Das höchste Ziel des strategischen Managements besteht in der langfristigen Sicherung der
Existenz eines Unternehmens. Voraussetzung zur Erreichung dieses Ziels ist der Aufbau, die
Erhaltung und Nutzung strategischer Erfolgspotenziale und daraus resultierend die Erreichung
von Wettbewerbsvorteilen gegenüber der Konkurrenz. Nur so kann ein dauerhafter Erfolg
eines Unternehmens erzielt werden (Aaker, 1995; Welge & Al-Laham, 2001). Solche Erfolgspotenziale
gilt es zu finden, ggf. zu entwickeln und entsprechend zu nutzen. Von welcher
essenziellen Bedeutung dieses ist, verdeutlichen die Zahlen, die das statistische Bundesamt
am 11. September 2002 herausgegeben hat. Danach mussten im ersten Halbjahr des Jahres
2002 über 18.500 Unternehmen Insolvenz anmelden – mehr Insolvenzmeldungen in einem
Halbjahr hat es seit der Nachkriegszeit nicht gegeben (Statistisches Bundesamt, 2002). Diese
Entwicklung zeigt aufgrund der Erkenntnis, dass die Unternehmensstrategie von entscheidender
Bedeutung für den Unternehmenserfolg ist (Kutschker, 1999; Welge & Al-Laham, 2001),
wie wichtig eine dauerhafte Bewertung und Analyse der unternehmenseigenen Ressourcen
und Fähigkeiten ist. Durch frühzeitig eingeleitete strategische Maßnahmen kann der Gang
zum Insolvenzrichter verhindert werden.
Die vorliegende Seminararbeit zeigt wie Erfolgsfaktoren analysiert und bewertet sowie unternehmensspezifische
Stärken und Schwächen ermittelt werden können. Es handelt sich hierbei
nicht um eine Unternehmensanalyse und -bewertung zum Zweck der Besteuerung oder des
Verkaufs, sondern um eine Analyse und Bewertung der gegenwärtigen und zukünftigen Leistungsfähigkeit
eines Unternehmens. Das erste Kapitel liefert grundlegende theoretische Informationen
über die Analyse und Bewertung von Unternehmen und über unternehmensspezifische
Ressourcen und Fähigkeiten. Im zweiten Kapitel wird anhand dreier Ansätze aufgezeigt,
wie wettbewerbsrelevante Faktoren eines Unternehmens ermittelt und bewertet werden
können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.1 Analyse und Bewertung von Unternehmen
2.2 Ressourcen und Fähigkeiten von Unternehmen
3 ANALYSE- UND BEWERTUNGSVERFAHREN
3.1 Klassische Ansätze
3.2 Wertorientierte Ansätze
3.3 Ressourcenorientierte und -kompetenzorientierte Ansätze
4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, Methoden zur Analyse und Bewertung unternehmensspezifischer Erfolgsfaktoren, Stärken und Schwächen im Rahmen eines strategischen Managements darzustellen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Existenzsicherung eines Unternehmens zu unterstützen.
- Grundlagen der Unternehmensanalyse und -bewertung
- Differenzierung zwischen materiellen und immateriellen Ressourcen
- Klassische vs. wertorientierte Analyseansätze
- Ressourcen- und kompetenzorientierte Strategien
- Bedeutung strategischer Erfolgspotenziale für den Unternehmenserfolg
Auszug aus dem Buch
2.2 Ressourcen und Fähigkeiten
Als Ressourcen werden im Allgemeinen alle materiellen und immateriellen Güter, Systeme und Prozesse eines Unternehmens verstanden. Barney (1991) definiert etwas präziser Ressourcen als alle Vermögenswerte, Fähigkeiten, organisatorische Prozesse, Informationen, Wissensstände, etc., die von einem Unternehmen kontrolliert werden können und dem Unternehmen die Fähigkeit verleihen, Strategien zu entwickeln und zu implementieren, die die Effektivität und Effizienz des Unternehmens verbessern. Bamberger und Wrona (1996) unterscheiden zwischen physischen, intangiblen, finanziellen und organisationalen Ressourcen. Bei ersteren handelt es sich um tangible Ressourcen wie beispielsweise verfügbare Anlagen oder Ausstattungen. Intangible Ressourcen können weiter in Vermögenswerte wie Patente, Copyrights, Handelsmarken, Lizenzen und in Fähigkeiten oder Kompetenzen wie beispielsweise das Know-how der Mitarbeiter differenziert werden.
Ein Unternehmen kann als eine Allokation, ein Bündel, ein Portfolio von spezifischen materiellen und immateriellen Ressourcen betrachtet werden, die durch eine bestimmte Anordnung und Kombination dem Unternehmen dazu verhelfen, spezifische Aktivitäten ausführen zu können (Bamberger & Wrona, 1996; Friedrich, 1995; Gouthier & Schmid, 2001; Riess, 1998). Damit bilden Ressourcen die Quelle der Kompetenzen, die wiederum die Grundlage strategischen Verhaltens und daraus resultierend die Grundlage für den Erfolg des Unternehmens darstellen (Grant, 1991; Riess, 1998).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung strategischer Erfolgspotenziale und die Notwendigkeit einer dauerhaften Analyse und Bewertung von Ressourcen zur langfristigen Existenzsicherung.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNG: Definition der Grundlagen der Unternehmensbewertung sowie Systematisierung der für den Erfolg entscheidenden materiellen und immateriellen Unternehmensressourcen.
3 ANALYSE- UND BEWERTUNGSVERFAHREN: Detaillierte Vorstellung verschiedener methodischer Ansätze, unterteilt in klassische, wertorientierte sowie ressourcen- und kompetenzorientierte Verfahren.
4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Synthese der Ergebnisse zur Identifikation von Stärken und Schwächen sowie Einordnung der Anwendbarkeit verschiedener Methoden in der Unternehmenspraxis.
Schlüsselwörter
Strategisches Management, Unternehmensbewertung, Ressourcen, Fähigkeiten, Wettbewerbsvorteile, Erfolgspotenziale, Shareholder Value, Ressourcenorientierter Ansatz, Kompetenzorientierung, Stärken-Schwächen-Analyse, Wertkette, Rentabilität, Humankapital, Unternehmensstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und Bewertung der Fähigkeiten und Ressourcen von Unternehmen, um strategische Erfolgspotenziale zu identifizieren und die langfristige Existenz zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsbestimmung von Unternehmensressourcen sowie die kritische Gegenüberstellung klassischer, wertorientierter und ressourcenorientierter Analyse- und Bewertungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie unternehmensspezifische Stärken und Schwächen ermittelt werden können, um darauf aufbauend wettbewerbsrelevante Strategien zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt einen deskriptiven und analytischen Ansatz, der auf bestehender wirtschaftswissenschaftlicher Literatur basiert, insbesondere auf Modellen wie dem PIMS-Modell und dem Shareholder-Value-Konzept.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Unternehmensressourcen und die detaillierte Vorstellung der drei zentralen Analyseansätze: klassische Kennzahlenanalyse, wertorientierte Ansätze (wie Discounted-Cash-Flow) und ressourcenorientierte Theorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören strategisches Management, Ressourcen, Wettbewerbsvorteile, Unternehmensbewertung und Wertsteigerung.
Wie unterscheiden sich klassische von wertorientierten Ansätzen?
Während klassische Ansätze primär auf buchhalterischen Kennzahlen aus Jahresabschlüssen basieren, fokussieren wertorientierte Ansätze auf zukunftsorientierte, diskontierte Cash-Flows zur Maximierung des Eigentümervermögens.
Warum sind Ressourcen für Wettbewerbsvorteile entscheidend?
Ressourcen bilden die Grundlage für die Entwicklung von Kompetenzen. Wettbewerbsvorteile entstehen dann, wenn diese Ressourcen heterogen, nicht imitierbar und nicht substituierbar sind.
- Quote paper
- Silja Schröder (Author), 2003, Bewertung und Analyse von Ressourcen und Fähigkeiten von Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11298