In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit dem Thema der Lernmotivation unter besonderer Berücksichtigung der erlernten Hilflosigkeit.
Zunächst möchte ich kurz die Lernmotivation behandeln und stelle die beiden Dimensionen „Intrinsische Motivationsbedingungen“ und „Extrinsische Motivationsbedingungen“ anhand des Modells von Heckhausen aus dem Jahre 1968 dar. Sie zeigen, welche Einflüsse auf die Lernmotivation des Schülers einwirken und deuten vielleicht schon darauf hin, wie Hilflosigkeit die Motivation beeinflussen kann.
Im nächsten Kapitel stelle ich mir die Frage, wie Erlernte Hilflosigkeit überhaupt entsteht. Dabei berufe ich mich besonders auf Seligman, dem in der Literatur immer wieder bestätigt wird, dass seine Erkenntnisse über Erlernte Hilflosigkeit mit wegweisend waren.
Auf Grund der Fülle der Erkenntnisse habe ich mich auf seine Definitionen der Hilflosigkeit und der Unkontrollierbarkeit, seine Tierversuche und die möglichen Folgen von Hilflosigkeit beschränkt.
Das letzte Kapitel widme ich den Folgen der Erlernten Hilflosigkeit und wie das Erleben von Misserfolgen die Lernhaltung eines Kindes entscheidend prägen kann. Außerdem erläutere ich kurz, wie Lehrer in diesen Zustand der Hilflosigkeit beim Kind eingreifen und ihm einen Weg zurück zu einem motivierten Lernen zeigen können.
In meinen eigenen Schlussfolgerungen versuche ich zu überlegen, welche Möglichkeiten der Prävention von Erlernter Hilflosigkeit bei Kindern für Lehrer bei ihrer Unterrichtsführung existieren und wie sie davon Gebrauch machen können.
Denn bei der Bearbeitung dieses Themas habe ich erkannt, dass es viel schwieriger ist, ein Kind aus diesem Zustand zu befreien als es von vorneherein davor zu bewahren, gerade wenn es erst ganz am Anfang seiner Schullaufbahn steht.
II. Lernmotivation
Unter dem Begriff der Lernmotivation versteht man in der Motivationspsychologie die emotionalen und kognitiven Prozesse, die dafür verantwortlich sind, in welchem Umfang ein Lernender die Absicht verfolgt, etwas Neues zu lernen, um die von ihm in Abhängigkeit zum Lernen zu erwartenden Folgen zu erreichen bzw. zu vermeiden (Wegge, 1998, S. 47).
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Lernmotivation
III. Wie entsteht „Erlernte Hilflosigkeit“?
1. Wann ist ein Schüler hilflos?
2. Tierversuch zur Erlernten Hilflosigkeit
3. Erlernte Hilflosigkeit – motivationale, kognitive und emotionale Defizite
IV. Erlernte Hilflosigkeit und Lernmotivation
1. Vom ersten Misserfolg zu erlernter Hilflosigkeit
2. Vertrauen in die eigenen Kompetenzen gewinnen
V. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Lernmotivation und dem Phänomen der erlernten Hilflosigkeit im schulischen Kontext. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Erleben von Unkontrollierbarkeit und wiederholten Misserfolgen die Lernhaltung von Kindern negativ beeinflussen kann und welche Möglichkeiten Lehrkräfte haben, um betroffene Schüler zu unterstützen und deren Vertrauen in die eigenen Kompetenzen wiederherzustellen.
- Grundlagen der Lernmotivation nach dem Heckhausen-Modell
- Psychologische Definition und Entstehung der erlernten Hilflosigkeit
- Auswirkungen von Misserfolgserfahrungen auf das Lernverhalten
- Differenzierung motivationaler, kognitiver und emotionaler Defizite
- Pädagogische Interventionsmöglichkeiten zur Prävention und Bewältigung
Auszug aus dem Buch
3. Erlernte Hilflosigkeit – motivationale, kognitive und emotionale Defizite
Auch bei Menschen führt das Erleben von Situationen, in denen sie das Gefühl der Unkontrollierbarkeit hatten zu Defiziten in ihren künftigen Handlungsmustern. Man unterscheidet zusammenfassend drei Symptomgruppen hilflosen Verhaltens (Broome, 1998, S. 27).
(1) Emotionale Defizite
Die emotionalen Folgen von Ereignissen mit aversiven Reizen sind umso stärker, je wichtiger sich der Kontrollbereich für die betroffene Person darstellt. Als emotionale Folgeerscheinungen von Situationen, in denen ein Mensch hilflos war, sind zunächst Angstreaktionen und später dann auch depressive Verhaltensmuster symptomatisch. Durch die erlebte Nonkontingenz zwischen dem eigenen Verhalten und den daraus folgenden Ereignissen kommt es in künftigen Situationen vermehrt zu „Besorgnisgedanken“ (zitiert aus Broome, 1998, S. 27). Der Mensch fühlt sich hilflos und zweifelt generell an seinen Fähigkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Lernmotivation ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung des Phänomens der erlernten Hilflosigkeit.
II. Lernmotivation: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen der Lernmotivation anhand des Heckhausen-Modells und unterscheidet dabei zwischen intrinsischen und extrinsischen Motivationsfaktoren.
III. Wie entsteht „Erlernte Hilflosigkeit“?: Hier wird die Entstehung des Zustands der Hilflosigkeit beleuchtet, wobei sowohl klassische Tierversuche als auch die daraus abgeleiteten motivationalen, kognitiven und emotionalen Defizite bei Menschen analysiert werden.
IV. Erlernte Hilflosigkeit und Lernmotivation: Das Kapitel verknüpft die erlernte Hilflosigkeit mit dem schulischen Lernen und zeigt auf, wie Misserfolge zu Resignation führen und wie Vertrauen in die eigenen Kompetenzen zurückgewonnen werden kann.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die wichtige Rolle von Lehrkräften und Eltern bei der Prävention von Hilflosigkeit sowie der Förderung eines gesunden Selbstvertrauens bei Schülern.
Schlüsselwörter
Lernmotivation, Erlernte Hilflosigkeit, Heckhausen-Modell, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Unkontrollierbarkeit, Misserfolg, Kompetenzvertrauen, Pädagogische Psychologie, Selbstwirksamkeit, Leistungsdefizite, Resignation, Prävention, Schulpsychologie, Lernverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse der Lernmotivation und den negativen Auswirkungen, die das Phänomen der erlernten Hilflosigkeit auf die schulische Lernleistung von Kindern haben kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Komponenten der Lernmotivation, die psychologischen Definitionen und Ursachen der erlernten Hilflosigkeit sowie praktische Ansätze zur pädagogischen Unterstützung betroffener Kinder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist zu untersuchen, wie erlernte Hilflosigkeit die Motivation hemmt und welche Strategien Lehrer anwenden können, um Schülern zu helfen, ihre Fähigkeiten wieder realistisch einzuschätzen und motiviert zu lernen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der psychologischen Fachliteratur, insbesondere unter Rückgriff auf das Heckhausen-Modell und die Forschungsergebnisse von Seligman zur erlernten Hilflosigkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Entstehungsprozesse der Hilflosigkeit, die daraus resultierenden motivationalen, kognitiven und emotionalen Defizite sowie die Übertragung dieser Mechanismen auf den schulischen Alltag von Schülern diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lernmotivation, Erlernte Hilflosigkeit, Unkontrollierbarkeit, Misserfolgserfahrungen und pädagogische Interventionsmöglichkeiten charakterisiert.
Inwiefern beeinflusst das Lehrerverhalten den Zustand der Hilflosigkeit?
Das Verhalten der Lehrkraft spielt eine entscheidende Rolle; durch gezielte Rückmeldungen und die Stärkung des Vertrauens in die eigene Anstrengung kann der Lehrer dem Kind helfen, den Zustand der Hilflosigkeit zu überwinden.
Warum wird im Kontext der erlernten Hilflosigkeit das Heckhausen-Modell herangezogen?
Das Modell wird genutzt, um die verschiedenen Dimensionen der Lernmotivation zu definieren, die durch das Gefühl der Unkontrollierbarkeit bei Schülern beeinträchtigt werden könnten.
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- Stephanie Klingemann (Author), 2006, Lernmotivation und das Problem der Erlernten Hilflosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112905