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Kontrastive Linguistik. Analyse der sprachkonzeptionellen Unterschiede bei Antoniode Nebrija und Juan de Valdés

Title: Kontrastive Linguistik. Analyse der sprachkonzeptionellen Unterschiede bei Antoniode Nebrija und Juan de Valdés

Bachelor Thesis , 2018 , 47 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Philipp Scheerer (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Diese Arbeit hat zum Ziel, zwei historische Zeugnisse des spanischen Sprachbewusstseins im Sinne der kontrastiven Linguistik gegenüberzustellen.

Obwohl Institutionen wie die Real Academia Española (RAE) regelmäßig aktualisierte Grammatiken der spanischen Sprache publizieren, um der Sprache einen normierten Rahmen zu geben, kommt es dennoch zu Konflikten zwischen Sprechern des castellano und einer der sprachlichen Varietäten auf der Iberischen Halbinsel. Dies verdeutlicht die Aktualität des Sprachbewusstseins Spaniens sowohl in sprachlicher als auch politischer Hinsicht. Es bietet sich daher für das nähere Verständnis an, den Ursprung des spanischen Sprachbewusstseins historisch zu untersuchen.
Dieses Vorhaben ist zeitlich auf das Siglo de Oro zu begrenzen, da das spanische Reich damals einen bedeutenden machtpolitischen Wandlungsprozess erfuhr und parallel dazu auch die ersten schriftlichen Zeugnisse eines ‚spanischen‘ Sprachbewusstseins entstanden.

Die Gramática de la lengua castellana von Antonio de Nebrija, stammt aus dem Jahr 1492 und war die erste Grammatik des Kastilischen. Die Prologe der GC sollen im Folgenden hinsichtlich des Sprachbewusstseins analysiert und anschließend mit dem Diálogo de la lengua verglichen werden. Letzterer wurde im Jahr 1535 von Juan de Valdés in Neapel verfasst und stellt seine einzige literarische Auseinandersetzung mit dem Kastilischen dar. Die GC und der DL gerieten nach ihrer Veröffentlichung in Vergessenheit, avancierten aber mit ihrer Wiederentdeckung zu wichtigen sprachgeschichtlichen Zeugnissen dieser Zeit. Aus diesem Grund wurden beide Werke seit dem 20. Jahrhundert mehrfach editiert und mit diversen, teils sehr ausführlichen Einleitungen veröffentlicht. Dennoch sind Nebrija und Valdés bisher nur bezüglich bestimmter Aspekte miteinander in Verbindung gebracht worden – eine Herausarbeitung der grundlegenden sprachkonzeptionellen Unterschiede bietet sich daher an. Diese Arbeit nimmt bis auf wenige Ausnahmen Bezug auf Antonio Quilis‘ Edition der GC, weshalb Textverweise folgend mit GCQ abgekürzt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der sprachgeschichtliche Kontext: Die Emanzipation der ‚spanischen‘ romance vom Lateinischen

3. Das spanische Sprachbewusstsein zwischen Renacimiento und Siglo de Oro

4. Antonio de Nebrija und die Gramática de la lengua castellana von 1492

4.1 Nebrija als „humanista completo“

4.2 Die Prologe der Gramática de la lengua castellana als Ort apologetischer Sprachreflexion

5. Juan de Valdés: Der Diálogo de la lengua von 1535 in kontrastiver Position zu Nebrija

5.1 Externer Vergleich

5.2 Interner Vergleich

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das sich im Renaissance-Humanismus entwickelnde spanische Sprachbewusstsein des 15. und 16. Jahrhunderts. Ziel ist es, die unterschiedlichen sprachkonzeptionellen Ansätze von Antonio de Nebrija und Juan de Valdés kontrastiv gegenüberzustellen und deren historisches sowie fachwissenschaftliches Verständnis von Sprache zu analysieren.

  • Sprachbewusstsein als Abstraktionsleistung und metasprachliche Reflexion
  • Emanzipation der spanischen Volkssprache vom Lateinischen
  • Die Rolle von "ars" (grammatische Norm) versus "uso" (natürlicher Sprachgebrauch)
  • Humanistischer Einfluss und die Funktion apologetischer Sprachreflexionen
  • Kontrastive Analyse der Werke "Gramática de la lengua castellana" und "Diálogo de la lengua"

Auszug aus dem Buch

4.1 Nebrija als „humanista completo“

In der Frage des Geburtsjahres des im heutigen Lebrija geborenen Antonio Martínez de Cala y Xarana, der als Universitätslehrender und Autor unter seiner Herkunftsbezeichnung Antonio de Nebrija bekannt war, herrscht in der Forschung kein Konsens. Verstärkt geht man jedoch von dem Jahr 1444 aus, welches ebenso wie das Jahr 1441 den autobiographischen Angaben seines Vocabulario español-latino zu entnehmen ist. Im Folgenden stehen das humanistische Gedankengut Nebrijas im Fokus sowie seine Beweggründe, eine Grammatik des Kastilischen zu verfassen.

Für seine späteren universitären Tätigkeiten sowie für seine zahlreichen Publikationen waren das Studium an der Universität Salamanca und besonders das Stipendium an dem Collegio di San Clemente in Bologna, wo er erstmals mit dem italienischen Humanismus in Kontakt kam, von Bedeutung. Sein dortiger Aufenthalt überrascht kaum, da Italien als ‚Wiege des Humanismus‘ nicht nur aufgrund der markanten sprachlichen und literarischen Leistungen italienischer Gelehrter, sondern auch wegen des Lateinstudiums wegweisend für das spanische Sprachbewusstsein war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz des spanischen Sprachbewusstseins ein und begründet die Auswahl der zwei zentralen Untersuchungsobjekte im Siglo de Oro.

2. Der sprachgeschichtliche Kontext: Die Emanzipation der ‚spanischen‘ romance vom Lateinischen: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung der iberoromanischen Sprachen und die politische Rolle des Kastilischen während der Reconquista.

3. Das spanische Sprachbewusstsein zwischen Renacimiento und Siglo de Oro: Hier wird der Einfluss des italienischen Humanismus auf das entstehende Sprachbewusstsein in Spanien untersucht.

4. Antonio de Nebrija und die Gramática de la lengua castellana von 1492: Dieses Kapitel widmet sich der Person Nebrijas und analysiert die erste Grammatik des Kastilischen als humanistische Sprachreflexion.

4.1 Nebrija als „humanista completo“: Es werden die biographischen Hintergründe und das humanistische Selbstverständnis von Nebrija beleuchtet.

4.2 Die Prologe der Gramática de la lengua castellana als Ort apologetischer Sprachreflexion: Das Kapitel analysiert die im Prolog dargelegten Beweggründe und das sprachimperialistische Selbstverständnis des Autors.

5. Juan de Valdés: Der Diálogo de la lengua von 1535 in kontrastiver Position zu Nebrija: Dieses Kapitel kontrastiert Valdés’ Werk mit den Ansätzen von Nebrija vor dem Hintergrund des spanischen Humanismus.

5.1 Externer Vergleich: Der Vergleich erfolgt hier anhand der biographischen Aspekte und der literarischen Gattung des Dialogs.

5.2 Interner Vergleich: Hier steht die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Konzepten "ars" und "uso" im Vordergrund.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der kontrastiven Analyse zusammen und bewertet die Bedeutung beider Autoren für die spanische Sprachgeschichte.

Schlüsselwörter

Spanische Philologie, Siglo de Oro, Antonio de Nebrija, Juan de Valdés, Gramática de la lengua castellana, Diálogo de la lengua, Sprachbewusstsein, Sprachgeschichte, Kastilisch, Humanismus, ars, uso, Sprachreflexion, Romanistik, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede im Sprachverständnis zwischen Antonio de Nebrija und Juan de Valdés im Spanien des 15. und 16. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das spanische Sprachbewusstsein, die Abgrenzung zum Lateinischen, die Rolle des Humanismus und die Konzepte der normativen Grammatik versus des natürlichen Sprachgebrauchs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kontrastive Gegenüberstellung zweier historischer Zeugnisse des Sprachbewusstseins, um grundlegende sprachkonzeptionelle Unterschiede aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kontrastive linguistische Analyse der Prologe von Nebrijas Grammatik und des Dialogs von Valdés angewandt, eingebettet in einen sprachgeschichtlichen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontexts, die Analyse von Nebrijas "humanista completo"-Ansatz sowie den Vergleich von Nebrijas "ars"-Konzept mit Valdés' "uso"-orientiertem Dialog.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachbewusstsein, Siglo de Oro, Romanistik, Humanismus, "ars" und "uso" sowie sprachliche Kodifizierung charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Sprachnormen bei Nebrija und Valdés?

Nebrija vertritt eine normative Kodifizierung durch eine "ars" (Grammatik) nach lateinischem Vorbild, während Valdés den natürlichen Sprachgebrauch ("uso") als maßgebliche Autorität betrachtet.

Warum kritisiert Valdés den Grammatiker Nebrija?

Valdés kritisiert die künstliche Natur von Nebrijas Regelwerk, das er als unangemessen für eine lebendige Volkssprache empfindet, und führt dies auf Nebrijas andalusische Herkunft zurück.

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Details

Title
Kontrastive Linguistik. Analyse der sprachkonzeptionellen Unterschiede bei Antoniode Nebrija und Juan de Valdés
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Romanisches Seminar)
Grade
1,7
Author
Philipp Scheerer (Author)
Publication Year
2018
Pages
47
Catalog Number
V1128670
ISBN (eBook)
9783346492609
ISBN (Book)
9783346492616
Language
German
Tags
Antonio de Nebrija Juan de Valdés Gramática de la lengua castellana Diálogo de la lengua 1492 Renaissance-Humanismus Sprachkonzeptionen Sprachbewusstsein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Scheerer (Author), 2018, Kontrastive Linguistik. Analyse der sprachkonzeptionellen Unterschiede bei Antoniode Nebrija und Juan de Valdés, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128670
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