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Trauma und Flucht im Kontext Schule. Heilpädagogische Interventionen für Kinder und Jugendliche

Titel: Trauma und Flucht im Kontext Schule. Heilpädagogische Interventionen für Kinder und Jugendliche

Hausarbeit , 2021 , 16 Seiten , Note: 1

Autor:in: Claudia Mayr (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie kann dem Thema „Flucht“ in der Schule praktisch begegnet werden, soll in dieser Arbeit auszugsweise beleuchtet werden.
Flucht und Schule ist ein aktuelles und oft auch kontrovers diskutiertes Thema. Allein in der Schweiz stellten in den Jahren 2018 bis 2020 40.565 Menschen einen Asylantrag, 1377 davon waren UMA's. Mit dem Status anerkannter oder vorläufig aufgenommener Flüchtlinge leben 35.036 Kinder und Jugendliche in der Schweiz. Dies zeigt auf, dass viele Pädagogen mit Kindern, welche Flucht erfahren mussten, Kontakt haben, sei es als Klassen- oder Fachlehrer.
Nicht alle diese Kinder sind traumatisiert, doch alle tragen das Thema „Flucht“ in ihrer Biographie und unterscheidet sie damit von der Mehrzahl der Kinder.

Auch ich sah mich mit Kinder konfrontiert, deren Verhalten mir zuerst unerklärlich schien, sich dann aber, oft im Kontext ihrer Vergangenheit, als nachvollziehbar darstellte. Ich erinnere mich an ein Mädchen, welches sich oft weigerte seine Mütze und Jacke an der Garderobe aufzuhängen. Drängen und auch Erklärungsversuche scheiterten meist. Erst nach Gesprächen mit den Eltern und Erkunden der Biographie wurde klar, dass die Familie lang in kalten Klimazonen auf der Flucht war und man immer bereit für den Weiterzug sein musste. Eine verlorene oder vergessene Jacke und Mütze hätte fatale Folgen gehabt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Schule und Flucht – ein aktuelles Thema

1.2. Eingrenzung der Themenfelder der Arbeit

1.3. Aufbau der Arbeit

2. Trauma und dessen Folgen

2.1. Definition Trauma

2.2. Traumatisierung von Kindern durch Flucht

2.3. Traumaspezifische Diagnosen bei Kindern von 6-10 Jahren

2.3.1. Akute Belastungsreaktion

2.3.2. Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

2.3.3. Anpassungsstörung

2.4. Entwicklungsbiologische Aspekte von Flucht und Trauma

2.5. Neurobiologische Folgen von Traumata

3. Traumatisierte Kinder in der Schule – Handlungsmöglichkeiten

3.1. Interventionen und Methoden im Bereich „Sicherheit“

3.2. Beziehungsarbeit

3.3. Handlungsoptionen bei Dissoziation und Verhaltensauffälligkeiten

3.4. Interventionen im Bereich „Selbstwirksamkeit/Selbstbemächtigung/Selbstwert“

3.5. Tiergestützte Interventionen

4. Schlussfazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Interventionsmöglichkeiten der Heilpädagogik für traumatisierte Kinder im Alter von 6-10 Jahren, die aus Krisengebieten geflüchtet sind, und analysiert diese unter entwicklungspsychologischen sowie neurobiologischen Gesichtspunkten für den schulischen Kontext.

  • Neurobiologische Auswirkungen von Traumata auf die Gehirnentwicklung von Kindern.
  • Die Rolle der Schule als sicherer Ort zur Förderung der Integration.
  • Bindungsorientierte Pädagogik als Grundlage für erfolgreiches Lernen.
  • Praktische Methoden zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und Selbstwert.
  • Der Einsatz tiergestützter Interventionen als ergänzende heilpädagogische Maßnahme.

Auszug aus dem Buch

3.5. Tiergestützte Interventionen

Auch wenn in vielen schulischen Einrichtungen eine tiergestützte Intervention schwer umsetzbar erscheint, möchte ich dennoch darauf eingehen, da ich diese Art der heilpädagogischen Arbeit als überaus wirksam und heilsam empfinde. Die Arbeit mit Tieren bietet eine Erweiterung des Handlungsspektrums und wirkt da wo „Worte nicht mehr reichen“ (Gahleitner et al., 2017, S. 272). „Die tierischen "Mitarbeiter" wirken dabei als Türöffner, Bindeglied und Motivator“ (BTI Bundesverband tiergestützte Intervention e.V., o. J., S. 1). Tiere können Mittler sein, wenn Kontakt zu anderen Menschen abgelehnt wird, da negativ konnotiert. Sie ermöglichen Nähe und Zuneigung. Weiterhin ist bekannt, dass der Kontakt mit Tieren bei Menschen den Oxytonzinspiegel ansteigen lässt. Das Hormon Oxytocin sorgt für Stressreduktion und Entspannung und ermöglicht damit eine bessere Aufmerksamkeit und besseres Lernen. Allein schon die Anwesenheit z.B. eines Hundes (dies muss kein ausgebildeter Therapiehund sein) in der Klasse fördert – bei allen Kindern - nicht nur bei den Traumatisierten - ein angenehmes Klima. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in Situation des „Präsentiert seins“ (z.B. Vorlesen vor der Klasse.), Kinder dies mit einem tierischen Helfer an ihrer Seite, oft wesentlich besser meistern. Auch das anfängliche Vorlesen/Vortragen ohne menschliche Zuhörer nur mit dem Tier ist eine Möglichkeit. Es fördert Selbstkompetenz und Selbstvertrauen.

Der Einsatz von Tieren hat speziell bei diesen Kindern und Jugendlichen die weiteren Vorteile, dass der typische Therapie- oder Interventionscharakter nicht im Vordergrund steht und die Tiere eine positive Verbindung zwischen den jungen Klientinnen und den bisher abgelehnten Erwachsenen herstellen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des Themas Flucht und Schule ein, grenzt den Fokus auf traumatisierte Grundschulkinder ein und erläutert den Aufbau der Arbeit.

2. Trauma und dessen Folgen: Hier werden Definitionen von Trauma erörtert, die Traumatisierung durch Flucht beleuchtet und die psychischen sowie neurobiologischen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes analysiert.

3. Traumatisierte Kinder in der Schule – Handlungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel stellt konkrete pädagogische Strategien in den Bereichen Sicherheit, Beziehung, Emotionsregulation und Selbstwertstärkung vor.

4. Schlussfazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit individueller pädagogischer Ansätze und fordert eine verstärkte Sensibilisierung sowie Fortbildung von Lehrkräften im Bereich Traumapädagogik.

Schlüsselwörter

Traumapädagogik, Flucht, Schule, Resilienz, Bindung, Neurobiologie, Selbstwirksamkeit, Dissoziation, Verhaltensauffälligkeiten, Stressregulation, tiergestützte Interventionen, Kindesentwicklung, Sicherheit, Trauma, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der heilpädagogischen Unterstützung von traumatisierten Kindern, die aufgrund von Fluchterfahrungen in schulischen Einrichtungen besonderen Förderbedarf aufweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition und Auswirkungen von Traumata, die Bedeutung von Bindung sowie praktische Interventionsmethoden für den Schulalltag.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach geeigneten heilpädagogischen Interventionsmöglichkeiten für geflüchtete Kinder im Alter von 6-10 Jahren unter Berücksichtigung ihrer neurobiologischen Voraussetzungen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse traumapädagogischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Trauma und Neurobiologie konkrete Handlungsmöglichkeiten für Lehrer und Betreuer präsentiert, etwa zur Schaffung sicherer Orte und zur Förderung des Selbstwerts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Traumapädagogik, Flucht, Sicherheit, Bindung, Selbstwirksamkeit und neurobiologische Stressregulation.

Warum ist die Arbeit speziell für Pädagogen relevant?

Pädagogen stehen zunehmend vor der Herausforderung, traumatisierten Kindern im Unterricht gerecht zu werden, ohne dabei die Grenzen ihrer therapeutischen Rolle zu überschreiten.

Welchen Stellenwert haben tiergestützte Interventionen?

Sie dienen als ergänzende Methode, um Barrieren abzubauen, Stress zu reduzieren und Kindern eine positive Bindungserfahrung in einer oft als belastend empfundenen Lernumgebung zu ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Trauma und Flucht im Kontext Schule. Heilpädagogische Interventionen für Kinder und Jugendliche
Hochschule
(IU Internationale Hochschule)  (Heilpädagogik)
Note
1
Autor
Claudia Mayr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1128732
ISBN (eBook)
9783346488626
ISBN (Buch)
9783346488633
Sprache
Deutsch
Schlagworte
trauma flucht kontext schule heilpädagogische interventionen kinder jugendliche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Mayr (Autor:in), 2021, Trauma und Flucht im Kontext Schule. Heilpädagogische Interventionen für Kinder und Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128732
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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