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US-Interventionismus in Zentralamerika anhand des Beispiels Panama

Eine Deutung aus völkerrechtlicher Sicht

Title: US-Interventionismus in Zentralamerika anhand des Beispiels Panama

Seminar Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Veronika Seitz (Author)

Politics - Region: USA
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Summary Excerpt Details

Die US-Beziehungen zu den zentralamerikanischen Ländern waren bereits seit Beginn des
19. Jahrhunderts von der interventionistischen Politik der USA geprägt. Theoretische
Grundlage dieser US-amerikanischen Außenpolitik war die Monroe-Doktrin.
Anfängliches Ziel der Doktrin war die Zurückdrängung des europäischen Einflusses auf den
amerikanischen Doppelkontinent. Doch Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Monroe-
Doktrin ihren defensiven Charakter und diente fortan als Legitimationsquelle für die
expansive und imperialistische Politik der Vereinigten Staaten. Zahlreiche Interventionen,
sowohl friedliche als auch militärische, folgten in den nächsten Jahrzehnten in Mittelamerika.
In diesen Zusammenhang stehen auch die Geschichte und das politische Schicksal Panamas,
die beide eng mit der US-Außenpolitik in Zentralamerika verbunden sind.
Die Unabhängigkeit Panamas von Kolumbien 1903 basierte auf der Absicht Präsident
Roosevelts, einen interozeanischen Kanal durch das zentralamerikanische Land zu bauen:
Die Landengen von Panama und Nicaragua waren bereits zur Zeit des spanischen
Kolonialreichs für den US-amerikanischen Außenhandel von strategischer Bedeutung.
Doch erst im Zuge ihrer Westausdehnung Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Vereinigten
Staaten von dem Vorhaben, den Transportweg der Ost- zur Westküste über Zentralamerika
deutlich abzukürzen, gänzlich überzeugt.2 Nachdem Vertragsverhandlungen der USamerikanischen
Regierung über den Bau eines Kanals in Panama mit Kolumbien scheiterten,
nahmen die USA Kontakt zur schwachen panamesischen Unabhängigkeitsbewegung auf.
Die Separatisten forderten von den Vereinigten Staaten finanzielle, wenn nötig auch
militärische Unterstützung für die Abspaltung von Kolumbien. Ferner baten sie um sofortige
diplomatische Anerkennung der unabhängigen Republik Panama und Schutz durch die USA.
Am 3. November 1903 wurde unter der Präsenz von US-amerikanischen Kriegsschiffen die
Souveränität Panamas proklamiert. „Ohne die Kanalbaupläne der USA wäre aus der
kolumbianischen Provinz Panama wohl nie ein eigenständiger politischer Staat geworden.
Die Roosevelt-Administration ermöglichte 1903 einer separatistischen Bewegung die
Loslösung des Gebietes von Kolumbien.“; Noch am 18. November unterzeichneten die USA
und Panama die Isthmus-Konvention.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die Monroe-Doktrin – Theoretische Grundlage der US-Außenpolitik in Zentralamerika

2 Panama – Der „Hinterhof“ der USA?

2.1 Die Isthmus-Konvention und ihre politischen Konsequenzen

2.2 Die Revisionsverträge aus den Jahren 1936 und 1955

2.3 Antiamerikanische Ausschreitungen in Panama im Jahre 1964 und ihre politischen Folgen

2.4 Das Scheitern des Johnson-Robles-Abkommens (1967)

2.5 Panama unter der Herrschaft von General Omar Torrijos Herrera

2.6 Die Carter-Torrijos-Verträge vom 7. September 1977

2.6.1 Der Vertrag über den Panamakanal

2.6.2 Der Vertrag über die dauernde Neutralität und den Betrieb des Kanals

2.6.3 Bewertung der Carter-Torrijos-Verträge

2.7 Die Republik Panama unter General Noriega

3 Die Operation „Just Cause“ aus völkerrechtlicher Sicht

3.1 Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta

3.2 Der Schutz der in der Kanalzone lebenden US-Bürger

3.3 Die Ergreifung General Noriegas

3.4 Die Wiederherstellung der Demokratie

3.5 Die Erfüllung der Verpflichtungen aus den Carter-Torrijos-Verträgen

3.5.1 Die Verpflichtungen aus dem Kanalvertrag

3.5.2 Die Verpflichtungen aus dem Neutralitätsvertrag

3.6 Bewertung der Operation „Just Cause“ aus völkerrechtlicher Sicht

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historischen Traditionen und Motivationen des US-Interventionismus in Zentralamerika am Beispiel Panamas und prüft die völkerrechtliche Legitimität der US-Invasion von 1989 („Operation Just Cause“).

  • Entwicklung der US-Zentralamerikapolitik auf Basis der Monroe-Doktrin.
  • Politische Abhängigkeit Panamas und die Rolle des Panamakanals.
  • Bedeutung und Bewertung der Carter-Torrijos-Verträge.
  • Völkerrechtliche Analyse der Rechtfertigungsgründe für die Invasion von 1989.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta

Ferner berief sich Bush in einer inoffiziellen Erklärung auf das Selbstverteidigungsrecht in Art. 51 UN-Charta als ein weiteres Hauptargument für ein amerikanisches Eingreifen:

Art. 51 UN-Charta: „Diese Charta beeinträchtigt im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen ein Mitglied der Vereinten Nationen keineswegs das naturgegebene Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung (...). Maßnahmen, die ein Mitglied in Ausübung dieses Selbstverteidigungsrecht trifft, sind dem Sicherheitsrat sofort anzuzeigen; sie berühren in keiner Weise dessen auf dieser Charta beruhende Befugnis und Pflicht, jederzeit die Maßnahmen zu treffen, die er zur Wahrung oder Wiederherstellung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit für erforderlich hält.“

Voraussetzung für das in Art. 51 UN-Charta beschriebenes Selbstverteidigungsrecht ist das Bestehen eines „bewaffneten Angriffs“.

Eine allgemein geltende Definition dieses Begriffes gibt es nicht, jedoch muss ein Minimum an militärischer Aggression „gegen den betroffenen Staat“ vorliegen. Dazu zählen die „Beschießung der Bombardierung des Hoheitsgebietes eines Staates durch die Streitkräfte eines anderen Staates, die Blockade der Häfen oder Küsten eines Staates durch die Streitkräfte eines anderen Staates“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Monroe-Doktrin – Theoretische Grundlage der US-Außenpolitik in Zentralamerika: Analyse der Doktrin als ideologische Basis für den US-Imperialismus und die darauf folgenden Interventionen in der Region.

2 Panama – Der „Hinterhof“ der USA?: Darstellung der historischen Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und Panama, von der Unabhängigkeit 1903 bis zu den Spannungen der 1980er Jahre.

3 Die Operation „Just Cause“ aus völkerrechtlicher Sicht: Kritische Untersuchung der Rechtfertigungsgründe der USA für die Invasion 1989 unter Berücksichtigung des Völkerrechts und der UN-Charta.

Schlüsselwörter

Panama, US-Interventionismus, Operation Just Cause, Monroe-Doktrin, Carter-Torrijos-Verträge, Panamakanal, General Noriega, Völkerrecht, UN-Charta, Souveränität, Außenpolitik, Zentralamerika, Selbstverteidigungsrecht, Militärintervention, Besatzungsmacht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Motive und Methoden US-amerikanischer Interventionen in Zentralamerika, wobei der Schwerpunkt auf der völkerrechtlichen Bewertung der Militärinvasion in Panama von 1989 liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die US-Außenpolitik, die Geschichte der Panamakanal-Verträge, die innenpolitische Entwicklung Panamas unter General Noriega und die völkerrechtliche Auslegung von Interventionsverboten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die militärische Invasion durch die USA im Dezember 1989 („Operation Just Cause“) mit dem geltenden Völkerrecht vereinbar war oder ob sie einen Rechtsbruch darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-politische Analyse durchgeführt, die Verträge, diplomatische Korrespondenz und völkerrechtliche Bestimmungen (wie die UN-Charta) in den historischen Kontext der US-Panama-Beziehungen setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Monroe-Doktrin) und die historische Entwicklung der Abhängigkeit Panamas dargelegt. Anschließend folgt eine detaillierte Prüfung der vier offiziellen Rechtfertigungsgründe der Bush-Administration für die Invasion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind US-Interventionismus, Panama, Operation Just Cause, völkerrechtliche Legitimität, Carter-Torrijos-Verträge und Souveränitätsansprüche.

Was war der unmittelbare Anlass für die Invasion 1989?

Die Bush-Regierung nahm eine Rede Noriegas, in der er den „Kriegszustand“ mit den USA erklärte, als Anlass, wobei diese Formulierung laut der Analyse bewusst falsch als Kriegserklärung interpretiert wurde.

Warum wird die Invasion laut der Arbeit als völkerrechtswidrig eingestuft?

Die Autorin argumentiert, dass keiner der angeführten Rechtfertigungsgründe – weder das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 noch der Schutz der US-Bürger – völkerrechtlich haltbar war, da kein „bewaffneter Angriff“ Panamas vorlag.

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Details

Title
US-Interventionismus in Zentralamerika anhand des Beispiels Panama
Subtitle
Eine Deutung aus völkerrechtlicher Sicht
College
University of Regensburg  (Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft (Schwerpunkt Westeuropa))
Course
Caudillismus; Antikommunismus und Modernisierung – Lateinamerikanische Militärdiktaturen im Vergleich
Grade
1,7
Author
Veronika Seitz (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V112850
ISBN (eBook)
9783640124596
ISBN (Book)
9783640125036
Language
German
Tags
US-Interventionismus Zentralamerika Beispiels Panama Caudillismus Antikommunismus Modernisierung Lateinamerikanische Militärdiktaturen Vergleich USA
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Seitz (Author), 2005, US-Interventionismus in Zentralamerika anhand des Beispiels Panama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112850
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