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Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule

Wissenschaftliche Arbeit in der Grundschuldidaktik Mathematik

Title: Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule

Examination Thesis , 2020 , 193 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lena Volke (Author)

Didactics - Mathematics
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Summary Excerpt Details

Thema dieser Arbeit sind Strategien und Maßnahmen, die einen gelingenden Umgang mit der Heterogenität der Schüler*innen im Mathematikunterricht der Grundschule ermöglichen. Die wissenschaftliche Arbeit erforscht diese sowohl in vorwiegend mathematikdidaktischer Literatur, als auch in der Unterrichtspraxis und stellt in einem abschließenden Resümee Handlungsprämissen für die Zukunft eines produktiven Umgangs mit Vielfalt im Mathematikunterricht heraus.
Mit Blick auf die didaktisch-methodische Planung und Gestaltung des Mathematikunterrichts wurden dafür problemzentrierte Leitfadeninterviews mit vier Lehrerinnen unterschiedlicher Schulen durchgeführt und anschließend mithilfe des Verfahrens der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Darin zeigte sich, dass der Fokus in Literatur und Interviews auf der Leistungsheterogenität liegt und andere Heterogenitätsdimensionen dahinter zurückbleiben. Die Einstellungen der Lehrerinnen bzgl. dieser Vielfalt sind zwar grundlegend positiv, unterscheiden sich aber dennoch voneinander.
Für einen gelingenden Umgang mit Heterogenität werden in Theorie und Praxis Differenzierungs- und Individualisierungsmaßnahmen erläutert. In der Unterrichtsgestaltung überwiegen pädagogische, binnendifferenzierende Maßnahmen statt der in der mathematikdidaktischen Literatur populären fachbezogenen natürlichen Differenzierung.
In den Interviews war weiterhin eine Kategorisierung der Lernenden entsprechend ihrer Leistungsniveaus und eine weite Spanne von eher schüler*innenzentrierten zu lehrer*innenzentriertem Unterricht und individualisierendem zu sozialem Lernen erkennbar. Auch Diskrepanzen zwischen den Ebenen der Lehrkraft, dem Schulsystem und der Bildungspolitik wurden sichtbar.
Um im Mathematikunterricht der Grundschule produktiv mit Vielfalt umgehen zu können, braucht es eine kritische Reflexion der Lehrer*inneneinstellungen und der Unterrichtsplanung und -gestaltung in Hinblick auf verschiedene Heterogenitätsdimensionen der Schüler*innen, aber auch ein Hinterfragen des Schulsystems an sich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einordnung und Definition des Heterogenitätsbegriffs

3 Heterogenität als soziales Konstrukt in der Gesellschaft

4 Heterogenität im Bildungskontext

4.1 Heterogenität im System Schule

4.2 Umgang mit Heterogenität im Unterricht

4.2.1 Gestaltung eines heterogenitätssensiblen Unterrichts

4.2.2 Kompetenzen und Einstellungen von Lehrkräften

5 Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule

5.1 Heterogenität in den Bildungsstandards und dem sächsischen Lehrplan

5.2 Maßnahmen und Strategien für einen gelingenden Umgang mit Heterogenität

5.2.1 Innere Differenzierung

5.2.2 Natürliche Differenzierung

5.2.3 Substanzielle Lernumgebungen

5.2.4 Substanzielle Aufgabenformate

5.2.5 Perspektiven aus dem inklusiven Mathematikunterricht

5.2.6 Projekt PIKAS

5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der theoretischen Auseinandersetzung

6 Überblick über die empirische Studie

6.1 Untersuchungsziel und Forschungsfragen

6.2 Beschreibung der Stichprobe

6.3 Beschreibung des methodischen Vorgehens

6.3.1 Fragen-Leitfaden

6.3.2 Projektvorstellung, Datenschutz, Kontaktaufnahme

6.3.3 Gestaltung der Interviewsituation

6.4 Vorgehen für Analyse und Auswertung der Daten

7 Ergebnisse der Datenanalyse

7.1 Transkript Interview 1: Frau S.

7.1.1 Analyse und Auswertung der Daten

7.2 Transkript Interview 2: Frau B.

7.2.1 Analyse und Auswertung der Daten

7.3 Transkript Interview 3: Frau N.

7.3.1 Analyse und Auswertung der Daten

7.4 Transkript Interview 4: Frau J.

7.4.1 Analyse und Auswertung der Daten

7.5 Gesamtschau aller Interviews

8 Resümee – Implikationen für Theorie und Praxis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht Strategien und Maßnahmen für einen gelingenden Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule. Ziel ist es, den geringen Forschungsstand zu Einstellungen und Handlungsmustern von Lehrkräften in der Praxis durch qualitative Interviews zu erweitern und Handlungsprämissen für die Unterrichtsgestaltung abzuleiten.

  • Theoretische Fundierung des Heterogenitätsbegriffs im Bildungskontext.
  • Analyse didaktischer Konzepte wie natürliche und innere Differenzierung.
  • Empirische Untersuchung von Lehrer*inneneinstellungen mittels problemzentrierter Interviews.
  • Vergleich von theoretischen Strategien mit der unterrichtlichen Realität.
  • Ableitung von Implikationen für die Lehrer*innenausbildung und Schulentwicklung.

Auszug aus dem Buch

5.2.2 Natürliche Differenzierung

Im mathematikdidaktischen Kontext wurde das Konzept einer natürlichen Differenzierung von Aufgabenstellungen, die den fachlichen Inhalten bereits innewohnt und mit diesen argumentiert, entwickelt und in Form von Unterrichtsbeispielen und Lernumgebungen erprobt (vgl. Krauthausen und Scherer 2010: 5; Krauthausen und Scherer 2019: 46). Der Begriff der natürlichen Differenzierung zielt dabei auf eine „ganzheitliche Erarbeitung von Themen [..], bei der sich Aufgaben unterschiedliche[r] Schwierigkeitsniveaus in natürlicher Weise ergeben“ (Krauthausen und Scherer 2019: 49), ab. Dadurch entsteht ein Lernangebot für alle Schüler*innen, das nicht zusätzlich durch Lehrperson oder Medium differenziert werden muss (vgl. ebd.: 49). Natürlich Differenzierung eignet sich daher besonders für einen konstruktiven Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht.

Die Konzepte der natürlichen Differenzierung und der substanziellen Lernumgebungen hängen eng miteinander zusammen und wurden von Wittmann (vgl. 1998: 337 ff.) auf den Mathematikunterricht bezogen (vgl. auch Krauthausen und Scherer 2010: 5). Auch Weskamp weist auf die natürliche Differenzierung als Weg für einen produktiven Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht hin (vgl. Weskamp 2018: 1). Sie sieht darin eine Alternativlösung zur Festlegung verbindlicher Bildungsstandards, die modellhaft Aufgabenformate vorgeben, welche zwar inhaltsgleich sind, sich aber in unterschiedlichen Aufgabenstellungen für die Schüler*innen niederschlagen (vgl. Weskamp 2018: 1; KMK 2005: 13).

Im Folgenden sollen nun Voraussetzungen bzw. förderliche Rahmenbedingungen für eine gelingende natürliche Differenzierung aufgezeigt werden. Krauthausen und Scherer (vgl. 2010: 5 f.) beschreiben anhand von fünf Merkmalen, wie die natürliche Differenzierung eines Lernangebots umgesetzt werden kann:

Kriterium eins ist die Gleichheit des Lernangebots für alle Kinder. Dieses gleiche Lernangebot sollte nicht mit dem gleichen Inhalt – beispielsweise einer qualitativen Differenzierung in Sinne von in „leichte“, „mittlere“ und „schwere“ Aufgaben unterteilten Arbeitsblättern – verwechselt werden. Ein gleiches Lernangebot liege erst dann vor, wenn alle Schüler*innen an der gleichen, dem Arbeitsprozess übergeordneten Problemstellung arbeiten. Um dies zu realisieren, reiche in den meisten Fällen eine Aufgabenstellung bzw. ein Arbeitsblatt für alle Kinder aus. (vgl. ebd.: 5)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darlegung der Relevanz und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Umgangs mit Heterogenität im Mathematikunterricht.

2 Einordnung und Definition des Heterogenitätsbegriffs: Theoretische Herleitung und Definition von Heterogenität als komplexes, konstruiertes Phänomen.

3 Heterogenität als soziales Konstrukt in der Gesellschaft: Analyse der gesellschaftlichen Dimensionen und Auswirkungen von Heterogenitätszuschreibungen.

4 Heterogenität im Bildungskontext: Untersuchung der schulischen Rahmenbedingungen, der institutionellen Diskriminierung und der Anforderungen an Lehrkräfte.

5 Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule: Darstellung fachdidaktischer Konzepte wie natürliche und innere Differenzierung sowie Vorstellung des Projekts PIKAS.

6 Überblick über die empirische Studie: Methodische Erläuterung der qualitativen Experteninterviews und der Auswertung nach Gläser und Laudel.

7 Ergebnisse der Datenanalyse: Präsentation der Analyseergebnisse aus den vier geführten Lehrerinterviews inklusive Transkriptionen und Auswertungen.

8 Resümee – Implikationen für Theorie und Praxis: Synthese der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die zukünftige Unterrichtsgestaltung.

Schlüsselwörter

Heterogenität, Mathematikunterricht, Grundschule, Natürliche Differenzierung, Binnendifferenzierung, Inklusion, Lehrer*inneneinstellungen, Individuelle Förderung, Lernumgebungen, PIKAS, Qualitative Inhaltsanalyse, Kompetenzorientierung, Schulsystem, Leistungsheterogenität, Selbstgesteuertes Lernen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte in Grundschulen mit der Heterogenität ihrer Schülerschaft im Mathematikunterricht umgehen und welche Strategien sie dabei anwenden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Umgang mit Leistungsunterschieden, die Gestaltung differenzierter Lernumgebungen, die Bedeutung von Lehrer*inneneinstellungen und die Passung zwischen Bildungspolitik und unterrichtlicher Realität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, bestehende didaktische Konzepte zur natürlichen Differenzierung mit der Praxis abzugleichen, um Handlungsbedarfe aufzuzeigen und Ansätze für einen gelingenden Umgang mit Vielfalt im Unterricht zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf problemzentrierten Leitfadeninterviews mit vier Grundschullehrerinnen basiert und diese mittels der qualitativen Inhaltsanalyse auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Heterogenitätsbegriffs und der Differenzierungsstrategien (Kapitel 2-5) sowie die empirische Analyse von vier Lehrerinterviews (Kapitel 6-7).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Heterogenität, Mathematikunterricht, Differenzierung, Inklusion, Lehrer*inneneinstellungen und Lernumgebungen.

Warum wird die „natürliche Differenzierung“ als so wichtig hervorgehoben?

Sie gilt als fachdidaktisches Konzept, das es ermöglicht, dass Schüler*innen an einem gemeinsamen Lerngegenstand auf individuellem Niveau arbeiten können, ohne dass das Angebot durch die Lehrkraft künstlich zerlegt werden muss.

Welches Fazit ziehen die befragten Lehrkräfte zur Umsetzung in der Praxis?

Die Lehrerinnen betonen häufig eine Diskrepanz zwischen dem hohen Anspruch an Differenzierung und den schulorganisatorischen Rahmenbedingungen (wie Zeitmangel und Klassengrößen), was oft zu Überforderung führt.

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Details

Title
Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule
Subtitle
Wissenschaftliche Arbeit in der Grundschuldidaktik Mathematik
College
Dresden Technical University  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Lena Volke (Author)
Publication Year
2020
Pages
193
Catalog Number
V1129126
ISBN (eBook)
9783346529213
ISBN (Book)
9783346529220
Language
German
Tags
Heterogenität Mathematikdidaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Volke (Author), 2020, Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129126
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