Wie gelingt eine erfolgreiche Evangelisation? The Empowered Church Program als Vorbild


Seminararbeit, 2014

16 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung
1.1. Einleitung
1.2. Wozu Evangelisation und welches Ziel soll verfolgt werden?

II. Das Evangelistische Konzept mit den 4 Schritten
Schritt 1: (Boden vorbereiten) Menschen vorbereiten [8 – 12 Monate]
Schritt 2: (Säen + gießen + düngen) Menschen erreichen [6 Monate]
Schritt 3: (Ernten) Menschen gewinnen [4 – 6 Monate]
Schritt 4: (Bewahren + Multiplizieren) Menschen bewahren [ständig]

III. Tabellarische Übersicht der ersten 4 Jahr

IV. Schluss

V. Bibliographie

I. Einführung

1.1. Einleitung

Johannes der Täufer, den wir womöglich als den ersten Evangelisten im Neuen Testament bezeichnet haben, hat es wohl verstanden, dass ohne eine gute Vorbereitung des Bodens eine Evangelisation nicht gelingen wird. Gott benutzte ihn um den Herrn ein Weg zu bereiten und seinen Pfad zu ebnen. (Jesaja 40,3)

Um eine Evangelisation erfolgreich durchzuführen, braucht es eine gute Vorbereitung, einen gut durchdachten Plan, klar definierte Ziele, und ein motiviertes Team, das sich vertrauensvoll auf Gott und seine Führung verlässt. Die Evangelisation an sich mit den Vorträgen ist also nicht alles. Sie bildet zwar den Höhepunkt, wird aber von vielen anderen Schritten vor und hinterher begleitet. In dieser Arbeit möchte ich den Fokus auf die Schritte in einem Evangelisationszyklus von vier Jahren richten und diese systematisch aufzeigen. Dafür wurde das 12 Monate Programm des „Empowered Church Programs“ zu Rate gezogen und auf unser europäisches Umfeld übertragen.

1.2. Wozu Evangelisation und welches Ziel soll verfolgt werden?

Ohne Evangelisation, so würde ich sagen, würde eine Gemeinde eingehen und sich nur im Kreise drehen. Denn Evangelisation und Außenmission gehören zu den geistlichen Motoren einer Gemeinde und lassen sie nicht nur zahlenmäßig wachsen, sondern auch geistlich reifen. Jonas Arrais, stellvertretender Direktor der Predigtamtsabteilung der General Konferenz, beschrieb einen guten Pastor mit folgenden Worten:

„If you want to be a good pastor, you should teach your church members three things: how to pray, how to study the Bible, and how to share their faith.”1

All diese drei Dinge die einen guten Prediger ausmachen, können in dem „4 Schritte Plan“ bzw. in dem Empowered Church Programm in einer Gemeinde umgesetzt und verwirklicht werden.

II. Das Evangelistische Konzept mit den 4 Schritten

Das nachfolgende Konzept beschreibt den dynamischen Prozess, den man in vier Schritte einteilen kann. Diese vier Schritte sind in die Planung der ersten 4 Jahre eingebunden und werden durch verschiedene Maßnahmen und Veranstaltungen gestützt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schritt 1: (Boden vorbereiten) Menschen vorbereiten [8 – 12 Monate]

Bei einer neuen Gemeinde, die zuvor noch keine bzw. singuläre evangelistische Programme innehatte, wird dieser Prozess der Vorbereitung etwas länger in Anspruch nehmen und deshalb würde ich zu Beginn hierfür mind. das erste halbe Jahr einplanen. Zudem muss sich auch der Prediger erst einmal in diesem neuen Bezirk etablieren und auch die Gemeinde mit ihren Stärken und Schwächen kennen lernen. Somit wird die Vorbereitung des Bodens im 1.Jahr etwas mehr Zeit vereinnahmen.

Die Vorbereitung betrifft drei Gruppen, die nacheinander erfolgen:

(1) den Prediger (eigene Vorbereitung und Motivation), (1 - 2 Monate)
(2) die Gemeindeausschuss/ das Missionsteam2, (2 - 3 Monate)
(3) die Gemeinde. (5 - 7 Monate)

Das Hauptziel ist die Motivation und Inspiration jede dieser drei Gruppen. Ellen White schrieb zu diesem Thema:

„A revival of true godliness among us is the greatest and most urgent of all our needs. To seek this should be our first work. There must be earnest effort to obtain the blessing of the Lord, not because God is not willing to bestow His blessing upon us, but because we are unprepared to receive it. Our heavenly Father is more willing to give His Holy Spirit to them that ask Him, than are earthly parents to give good gifts to their children. But it is our work, by confession, humiliation, repentance, and earnest prayer, to fulfill the conditions upon which God has promised to grant us His blessing. A revival need be expected only in answer to prayer.”3

Die Erweckung der Gemeinde beginnt bereits damit, dass man die Geschwister persönlich kennen lernt (Besuche). Es gilt in der ersten Phase herauszufinden, welche Gemeindeglieder die sogenannten „Stimmungsmacher“4 sind und die Gemeinde im Hintergrund vorantreiben bzw. eine große Menge der Glieder für eine Sache begeistern. Wenn solche Leute für das Missionsteam gewonnen werden, dann wird dies einen erheblich stärkeren Einfluss auf die gesamte Gemeinde haben und letztlich eine größere Wirkung haben, als wenn der Prediger alleine alle Gemeindeglieder motiviert und besucht. Somit ist es nicht einmal zwingend notwendig, dass in dem ersten Jahr alle Gemeindeglieder des Bezirkes besucht und sie vorbereitet werden.

Die beste Motivation und Inspirationsquelle an sich, kommt aus dem Wort Gottes. Weil wir uns im geistlichen Bereich befinden, sollte ein Prediger seine Gemeindeglieder geistlich motivieren. Mit anderen Worten: er muss ihr geistliches Leben fördern. Der Auftrag Jesu, für ihn ein Zeuge zu sein (Apg. 1,8; Mt. 28,18-20), setzt voraus, dass man mit Jesus etwas erlebt hat. Wenn man einmal die Erfahrung mit Gott gemacht hat, wie er in einem Leben wirkt, dann kann man das nicht auf Dauer für sich behalten. Diese Erfahrungen sollten an das Missionsteam und an die Gemeinde weitergegeben werden, sodass auch sie anspornt werden Erfahrungen mit Gott zu machen und bereit für den Dienst zu sein.

Untersuchung des Zustandes der Gemeinde

Als nächstes sollte dann die Situation der Gemeinde erkundet und beurteilt werden. Dafür dient hervorragend das Assessment Module des Empowered Church Programms. Die Gemeindeuntersuchung hilft den Geschwistern und den Abteilungen in der Gemeinde harmonisch auf ein Ziel ausgerichtet zu werden doch bevor die Untersuchung beginnen kann, müssen die Mitglieder mit dem Untersuchungskonzept bekannt gemacht werden. Sie sollen zu jeder Zeit in der Lage sein das Konzept an andere weiterzugeben. Das Untersuchungskonzept zieht drei Bereiche in Betracht:

1) Die Bereitschaft zur Evangelisation

Dieser Bestandteil der Untersuchung wird auf das eingehen, was die Gemeinde gerade durchführt, um eine Evangelisation vorzubereiten. Sie schaut auch danach, ob die Gemeinde überhaupt bereit ist, um eine Evangelisation durchzuführen. Es gibt fünf Schlüsselbereiche die untersucht werden um die evangelistische Bereitschaft festzustellen:

1. Die gegenwärtigen evangelistischen Aktivitäten und Ergebnisse
2. Seminare, die von der Gemeinde für die Mitmenschen angeboten werden
3. Bibelstunden, die von den Gemeindegliedern gehalten werden
4. Evangelistische Ausbildung für Gemeindeglieder
5. Die Anzahl der interessierten Kontakte, die die Gemeinde betreuet

2) Besucherfreundlichkeit

Jede Person die eine Gemeinde zum ersten Mal besucht hat bestimmte Vorstellungen und Ideen darüber, wie ein Gottesdienst oder ein Seminar aussehen mag. Wenn die Erwartungen positiv abgedeckt werden, dann besteht Chance, dass diese Person wiederkommen wird. Um zu wissen, was die Erwartungen sind um sie dann zufrieden zu stellen oder sie sogar zu übertreffen ist ein erfolgreiches Mittel die Befragung und Beobachtung der eigenen Gemeindeglieder. Zudem gibt es gibt fünf Punkte, die die Besucherfreundlichkeit feststellen:

1. Anwesenheit von Gästen
2. Das Ausbilden der Gemeindeglieder um Gäste zu betreuen
3. Das Registrieren der Gäste während des Gottesdienstes
4. Die Zahl der Glieder, die Freunde zum Gottesdienst einlädt
5. Das Nachprogramm für Gottesdienstbesucher

3) Die Effektivität der Ämter

Der dritte und letzte Bereich, der bei der Untersuchung in Betracht gezogen wird, ist die Effektivität der Ämter. Hierbei gibt es jedoch zwei Areale. Das Wirken nach „Innen“ und das Wirken nach „Außen“. Die Gemeinde soll nicht nur die dreifache Engelsbotschaft mit denen Teilen, die sie noch nie gehört haben, sondern sie soll sich auch um die geistliche Speise für die Gemeindeglieder kümmern. Effektive Arbeit nach außen beginnt mit einer effektiven Arbeit nach innen. Auch hier gibt es fünf Bereiche um das festzustellen:

1. Sabbatschule
2. Gottesdienst
3. Gebetstreffen und Kleingruppen
4. Soziale Aktivitäten in der Gemeinde
5. Jüngerschaft der Gemeindeglieder

[...]


1 Jonas Arrais, Wanted: A Good Pastor (General Conference, 2011), 11.

2 Falls kein Missionsteam besteht, so sollten die Gemeindeleiter und der Gemeindeausschuss dazu geführt werden, dass sie die Missionsangelegenheiten der Gemeinde an erster Stelle der Agende setzen und eventuell ein Missionsteam gründen, bei dem aus allen Bereichen ein Vertreter dabei ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass die gesamte Gemeinde in der Evangelisation und Gemeindeaufbau involviert ist dazu beiträgt, dass sie wächst.

3 Ellen G. White, Selected Messages Vol. 1, 121

4 Aus dem Unterricht Pastoraltheologie bei Dr. Frank Hasel gelernt. „Stimmungsmacher“ müssen nicht unbedingt die Gemeindeleiter oder Amtsinhaber sein. Manchmal sind es auch Frauen von Amtsinhabern, die im Hintergrund wirken oder Gemeindegründer, die wie Patriarchen die Gemeinde vorantreiben. Im Grunde genommen schaut die Gemeinde auf solche Stimmungsmacher und richtet sich nach ihnen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Wie gelingt eine erfolgreiche Evangelisation? The Empowered Church Program als Vorbild
Hochschule
Seminar Schloss Bogenhofen
Note
1
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V1129204
ISBN (eBook)
9783346496348
ISBN (Buch)
9783346496355
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gemeindeaufbau, Empowered Church, Evangelisation, Adventsiten
Arbeit zitieren
Benjamin Lizinger (Autor:in), 2014, Wie gelingt eine erfolgreiche Evangelisation? The Empowered Church Program als Vorbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129204

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