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Die Konfessionalität und der Religionsunterricht der Zukunft. Einfluss und Wert

Titel: Die Konfessionalität und der Religionsunterricht der Zukunft. Einfluss und Wert

Bachelorarbeit , 2021 , 50 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Frederike Baumgarte (Autor:in)

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit setzt sich mit der Thematik auseinander, welchen Wert der konfessionell gebundene Religionsunterricht für der Zukunft hat.

Zunächst wird dabei herausgearbeitet, inwiefern religiöse Bildung noch ein Teil der Allgemeinbildung ist und einen Platz im Lernort Schule hat. Nach einer Einführung in die aktuelle Debatte werden verschiedene Modelle von Religionsunterricht, die in Deutschland entwickelt wurden, um dieser Pluralität zu begegnen, vorgestellt.

Anschließend wird darauf eingegangen, welche Überlegungen es zum zukünftigen Religionsunterricht gibt und hierbei das Positionspapier aus Niedersachsen aus Mai 2021 genauer betrachtet. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich dann mit dem Begriff und Verständnis von Konfessionalität und wie die Konfessionen in Deutschland verteilt sind. Da der Religionsunterricht eine Sonderstellung in Deutschland einnimmt, indem er im Grundgesetz verankert ist, wird auf die konkrete Rechtslage eingegangen. Anschließend wird beleuchtet, was Konfessionalität innerhalb des Faches Religion eigentlich ausmacht und danach der Blick auf die Lehrkraft gewendet.

Hierbei wird die Frage aufgegriffen, inwiefern eine konfessionelle Positionalität bedeutsam ist für den Religionsunterricht oder ob diese die Professionalität nicht negativ beeinflusst. Dazu werden zuerst die Kompetenzen, über die eine Lehrkraft verfügen sollte um ihren Beruf gut bewältigen zu können, dargestellt. Bevor ein Fazit gezogen wird, wird in einem Exkurs auf die Studie von Englert eingegangen, in der er zu überraschenden Ergebnissen über den konfessionellen Religionsunterricht und dessen Lehrkräfte kommt.

Traditionell wird der Religionsunterricht konfessionell gebunden unterrichtet. Im Zuge der steigenden Pluralität und Säkularisierung in Deutschland gerät der konfessionelle Religionsunterricht jedoch immer wieder unter Legitimationsdruck, da die Konfessionsbindung häufig auf wenig Verständnis stößt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religiöse Bildung im Lernort Schule

3. Einführung in die Debattenlage

3.1. Generelle Debattenlage

3.2. Bislang erprobte Modelle

3.2.1. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht

3.2.2. Der Hamburger Weg

3.2.3. Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde

3.3. Bestrebungen in Deutschland

3.4. Jüngste Entwicklungen in Niedersachsen

4. Konfessionalität

4.1. Konfessionen in Deutschland

4.2. Rechtslage

4.3. Konfessionalität des Faches Religion

4.4. Konfessionalität der Lehrkräfte

4.4.1. Kompetenzen bei Lehrkräften

4.4.2. Positionalität von Lehrkräften

4.4.3. Professionalität bei Lehrkräften

5. Exkurs: Untersuchungen zum aktuellen Religionsunterricht

6. Die Perspektive der Konfessionen

7. Trends und Tendenzen, Chancen und Grenzen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht den Wert und die Zukunftsperspektiven des konfessionell gebundenen Religionsunterrichts im Kontext einer zunehmend pluralistischen und säkularisierten Gesellschaft in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie religiöse Bildung ihre legitimierte Stellung im staatlichen Schulsystem behaupten und gleichzeitig den Herausforderungen durch gesellschaftliche Veränderungen begegnen kann.

  • Stellenwert religiöser Bildung als Teil der Allgemeinbildung
  • Analyse und Vergleich verschiedener Modelle des Religionsunterrichts
  • Bedeutung der konfessionellen Positionalität von Lehrkräften für die Professionalität
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Konfessionalität und Kooperation

Auszug aus dem Buch

4.4.2. Positionalität von Lehrkräften

Die Positionalität von Lehrkräften besitzt „eine wichtige Funktion: Die kirchliche Beauftragung […] weist die Rückbindung der Lehrperson an eine konkrete Religionsgemeinschaft aus und garantiert so die Möglichkeit, auf die eigene Bezugsreligion im Sinne authentischer Erfahrung bzw. aus der Erste-Person-Perspektive“.208

Schröder unterscheidet hier zwischen drei verschiedenen Formen von Positionalität. (1) professionelle Positionalität: darunter versteht Schröder das erfahrungsunabhängiges Professionswissen bzgl. der Rahmenbedingungen des Lernorts Schule, das Fachvokabular und die sachlich bzw. fachliche Argumentation. (2) Konfessionelle Positionalität: diese basiert auf den Art. 7 GG und nimmt Gestalt durch die Vokation/missio canonica und mit den konfessionellen und interreligiösen Kooperationen. (3) Individuelle Positionalität beinhaltet die eigene theologische Position und Glaubenshaltung der Lehrkraft. Diese wirkt sich auf das berufliche Handeln und auf die Unterscheidung zwischen gelebter und gelehrter Religion aus. Hierbei ist wichtig, dass die Lehrperson die eigene theologische Position kennt und diese reflektieren kann.209

Auch Schambeck unterscheidet Formen von Positionalität und plädiert dafür, den Begriff weiter zu fassen und „die unterschiedlichen Facetten und Erscheinungsweisen […] im Unterricht anzuerkennen“210 und warnt davor, Positionalität im Unterricht mit einer Glaubensschule zu verwechseln. Positionalität der Lehrkraft bietet vor allem einen „Unterricht, der die Glaubenstradition als Deuteraum anbietet und Schüler/-innen ermöglicht, diesen für ihre eigene Lebensfragen zu prüfen und damit eine eigenständige, begründete Position zu Religion zu gewinnen“211. Nach ihrer Auffassung gibt es verschiedene Formen von Positionalisierung und wie sich diese im Unterricht ausdrückt: (1) Wahl des Themas: die Auswahl und die thematische Zuspitzung bringt der Lehrer zum Ausdruck, was er den SuS mitgeben möchte und worüber es sich seiner Meinung nach nachzudenken lohnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Legitimationsdruck des konfessionellen Religionsunterrichts angesichts zunehmender Pluralität und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dessen Zukunftswert.

2. Religiöse Bildung im Lernort Schule: Dieses Kapitel erläutert den gesetzlichen Bildungsauftrag der Schule und ordnet religiöse Bildung als notwendigen Beitrag zur Allgemeinbildung und Welterschließung ein.

3. Einführung in die Debattenlage: Es werden verschiedene Modelle wie der konfessionell-kooperative Unterricht und der "Hamburger Weg" vorgestellt, um den Herausforderungen gesellschaftlicher Pluralität zu begegnen.

4. Konfessionalität: Der Fokus liegt auf der Definition von Konfessionalität, der Rechtslage sowie der Bedeutung der Positionalität und Professionalität von Lehrkräften.

5. Exkurs: Untersuchungen zum aktuellen Religionsunterricht: Auf Basis von Studien von Englert wird kritisch hinterfragt, wie Religionsunterricht derzeit tatsächlich unterrichtet wird und wo Defizite bestehen.

6. Die Perspektive der Konfessionen: Zusammenfassende Darstellung der unterschiedlichen konfessionellen Standpunkte und der Chancen für zukünftige Unterrichtsformen.

7. Trends und Tendenzen, Chancen und Grenzen: Abschließende Reflexion über die Notwendigkeit, konfessionelle Bindung im Religionsunterricht zu bewahren, bei gleichzeitiger Weiterentwicklung durch Kooperation und interreligiösen Dialog.

Schlüsselwörter

Religionsunterricht, Konfessionalität, religiöse Bildung, Pluralität, Positionalität, Professionalität, Lehrkräfte, ökumenisches Lernen, kooperativer Religionsunterricht, Allgemeinbildung, christliche Identität, konfessionslos, Weltbegegnung, Religionsfreiheit, Dialogfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Stellenwert des konfessionell gebundenen Religionsunterrichts in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft und diskutiert dessen Zukunftsfähigkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die religiöse Bildung an Schulen, der Vergleich verschiedener Unterrichtsmodelle (z.B. kooperativ, religionskundlich), die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Rolle der Lehrkraft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Wert des konfessionell gebundenen Religionsunterrichts für die Zukunft und inwieweit dieser trotz Pluralisierung beibehalten und professionell weiterentwickelt werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Einbeziehung rechtlicher Grundlagen sowie die Auswertung relevanter empirischer Studien zum aktuellen Religionsunterricht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Debattenlage, präsentiert verschiedene Organisationsmodelle, erörtert das Konzept der Konfessionalität sowie die Anforderungen an die Fachkompetenz und Positionalität von Religionslehrkräften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Religionsunterricht, Konfessionalität, Pluralität, Positionalität, Professionalität und ökumenisches Lernen.

Welche Bedeutung hat das Positionspapier aus Niedersachsen?

Es markiert eine neue Entwicklung hin zum "gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht", der als Antwort auf den Rückgang von Konfessionsmitgliedern und den Mangel an Lehrkräften konzipiert wurde.

Warum ist die Positionalität der Lehrkraft laut Autorin so wichtig?

Sie ermöglicht es Schülern, Religion authentisch zu erleben und eine eigene Haltung zu entwickeln, statt Religion nur rein theoretisch oder "aus der Vogelperspektive" zu betrachten.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Konfessionalität und der Religionsunterricht der Zukunft. Einfluss und Wert
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für evangelische Theologie)
Note
1,3
Autor
Frederike Baumgarte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
50
Katalognummer
V1130001
ISBN (eBook)
9783346489326
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konfessionalität Religionspädagogik Religionsunterricht Religiöse Bildung Positionalität Professionalität Lehrkräfte Religiöse Pluralität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frederike Baumgarte (Autor:in), 2021, Die Konfessionalität und der Religionsunterricht der Zukunft. Einfluss und Wert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130001
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Leseprobe aus  50  Seiten
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