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Das Wandgemälde des Jüngsten Gerichts von Martin Schongauer im St. Stephans Münster zu Breisach

Titel: Das Wandgemälde des Jüngsten Gerichts von Martin Schongauer im St. Stephans Münster zu Breisach

Masterarbeit , 2020 , 195 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Johanna Schuler (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Fragestellung für die vorliegende Arbeit kann wie folgt formuliert werden: Mit welchen räumlichen, malerischen und ikonografischen Mitteln setzt Martin Schongauer das Thema des Weltgerichts in Szene? Verfolgt er, im Vergleich zur deutschen Wandmalerei, eine traditionelle Umsetzung oder bringt er Erneuerungen ein? Beeinflussen mögliche Erneuerungen die Interpretation des dargestellten Weltgerichts? Im Verlauf der Arbeit wird zu erkennen sein, dass er gattungsübergreifend gearbeitet hat. Daraus resultiert die Überlegung: aus welchen Gattungen übernimmt er Inspirationen und wie verändert sich die ikonografische Interpretation seines Werkes dadurch?

Die Darstellung des Jüngsten Gerichts von Martin Schongauers im St. Stephans Münster zu Breisach ist ein großformatiges Wandgemälde, das der Colmarer Künstler um das Jahr 1485 anfertigte. Er sollte das Weltgericht auf einer Gesamtfläche von 312 Quadratmeter in Szene setzen. Somit entstanden an den Wänden der Westhalle, einem Erweiterungsbau der Stadtpfarrkirche Breisach, die Richterszene an der Westwand, das Paradies an der Südwand und die Hölle an der Nordwand.

Da die Schriftquellen zu Martin Schongauers Leben sowie zu diesem Auftrag sehr lückenhaft sind, bleiben viele Fragen zu dem Werk offen. So ist bis heute nicht geklärt, wer der Auftraggeber war, wie Martin Schongauer dieses großformatige Wandgemälde umsetzte, wer seine Mitarbeiter/Gehilfen waren, und ob das Kunstwerk fertiggestellt wurde, oder ob er unvermittelt währenddessen verstorben ist.

Aufgrund dieser ungeklärten Fragen, liegt in der vorliegenden Arbeit der Fokus auf der Umsetzung des Werkes. Mit welchen Motiven hat Schongauer das Weltgericht in Breisach in Szene gesetzt? Folgt Martin Schongauer einer traditionellen Umsetzung oder weicht er davon ab?

Das Thema des Weltgerichts war im Mittelalter und auch im Spätmittelalter ein sehr beliebtes und häufig umgesetztes Motiv. Es ergeben sich daraus viele Vergleichsmöglichkeiten. In erster Linie soll in dieser Arbeit der Vergleich mit der deutschen Wandmalerei im Vordergrund stehen, um so die Erneuerungen für diesen geografischen Raum und die Gattung der Wandmalerei deutlich werden zu lassen. Dafür wurden 61 Wandgemälde in Deutschland mit dem Motiv des Jüngsten Gerichts ausgewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

1. Methode und Vorgehen

2. Forschungsstand

II. DIE SCHRIFTQUELLEN ZU MARTIN SCHONGAUERS WERK DES JÜNGSTEN GERICHTS IN BREISACH / AUFTRAGGEBER

III. WERKANALYSE

IV. DAS WERK MARTIN SCHONGAUERS IM KONTEXT SEINER ZEIT

1. Exkurs zur deutschen Wandmalerei

2. Die räumliche Konzeption

2.1 Die räumliche Umsetzung des Breisacher Weltgerichts

2.2 Die Westinnenwand

3. Die malerische Umsetzung des Breisacher Weltgerichtes

3.1 Die Flächenstrukturierung des Breisacher Weltgerichts

3.2 Das Figurenpersonal

3.3 Anordnung der Figuren

3.4 Die malerischen Ausführung des Weltgerichts

4. Die ikonografische Analyse

4.1 Der Quellentext

4.2 Die Herrlichkeit Christi

4.3 Das Reich Gottes

4.4 Der Höllensturz

V. DIE FUNKTION DES BREISACHER WELTGERICHTS

VI. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht das im St. Stephans Münster zu Breisach befindliche, großformatige Wandgemälde des Jüngsten Gerichts von Martin Schongauer. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen räumlichen, malerischen und ikonografischen Mittel zu analysieren, mit denen Schongauer dieses Motiv in Szene setzt, und dabei zu klären, inwieweit er sich an den traditionellen deutschen Darstellungskanon hält oder innovative Erneuerungen einbringt.

  • Räumliche Konzeption und thematische Trennung des Weltgerichts
  • Malerische Flächenstrukturierung und Anordnung des Figurenpersonals
  • Ikonografische Analyse der Richter-, Paradies- und Höllenszenen
  • Kontextualisierung im Vergleich zur deutschen und niederländischen Malerei
  • Untersuchung der Funktion des Werkes und möglicher Auftraggeber

Auszug aus dem Buch

Die räumliche Konzeption

Die räumliche Situation des Wandgemäldes Martin Schongauers soll unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden. Zum einen ist die Größe des Werkes Schongauers ein wichtiges Merkmal des Freskos. Hier kann man in erster Linie einen Vergleich mit dem Weltgericht aus dem Münster in Ulm ziehen.

Zum anderen wird die Anbringung des Breisacher Weltgerichts auf drei voneinander unabhängigen Wandflächen betrachtet sowie ihre damit einhergehende thematische Trennung. Die vorgestellten Beispiele aus Ulm, Konstanz und Nussdorf haben gezeigt, dass eine Weltgerichtsdarstellung in Deutschland an einer Wandfläche wiedergegeben wird. Es lassen sich in Deutschland für die Situation in Breisach keine Vorbilder finden. In Italien hingegen findet man Beispiele für eine ähnliche räumliche Situation und auch ebenso für eine in gleicherweise thematische Aufteilung des Bildmotivs. Es wird sich zeigen, dass die räumliche Situation ähnlich, aber nicht identisch ist.

Als letzter Punkt soll der Ort der Anbringung thematisiert werden. In der Forschung wird immer wieder erwähnt, dass die Westinnenseite einer Kirche der traditionelle Ort einer Weltgerichtsdarstellung ist. Das möchte ich für die deutsche Wandmalerei in Frage stellen. Denn wie zu zeigen sein wird, baut die Forschung ihre Argumentation auf italienischen Beispielen auf, diese Situation ist nicht übertragbar auf Deutschland. Schon an den, im letzten Kapitel vorgestellten Beispielen, lässt sich zeigen, dass nur eines der Weltgerichtsfresken an der Westinnenwand umgesetzt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Einführung in das Thema, die Forschungsfrage und die methodische Herangehensweise an Schongauers Wandgemälde.

II. DIE SCHRIFTQUELLEN ZU MARTIN SCHONGAUERS WERK DES JÜNGSTEN GERICHTS IN BREISACH / AUFTRAGGEBER: Analyse der spärlichen Quellenlage zur Person Schongauers und zur möglichen Autorenschaft sowie Identifizierung potenzieller Auftraggeber.

III. WERKANALYSE: Detaillierte Beschreibung der drei Wandflächen (West-, Süd- und Nordwand) und ihrer inhaltlichen sowie formalen Ausgestaltung.

IV. DAS WERK MARTIN SCHONGAUERS IM KONTEXT SEINER ZEIT: Umfassende Untersuchung der räumlichen, malerischen und ikonografischen Aspekte im Vergleich zur zeitgenössischen deutschen Wandmalerei.

V. DIE FUNKTION DES BREISACHER WELTGERICHTS: Erörterung der politischen und theologischen Absichten hinter der Stifter- und Auftraggeber-Thematik.

VI. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse zur Einzigartigkeit Schongauers im deutschen Darstellungskanon.

Schlüsselwörter

Martin Schongauer, St. Stephans Münster Breisach, Jüngstes Gericht, Wandmalerei, Ikonografie, Werkanalyse, Spätmittelalter, Paradies, Hölle, Deesis, Auftraggeber, räumliche Konzeption, deutsche Wandmalerei, Weltenrichter, Reform des Darstellungskanons.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Jüngste-Gericht-Wandgemälde von Martin Schongauer im St. Stephans Münster zu Breisach hinsichtlich seiner künstlerischen und ikonografischen Besonderheiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die räumliche Anordnung, die malerische Ausführung, die ikonografische Deutung der biblischen Texte sowie die Suche nach den Auftraggebern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob Schongauer eine traditionelle Umsetzung wählte oder durch Neuerungen den deutschen Darstellungskanon maßgeblich erweiterte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt dem Dreistufensystem der ikonografischen Analyse nach Erwin Panofsky, unter Ausschluss der dritten, ikonologischen Stufe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Werkanalyse, einen Vergleich mit dem deutschen Wandmalerei-Kanon sowie eine spezifische ikonografische Interpretation der drei Bildszenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schongauer, Breisach, Jüngstes Gericht, Ikonografie, Werkanalyse und Wandmalerei charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich die Hölle in Breisach von anderen Beispielen?

Schongauer verzichtet weitgehend auf das traditionelle Höllenmaul-Symbol und gestaltet die Hölle stattdessen als eine realistisch anmutende Fels- und Feuersbrunst-Landschaft.

Welche Rolle spielen die Texte im Paradies?

Die umfangreiche Integration von Texten (u.a. von Boethius und Prosper von Aquitanien) verleiht dem Paradies eine geistige Dimension, die den Betrachter zur Reflexion einlädt.

Ende der Leseprobe aus 195 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Wandgemälde des Jüngsten Gerichts von Martin Schongauer im St. Stephans Münster zu Breisach
Hochschule
Universität Münster  (Kunstgeschichte)
Note
1,3
Autor
Johanna Schuler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
195
Katalognummer
V1130189
ISBN (eBook)
9783346493651
ISBN (Buch)
9783346493668
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Martin Schongauer Jüngstes Gericht Wandgemälde Goitk Spätmittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Schuler (Autor:in), 2020, Das Wandgemälde des Jüngsten Gerichts von Martin Schongauer im St. Stephans Münster zu Breisach, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130189
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