Die Arbeit erläutert die Netzwerktheorie in der Soziologie sowie die Methode der Netzwerkanalyse für Einsteiger. Man erhält Einblicke über die Vorgehensweise und Darstellung von Ergebnissen (vor allem visuell). Im Anschluss werden zwei Forschungsarbeiten analysiert, bei denen diese Methode Anwendung fand. Dabei handelt es sich jeweils um ein Negativ- und ein Positivbeispiel.
Der Ursprung lässt sich auf G. Simmel zu Beginn des 20. Jahrhunderts verorten. Er untersuchte, was wir unter Netzwerken verstehen. In den 20er Jahren begann die Erforschung von netzartig strukturierten Gruppendynamiken und die Etablierung von konzeptuellen Begriffen.
Moreno, Begründer der Netzwerkanalyse, stellte Netzwerke erstmalig in einem Soziogramm dar: Eine Grafik aus Knoten und Kanten, die, gerichtet durch Pfeile oder ungerichtet, Beziehungen (Kanten, eng. „ties“) darstellen.
Barnes benannte das Konzept in den 50er Jahren als „Netzwerk“. In dieser Zeit entwickelte sich aus der Netzwerktheorie durch mathematische Methoden die -analyse. Jedoch sind die Begriffe bis heute nicht klar trennbar: Es handelt sich nicht um eine alleinstehende Methode, die ohne theoretische Rückgriffe funktionieren würde.
In den 60er und 70er Jahren erlebte sie ihren Durchbruch zur eigenständigen Forschungsrichtung. Die Gruppe um H. White an der Harvard University trug stark dazu bei, indem ein enormer methodischer Fortschritt, besonders durch die Blockanalyse und Algorithmen, erzielt wurde. Die wachsende Verfügbarkeit von Computer- und Programmierkapazitäten begünstigte diese Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie
1.1. Die Geschichte der Netzwerkforschung
1.2. Von der Theorie zu Methoden
1.3. Netzwerkvisualisierung
1.3.1. Daten
1.3.2. Darstellung
1.3.3. Multidimensional Scaling
1.3.4. Limitationen
1.3.5. Merkmale guter Netzwerkforschung
2. Rezension wissenschaftlicher Netzwerkforschung
2.1. Forschungsarbeit I
2.1.1. Formale Analyse
2.1.2. Inhaltliche Analyse
2.2. Forschungsarbeit II
2.2.1. Formale Analyse
2.2.2. Inhaltliche Analyse
3. Vergleich und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Netzwerkanalyse, insbesondere unter Einsatz des „Multi Dimensional Scaling“ (MDS) in wirtschaftswissenschaftlichen Kontexten, indem sie existierende Forschungsarbeiten kritisch rezensiert und deren methodische Qualität bewertet.
- Historische Entwicklung der Netzwerktheorie und -analyse
- Methodische Aspekte der Netzwerkvisualisierung und des MDS
- Kriterien für eine qualitativ hochwertige Netzwerkforschung
- Kritische Analyse und Rezension ausgewählter wirtschaftssoziologischer Studien
- Vergleichende Bewertung interdisziplinärer methodischer Ansätze
Auszug aus dem Buch
1.3.3. Multidimensional Scaling
Beim Multidimensional Scaling (MDS) handelt es sich um ein Visualisierungsprinzip, welches das Soziogramm von Moreno (Abb. 1) um Abstandsberechnungen erweitert (Scott, 2017, S. 169). Es gibt zahlreiche Ausprägungen, die in das Classical Scaling und das intuitivere Distance Scaling eingeordnet werden. Alle setzen sich damit auseinander die Distanz von Knoten so zu berechnen, dass relationale Informationen optimal abgebildet werden (Pfeffer, 2008, S. 230). Ein Beispiel bietet folgende Darstellung von Krempel der Kapitalverflechtungen in Deutschland 1996 (2008):
Zusammenfassung der Kapitel
1. Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie: Dieses Kapitel erläutert die historische Genese der Netzwerkforschung sowie die theoretischen und methodischen Grundlagen der Visualisierung, einschließlich des Multidimensional Scaling.
2. Rezension wissenschaftlicher Netzwerkforschung: Hier werden zwei konkrete wirtschaftssoziologische Studien hinsichtlich ihrer formalen und inhaltlichen Anwendung der MDS-Methode kritisch analysiert.
3. Vergleich und Fazit: Das abschließende Kapitel kontrastiert die beiden untersuchten Forschungsarbeiten und betont die Notwendigkeit einer fundierten theoretischen Auseinandersetzung mit der gewählten Methode vor deren Anwendung.
Schlüsselwörter
Netzwerkanalyse, Netzwerktheorie, Multi Dimensional Scaling, MDS, Netzwerkvisualisierung, Soziogramm, Wirtschaftssoziologie, Clusteranalyse, Forschungsrezension, Methodenlehre, Relation, Struktur, Datenauswertung, Markenpositionierung, Wirtschaftsgeografie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Netzwerkanalyse mittels „Multi Dimensional Scaling“ (MDS) in den Wirtschaftswissenschaften und bewertet deren wissenschaftliche Umsetzung in bestehenden Studien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Geschichte der Netzwerkforschung, die methodischen Grundlagen der Netzwerkvisualisierung, Kriterien guter Forschung sowie die kritische Begutachtung von Forschungsarbeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch die Rezension von zwei Forschungsarbeiten aufzuzeigen, wie wichtig eine fundierte theoretische und methodische Vorbereitung bei der Verwendung komplexer Visualisierungsmethoden wie MDS ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturrecherche und der inhaltlichen sowie formalen Rezension, um die korrekte und sinnvolle Anwendung der Netzwerkanalyse und des MDS in anderen wissenschaftlichen Publikationen zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Kapitel 1) dargelegt und anschließend zwei Studien (Kapitel 2) detailliert analysiert, um Stärken und Schwächen im methodischen Vorgehen aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Netzwerkanalyse, Multi Dimensional Scaling, Netzwerkvisualisierung, Forschungsrezension und Methodenlehre charakterisiert.
Warum kritisiert die Autorin die Verwendung von MDS im ersten Fallbeispiel?
Die Kritik basiert darauf, dass im ersten Beispiel wesentliche Merkmale der Netzwerkanalyse, wie die Abbildung von relationalen Verbindungen, fehlen und MDS dort als überflüssiges statistisches Instrument fungiert.
Was zeichnet nach Ansicht der Autorin eine gute Netzwerkforschung aus?
Eine gute Netzwerkforschung erfordert eine fundierte theoretische Unterfütterung, eine passgenaue Methodenwahl für die Fragestellung, die Exploration struktureller Zusammenhänge sowie häufig die Kombination quantitativer und qualitativer Daten.
- Arbeit zitieren
- A. Klaschka (Autor:in), 2019, Die Netzwerktheorie und "multi dimensional scaling". Analyse und Anwendung in wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129893