Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Weibliche Selbstbestimmung im 21. Jahrhundert und die veränderte Handlung von "Effi Briest" in der Verfilmung von Hermine Huntgeburth

Warum musste Effi leben?

Titel: Weibliche Selbstbestimmung im 21. Jahrhundert und die veränderte Handlung von "Effi Briest" in der Verfilmung von Hermine Huntgeburth

Hausarbeit , 2021 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Beate Uhmann (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im literarischen Diskurs nehmen die Werke Fontanes seit langer Zeit einen festen Platz ein und auch als Schullektüre werde sie gerne herangezogen. Weniger häufig werden diese Werke, insbesondere Effi Briest, mit ihren Verfilmungen verglichen. Speisen könnte sich diese Zurückhaltung aus der Angst vor der Veränderung der ursprünglichen Handlung eines literarischen Stückes. Denn nicht selten wird diese in anschließenden Verfilmungen modifiziert.

Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob dies überhaupt verwerflich ist oder möglicherweise sogar nötig, wenn das Geschehen in eine andere Epoche gehoben werden soll. Bei Hermine Huntgeburths Film "Effi Briest" aus dem Jahr 2009 lässt sich eine derartige Modifikation erkennen. Die Handlung und der Charakter der Protagonistin weichen besonders am Ende deutlich von Fontanes Original ab.

Hierzu möchte diese Arbeit ergründen, welche Unterschiede sich zwischen den abgebildeten "Effis" zeigen und weshalb es für das Jahrhundert des Filmes möglicherweise nötig war, den "Nicht-Tod" der Effi Briest zu inszenieren. Zudem ist das Narrativ der Befreiung in der literarischen Vorlage wie auch in der Verfilmung ein zentrales Thema, das jeweils anders geartet ist. Besonders die damit einhergehende Emanzipation der Frau und der veränderte Grad der Handlungsfähigkeit der Figur der Effi sollen hier im Vordergrund stehen. Demnach haben wir es mit der zentralen Frage danach zu tun, ob und warum Effi Briest in Huntgeburths Film am Ende leben respektive überleben musste und welche Folgen dies nach sich zieht. Hierzu wird unter anderem ein Vergleich des Filmes mit dem Roman Fontanes herangezogen. Zuletzt soll ergründet werden, ob und inwieweit die Charaktereigenschaften der Huntgeburth'schen Effi bereits im Roman Fontanes angelegt sind und so durch die Regisseurin lediglich herausgegriffen und verstärkt wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

2. Vorbemerkungen

2.1 Rekapitulation des „Effi“-Stoffes

2.2 Filmische Umsetzung durch Hermine Huntgeburth

3. Gegenüberstellung der literarischen Effi Briest und der im Film

3.1 Charakterisierung Fontanes Effi Briest

3.2 Charakterisierung Huntgeburths Effi Briest

4. Von Fontanes Roman zur Emanzipationsgeschichte

4.1 Der „Nicht-Tod“ als Befreiung versus der Tod als Befreiung

4.2 Die Selbstbestimmung der Frau als Grundlage für Huntgeburths Film

4.3 Der veränderte Grad der Handlungsfähigkeit der Hauptfigur

4.4 Die modifizierte Handlung, die bereits im Original angelegt ist

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Adaption von Theodor Fontanes Roman "Effi Briest" durch die Regisseurin Hermine Huntgeburth aus dem Jahr 2009. Im Zentrum steht die Analyse, warum die Filmhandlung signifikant vom literarischen Original abweicht – insbesondere hinsichtlich des Endes und der weiblichen Handlungsfähigkeit – und wie diese Modifikationen vor dem Hintergrund der Emanzipation der Frau im 21. Jahrhundert zu bewerten sind.

  • Vergleich zwischen der literarischen Vorlage und der filmischen Umsetzung
  • Untersuchung der Charaktereigenschaften von Effi Briest im Roman und im Film
  • Analyse des Narrativs der Befreiung und des "Nicht-Todes" der Protagonistin
  • Diskussion der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Rolle der Regisseurin
  • Evaluation der Handlungsfähigkeit der Hauptfigur als Emanzipationsmerkmal

Auszug aus dem Buch

4.1 Der „Nicht-Tod“ als Befreiung versus der Tod als Befreiung

Sowohl der Roman Effi Briest von Theodor Fontane als auch die Verfilmung von Hermine Huntgeburth sind im Abschluss durch eine Befreiung gekennzeichnet. Dies ist bei Fontane die Befreiung durch den Tod und bei Huntgeburth durch den „Nicht-Tod“. Die Erlösung durch den Tod ist als das „Verlöschen der ganzen Person“ (v. Faber-Castell, 1983, 45f.) zu verstehen und „[folgt] dem bürgerlichen Tod“ (ebendort). Dieser bürgerliche Tod trat bei Effi nach der Verstoßung durch Innstetten ein, denn am gesellschaftlichen Leben konnte sie nun als „Ehebrecherin“ nicht mehr teilnehmen. Der Tod steht somit als Erlösung von diesen schmerzlichen Erfahrungen, die Effi immer schwächer und kränklicher werden lassen. Da ihr nur „noch das Recht auf physische Existenz zuerkannt wird“ (ebendort), ist der Tod als Abfolge von narrativen Ereignissen in Fontanes Roman eine logische Konsequenz. Wie Johannes Wende in seiner Dissertation „Der Tod im Spielfilm“ diese Abfolge im Film beschreibt, lässt sie sich auch auf den Roman übertragen: „Jeder Film hat eine Ende und definiert sich selbst aus einem Vorausentwurf dieses Endes.“ (Wende, 2014, 214). Ebenso kann es sich hingegen auch mit dem „Nicht-Tod“ verhalten. In Huntgeburths Film stirbt Effi am Ende nicht und erfährt auch hiermit eine Erlösung. Diese ist schlicht anders geartet, denn durch ihr Weiter- und Überleben geht die Protagonistin über den Sterbenspunkt hinaus und kann gestärkt aus der Krise hervorgehen. Mehr noch: Sie befreit sich von den Zwängen der gesellschaftlichen Ordnung und "[entwächst] dem konservativen Denken“ (Kuhn, 2017, 107).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Vergleichs zwischen Fontanes Roman und dessen Verfilmung, insbesondere im Hinblick auf die notwendige Anpassung an moderne gesellschaftliche Normen.

2. Vorbemerkungen: Dieses Kapitel rekapituliert den "Effi"-Stoff in seiner literarischen Form und führt in die spezifische filmische Herangehensweise von Regisseurin Hermine Huntgeburth ein.

3. Gegenüberstellung der literarischen Effi Briest und der im Film: Hier wird der Charakter der Effi Briest sowohl im Roman als auch in der Adaption gegenübergestellt, um Unterschiede in der Identifikation und der Persönlichkeitszeichnung herauszuarbeiten.

4. Von Fontanes Roman zur Emanzipationsgeschichte: Das Hauptkapitel beleuchtet die inhaltlichen Verschiebungen hin zur Emanzipationsgeschichte, wobei der Fokus auf dem "Nicht-Tod" und der gesteigerten Handlungsfähigkeit der Figur liegt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und argumentiert, dass die Modifikationen der Regisseurin als notwendige und legitime Positionierung in einem modernen, diversen Kino zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Effi Briest, Theodor Fontane, Hermine Huntgeburth, Literaturverfilmung, Emanzipation, Selbstbestimmung, Handlungsmacht, Nicht-Tod, Frauenbild, gesellschaftliche Strukturen, Romanadaption, Moderne, Geschlechterrollen, Vergleich, Filmanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich von Theodor Fontanes Klassiker "Effi Briest" und der Verfilmung von Hermine Huntgeburth aus dem Jahr 2009, wobei die inhaltlichen Veränderungen der Handlung im Fokus stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Emanzipation der Frau, der Wandel der gesellschaftlichen Moralvorstellungen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie die filmische Darstellung von weiblicher Selbstbestimmung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob und warum die Figur der Effi in der Verfilmung am Ende überleben musste und welche Konsequenzen diese Änderung für die Interpretation des Stoffes als Emanzipationsgeschichte hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf einen intermedialen Vergleich zwischen der literarischen Vorlage und der Filmadaption, ergänzt durch film- und medienwissenschaftliche Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Charakterisierungen der Protagonistin, den Wandel von der Opferrolle zur handlungsmächtigen Frau sowie die Bedeutung der Abweichungen vom Originalende für die moderne Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Effi Briest, Literaturverfilmung, Selbstbestimmung, Emanzipation, Handlungsmacht und mediale Transformation charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Effi im Film von der Romanvorlage laut der Autorin?

Laut der Arbeit ist die Effi im Film als eine "intensivere Identifikationsfigur" angelegt, die im Gegensatz zur literarischen Vorlage eine Entwicklung zu mehr Selbstbewusstsein und persönlicher Freiheit durchläuft.

Warum wird der "Nicht-Tod" der Effi im Film als wichtig erachtet?

Der "Nicht-Tod" dient als Symbol für die Emanzipation der Figur, die sich aus den starren gesellschaftlichen Zwängen des 19. Jahrhunderts befreit und ein selbstbestimmtes Leben führt, was als notwendig für eine moderne Adaption angesehen wird.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Weibliche Selbstbestimmung im 21. Jahrhundert und die veränderte Handlung von "Effi Briest" in der Verfilmung von Hermine Huntgeburth
Untertitel
Warum musste Effi leben?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Autor
Beate Uhmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
13
Katalognummer
V1128898
ISBN (eBook)
9783346494047
ISBN (Buch)
9783346494054
Sprache
Deutsch
Schlagworte
weibliche selbstbestimmung jahrhundert handlung effi briest verfilmung hermine huntgeburth warum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Beate Uhmann (Autor:in), 2021, Weibliche Selbstbestimmung im 21. Jahrhundert und die veränderte Handlung von "Effi Briest" in der Verfilmung von Hermine Huntgeburth, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128898
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  13  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum