Diese Arbeit soll als wissenschaftliche Grundlage für weiterführende Projekte zwischen der HAYS AG und der FOM dienen. Ziel ist zunächst eine empirische Analyse hinsichtlich der unterschiedlichen Führungskultur von Frauen und Männern aus Mitarbeiterperspektive. Dabei gilt es herauszufinden, wie zufrieden die Mitarbeiter auf den unteren Managementebenen sind und ob das Geschlecht ihres jeweiligen Vorgesetzten einen direkten Einfluss auf die Mitarbeiterführung und ihre Zufriedenheit am Arbeitsplatz hat.
Nach Einführung, Zielsetzung, Aufbau und Methodik der Untersuchung wird im zweiten Kapitel erläutert, was in der Literatur unter dem Begriff der Führung und der Kultur zu verstehen ist. Es werden allgemeine Führungsstile erläutert, geschlechtsabhängige Unterschiede der Führung beschrieben und Führungsstile im Kulturvergleicht dargestellt. Zum Abschluss des zweiten Kapitels geht der Autor noch auf die situativen Faktoren ein, die die Führungsstile beeinflussen können.
Im darauf folgenden dritten Kapitel wird der Hays Konzern vorgestellt. Ein kurzer Überblick, das Geschäftsmodell und die Hierarchiestruktur geben Aufschluss über die grobe Organisation des international tätigen Dienstleisters. Im vierten Abschnitt werden die Ergebnisse der empirischen Analyse dargestellt. Hier geht es primär um Hygienefaktoren und Motivatoren, also unter anderem um Fragen der Arbeitsgestaltung, der persönlichen Weiterentwicklung, Karriereperspektiven, Verantwortungsgefühl, Anerkennung, Entlohnung und Führungsstile.
Letztlich beendet das abschließende Resümee mit kritischer Würdigung diese Seminararbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Zielsetzung der Untersuchung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Methodik der Untersuchung
2. Führung und Kultur
2.1 Was ist Führung
2.2 Der Kulturbegriff
2.3 Allgemeine Führungsstile
2.4 Geschlechtsabhängige Unterschiede der Führung
2.5 Führungsstile im Kulturvergleich
2.6 Situative Einflussfaktoren
3. Der HAYS-KONZERN
3.1 Überblick
3.2 Das Geschäftsmodell
3.3 Die Hierarchiestruktur
4. Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung
5. Abschließendes Resümee & kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Geschlechts von Führungskräften auf das Führungsverhalten und die daraus resultierende Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter am Beispiel der Hays AG, um wissenschaftliche Grundlagen für die Personalentwicklung zu schaffen.
- Analyse geschlechtsspezifischer Führungsstile
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Führungskultur und Mitarbeiterzufriedenheit
- Vergleich zwischen direkter und indirekter Führung
- Einfluss situativer Faktoren auf den Erfolg von Führungsmethoden
- Empirische Auswertung von Mitarbeiterbefragungen in einem internationalen Konzernumfeld
Auszug aus dem Buch
2.4 Geschlechtsabhängige Unterschiede im Führungsstil
Zu den verschiedenen Eigenschaften innerhalb der Führungspersönlichkeit von Männern und Frauen herrschen differenzierte Meinungen. Die Gleichheitstheorie versucht zu verdeutlichen, dass es im Grunde keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede im Führungsstil von Frauen und Männern gibt. Die meisten Annahmen oder auch Stereotypisierungen schreiben Männern die größere Durchsetzungsfähigkeit und Zielorientiertheit zu. Frauen dagegen seien empathischer und sozialer als ihre männlichen Kollegen. Jedoch führen nach Studien von Prof. Dr. Bischoff Männer und Frauen beide sehr kooperativ und zeigen beide in ähnlichem Umfang autoritäre Züge, wenn es die betriebliche Situation erfordert. In weiteren Untersuchungen von Wunderer & Dick wurden ebenfalls nur vereinzelt geschlechtliche Merkmale im Führungsverhalten festgestellt.
Ebenfalls ist es nach deren Untersuchungen gleichgültig, ob die Führenden von weiblichen oder männlichen Angestellten beurteilt wurden. Die Ergebnisse sind ähnlich. Der am deutlichsten hervorgehobene Stil war sowohl von weiblichen als auch von männlichen Vorgesetzten der Kooperative. Dies zeigt, dass es keinen geschlechtsabhängigen Führungsstil gibt. Entsprechend der Unternehmenskultur, der Ziele und Umweltsituationen wählen Frauen wie Männer die tendenziell passenden Stile. Die Gleichheitstheorie wird somit durch beide Untersuchungen gestützt.
Neben der Gleichheitstheorie gibt es jedoch auch Anhänger der Differenztheorie. Diese behaupten, dass sehr wohl geschlechtsabhängige Unterschiede in der Führungskultur existieren. Angeblich gibt es weibliche Eigenschaften die in der männerdominierten Führung nicht erworben werden können, da sie zu geschlechtsspezifisch seien. Aus diesem Grunde sei es auch extrem wichtig, verstärkt weibliche Führungskräfte in Unternehmen zu integrieren. In einer Umfrage von „Die Akademie“ im Jahre 2003 wurden typische Unterschiede der Geschlechter herausgearbeitet. Sie stützten die Differenztheoretiker und haben die weitgehende Meinung der Stereotypisierung gefestigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Arbeitszufriedenheit für die Mitarbeiterbindung und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung.
2. Führung und Kultur: Es werden theoretische Grundlagen zu Führungsstilen, dem Kulturbegriff und geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Führung sowie situative Einflussfaktoren dargelegt.
3. Der HAYS-KONZERN: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über das Unternehmen, sein Geschäftsmodell und die spezifische Hierarchiestruktur des Dienstleisters.
4. Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung: Hier werden die empirischen Daten der durchgeführten Mitarbeiterumfrage zu Führungsstil, Teamklima und Arbeitszufriedenheit ausgewertet und grafisch dargestellt.
5. Abschließendes Resümee & kritische Würdigung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die methodischen Grenzen und zieht ein Fazit über den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Führungsqualität.
Schlüsselwörter
Führungsverhalten, Mitarbeiterzufriedenheit, Geschlechtsunterschiede, Führungskultur, Hays AG, Personalführung, Gleichheitstheorie, Differenztheorie, situative Führung, Arbeitsmotivation, Mitarbeiterbefragung, Führungsstil, Unternehmenskultur, Managementebenen, Personalbindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie sich das unterschiedliche Führungsverhalten von Frauen und Männern aus Sicht der Mitarbeiter auf deren Arbeitszufriedenheit auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Führungsstile, geschlechtsspezifische Unterschiede bei Führungskräften, der Einfluss von Unternehmenskultur sowie Faktoren der Mitarbeiterbindung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine empirische Analyse, um herauszufinden, ob das Geschlecht einer Führungskraft einen messbaren Einfluss auf die Führung und die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Umfragestudie, bei der standardisierte Fragebögen an Mitarbeiter verschiedener Unternehmensbereiche versendet und anschließend deskriptiv ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu Führungsmodellen, die Vorstellung des HAYS-Konzerns und die detaillierte Auswertung der Mitarbeiterbefragung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Führungsverhalten, Mitarbeiterzufriedenheit, Geschlechtervergleich und situative Führung.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Führungsstile?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es kaum signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede im Führungsstil gibt und situative Faktoren sowie die Unternehmenskultur eine wesentlich wichtigere Rolle spielen.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Identifikation der Mitarbeiter?
Ein hoher Grad an Übereinstimmung zwischen den Partizipationserwartungen der Mitarbeiter und dem realen Führungsstil fördert die Identifikation mit dem Unternehmen und steigert die Zufriedenheit.
Gab es bei der Befragung signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
In den meisten Bereichen der Arbeitsmotivation gab es nur geringe Nuancen; allerdings punkteten männliche Führungskräfte in den Bereichen Fachkompetenz und Karriereperspektiven deutlicher, während weibliche Führungskräfte bei der Sozialkomponente besser abschnitten.
- Arbeit zitieren
- Andre Michael Blach (Autor:in), 2015, Unterschiedliches Führungsverhalten von Frauen und Männern aus Mitarbeiterperspektive und deren Auswirkungen auf Ihre Zufriedenheit. Ein Praxisbeispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128729