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Die PISA - Studie, das Litracy - Konzept und ihre Auswirkungen für den Elementarbereich

Title: Die PISA - Studie, das Litracy - Konzept und ihre Auswirkungen für den Elementarbereich

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stephanie Klingemann (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Summary Excerpt Details

Gerade, wenn der Kindergarten in seiner Funktion als Vorbereitung auf das schulische Lernen in den Vordergrund tritt, wird ein ganz erheblicher Vorteil des Kindergartens unterschlagen: Der Kindergarten als ein Ort der informellen Bildung.
Kindergarten ist eben nicht wie Schule, an der Lernen in formalisierten Bahnen geschieht. Im Kindergarten sind die Räume für die Kinder freier, offener und individueller; Bildung kann in vielfacher Weise geschehen und unterscheidet sich von der Art des schulischen Lernens enorm (Rauschenbach, Thomas (2004), S. 118).
Der Elementarbereich sollte hier seine Chancen nutzen, eine ganz eigene Bildungsidee zu formulieren und nicht generellen Bildungsplänen folgen unter der Maßgabe des schulischen Lernkonzepts (ebd.)
(...)
Im folgenden wird es zunächst darum gehen, die PISA - Studie näher zu erläutern.
Obwohl der Elementarbereich in der Studie nicht Gegenstand der Untersuchungen war, lassen sich aus dem Litracy - Konzept, das PISA zugrunde liegt, viele Rückschlüsse auf den Elementarbereich ziehen, wie er diesem Konzept zufolge aufgebaut werden sollte.
Im Anschluss an die Ergebnisse von PISA wird es zunächst kurz darum gehen, inwieweit der Elementarbereich die „Risikogruppen“ bei PISA auffangen und fördern könnte. Dabei möchten wir auf die Besonderheit der Bildung im Kindergarten eingehen und diese auch im Hinblick auf ihre Chancen näher erläutern.
Der Bildungsauftrag, der dem Kindergarten nicht erst seit 2001 (seit der Bekanntgabe der PISA - Ergebnisse) gestellt wird, ist oft orientiert an der Vorbereitungsfunktion auf die Schule und weniger an den frühkindlichen Bildungsprozessen und ihren Besonderheiten. Die Kinder sollen zum Lernen und Anpassen befähigt werden, um für die Gesellschaft nützlich zu sein.
Deswegen soll auch Teil dieser Arbeit sein, Kritik zu üben an dem Menschenbild, das PISA vermittelt. Die Frage wird lauten: Was ist der Mensch nach PISA? Bzw. Was soll das Kind? Natürlich immer auch unter dem Gesichtspunkt, was diese Entwicklung für den Elementarbereich bedeutet. Hier wird es dann zu einem kurzen Vergleich mit Wilhelm von Humboldt kommen, um daran dann das Bildungsverständnis der OECD - Studie PISA zu verdeutlichen.
In einer Schlussbemerkung wird es dann darum gehen, die Position des Elementarbereichs im Bildungssystem zu beurteilen und zu bewerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Vorbemerkungen

2. Die PISA - Studie und ihre Konzeption

2.1 Die Erhebung von Kompetenzen

2.2 Der Messgegenstand bei PISA

2.3 Das Litracy - Konzept bei PISA

3. PISA und der Elementarbereich - Ergebnisse aus der Studie und ihre Anstöße für den Elementarbereich

3.1 Die „Risikogruppen“ laut PISA

a) Die soziale Herkunft

b) Kinder mit Migrationshintergrund

3.2 Wo kann der Elementarbereich ansetzen?

3.3 Bildung im Kindergarten

4. Kritik: Was ist der Mensch laut PISA? Bzw. Was soll das Kind?

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den Einfluss des PISA-Studien-Konzepts sowie dessen funktionalistisches Bildungsverständnis auf den Elementarbereich. Es wird analysiert, inwieweit der Druck zur Effizienzsteigerung und Kompetenzorientierung die pädagogische Identität und den informellen Bildungsauftrag des Kindergartens gefährdet.

  • Das PISA-Konzept und seine Ausrichtung auf basale Kompetenzen
  • Die Auswirkungen von PISA auf die pädagogische Arbeit im Kindergarten
  • Soziale Herkunft und Migrationshintergrund als Risikofaktoren im Bildungssystem
  • Der Konflikt zwischen schulischer Vorbereitung und kindgerechter informeller Bildung
  • Kritische Gegenüberstellung des PISA-Menschenbildes mit neuhumanistischen Idealen

Auszug aus dem Buch

Die Besonderheit des Bildungsortes Kindergartens

Der erste entscheidende Gewinn des Kindergartens für das Kind ist wohl die Erweiterung seiner Lebenswelt und die Ermöglichung neuer, andersartiger Erfahrungen, die ihm so im Elternhaus nicht zur Verfügung gestanden hätten (Rauschenbach, Thomas (2004), S. 117).

Das Kind lernt durch Erfahrungen, durch den Umgang mit anderen und erhält so vielfältigere Entwicklungschancen, als viele dies in ihrer Familie zur Verfügung haben (ebd.)

Gerade im Hinblick auf die PISA - Studie, bei der die hohe soziale Selektivität des deutschen Bildungssystems festgestellt und kritisiert wurde, ist es bemerkenswert, dass der Kindergarten ein Ort ist, an dem die Organisation der Lernerfahrungen der Kinder weitaus sozialintegrativer ist als sie es später in den Schulen der Fall antreffen (Rauschenbach, Thomas (2004), S. 118).

Im Kindergarten kann es noch keinen Leistungswettbewerb zwischen den Kindern geben, da Lernen hier außerhalb von standardisierten Messverfahren oder Anforderungen geschieht.

Im Kindergarten eignen sich die Kinder ihre Welt auf spielerische Art und Weise an, die Rückmeldung und die Interaktionen mit den Erzieherinnen erfolgen individuell und folgen keinem bestimmten Zeitschema (ebd.)

Dies ist einer der großen Vorteile des Kindergartens gegenüber der Schule. „Es gibt im Grunde genommen für eine kluge Pädagogik nichts besseres als ein Lern- und Bildungsszenario, dem man dieses nicht sofort ansieht, dem es gelingt, spielerisch, offen, situativ, fast beiläufig sowie an den Eigeninteressen, den Bedürfnissen und am Lerntempo der Lernenden ausgerichtet Wissen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen anzuregen, zu fördern oder zu vermitteln.“ (Rauschenbach, Thomas (2004), S. 118).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Vorbemerkungen: Einführung in die Problematik internationaler Schulleistungsvergleiche und deren Auswirkungen auf die erste Stufe des Bildungssystems.

2. Die PISA - Studie und ihre Konzeption: Detaillierte Darstellung der Erhebungsmethoden, des Kompetenzbegriffs und der funktionalistischen Ausrichtung der PISA-Studie.

3. PISA und der Elementarbereich - Ergebnisse aus der Studie und ihre Anstöße für den Elementarbereich: Untersuchung der Risikogruppen und der Rolle des Kindergartens als Ort präventiver Bildungsarbeit.

4. Kritik: Was ist der Mensch laut PISA? Bzw. Was soll das Kind?: Fundierte Kritik am ökonomisch geprägten Menschenbild der PISA-Studie im Vergleich zum humboldtschen Bildungsbegriff.

5. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Gefahren für den Elementarbereich durch die zunehmende schulische Ausrichtung frühkindlicher Bildung.

Schlüsselwörter

PISA-Studie, Elementarbereich, Allgemeinbildung, Grundbildung, Kompetenzorientierung, Frühkindliche Bildung, Risikogruppen, Soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Schulerfolg, Bildungsgerechtigkeit, Pädagogik, Informelles Lernen, Leistungsdruck, Bildungspläne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des PISA-Konzepts auf den deutschen Elementarbereich und hinterfragt die zunehmende Instrumentalisierung frühkindlicher Bildung für wirtschaftliche Effizienzziele.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der kritischen Analyse des Litracy-Konzepts stehen die soziale Selektivität des Schulsystems sowie die Bedeutung informeller Bildung im Kindergarten im Fokus.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und wie der Elementarbereich auf die neuen Anforderungen an Bildungssysteme reagieren sollte, ohne dabei seinen kindgerechten, spielerischen Charakter zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis aktueller erziehungswissenschaftlicher Literatur und der Ergebnisse der PISA-Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des PISA-Konzepts, die Analyse der Risikogruppen und eine kritische Diskussion des Menschenbildes, das durch PISA vermittelt wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Begriffe wie Kompetenzorientierung, Bildungsgerechtigkeit, informelle Bildung und die Debatte um Allgemeinbildung versus Qualifizierung sind zentral.

Welche Rolle spielt die soziale Herkunft bei PISA?

Die Autorin hebt hervor, dass die soziale Herkunft in Deutschland einen überdurchschnittlich starken Einfluss auf den Schulerfolg und die Kompetenzentwicklung hat.

Warum warnt die Autorin vor einer Verschulung des Kindergartens?

Sie argumentiert, dass die spezifische Stärke des Kindergartens im informellen, individuellen Lernen liegt, welches durch standardisierte Lernvorgaben und Leistungsdruck gefährdet wird.

Welcher Vergleich mit Wilhelm von Humboldt wird gezogen?

Der Bildungsbegriff Humboldts, der die Selbstbildung und Freiheit des Individuums in den Mittelpunkt stellt, wird dem funktionalistischen, auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Modell von PISA gegenübergestellt.

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Details

Title
Die PISA - Studie, das Litracy - Konzept und ihre Auswirkungen für den Elementarbereich
College
University of Würzburg  (Institut für Pädagogik)
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Stephanie Klingemann (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V112891
ISBN (eBook)
9783640121816
Language
German
Tags
PISA Studie Litracy Konzept Auswirkungen Elementarbereich Hauptseminar Kindliche Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Klingemann (Author), 2008, Die PISA - Studie, das Litracy - Konzept und ihre Auswirkungen für den Elementarbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112891
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