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Die Partnerschaftsgesellschaft und ihre zivil- und steuerrechtlichen Aspekte. Eine Rechtsformalternative für freie Berufe?

Titel: Die Partnerschaftsgesellschaft und ihre zivil- und steuerrechtlichen Aspekte. Eine Rechtsformalternative für freie Berufe?

Bachelorarbeit , 2021 , 63 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Timm Bennewitz (Autor:in)

Jura - Steuerrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit gibt einen Einblick in die Grundlagen der Partnerschaftsgesellschaft und erläutert im Anschluss die zivilrechtlichen Aspekte sowie die steuerliche Handhabung. Abschließend wird ein Vergleich zwischen den Rechtsformen PartG, GbR und GmbH durchgeführt. Der Vergleich findet im Wesentlichen hinsichtlich der Gründungskosten, der steuerlichen Belastung sowie der einschlägigen Gewinnermittlungsmethode und Möglichkeit der Haftungsbeschränkung statt.

Über die letzten 20 Jahre hinweg nimmt die Anzahl der selbstständigen Freiberufler in Deutschland stetig zu und notiert zum 01.01.2020 einen neuen Höchststand mit 1.450.000 entsprechenden Berufsangehörigen. Durch diesen fortwährenden Anstieg nimmt ebenfalls die Nachfrage nach Zusammenschlüssen gleicher Berufsangehörigen zu. Der Vorteil eines Zusammenschlusses kann mehrere Gründe haben, wie zum Beispiel die Reduzierung des finanziellen Risikos einer Neugründung oder die Möglichkeit der Spezialisierung auf einzelne Fachbereiche.

Seit dem 01.07.1995 bietet die Partnerschaftsgesellschaft Angehörigen freier Berufe die Option, sich zu einer Personengesellschaft zusammenzuschließen. Diese neue Rechtsform wurde ins Leben gerufen, um die Nische zwischen der Gesellschaft des bürgerlichen Rechts und den Kapitalgesellschaften zu schließen. So ist es dank der Partnerschaftsgesellschaft möglich, die Haftung der einzelnen Gesellschafter zu konzentrieren und seit der Einführung der PartG mbB auch zu beschränken, ohne dass die freiberufliche Ausübung im Sinne des § 18 EStG angegriffen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen der Partnerschaftsgesellschaft

2.1 Begriff des freien Berufs und Zugang zur Partnerschaftsgesellschaft

2.2 Entwicklung des Partnerschaftsgesellschaftsgesetzes

2.3 Stellung im Rechtssystem

2.3.1 Vorrang des Berufsrechts

2.3.2 Verweisung auf das Recht der OHG und GbR

3 Zivilrecht

3.1 Zugangskriterien für die Partner

3.2 Name der Partnerschaftsgesellschaft

3.3 Formale und materielle Voraussetzungen des Partnerschaftsvertrags

3.4 Partnerschaftsregister

3.5 Rechtsverhältnis der Partner untereinander

3.5.1 Verweis auf die handelsrechtlichen Vorschriften

3.5.2 Geschäftsführung

3.5.3 Beschlussfassung durch die Gesellschafter

3.5.4 Gewinn- und Verlustverteilung

3.6 Rechtsverhältnis zu Dritten

3.6.1 Rechtliche Selbstständigkeit

3.6.2 Vertretung durch die Partner

3.6.3 Haftung

3.6.3.1 Grundsatz der gesamtschuldnerischen Haftung

3.6.3.2 Haftungskonzentration auf bestimmte Partner

3.6.3.3 Haftungskonzept der PartG mbB

3.7 Ausscheiden eines Partners, Auflösung der Gesellschaft

4 Steuerrecht

4.1 Allgemein

4.1.1 Steuersubjekt

4.1.2 Besteuerungsgrundlage

4.2 Abgrenzung zu Gewerbetreibenden

4.2.1 Abgrenzung der Einkunftsarten

4.2.2 Freiberufliche Mitunternehmerschaft

4.2.3 Umqualifizierung zu gewerblichen Einkünften

4.2.3.1 Geringfügige gewerbliche Tätigkeit

4.2.3.2 Gewerbliche Beteiligung

4.2.3.3 Beteiligung Berufsfremder

4.2.4 Konsequenzen der Einordnung als gewerbliche Personengesellschaft

4.3 Steuerliche Besonderheiten

4.3.1 Betriebsvermögen

4.3.2 Gewinnermittlung

4.3.3 Gründung

4.3.4 Verlustverrechnung

5 Die PartG im Rechtsformvergleich zur GmbH und GbR

5.1 Gründungskosten

5.2 Steuerliche Belastung

5.2.1 Einkommensteuer

5.2.2 Körperschaftssteuer

5.2.3 Gewerbesteuer

5.2.4 Vergleichende Steuerbelastungsrechnung

5.3 Gewinnermittlungsmethode

5.4 Möglichkeit der Haftungsbeschränkung

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung der Partnerschaftsgesellschaft (PartG) als Rechtsform für freiberuflich Tätige, insbesondere unter Berücksichtigung der zivilrechtlichen Rahmenbedingungen und der steuerlichen Implikationen im Vergleich zu alternativen Rechtsformen wie der GbR und der GmbH.

  • Grundlagen und Entstehung der Partnerschaftsgesellschaft.
  • Zivilrechtliche Aspekte, insbesondere Haftungsfragen und Vertretungsbefugnisse.
  • Steuerliche Handhabung von freiberuflichen Mitunternehmerschaften und Umqualifizierungsrisiken.
  • Vergleichende Analyse der Gründungskosten und laufenden steuerlichen Belastung.
  • Beurteilung der Eignung der PartG mbB als haftungsbeschränkte Rechtsform für Freiberufler.

Auszug aus dem Buch

3.6.3 Haftung

Das Haftungskonzept ist in § 8 PartGG in Anlehnung an §§ 128 bis 130 HGB dargelegt und verkörpert gleichzeitig das Herzstück des gesamten PartGG. Die PartG haftet stets unbeschränkt für ihre Verbindlichkeiten, die persönliche Haftung kann jedoch beschränkt werden. Ein wesentlicher Unterschied in Bezug auf das Haftungskonzept findet sich zwischen der PartG und der PartG mbB.

3.6.3.1 Grundsatz der gesamtschuldnerischen Haftung

§ 8 Abs. 1 PartGG legt fest, dass neben dem Vermögen der Partnerschaft auch sämtliche Gesellschafter gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen für Verbindlichkeiten der PartG haften. Die Haftung der Partner ist streng akzessorisch zur Haftung der PartG. Das heißt, die Haftung der Partner ergibt sich bereits aus der Haftung der PartG, ohne dass eine weitere Regelung hierfür notwendig ist (analog zu § 128 Satz 1 HGB). Der Grundsatz der gesamtschuldnerischen Haftung kann gegenüber Dritten nicht eingeschränkt werden, vgl. § 8 Abs. 1 Satz 1 PartGG i.V.m. § 128 Satz 2 HGB. Wird ein Gesellschafter für Verbindlichkeiten der PartG in Haftung genommen, so darf er gem. § 8 Abs. 1 Satz 2 PartGG i.V.m. § 129 Abs. 1 HGB aufgrund der Akzessorietät alle Einwendungen, die die PartG erbringen dürfte, ebenfalls erheben. Nach § 129 Abs. 2 HGB darf der Gesellschafter die Befriedigung des Gläubigers verweigern, solange die PartG das für die Verbindlichkeit zu Grunde liegende Rechtsgeschäft anfechten kann. Dies gilt gem. § 129 Abs. 3 HGB auch dann, wenn sich der Gläubiger durch eine Aufrechnung einer fälligen Forderung befriedigen kann. Ergeht gegen die PartG ein Vollstreckungstitel, so gilt dieser jedoch gem. § 129 Abs. 4 HGB nicht zugleich für die Gesellschafter. Die Akzessorietät der Haftung der Partner für Verbindlichkeiten der PartG kommt hier an ihre Grenzen. Insofern bedarf es einer separaten Vollstreckung gegen den Gesellschafter, damit dieser eventuelle persönliche Einwendungen gegenüber dem Gesellschaftsgläubiger -die der PartG nicht zustehen- vorbringen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Anstieg selbstständiger Freiberufler in Deutschland und die damit wachsende Bedeutung von Rechtsformen für Zusammenschlüsse.

2 Grundlagen der Partnerschaftsgesellschaft: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des freien Berufs, die historische Entwicklung des PartGG und die Einordnung der Gesellschaft in das Rechtssystem.

3 Zivilrecht: Hier werden die wesentlichen zivilrechtlichen Bestimmungen behandelt, insbesondere Zugangskriterien, Namensgebung, das Innenverhältnis, das Verhältnis zu Dritten sowie das zentrale Haftungskonzept.

4 Steuerrecht: Dieser Abschnitt analysiert die steuerliche Einordnung, die Abgrenzung zu gewerblichen Tätigkeiten, Besonderheiten bei der Gewinnermittlung sowie die Gründung und Verlustverrechnung.

5 Die PartG im Rechtsformvergleich zur GmbH und GbR: Der Vergleich beleuchtet Unterschiede bei Gründungskosten, steuerlicher Belastung, Gewinnermittlungsmethoden und Möglichkeiten der Haftungsbeschränkung.

6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die PartG bzw. PartG mbB als vorteilhafte Rechtsform für Freiberufler unter Berücksichtigung individueller Anforderungen.

Schlüsselwörter

Partnerschaftsgesellschaft, PartG, PartG mbB, Freie Berufe, Haftung, Mitunternehmerschaft, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Gewinnermittlung, Rechtsformvergleich, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, GmbH, Transparenzprinzip, Berufsrecht, Haftungskonzentration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Partnerschaftsgesellschaft (PartG) als eine spezifische Rechtsform für Freiberufler und bewertet deren zivilrechtliche und steuerliche Eignung im Vergleich zu anderen Gesellschaftsformen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Haftungskonzept der Partnerschaftsgesellschaft, der steuerlichen Behandlung von freiberuflichen Einkünften und dem Belastungsvergleich mit der GbR sowie der GmbH.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die rechtlichen und steuerlichen Vor- und Nachteile der Partnerschaftsgesellschaft herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit sie eine attraktive Rechtsformalternative darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische Analyse auf Basis aktueller Gesetzestexte, Rechtsprechung (insb. BFH-Urteile) und Fachliteratur, ergänzt durch eine beispielhafte Steuerbelastungsrechnung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte zivilrechtliche Analyse des PartGG, eine tiefgehende Untersuchung steuerrechtlicher Besonderheiten und einen direkten Rechtsformvergleich zur GmbH und GbR.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Partnerschaftsgesellschaft, Haftungskonzentration, gewerbliche Infektion, Mitunternehmerschaft und das Transparenzprinzip.

Warum ist die Haftung bei einer PartG mbB ein entscheidender Vorteil gegenüber der normalen PartG?

Die PartG mbB ermöglicht eine Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen bei Verbindlichkeiten aus fehlerhafter Berufsausübung, sofern eine entsprechende Berufshaftpflichtversicherung besteht, was das persönliche Risiko der Partner reduziert.

Was ist unter der "gewerblichen Infektion" einer freiberuflichen Partnerschaft zu verstehen?

Dies ist das steuerliche Risiko, bei dem eine freiberuflich tätige Gesellschaft durch gewerbliche Tätigkeiten oder die Beteiligung Nicht-Freiberuflicher in vollem Umfang als gewerblich eingestuft und somit gewerbesteuerpflichtig wird.

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Details

Titel
Die Partnerschaftsgesellschaft und ihre zivil- und steuerrechtlichen Aspekte. Eine Rechtsformalternative für freie Berufe?
Hochschule
Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg; ehem. Fachhochschule Ludwigsburg
Note
1,2
Autor
Timm Bennewitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
63
Katalognummer
V1129844
ISBN (eBook)
9783346497604
ISBN (Buch)
9783346497611
Sprache
Deutsch
Schlagworte
partnerschaftsgesellschaft aspekte eine rechtsformalternative berufe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timm Bennewitz (Autor:in), 2021, Die Partnerschaftsgesellschaft und ihre zivil- und steuerrechtlichen Aspekte. Eine Rechtsformalternative für freie Berufe?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129844
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Leseprobe aus  63  Seiten
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