Diese Arbeit beschäftigt sich mit folgender Forschungsfrage: „Inwiefern leistet der Roman Ronja Räubertochter einen
umweltpädagogischen Beitrag?“
Um diese Frage zu beantworten, wird zunächst ein theoretischer Hintergrund zu den Begrifflichkeiten und zum grundlegenden Kontext der Forschungsfrage erarbeitet. Im Anschluss wird das methodische Vorgehen zur Forschungsfrage erläutert. Die Beantwortung der Forschungsfrage erfolgt im Rahmen einer Analyse ausgewählter Szenen des Romans. Nach einer Zusammenfassung und Diskussion der Analyseergebnisse soll zuletzt die Forschungsfrage im Rahmen eines Fazits beantwortet werden.
Der Kinder- und Jugendroman Ronja Räubertochter, verfasst von der Schriftstellerin Astrid Lindgren, erschien erstmalig im Jahre 1981 als schwedische Originalausgabe und wurde bis heute in 64 Auflagen vom Verlag Friedrich Oetinger in Deutschland herausgegeben. Die Geschichte der Räubertochter erschien als letzter großer Roman der Autorin Astrid Lindgren.
Zu einem der liebsten Bücher Lindgrens zählte das Buch Walden oder Leben in den Wäldern, welches von Henry David Thoreau verfasst wurde. Dieses Buch thematisiert, wie der Autor einer städtischen und materialistischen Kultur entfloh, um in einer selbsterbauten Blockhütte aus den ökologischen Materialien des Waldes ein einfaches und einsames Leben im Wald zu führen. Lindgren hingegen lebte in der Stadt und war voller Sehnsucht nach einem Leben in der Natur. Zeit ihres Lebens war es ihr wichtig, mit der Natur zusammenzuleben.
Inspiriert und motiviert durch die hier aufgezeigten Hintergründe, verfasste Lindgren schließlich den Roman Ronja Räubertochter. In diesem Roman thematisiert die Autorin Astrid Lindgren die Verbindung zwischen Menschen und Natur. So nimmt auch der Wald in der Geschichte um die Räubertochter eine zentrale Rolle ein. Dementsprechend erscheint es nicht überraschend, dass die Geschichte über Ronja Räubertochter und ihren Lebensweg im Mattiswald ihrer Leserschaft an Studierenden und Philologen einen Anstoß zu umweltkritischen Interpretationen bieten konnte. An diese Hintergründe des Romans soll diese Arbeit anknüpfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Zum Inhalt des Romans
2.1. Zeitliche Einordnung des Romans in Bezug auf Umweltbewegungen und Umweltpolitik
2.2. Umweltpädagogik durch den Einsatz von Literatur:
3. Methodische Vorgehensweise
4. Exemplarische Szenenanalysen in Bezug auf die umweltpädagogischen Ziele
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Diskussion
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Astrid Lindgrens Kinderroman „Ronja Räubertochter“ als umweltpädagogisches Lehrmedium, indem sie zentrale Szenen im Kontext wissenschaftlicher Zielsetzungen der Umweltpädagogik analysiert.
- Analyse der Mensch-Natur-Beziehung im Mattiswald
- Verbindung von Literaturdidaktik und Umwelterziehung
- Überprüfung ethischer Sichtweisen (Anthropozentrismus vs. Biozentrismus)
- Evaluation von Umweltzielen wie ökologischem Wertebewusstsein und Selbstbestimmung
Auszug aus dem Buch
Ökologisches Denken und Wertebewusstsein
„Was willst du, Räubertochter?“ „Ich will, dass du meine Jungfüchse in Frieden lässt und verschwindest!“ Da stand er auf und kam zu ihr. „Deine Jungfüchse! Dein Wald! Die Jungfüchse gehören nur sich allein, verstehst du das nicht? Und sie leben im Wald der Füchse. Es ist auch der Wald der Wölfe und Bären, der Elche und Wildpferde. Und der Wald des Uhus und des Mäusebussards, der Wildtaube, des Kuckucks und des Habichts. Und der Wald der Schnecken und Spinnen und Ameisen.“ […] „Außerdem aber ist es mein Wald! Und dein Wald, Räubertochter, ja, dein Wald auch! Aber wenn du ihn für dich alleine haben willst, dann bist du dümmer, als ich auf den ersten Blick geglaubt habe“ (Lindgren 2020, S. 55).
Diese Textstelle macht eine klare Kritik an einem anthropozentrischen Waldbild deutlich (vgl. Meurer-Bongardt 2020, 20). Anthropos bedeutet Mensch. Kéntro bedeutet Zentrum. So handelt sich beim Anthropozentrismus um eine Sichtweise, die den Menschen in das Zentrum der Welt rückt und ihn als Mittelpunkt versteht (vgl. Ach und Borchers 2018, S. 143). Nicht Ronja allein verfügt über den Wald. Birk hat -anders als Ronja- schon an dieser Textstelle des Romans verstanden, dass der Wald sich als komplexer Lebensraum gestaltet, der viele verschiedene Lebewesen beherbergt. Keines dieser Lebewesen, kann den Wald für sich allein beanspruchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung des persönlichen und fachlichen Interesses sowie Formulierung der Forschungsfrage.
2. Theoretischer Hintergrund: Erarbeitung der inhaltlichen Grundlagen des Romans sowie Verortung im Kontext von Umweltpolitik und Umweltpädagogik.
3. Methodische Vorgehensweise: Definition und Kategorisierung der acht untersuchten umweltpädagogischen Zielsetzungen.
4. Exemplarische Szenenanalysen in Bezug auf die umweltpädagogischen Ziele: Detaillierte Untersuchung ausgewählter Textstellen hinsichtlich ihrer umweltpädagogischen Relevanz.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Diskussion: Synthese der Analyseergebnisse im Abgleich mit den eingangs definierten Bildungszielen.
6. Fazit: Beantwortung der Forschungsfrage und abschließende Einschätzung der Eignung des Romans für den schulischen Kontext.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Ronja Räubertochter, Astrid Lindgren, Umweltpädagogik, Umwelterziehung, Ökopädagogik, Naturnahe Pädagogik, Anthropozentrismus, Biozentrismus, Mattiswald, Literaturdidaktik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Naturerfahrung, Umweltethik, Wertebewusstsein.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern der Roman „Ronja Räubertochter“ einen Beitrag zur Umweltpädagogik leistet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Mensch-Natur-Beziehung, ökologische Ethik, Umwelterziehung im Literaturunterricht und die Analyse fiktionaler Welten hinsichtlich ökologischer Fragestellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Roman auf Basis der Umweltziele nach Schwelger und Beisheim zu prüfen, um seine Eignung als Medium für eine zeitgemäße Umweltpädagogik zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exemplarische Szenenanalyse durchgeführt, in der spezifische Romanpassagen auf Übereinstimmung mit acht definierten umweltpädagogischen Zielsetzungen geprüft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Romanstellen zu Themen wie verantwortlichem Umgang mit der Ökologie, biozentrischer Sichtweise, Tierschutz und Selbstbestimmung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Umweltpädagogik, biozentrische Sichtweise, Mattiswald und Astrid Lindgrens literarisches Werk.
Warum wird gerade der Roman von Astrid Lindgren gewählt?
Der Roman bietet durch seine starke Naturthematisierung und die multiperspektivische Darstellung des Lebens im Wald ideale Anknüpfungspunkte für umweltethische Reflexionen.
Welche Rolle spielt Birk Borkason in der Analyse?
Birk nimmt eine zentrale Rolle ein, da er Ronja eine biozentrische Sichtweise eröffnet und damit das ökologische Verständnis der Protagonistin sowie der Leserschaft maßgeblich erweitert.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Ronja Räubertochter und ihr umweltpädagogischer Beitrag. Einfluss und Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130122