Darauf basierend, dass Sprache einen der wichtigsten Identitätsfaktoren darstellt und Identität durch Sprache konstituiert wird, stellt sich die Frage, ob das Code-switching (zwischen zwei Sprachen) als Ausdruck bilingualer Identität von Migranten betrachtet werden kann?
Aufgrund dessen, dass im Rahmen der vorliegenden Arbeit die Gruppe der Migranten fokussiert wird und sich durch Migration Mehrsprachigkeit ergibt, befasst sich das erste Kapitel der vorliegenden Arbeit sowohl mit den Typen von Mehrsprachigkeit als auch mit der individuellen Mehrsprachigkeit. Darüber hinaus wird in diesem Kapitel der Bilingualismus als Sonderfall von Mehrsprachigkeit beschrieben, da im Rahmen der vorliegenden Arbeit der Wechsel zwischen zwei Sprachen hervorgehoben wird. Hinsichtlich der Fragestellung wird im sich daran anschließenden Kapitel aufgrund der zahlreichen Definitionen von Identität der Begriff definiert. In Kapitel 3.1 wird auf die Rolle der Sprache für die Identität eingegangen, da Sprache eine große Relevanz für die Identität eines Individuums besitzt. Das Zwischenfazit: Bilinguale Identität stellt eine Zusammenführung der Kapitel 2 bis 3.1 dar und hält die Punkte fest, die für eine bilinguale Identität bei Mehrsprachigen von Bedeutung sind. Im vierten Kapitel wird das Code-switching beschrieben, um im Anschluss die Fragestellung beantworten zu können. Im letzten Kapitel der Arbeit findet sich schließlich ein Fazit, welches die wichtigsten Ergebnisse festhält.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mehrsprachigkeit
2.1 Typen von Mehrsprachigkeit
2.2 Individuelle Mehrsprachigkeit
2.3 Bilingualismus
3 Identität
3.1 Rolle der Sprache für die Identität
3.2 Zwischenfazit: Bilinguale Identität
4 Code-switching
5 Code-switching als Ausdruck bilingualer Identität von Migranten?
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob das Phänomen des Code-switchings als Ausdruck einer bilingualen Identität bei Migranten betrachtet werden kann. Dabei wird die enge Verflechtung von Sprache, Identitätskonstruktion und migrationsbedingter Mehrsprachigkeit analysiert.
- Grundlagen der Mehrsprachigkeit und Bilingualismus
- Konzeptualisierung von Identität und die Rolle der Sprache
- Funktionen und Erscheinungsformen des Code-switchings
- Identitätsrelevante Dimensionen des Sprachwechsels bei Migranten
Auszug aus dem Buch
4 Code-switching
„Eine der sichtbarsten Spuren einer zweisprachigen Kompetenz besteht darin, in vielfältiger Weise zwischen den Sprachen und Varietäten hin- und herzuwechseln.“ Eine Form des Hin- und Herwechselns kann mit dem Begriff Code-switching bezeichnet werden. Auch wenn davon auszugehen ist, dass mehrsprachiger Wechsel denselben Prinzipien unterliegt wie bilingualer Wechsel, wird in der vorliegenden Arbeit nur der Wechsel zwischen zwei Sprachen fokussiert. Dabei handelt es sich um Einzelsprachen und nicht um den Wechsel von Registern oder Dialekten.
Das Code-switching ist ein weit verbreitetes Phänomen in mehrsprachigen Gesellschaften und Gruppen. „Unter Code-switching […] versteht man den Wechsel von Sprachen innerhalb einer Konversation, zumeist durch denselben Sprecher“. Beim Code-switching verändern sich die beteiligten Sprachen nicht, sondern treten innerhalb von sprachlichen Äußerungen gemischt auf. Das Code-switching kann sowohl einzelne Wörter als auch Mehrworteinheiten bis hin zu ganzen Sätzen umfassen. Darauf basierend kann aus grammatikalischer Sicht zwischen satzexternem (intersentential) und satzinternem (intrasentential) Wechsel unterschieden werden. Beim satzexternen Wechsel wird zwischen Sätzen bzw. Redeabschnitten die Sprache gewechselt, wohingegen beim satzinternen innerhalb von Sätzen und zusammenhängenden Äußerungen die Sprache gewechselt wird. Dabei liegen meist eine Matrixsprache und eine eingebettete Sprache vor, wobei die Matrixsprache den grammatischen Rahmen vorgibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Migration und Mehrsprachigkeit ein, veranschaulicht das Phänomen durch ein Transkript und erläutert die Relevanz der Fragestellung hinsichtlich einer bilingualen Identität.
2 Mehrsprachigkeit: Es werden verschiedene Definitionen und Typen der Mehrsprachigkeit erörtert, wobei der Bilingualismus als Sonderfall hervorgehoben und als dynamischer Prozess verstanden wird.
2.1 Typen von Mehrsprachigkeit: Hier werden Kriterien zur Klassifizierung von Mehrsprachigkeit nach Erwerbsart, gesellschaftlichen Bedingungen und Kompetenz vorgestellt.
2.2 Individuelle Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel betrachtet die Prozesse in den Köpfen der Sprecher und die Gründe für individuelle Mehrsprachigkeit sowie die neurologischen Grundlagen.
2.3 Bilingualismus: Bilingualismus wird hier als Sonderform der Mehrsprachigkeit definiert, die regelmäßigen Gebrauch von zwei Sprachen in alltäglichen Situationen voraussetzt.
3 Identität: Das Kapitel widmet sich dem transdisziplinären Konzept der Identität, ihrer prozesshaften Entwicklung und der Bedeutung von Gruppenzugehörigkeiten.
3.1 Rolle der Sprache für die Identität: Hier wird untersucht, wie Sprache als Identitätsfaktor fungiert und inwiefern sie soziale Interaktion und Selbstbild prägt.
3.2 Zwischenfazit: Bilinguale Identität: Eine Synthese der vorangegangenen Kapitel, die wesentliche Punkte für eine bilinguale Identität bei Mehrsprachigen zusammenfasst.
4 Code-switching: Das Kapitel definiert Code-switching als Kommunikationsform und analysiert grammatikalische sowie soziolinguistische Ausprägungen und Funktionen.
5 Code-switching als Ausdruck bilingualer Identität von Migranten?: Hier wird die zentrale Forschungsfrage beantwortet, indem Code-switching als identitätsstiftender Prozess und Ausdruck bilingualer Kompetenz von Migranten analysiert wird.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konkludiert, dass Code-switching als aktiver Identitätsakt verstanden werden kann, der soziale Zugehörigkeiten ausdrückt.
Schlüsselwörter
Migration, Mehrsprachigkeit, Bilingualismus, Identität, Sprache, Code-switching, Identitätskonstruktion, Sprachkontakt, Soziolinguistik, Migrationshintergrund, Sprachkompetenz, soziale Identität, bilinguale Identität, Kommunikationsform, Sprachwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Mehrsprachigkeit, Migration und Identitätskonstruktion, mit einem besonderen Fokus auf dem Sprachwechselphänomen Code-switching.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definitionen von Mehrsprachigkeit und Bilingualismus, die psychologischen und soziologischen Grundlagen der Identitätsbildung sowie die Analyse von Code-switching als Kommunikationsstrategie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Code-switching von Migranten als ein bewusster Ausdruck ihrer bilingualen Identität betrachtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und -analyse, die aktuelle sprachwissenschaftliche und identitätstheoretische Konzepte integriert und auf das Phänomen der Migration bezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Mehrsprachigkeit und Identität, eine detaillierte Erläuterung von Code-switching-Mechanismen und deren Anwendung auf die konkrete Situation bilingualer Migranten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Code-switching, bilinguale Identität, Mehrsprachigkeit, Migrationskontext und Identitätskonstruktion bestimmt.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen "we-code" und "they-code"?
Der "we-code" wird mit der Sprache der Minderheit assoziiert, die Involviertheit ausdrückt, während der "they-code" die Sprache der Majorität darstellt und eine gewisse Distanz signalisiert.
Warum wird Code-switching heute nicht mehr als Defizit betrachtet?
Die aktuelle Forschung erkennt Code-switching als eine Kommunikationsform an, die eine hohe bilinguale Kompetenz voraussetzt, da die Sprecher morphosyntaktische Regeln beider Sprachen korrekt anwenden müssen.
- Arbeit zitieren
- Qendresa Berjani (Autor:in), 2016, Migration und Identität. Kann Code-switching als Ausdruck bilingualer Identität von Migranten betrachtet werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128782