Die vorliegende Studienarbeit soll sich mit der Dilemmasituation der aktiven Sterbehilfe auseinandersetzen und den moralischen Blickwinkel einzelner Ärzte und den von anderem medizinischem Fachpersonal zum Thema darzustellen. Ziel ist es herauszufinden, ob jene den „Tötungswunsch“ ihrer Patienten im Falle einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Deutschland moralisch vertreten könnten oder ob sie den Prozess als Mord empfinden und keinerlei Rechtfertigung hierfür sehen.
Zu Beginn erfolgt eine Definition der Begriffe Moral und Dilemma. Es wird einen Überblick über die Sterbehilfe und ihre verschiedenen Formen gegeben. Die verschiedenen Einstellungen zur aktiven Sterbehilfe seitens des Staates, der Kirche, des Ethikrats und der Bundesärztekammer sowie entsprechende Gesetzmäßigkeiten, welche das Thema betreffen werden kurz vorgestellt. Der Hauptteil der Studienarbeit beschäftigt sich jedoch mit der moralischen Einstellung von medizinischem Fachpersonal, denn diese müssen die Entscheidung, im Falle einer Legalisierung gegebenenfalls treffen, durchführen und sich möglicherweise auch zwangsweise damit arrangieren können. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Ethik und die Relevanz zum Thema
2.2 Moral
2.3 Dilemma
3. Sterbehilfe
3.1 Gesetze gegen die körperliche Unversehrtheit
3.2 Sterbebegleitung
3.3 Indirekte Sterbehilfe
3.4 Passive Sterbehilfe
3.5 Aktive Sterbehilfe
3.6 Ärztlich assistierter Suizid
4. Allgemeine moralische Positionen
4.1 Die rechtliche Lage in Deutschland
4.2 Die politische Position
4.3 Die kirchliche Position
4.4 Die Position der Bevölkerung
4.5 Die ethische Position
4.5.1 Ethisch-moralische Einschätzung der Problematik
4.6 Die medizinische Position
5. Die moralische Position medizinischen Fachpersonals
5.1 Idee und Methodik
5.2 Diskussion der Ergebnisse
5.3 Versuch eines Lösungsansatzes
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die moralische Dilemmasituation der aktiven Sterbehilfe aus der Perspektive medizinischen Fachpersonals. Ziel ist es zu analysieren, ob medizinisches Personal den Tötungswunsch sterbender Patienten im Falle einer Legalisierung in Deutschland moralisch mittragen könnte oder den Prozess als mit ihrem Berufsethos unvereinbar empfindet.
- Grundlagen der Sterbehilfe und Abgrenzung verschiedener Formen (aktiv, passiv, indirekt, assistierter Suizid).
- Analyse der moralischen, rechtlichen, politischen und kirchlichen Positionen zur Sterbehilfe in Deutschland.
- Ethische Reflexion der Prinzipien Autonomie, Fürsorge und Schadensvermeidung.
- Empirische Einblicke durch Interviews mit Pflegepersonal und ärztlichem Fachpersonal zur moralischen Einstellung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„ `I´m not afraid of being dead´,she said, `I`m just afraid of what you might have go though to go there`“ (Fetherstonhaugh/ Street/ Abbey, 2009, S.329). Dieses Zitat stammt ursprünglich von der australischen Journalistin Pamela Bone, welche an Krebs erkrankte. Es vermittelt die Aussage, dass die Frau nicht den Tod oder das Sterben an sich fürchtet, sondern den Weg dorthin und die Schmerzen, die sie möglicherweise durchleben muss. In unserer heutigen Gesellschaft sind Sterben und Tod wichtige Themen. Viele Menschen wünschen sich in Würde und ohne Schmerzen aus dem Leben scheiden zu dürfen, sie wollen ein schnelles Ende ohne leiden zu müssen. Der Wunsch danach, vom Arzt ein todbringendes Mittel zu erhalten, welches einen nahezu schmerzfreien Tod ermöglicht, ist besonders bei schwer kranken oder alten Menschen stark vertreten. Sie haben ihr Leben hinter sich gebracht, beschließen nun, dass es an der Zeit ist diese Welt zu verlassen, doch werden von hiesigen deutschen Gesetzmäßigkeiten in ihre Schranken verwiesen.
Die vorliegende Studienarbeit soll sich mit der Dilemmasituation der aktiven Sterbehilfe auseinandersetzen und den moralischen Blickwinkel einzelner Ärzte und den von anderem medizinischem Fachpersonal, zum Thema darzustellen. Ziel ist es herauszufinden, ob jene den „Tötungswunsch“ ihrer Patienten im Falle einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Deutschland moralisch vertreten könnten, oder ob sie den Prozess als Mord empfinden und keinerlei Rechtfertigung hierfür sehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das komplexe Thema der Sterbehilfe ein, thematisiert den Wunsch nach einem schmerzfreien Sterben und erläutert die Forschungsfrage zur moralischen Einstellung von medizinischem Fachpersonal.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe Ethik, Moral und Dilemma, um eine theoretische Grundlage für die ethische Bewertung der Sterbehilfe zu schaffen.
3. Sterbehilfe: Hier werden die verschiedenen Formen der Sterbehilfe (passiv, indirekt, aktiv, assistierter Suizid) differenziert und die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen sowie das Konzept der Sterbebegleitung erläutert.
4. Allgemeine moralische Positionen: Dieses Kapitel beleuchtet die unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven auf Sterbehilfe, unterteilt in rechtliche, politische, kirchliche, ethische und medizinische Standpunkte.
5. Die moralische Position medizinischen Fachpersonals: In diesem Hauptteil werden Interviews mit Pflege- und medizinischem Personal ausgewertet, um deren praktische moralische Einschätzungen zur aktiven Sterbehilfe zu diskutieren und Lösungsansätze zu formulieren.
6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Komplexität des Themas zusammen und verdeutlicht die weiterhin bestehende Zwiespältigkeit der moralischen Meinungen in der Praxis.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, Aktive Sterbehilfe, Passive Sterbehilfe, Indirekte Sterbehilfe, Ärztlich assistierter Suizid, Ethik, Moral, Deontologie, Utilitarismus, Sterbebegleitung, Patientenverfügung, Medizinethik, Menschenwürde, Palliative Care.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der moralischen Bewertung der aktiven Sterbehilfe in Deutschland und untersucht, wie medizinisches Fachpersonal, das täglich mit sterbenden Menschen arbeitet, zu einer möglichen Legalisierung steht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die ethische Definition von Sterbehilfe, die rechtliche Lage in Deutschland, verschiedene moralische Positionen von Institutionen sowie die persönliche moralische Haltung von Pflegekräften und Ärzten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob medizinisches Personal den Tötungswunsch von Patienten im Falle einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe moralisch vertreten kann oder ob dies mit ihrem beruflichen Selbstverständnis kollidiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zu ethischen und rechtlichen Grundlagen sowie eine qualitative Untersuchung durch Interviews mit ausgewähltem medizinischem Fachpersonal (Pflege und ärztliche Assistenz).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Sterbehilfe verschiedene institutionelle Standpunkte (Politik, Kirche, Ethikrat) diskutiert und die Ergebnisse der geführten Experteninterviews analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie aktive Sterbehilfe, Medizinethik, Deontologie, Utilitarismus, Sterbebegleitung und Patientenautonomie charakterisiert.
Wie bewerten die befragten Pflegenden die aktive Sterbehilfe?
Das befragte Pflegepersonal steht einer Legalisierung unter strengen Bedingungen teilweise offen gegenüber, da sie das Leid der Patienten täglich miterleben und den Wunsch nach einem schmerzfreien Ende nachvollziehen können.
Warum lehnt die befragte Ärztin die aktive Sterbehilfe ab?
Die Ärztin lehnt aktive Sterbehilfe ab, da sie das aktive Herbeiführen des Todes als unvereinbar mit dem ärztlichen Grundauftrag zum Heilen und dem hippokratischen Eid empfindet und für sich persönlich als Mord definiert.
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- Anonym (Author), 2018, Das Dilemma der aktiven Sterbehilfe. Kann dieser Vorgang von medizinischem Personal vertreten werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129223