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Witz und Wortspiel und das Sprachenlernen

Title: Witz und Wortspiel und das Sprachenlernen

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 29 Pages , Grade: sehr gut +

Autor:in: M.A. Christel Gisch (Author)

Romance Studies - Didactics
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In den nachfolgenden Ausführungen wird versucht, auf der Grundlage einer zusammenfassenden Analyse des Witzes als einer “komisch” wirkenden Aussage seine Funktion und die situationalen Bedingungen seiner Realisierung herauszuarbeiten sowie seine Struktur aufzuzeigen, um dann auf dieser Grundlage die didaktische Relevanz des Witzes im fremdsprachlichen Unterricht des Französischen abzuleiten. Überblickt und untersucht man die gängigen in der schulischen Praxis eingesetzten allgemeinen Unterrichtslehrwerke darauf, inwieweit die Kategorie des Witzes eingesetzt wird, und folgt man den Bestandsaufnahmen unterschiedlicher Autoren, so wird deutlich, daß der Witz in diesen Lehrwerken bisher lediglich eine sehr untergeordnete und bescheidene Rolle spielt.
Dies ist um so erstaunlicher, als daß der Witz ausweislich entsprechender Untersuchungen in unserer gegenwärtigen Gesellschaft ”die wichtigste und am meisten lebendige Gattung der Volkserzählung ist”. Aufgrund seiner Lebendigkeit und großen Beliebtheit ist der Witz geradezu prädestiniert, im Bereich der Didaktik genutzt zu werden.
Die Gründe für diese Abstinenz dürften sehr vielfältig sein und in dieser Vielfalt zusammenwirken.
Sicherlich spielte und spielt eine wichtige Rolle die vielfach so empfundene
geringe Seriösität und Trivialität des Witzes, die dem an akademischen
Maßstäben orientierten Selbstverständnis von Fach und Lehrern in der Regel wenig
entspricht.
Andererseits erleichtert die vergleichsweise nur “punktuelle” Einsetzbarkeit die Verwendung in auf längere Abschnitte ausgelegten didaktischen Konzepten auch nicht.
Schließlich dürfte die hier besonders geforderte Kreativität und zuweilen auch Aktualität des didaktischen Ansatzes in der schulischen Praxis bremsend wirken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Strukturelle Aspekte des Witzes

1.1. Die Bedeutung des Wortes "Witz"

1.2. Unterschied zwischen "Witz"- Erzählungen und Alltagserzählungen

1.3. Funktion von Witzen

(1) Kommunikative Funktion

(2) Interaktive Funktion

1.4. Unterschiedliche Bedingungen der Witzproduktion

1.5. Das Wesen des Witzes

(1) Moment des unerwarteten, überraschenden Zusammenhangs

(2) Moment des Komischen

III. Das Wortspiel als verwandte Textsorte

1.1. Abgrenzung zur Textsorte Witz

1.2. Funktion des Wortspiels

1.3. Markierungen von Wortspielen

IV. Die didaktische Bedeutung von Witz und Wortspiel für den Fremdsprachenunterricht (FU) am Beispiel des Französischen

1.1. Lernzielbestimmung des FU

1.2. Die Anwendbarkeit des Witzes im FU

(1) Der Witz als Unterrichtsgegenstand zur Schulung des Leseverstehens

(2) Der Witz als Unterrichtsgegenstand zur Förderung der Erzählbereitschaft und -fähigkeit

(3) Der Witz als Unterrichtsgegenstand zur Vermittlung interaktiven Handelns

(4) Die Anwendung des Witzes im Grammatikunterricht

1.3. Die Anwendung des Wortspiels im FU

(1) Wortspiele und Wortschatzunterricht

(2) Wortspiele in Werbespots

(3) Wortspiele und Ausspracheübungen

V. Das Verlan als wortspielerische Sonderform des Französischen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die didaktische Einsetzbarkeit von Witz und Wortspiel im Fremdsprachenunterricht, insbesondere für das Französische, um die sprachliche Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit der Lernenden durch authentische, humorvolle Textsorten zu fördern.

  • Strukturelle Analyse von Witz und Wortspiel als sprachliche Textsorten
  • Didaktische Potenziale zur Schulung des Lese- und Hörverstehens
  • Integration von Witzen und Wortspielen in den Grammatik- und Wortschatzunterricht
  • Förderung der mündlichen Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit
  • Untersuchung von Verlan als kulturelle und wortspielerische Variante

Auszug aus dem Buch

1.2. UNTERSCHIED ZWISCHEN “WITZ”-ERZÄHLUNGEN UND ALLTAGSERZÄHLUNGEN

Versucht man die Erzählung von Witzen von sonstigen Alltagserzählungen signifikant zu unterscheiden, so fällt insbesondere die weitestgehende Situationsneutralität auf: Witze sind raum- , zeit- und personenunabhängig. Dabei ist ein großer Teil seiner strukturellen Merkmale von vorne herein festgelegt und kann nicht verändert werden. Der unmittelbare Wahrheitsgehalt des im Witz Ausgesagten ist dabei irrelevant, gerade das Unwahrscheinliche, die Übertreibung oder Überspitzung kann den Witz ausmachen. Der Hörer seinerseits hat die Fiktivität des Witzes als solche akzeptiert.

Die zentrale Funktion des Witzeerzählens ist deshalb in erster Linie die der Unterhaltung, informative Anteile sind dagegen in Witzen nicht enthalten. Aus diesem Grunde ist der Erfolg des vollzogenen Handlungsmusters auch in entscheidender Weise vom Gelingen der Handlung Witzeerzählen abhängig. Dagegen ist bei Alltagserzählungen ein vollständiges Mißlingen schon deshalb ausgeschlossen, weil ihnen immer noch ein bestimmter Informationswert hinsichtlich realer Begebenheiten bleibt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bisher untergeordnete Rolle des Witzes in Lehrwerken und postuliert dessen Potenzial als lebendiges Kulturprodukt für den modernen Sprachunterricht.

II. Strukturelle Aspekte des Witzes: Dieses Kapitel definiert den Witz als sprachliches Gebilde und analysiert seine kommunikativen Funktionen sowie die Bedingungen, die für eine erfolgreiche Witzrealisierung in sozialen Situationen notwendig sind.

III. Das Wortspiel als verwandte Textsorte: Hier erfolgt eine Abgrenzung des Wortspiels zum Witz, wobei insbesondere die rhetorische Funktion und die verschiedenen Signalisierungsformen innerhalb der Sprache hervorgehoben werden.

IV. Die didaktische Bedeutung von Witz und Wortspiel für den Fremdsprachenunterricht (FU) am Beispiel des Französischen: Dieses zentrale Kapitel skizziert praxisorientierte Methoden, um Witze und Wortspiele zur Förderung von Leseverstehen, Ausdrucksfähigkeit, Grammatikverständnis und interaktiver Kompetenz im Unterricht einzusetzen.

V. Das Verlan als wortspielerische Sonderform des Französischen: Der letzte Teil betrachtet Verlan als eine jugendsprachliche Form der Umkehrung, die sich durch ihre emotionale Nähe und wortspielerische Struktur besonders für den fortgeschrittenen Fremdsprachenunterricht eignet.

Schlüsselwörter

Witz, Wortspiel, Fremdsprachenunterricht, Französisch, Kommunikation, Sprachdidaktik, Pointe, Komik, Mehrdeutigkeit, Polysemie, Grammatikunterricht, Leseverstehen, Verlan, Textsorte, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das bisher kaum genutzte Potenzial von Witz und Wortspiel als authentische und didaktisch wertvolle Textsorten für den Fremdsprachenunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die linguistische Struktur von Witzen und Wortspielen, ihre Funktion in der zwischenmenschlichen Kommunikation und ihre konkrete Anwendung im französischen Fremdsprachenunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch den Einsatz humorvoller und sprachspielerischer Texte die kommunikative Kompetenz und die Neugier der Lernenden gegenüber der Fremdsprache gesteigert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachdidaktische und linguistische Analyse, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur und der didaktischen Aufbereitung von Sprachbeispielen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse des Witzes und Wortspiels sowie eine detaillierte Darstellung ihrer Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Leseverstehen, Grammatik, Wortschatz und mündliche Kommunikation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Didaktik, Witz, Wortspiel, Kommunikationskompetenz, Mehrdeutigkeit, Polysemie und der gezielte Einsatz von authentischem Material.

Warum wird gerade der Witz als Mittel für den Grammatikunterricht empfohlen?

Da der Witz eine in sich geschlossene Situation darstellt und oft auf humorvolle Weise Regeln oder Ausnahmen der Sprache demonstriert, wirkt er motivierender und einprägsamer als isolierte, künstliche Grammatiksätze.

Was genau ist "Verlan" und warum ist es für den Unterricht relevant?

Verlan ist eine französische "Geheimsprache" durch Umkehrung von Silben; sie eignet sich für den Unterricht besonders bei Jugendlichen, da sie durch ihr rebellisches Potenzial und den spielerischen Umgang mit Sprache eine hohe emotionale Identifikation ermöglicht.

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Details

Title
Witz und Wortspiel und das Sprachenlernen
College
Saarland University  (Romanistisches Institut)
Course
Witz und Wortspiel / Linguistische Analysen
Grade
sehr gut +
Author
M.A. Christel Gisch (Author)
Publication Year
1997
Pages
29
Catalog Number
V112852
ISBN (eBook)
9783640125470
ISBN (Book)
9783640125043
Language
German
Tags
Witz Wortspiel Sprachenlernen Witz Wortspiel Linguistische Analysen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Christel Gisch (Author), 1997, Witz und Wortspiel und das Sprachenlernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112852
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