einen Verkauf und einen Kauf, Tauschvorgänge von einer doppelten Übereinstimmung der Wünsche unabhängig mache - und durch eine indirekte Synchronisation ersetze.[95]

Der durch das Geld bedingte Effizienzzuwachs der Austauschprozesse, ermögliche zwar aufgrund geringerer Transaktionskosten zur Verwirklichung bestimmter Produktions- und Konsumptionsziele, "... neue Gebiete arbeitsteilig geschaffenen Wohlstands".[96] Doch führe dieser Effizienzzuwachs analog zu einer höheren Abhängigkeit der Austauschprozesse vom Geld, das durch seinen Liquiditätsnutzen, als generalisierter Vermittler "... alle sachlichen, sozialen und zeitlichen Dimensionen des Marktes"[97] zu eröffnen und die Notwendigkeit spezifischer Marktkenntnisse zu substituieren,[98] den Direkttausch der Ware verdränge: Wer Ware kaufen will, müsse nun dafür Geld bieten, wer Ware verkaufen muß, um Ware kaufen zu können, müsse deshalb Geld verlangen:

Denn "der wirtschaftliche Vorteil ... zwang alle Marktteilnehmer zur Benützung des Geldes. Nachdem dieses Geld einmal eingeführt war, war einfach jeder auf seine Verwendung angewiesen, wenn er am allgemeinen Warentausch noch weiterhin teilnehmen wollte. Damit war das Geld zum notwendigen Existenzmittel geworden".[99]

3.2.1. Allientabilität und Akzeptabilität

Eine Nicht-Neutralität des Geldes sei aber allein durch seine Notwendigkeit für den Austauschprozeß noch nicht gegeben. Worauf es ankomme, um das Geld als neutral - im funktionalem Sinne eines reinen Mittlers des Güteraustausches - oder nicht-neutral definieren zu können, sei das Verhältnis zwischen seiner Akzeptabilität und Allientabilität:

"Vermutlich läßt sich die Neutralität des Geldes als der Zustand von Geld definieren, bei dem seine Akzeptabilität und seine Allientabilität gleich sind."[100]

3.2.1.1. Sozialökonomische Differenzierung des Geldnutzens

Aus derPerspektive solcher Wirtschaftssubjekte, deren Güternachfrage - bzw. Geldangebot - als 'Reproduzenten' aus dem gleichen Zwang hervorgehe, dem auch ihr Angebot an Ware bzw. Arbeitskraft - bzw. ihre Geldnachfrage - unterliegt, diene Geld ausschließlich als Mittel zum Zweck der Vermittlung von 'Gebrauchswerten', die zur Erhaltung ihrer Reproduktionsfähigkeit notwendig sind:

Der Nutzen des Geldes konstituiere sich hier, indem es als Träger von Marktinformationen, als Tauschmedium und Tilgungsmittel, sowie als Beweismittel über erbrachte Leistungen im Produktions- und Tauschprozeß, dem Leistungsaustausch zur Realisation verhilft, durch das Austauschbedürfnis der 'Reproduzenten'.[101]

Demgegenüber konstituiere sich der Nutzen des Geldes für Wirtschaftssubjekte, die - sei es anfänglich aufgrund hoher Knappheitsgewinne aus dem Verkauf von 'Naturalleistungen' - Geldeinkommen über ihren Reproduktionsbedarf hinaus erwirtschaften, durch ihre Fähigkeit, mangels Reproduktionsnotwendigkeit, die Funktion des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel wahrzunehmen, indem sie den monetär vermittelten Doppeltausch unterbrechen, verkaufen, ohne zu kaufen, und (damit sowohl das Say´sche Theorem falsifizieren, als auch) die Überschüsse in genau dem Medium speichern, dem die Reproduzenten als einem 'notwendigen Existenzmittel' bedürfen.[102]

3.2.1.2. Die Nutzung der Notwendigkeit

Da die Nutzung des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel dem Kassenhalter mindestens keine Verluste einbringt, darüber hinaus aber alle 'sachlichen, sozialen und zeitlichen Dimensionen' des Marktes eröffne, und unter Umständen, als theoretische Möglichkeit, aufgrund der durch die Kassenhaltung sinkenden nachfragewirksamen Geldmenge gegenüber den angebotenen Waren, sogar Deflationserträge, also Kaufkraftzuwachs des gehaltenen Geldes bedeute,[103] während die Reproduzenten auf das Geld als Existenzmittel angwiesen sind, ist der Geldbesitzer in der Lage, die Notwendigkeit des Geldes für den Austauschprozeß zu vermarkten bzw. zu nutzen:

Den Geldhalter könne "... nur ein noch größerer Vorteil ... dazu bewegen,den Vorteil des sicheren Besitzes und der freien Verfügbarkeit aufzugeben und sein Geld durch Ausleihen wieder in Umlauf zu setzen ...", der eben "... im Einnehmen zusätzlicher Gelder durch Zinsen"[104] bestehe.

Die Option zur Geldhaltung, als die Möglichkeit den monetär vermittelten Doppeltausch zu unterbrechen, bewirke somit Einkommen, die nicht aus dem Knappheitsverhältnis gegeneinander auszutauschender Waren resultieren, sondern aus der, wie die Kritik der Quantitätstheorie zeigte, nicht von der Zentralbank über die Geldbasis kontrollierbaren, an den realen Transaktionsbedarf anpassbaren, sondern von den Geldhaltern wesentlich steuerbaren,[105] relativen Knappheit zwischen der nachfragewirksamen Geldmenge und der angebotenen Warenmenge:[106]

Durch solche, in der Struktur der Geldordnung begründete Einkommen bzw. über den 'Tauschkraft Nennwert des Geldes hinausgehen de Geldnutzen, übersteige die Akzeptabilität des Geldes seine Allientabilität.106a

[...]


[1] vgl. Godschalk 1986, S.31 ff., zu weiteren zirkulativitätstheoretische Wurzeln

siehe Suhr 1983, S. 12 ff. sowie Suhr 1986, S. 8 ff.

[2] Godschalk 1986, S. 32: hier ist von Mittler, als Medium, nicht von Mittel die Rede, obgleich z.T in der zirkulativitätstheoretischen Literatur betont wird, was noch zu zeigen ist, daß Geld zu Ware wird, mit der aus monetärem Selbstzweck gehandelt wird, und so auch zum Tauschmittel, sind die Bezeichnungen besonders bei Gesell oftmals ungenau und undifferenziert: Sollvorstellung ist jedoch immer Geld als Mittel zum Zweck der ' Vermittlung ' realwirtschaftlichen Leistungsaustausches, worauf weiter unten noch eingegangen wird.

[3] Proudhon 1973, S.100, vgl. auch Schmitt 1989, S. 37 f.

[4] Selgin 1988

[5] vgl. z.B. MONETARY FREEDOM NETWORK, Rundbrief Nr.4 /1988, S.30f.

[6] ebd. S. 4, vgl. Schuler, 1990, S. 11f.

[7] vgl. Beckerath, 1989, S. 3 ff.

[8] Schuler 1990, S. 15

[9] vgl. ebd. S. 16 f. - Das bedeutet die Trennung von Währung und Zahlungsmittel

[10] vgl. Greco, 1989, S. 7

[11] vgl. ebd., vgl. auch Schuler 7 /90, S. 15 f., vgl. auch Beckerath, 2 /89, S.15

[12] vgl. Greco 5 /89, S. 15

[13] vgl. ebd. S. 8 ff., vgl. auch Schuler 7 /90, S. 16, siehe auch Schwenke 2 /89, S. 29 f.

[14] vgl. Millhaud 2 /89, S. 29 f.

[15] vgl. Senft, 1989

[16] vgl. Dillard 1935, S. 116 ff.

[17] Keynes 1936, S. 298 ff., vgl. auch ebd. S. 196: An dieser Stelle ist erwähnenswert, daß Keynes im gleichen Kapitel Gesell vorhält, nur eine 'halbe' Theorie aufgestellt zu haben. vgl. auch Herr 1987, S. 10 ff. Innerhalb dieser Arbeit wird die daraus resultierende Auseinandersetzung jedoch nicht explizit thematisiert. Werden im Folgenden Keynes und einige monetäre Keynesianer zitiert, so v.a. als 'stilistisches Sprachrohr', das zugleich implizit die z.T analytischen Parallelen zwischen einer monetären Zirkulativitätstheorie und dem sog. Monetär-Keynesianismus aufzeigt.

[18] vgl. ebd. S. 299

[19] vgl. Senft 1989, S.28 u. vgl. auch Bartsch, 1988, S. 21 ff.

[20] Keynes 1936, S. 300

[21] ebd. S. 317

[22] Gesell 1984, S. 33

[23] ebd. S. 36

[24] ebd. S. 34

[25] ebd. S. 35

[26] ebd. S. 34

[27] ebd. Hier muß betont werden, daß Gesell Proudons Ansatz zwar grundsätzlich teilte, jedoch das von Prudhon verfolgte Konzept der Tauschbanken für ungeeignet hielt.

[28] vgl. Suhr, 1983

[29] vgl. ders., Berlin 1986

[30] Keynes 1936, S. 317

[31] NWO, S. 34

[32] ebd. S. 39 f.

[33] Valentin, 1952, S. 11

[34] ebd. S. 12 f.

[35] ebd. S. 14 f.

[36] vgl. ebd. S. 13

[37] ebd. S. 14 f.

[38] vgl. Landauer 1978, z.B. S. 102 ff. u. S. 121 ff.

[39] vgl. Mühsam, 1988, S. 297 ff.

[40] vgl. Sirner 1972, siehe Senft 1989, S. 33 - 64

sowie sehr kritisch hierzu Helms 1966, S. 427 ff.

[41] vgl. Klönne 1992, S. 126 ff.

[42] vgl. Valentin 1952, S. 16, vgl. Creutz, 1992, S.12 ff.

[43] vgl. u.a. Suhr / Godschalk,1986, S.22 ff., vgl. z.B. Felderer / Homburg 1989, S. 79 f

[44] vgl. Godschalk 1986, S. 32; vgl. Grimmiger 1989, S. 6

[45] vgl. Suhr 1983, S. 74

[46] vgl. Walker 1951, S. 79 ff., S. 23 ff. u. S. 54 ff. sowie S. 70 f. vgl. Zill 1991, 92 ff. , siehe Grimminger 1989, S. 7, vgl. Gesell 1983, S. u. auch Riese1986, S.40

[47] Godschalk 1986, S. 9, vgl. auch Otani 1988, S. 247 ff. u. S. 183 ff.

sowie Suhr 1983, S. 67 f. vgl. als 'Lehrbuchwissen' auch Felderer/Homburg 1989, S. 78f.

[48] vgl. Suhr 1983. S, 103 u. S. 99; siehe ebenfalls als 'Lehrbuchwissen auch Woll 1976, S. 400 u. Lancaster 1983, S. 365

[49] vgl.Felderer/Homburg 1989, S. 79

[50] vgl. Grimmiger 1989, S. 6

[51] vgl. Suhr 1983, S. 34 u. 86; vgl. H. Creutz 1987, S. 12

[52] Gesell 1984, S. 131

[53] Gesell 1984, S. 187; vgl. Otani 1981, S. 184

[54] Gesell 1984, S. 131

[55] Gesell 1984, S. 174; vgl. auch Suhr 1983, S. 33

[56] Gesell 1984, S. 132

[57] ebd. 1984, S. 175

[58] ebd. 1984, S. 188; vgl. auch Otani 1981, S. 184

[59] Gesell 1984, S. 189

[60] ebd. 1984, S. 186

[61] ebd. 1984, S.189, vgl. auch Otani 1981, S.185

[62] Gesell 1984, S. 190, betr. alle Zitate des Absatzes nach Fußnote 61

[63] vgl. Senft 1989, S.109

[64] Gesell 1984, S. 174

[65] vgl. Binn 1978, S. 10 ff; vgl. ders. 1976a, S. 30f.

[66] Gesell 1984, S. 174, 175

[67] Gesell 1984, S. 184

[68] Gesell 1984, S. 212, vgl. auch Spahn 1986, S. 198

[69] vgl. Rosenbohm 1989, S. 7; siehe auch Woll 1976, S. 364

[70] Gesell 1984,S. 212; ; vgl. auch Otani 1981, S. 184 sowie Wilken 1983, S. 26

[71] Gesell 1984,S. 212

[72] Binn 1976, S. 25

[73] Gesell 1984,S. 212

[74] Senft 1989, S. 133; vgl. zum Sayschen Theorem z.B. Felderer/ Homburg 1989, S. 84

[75] Senft 1989, S. 133.

[76] Gesell 1984, S. 181; vgl. auch Y. Otani 1981, S. 184

[77] J.St. Mill 1924, S. 7, zitiert nach Felderer/Homburg 1989, S.79

[78] vgl. Senft 1989, S. 144f.; vgl. auch Woll 1976, S. 401f.

[79] Felderer/Homburg 1989, S. 79, vgl. Suhr 1983, S. 110

[80] vgl. Godschalk 1986, S. 11

[81] vgl. Suhr 1991, S. 6

[82] Suhr 1991, S. 7, abgeleitet aus der nicht vorhandenen arbeitsteiligen Produktion

[83] Binn 1976, S. 25

[84] Godschalk 1986, S. 11 f.

[85] vgl. Suhr 1991, S. 7; vgl. Binn 1976, S. 25

[86] vgl. Creutz 1984, S. 3 f. und vgl. Suhr 1983, S. 45

[87] vgl. eine entsprechende Erklärung für Ersparnisse bei Pischke 1978, S. 43f.

[88] vgl. Suhr 1988a, S. 67; vgl. Doerner/W. Onken 1985, S. 27

[89] Suhr / Godschalk 1986, S.24, vgl. Suhr 1988a, S. 74

[90] vgl. Führer 1988, S. 19; vgl. Schad 1986, S. 8f., vgl auch Suhr/Godschalk 1986, S. 28

[91] Suhr / Godschalk 1986, S.24

[92] vgl. Otani 1981, S. 213 , vgl. Löhr 1992, S. 74 f. sowie Schad 1986, S. 8f.

S. 27, Austauschrelation und Ertrag als 'Preis' in der geldlosen Tauschwirtschaft

[93] Suhr 1988a, S. 47; vgl. Godschalk 1986, S. 12

[94] vgl. Godschalk 1986, S. 11

[95] vgl. Suhr 1986, S. 31 sowie Otani 1981, S. 243, vgl. auch Felderer/Homburg 1989, S. 78

[96] Suhr 1989, S. 8

[97] Suhr 1983, S. 64, siehe auch S. 60; vgl. ders. 1986, S. 32

[98] Godschalk 1986, S. 12

[99] Otani 1981, S. 184f.; vgl. auch Binn 1976, S. 25. Diejenigen Wirtschaftssubjekte die Ware verkaufen müssen, z.B. Arbeitskraft, um Ware kaufen zu können, nenne ich Reproduzenten

[100] Suhr 1983, S. 112 gl. Schad 1986, S. 8, siehe Suhr 1988, S. 49 u. S. 42.,

[101] vgl. Suhr/Godschalk 1986, S. 48 ff., d.h. der 'Wunsch' nach Geldzuflüssen in die 'Transaktonskasse' der Reproduzenten r esultiert aus notwendigen Abflüssen aus der 'Transaktionskasse'.

[102] die 'Anleger kasse',vgl. Suhr/Godschalk 1988, S. 32 f., siehe Schad 1986, S. 9; vgl. auch Otani 1981, S. 184 und siehe Suhr 1986, S. 36

103 vgl. Schad 1986, S. 10 und Suhr 1983, S. 105 ff., siehe z.B. bei Felderer/Homburg 1989, S. 144, wie aus der Option zur Kassenhaltung theoretisch eine Deflationsoption wird. Ein Beispiel wie diese Theorie zur Praxis werde, sei nach Schmitt 1989, S. 72 ff. die von Morgan zusammen mit Rockefeller über massive Geldhaltung inszenierte Wirtschaftskrise von 1907/ 08

[104] Otani 1981, S. 184, vgl. Suhr 1983, S. 45

[105] vgl. hierzu auch Riese 1987, S. 200

[106] vgl. Suhr 1983, S. 55; dazu können auch 'Anlagealternativen' gerechnet werden

[107] 6a vgl. Suhr 1986, S. 33; vgl. ders. 1983, S. 112

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Grundrisse Monetärer Zirkulation und Kritik der Marx'schen Kapitaltheorie
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut fuer Wirtschaftspolitik)
Veranstaltung
Volkswirtschaftstheorie
Note
1,3
Autor
Jahr
1993
Seiten
100
Katalognummer
V112832
ISBN (eBook)
9783640122066
ISBN (Buch)
9783640124060
Dateigröße
709 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundrisse, Monetärer, Zirkulation, Kritik, Marx, Kapitaltheorie, Volkswirtschaftstheorie
Arbeit zitieren
Julius Krause (Autor), 1993, Grundrisse Monetärer Zirkulation und Kritik der Marx'schen Kapitaltheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112832

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