Zur Konstruktion von Familie in Romanen Theodor Fontanes


Masterarbeit, 2021

84 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhalt

Was ist die ‚bürgerliche Familie‘ bei Fontane?

Theoretische Vorbetrachtungen
Forschungsüberblick
Poetologie der Familie

Zeitgenössisches Familienverständnis
Die Konstruktion der Familie durch Geschlechterrollen
Zur Scheintrennung von Familie und Arbeit
Das bürgerliche Haus als Brutkasten der Familienideologie
Krise und Verfall der bürgerlichen Familie

Familienkonstruktion bei Fontane
Der Ort der Familie: L’Adultera
Stadthaus: Der standardisierte Raum der Familie
Landhaus: Ein transitorischer Ort?
Palmenhaus: Austritt aus dem gesellschaftlichen Familienrahmen
Italien: Die Reise zum Familienideal?
Arbeiterhäuser: Familienglück im schlichten Rahmen
Das Andere der Familie: Ausschlussmechanismen in Grete Minde
Das Ausland in der Familie: Grete als ‚fremde Frau‘
Mythenfigur im eigenen Haus: Fremdheitsstilisierung anhand der Religion
Alternative Familienformen: Eine wirkliche Option oder nur Schein?
Der Preis der Familie: Die Poggenpuhls
Der gute Name: Finanzielles Mittel oder nur Dekor?
Die Ehe als ein Mittel gegen finanzielle Not?
Weibliche Arbeit im Adel: eine Annäherung an das Bürgertum?
Familienzusammenhalt oder Pflichtgefühl? Die Funktion reicher Verwandter

Fremdheit als konstitutives Element der bürgerlichen Familie

Literaturverzeichnis

Was ist die ‚bürgerliche Familie‘ bei Fontane?

‚Familie‘ ist ein wandelbarer Begriff. Das zeigt etwa die Öffnung der Ehe für alle im Jahr 2017 in Deutschland, einem Beispiel, dem seither zahlreiche Länder gefolgt sind. Der damals von Kritikern befürchtete Sittenverfall ist nicht eingetreten, wie auch schon frühere „Krisen der bürgerlichen Familie“ nicht zum Zusammenbruch dieses Konzepts des Zusammenlebens geführt haben.

Die Befürchtung, die aus Vater, Mutter und Kindern bestehende Kernfamilie könnte aufhören zu existieren, gibt es seit ihrer Entstehung. Das liegt daran, dass sie sich stets im Wandel befindet, was manche Theoretiker des 19. Jahrhunderts, wie Norbert Riehl, als Niedergang empfinden. Von Riehl stammt denn auch die Theorie von der ‚Auflösung des ganzen Hauses‘. Laut ihm war es schädlich für das Gemeinwesen, dass sich aus „Haus und Hof“ die bürgerliche Kleinfamilie mit der klassischen Arbeitsteilung des geldverdienenden Mannes und der häuslichen Frau entwickelte. In dieser neuen Familienform sollte der Mann zu Hause einen Rückzugsort vor der „feindlichen Welt“ finden, wie Friedrich Schiller in Das Lied von der Glocke beschreibt.

Sorgen wie jene Riehls vom „Verfall der Familie“ setzten sich in der Familienforschung weiter fort. Die bürgerliche Familie scheint in einem dauerhaften Krisenzustand zu schweben. Fraglich ist, wie sie dennoch in fast unveränderter Form seit dem 18. Jahrhundert überdauern konnte.

Als breitenwirksames und zeitüberdauerndes Phänomen ist die Familie häufig Thema in der Literatur. Gerade im bürgerlichen Realismus ist ihre Gründung, ihr Bestehen und ihre Einbettung in die Gesellschaft ein oft behandeltes Thema. Grund dafür ist unter anderem die Möglichkeit des Bürgertums, sich durch ein emotionalisiertes Familienverständnis vom dynastischen Denken des Adels abzuheben. Theodor Fontane ist als Autor von Familien- und Gesellschaftsromanen bekannt. Gerade seine vielen tragischen Frauenfiguren werfen jedoch Fragen bezüglich des Familienideals seiner Zeit auf. Wieso müssen sie so oft zugrunde gehen, wenn die Familie eigentlich ein harmonisches Zusammenleben propagiert?

Deshalb stellt sich die Frage, wie Fontane Aspekte der bürgerlichen Familie nutzt, um die Familien in L’Adultera, Grete Minde und Die Poggenpuhls zu konstruieren. Durch zwei Primärtexte aus der frühen und einen aus der späten Schaffensphase kann eine mögliche Entwicklung gezeigt werden. Entgegen des bürgerlichen Ideals einer durch Liebe verbundenen Gemeinschaft von Eltern und Kindern sind die in diesen Erzählungen dargestellten Familien prekäre Konstrukte.

Die vorliegende Arbeit analysiert die literarischen Mittel, mit denen Fontane Familie konstruiert und dekonstruiert. Um die Frage der Darstellung der bürgerlichen Familie bei Fontane zu untersuchen, ist der zeitgenössische Diskurs zum Thema nachzuvollziehen. Inwiefern dieser bestätigt oder in Frage gestellt wird, soll anhand der Achsen eines gemeinsamen Wohnraums, finanzieller Abhängigkeit und Ein- beziehungsweise Ausschlussmechanismen analysiert werden. Anhand dieser miteinander verschränkten Elemente konstruieren und dekonstruieren die Texte das Konzept „Familie“ und zeigen es somit als instabiler, aber auch flexibler als gemeinhin für die Zeit angenommen.

Zunächst wird das jeweilige Verständnis von Familie betrachtet: Wer ist Teil, wer nicht und wieso? Wie ist eine Veränderung der Verhältnisse möglich und welche Auswirkungen hat eine solche auf die Figuren? Von Interesse können dabei Konzepte des bürgerlichen Selbstverständnisses wie Arbeit, Geschlechtscharaktere und Bildung sein.

Zunächst wird an L’Adultera untersucht, welche Rolle der Raum bei der Konstruktion von Familie spielt. Der gemeinsame Wohnraum ist Teil dessen, was in den Texten die Familien örtlich festschreibt. Er ist unterschieden in verschiedene Stufen der Öffentlichkeit und spiegelt die Figurenpsychologie. Das ‚Außerhalb‘ dieses Wohnraums teilt sich in einen Naturraum, der zur emotionalen Verbindung mit sich selbst und anderen beiträgt, und den Arbeitsraum, welcher von Melanies Figurenwahrnehmung abgeschottet bleibt. Somit bestätigt sich die Geschlechtseinteilung der häuslichen Frau und des arbeitenden Mannes.

Wer der Familie angehört und wer nicht, wird in den Texten vielseitig untersucht. Obwohl auch Hausangestellte ein enges Verhältnis zur Familie haben können, ermöglicht hauptsächlich Blutsverwandtschaft ein Zugehörigkeitsgefühl zum Haushalt. Das verbindende Element ist dabei die väterliche Linie; die Mutter wurde nur „dazu geholt“. Eine enge Verbindung der Kinder mit ihr führt eher zum Ausschluss von der familialen Gemeinschaft. In der vorliegenden Arbeit wird die Darstellung dieses Phänomens in Grete Minde näher untersucht.

Alle Familienmitglieder in Die Poggenpuhls sind finanziell voneinander abhängig, was die Funktion der Familie als Versorgungsgemeinschaft betont. Während ein Zusammengehörigkeitsgefühl oder sogar Zuneigung bestehen können, sind die Finanzen ein Dreh- und Angelpunkt, durch den Erfolg oder Misserfolg des familialen Zusammenlebens bestimmt wird. Sie wirken sich auch auf das Fortbestehen der Familie über Generationen hinweg aus, da mangelnde Geldmittel standesgemäße Ehen verhindern und somit die Weitergabe des Familiennamens bedrohen können.

Die Idee von Familie ist, neben dem Verständnis von Arbeit, konstitutiv für den bürgerlichen Realismus. Daher ist es von Interesse, ob der vermeintliche Zerfall der Familien in den untersuchten Texten durch Ideen des poetischen Realismus selbst ausgelöst wird oder ob fremde Konzepte dazu führen. Gründe könnten beispielsweise ein Familienleben sein, das auf veralteten oder zu modernen Vorstellungen basiert. Bei der Untersuchung dieser Aspekte kann durch die zeitliche Trennung der ersten beiden und des letzten Romans zudem analysiert werden, ob die Darstellungsmittel sich verändert haben.

Methodologisch ist es sinnvoll, sich an bestehender Forschung zur bürgerlichen Familienliteratur zu orientieren. Nadine Willamowski beispielsweise nutzt in ihrer Dissertation einen einzeltextanalytischen in Verbindung mit einem diskursanalytischen Ansatz. Durch diese Zusammenführung werden die Einzeltexte mit Blick auf „diskursive und kulturelle Praktiken, Redeweisen und Redeformationen, die den bürgerlichen Familiendiskurs generieren“1 analysiert, aber auch eine breitere Perspektivierung ermöglicht. Willamowski folgend, untersucht die vorliegende Arbeit in den Texten, inwiefern die dargestellten Familien „performative Konstrukte“ sind, die das Familienideal aktiv herstellen, „indem die bürgerliche Familie als Norm zitiert, affirmiert oder negiert wird.“2

Ob und wie Fontane zeitgenössische Vorstellung der Bestandteile und Mechanismen einer Familie nutzt, um Familienkonstellationen zu zeigen, ist zu analysieren. Dabei gilt das Augenmerk der Frage, welche Elemente konstitutiv für die Familien sind und welche sie im Vergleich zu dem im Folgenden vorgestellten Familienideal prekär werden lassen.

Theoretische Vorbetrachtungen

Forschungsüberblick

Für ein umfassendes Verständnis des bürgerlichen Familienbegriffs wird zunächst der diesbezügliche Forschungsstand abgesteckt. Eine allgemeine Basis zum Familienbegriff bieten Andreas Gestrich (2010) und Albrecht Koschorke (2010). Gestrich verfolgt die Geschichte der Familie im. 19. und 20. Jahrhundert. Ergänzt werden seine Erkenntnisse durch Koschorkes Befunde, der die Entstehung und Form der modernen Familie zeigt. Dazu bespricht er unter anderem das Verständnis von Sexualität und ihrer Gebundenheit an die Ehe mit dem Ziel der Fortpflanzung.

Aus diesem allgemeinen Überblick werden verschiedene Diskurskomplexe sichtbar, welche das Thema „Familie“ umspannen. Einen Teil bilden räumliche Aspekte beziehungsweise (gemeinsames) Wohnen. An den abwechslungsreichen Wohnverhältnissen in L’Adultera wird der Bereich des bürgerlichen Wohnens betrachtet. In diesen interdiskursiven Themenkomplex fallen unter anderem Fragen nach Identität, Privatheit und Öffentlichkeit und ihrer geschlechtsabhängigen Zugänglichkeit sowie nach der sozialen Klasse.3 Durch die Zusammenführung dieser Bereiche lassen sich die kulturgeschichtlichen Faktoren narratologisch untersuchen, welche auf die Darstellung der fiktionalen Familien einwirken.4 Hierfür sind die Überlegungen von Wichard (2012) interessant. Er zeigt, wie sich der Diskurs um das bürgerliche Wohnen von 1800 bis 1900 veränderte. Er weist darauf hin, dass die Psyche der Figuren sich in ihren Wohnstätten spiegelt, dargestellt beispielsweise durch Enge und Weite der Räume. Spätere Inszenierungen des Wohnens sieht Wichard als fragil, Zeichen der Isolation oder gar Zerstörung. Was ein fixer Rückzugsort von der Öffentlichkeit sein sollte, ist ein Konfliktraum. Fontanes Text soll daher daraufhin analysiert werden, wie der Wohnraum ein gemeinsames Leben schafft, es aber auch instabil werden lassen kann.

Anschließend ist die Einteilungsfunktion der Familie in Eigenes und Fremdes interessant, die mitunter vom Status der Blutsverwandtschaft abhängt. Welche Einflüsse Geschlecht und Sexualität auf diese Mechanismen bei Fontane haben, wird anhand von Grete Minde nachvollzogen. Als theoretische Grundlage dienen die Thesen von Harnisch (1994). Sie untersucht Kellers Texte auf seine Darstellung von Frauen in der bürgerlichen Demokratie und die Bedeutung der Hausarbeit. Raabes Texte betrachtet sie mit Blick auf alternative Familienkonstrukte, die oft aus weiblichen Wahlfamilien bestünden. Die Werke Fontanes beleuchtet sie daraufhin, wie weibliche Sexualität konstruiert wird und findet Beispiele sowohl für Bestätigung als auch Kritik des zeitgenössischen Sexualdiskurses. Harnischs Überlegungen zu Raabe und Keller können an Fontanes Texten geprüft werden. Ihre Erkenntnisse werden erweitert, indem die von ihr aufgezeigten Aspekte als Möglichkeiten betrachtet werden, mit denen Fontane Familie konstruiert und dekonstruiert. Abschließend können mit Blick auf die gewonnenen Erkenntnisse Schlüsse darauf gezogen werden, welche Art von Familie bei Fontane wie bestehen kann.

Wie eine prekäre finanzielle Lage die bürgerliche Familie als Versorgungsgemeinschaft offenlegt, wird am Verhältnis von Geld und Status in Die Poggenpuhls analysiert. Einen Anhaltspunkt dafür bietet Affolter (2018), welcher Familiennamen in der Doppelfunktion als Identifikationsobjekt und kapitalträchtiges Statussymbol untersucht. Dieses Verhältnis ist besonders relevant, da es sich bei den Poggenpuhls um eine Adelsfamilie handelt. Während die Annahme bürgerlicher Werte in adeligen Kreisen in der Entstehungszeit der Texte einen Vergleich möglich macht, ist der Unterschied doch zu beachten. Durch den Adelsstatus entstehen neue Ansprüche an die einzelnen Familienmitglieder. Fontane nutzt sie, um das bürgerliche Familienideal zu akzentuieren und in seiner Problematik vorzuführen.

Poetologie der Familie

Laut Fontane soll Realismus alles wirkliche Leben widerspiegeln. „[D]as Erfahren bzw. Erleben der Wirklichkeit“ kann jedoch „nur in sprachlichen Kategorien erfolgen“.5 Sprache ist somit Grundlage der erzählten Welten beziehungsweise ihrer Versionen von Wirklichkeit. Was bedeutet dies für die literarische Darstellung von Familie, einem bereits in der Lebenswirklichkeit des Bürgertums so vielseitigen Konzept, welches der Autor in ebenso vielen Nuancen zeigte?

Das realhistorische Phänomen Familie in seinem Bezug zum „Wirklichen“ zu erfassen, ist schwer möglich. Öfter wurde darauf hingewiesen, dass ideologische Texte zur bürgerlichen Familie nicht die Lebenswirklichkeit von Bürger:innen darstellten, sondern ihre eigenen Ziele verfolgten. Auch fiktionale Texte sind nicht als Bestandsaufnahme realer Familien zu sehen, selbst wenn sie sich an historischen Ereignissen orientierten und die Darstellung der Wirklichkeit Ziel des Autors war. Dies tat Fontane häufiger, so beispielsweise bei den hier untersuchten Texten L’Adultera und Grete Minde. Diese Praxis zieht den Versuch realistischer Autoren, Wirklichkeit darzustellen, ebenso in Zweifel wie erkenntnistheoretische Einwände.6

Doch diese Problematik der komplexer werdenden Wirklichkeit und ihrer Erfassung führte zu neuen Lösungsstrategien in realistischen Texten. Sie begegneten dem Problem von zwei Seiten, einerseits, indem auf der Handlungs- und Dialogebende die Realitätsdebatte explizit thematisiert wird, andererseits, indem die Erwählweise die Vielschichtigkeit der zeitgenössischen Wirklichkeit wiederspiegelt.7 Die dargestellte Wirklichkeit wird selbst als Funktion der Darstellung genutzt, die durch neue literarische Formen stilisiert und komponiert werden.8 Inwieweit Fontane diese Dichotomie von Handlung und erzählter Wirklichkeit nutzte, um den zeitgenössischen Familiendiskurs zu verhandeln, ist im weiteren Verlauf zu zeigen.

Zunächst ist das Ziel des Realismus nicht, die Wirklichkeit bloß wiederzugeben. Sie soll Teile der Realität und der Welt reproduzieren – dem damals neuen Medium der Fotografie gar nicht so unähnlich – um beides als Kunst erfahrbar zu machen.9 Abgebildet werden sollte nicht das „Trostlose“ oder „Hässliche“, wie es naturalistische Texte laut Fontane täten. „[B]ei aller Anerkennung der grossen Kunst der Neuen findet er, dass die Schattenseiten herausgegriffen und verabsolutiert werden, wodurch das künstlerische Mass und das realistische Gleichgewicht seiner Ansicht nach zerstört werden“.10

Die Familie sollte im realistischen Roman ebenso wenig in ihrer „Hässlichkeit“ dargestellt werden, sondern „der wahre Mittelpunct des Weltbildes im Roman“ sein, in „welche[m] die harte Wahrheit des Lebens mit zarteren Saiten einer erweiterten geistigen Welt wiedertönen.“11 Dinge, die der bürgerlichen Ideologie der Sittlichkeit nicht entsprachen, sollten ausgespart werden.12 Keiner der drei hier untersuchten Texte entspricht diesem Ideal der Verklärung, behandeln sie doch Ehebruch, Wahnsinn und den Verfall einer adeligen Familie in den bürgerlichen Werten.

Fontanes Ziel war es, seinen Stoff möglichst objektiv darzustellen und so direkteren Zugang zu den Themen zu erhalten, ohne durch die ‚eigene Stimme‘ davon abzulenken.13 Dies zeigt sich nicht nur in seinen Anordnungen zwischenmenschlicher Beziehungen, sondern ebenso wie im Verhältnis Mensch-Objekt. Die vordergründigen poetologischen Begrifflichkeiten wie Kunst und Finesse ergänzt Fontane durch die poetologische Auslotung von Wirklichkeit in Szenen und Objekten.14 Zugleich werden Gegenstände der dargestellten Welt mit einer Bedeutung aufgeladen, welche über das Wirkliche hinausgeht. Diese Dinge werden zu sozialen Akteuren, die Einfluss auf das Leben der Figuren haben.15 Dies ist speziell mit Blick auf die Wohnsituation interessant, welche mit potentiell bedeutungsträchtigen Dingsymbolen ausgestattet ist, nach deren Sinn es zu fragen gilt.16 Solche Dingsymbole sind etwa das Medaillon aus L’Adultera und das Schlachtengemälde in Die Poggenpuhls. 17 Hinzuzufügen ist die Kette mit dem Kreuzstück aus Grete Minde. Bei der Analyse dieser Symbole ist die Unterscheidung der Figuren- und Erzählerrede zu beachten. Denn oft schreiben Figuren Dingen einen symbolischen Wert zu, welchen die Erzählinstanz nicht unterstütz.18 Zu unterscheiden sind diese Bedeutungsträger von ‚leeren‘ Gegenständen, die dem Roman seine Realitäts- und Welthaltigkeit geben, ohne weitere Bedeutung zu tragen.19

Die Bedeutungszuschreibung von Figuren auf Dingsymbole trägt zum Verklärungsmoment der Erzählungen bei. Das Subjekt ist es also, in welchem wichtige Elemente der Verklärung sich verkörperlichen. Es steht an der Schwelle zwischen Öffentlichkeit und Privatheit und ist immer in Ideologien seiner Zeit eingebunden, die es auf eine bestimmte Weise formen. Diese kulturelle Konstruiertheit soll jedoch im Individuum unsichtbar werden. In seiner vermeintlichen Freiheit, Einheitlichkeit und Autonomität wird das bürgerliche Ideal zur natürlichen Bestimmung des Subjekts verklärt.20 Diese Wunschvorstellung vom Subjekt lässt jedoch außer Acht, dass Individuen ein Konstrukt verschiedener Diskurse ist. Als solche sind sie prädestiniert für Widersprüche, in welchen Abwehr der Normen und damit die Möglichkeit von Veränderung sichtbar wird.21

Ähnlich der Gegenstände sind auch geschlechtsspezifische Körper mit Bedeutungen belegt und in kulturspezifische Machtstrukturen eingefügt.22 Durch Geschlechtscharaktere wird jedoch imaginierte Männlichkeit und Weiblichkeit dargestellt, nicht unbedingt die Realität.23 Dennoch ist die Geschlechterhierarchie von Bedeutung im zeitgenössischen Familiendiskurs. Wird eine einheitliche weibliche oder männliche familienspezifische Lebenswelt in den Texten verweigert, kann dies als Brechung des Diskurses um Geschlechtscharaktere, Ehe und Fortpflanzung gelesen werden.

Diese rigide Festlegung des sozialisierten Individuums auf bestimmte, geschlechtsspezifische Räume ist eine Reaktion auf den Übergang in die gesellschaftliche Moderne. Bereits im 19. Jahrhundert war klar, dass diese strenge Festlegung der Ideale für familiales Zusammenleben die Wirklichkeit nicht abbilden können. So zeigen schon Fontanes Texte, wie noch zu zeigen ist, sowohl die bürgerliche als auch die adelige Familie als labile soziale Institutionen.

Figuren, die in diesem historischen Wandlungsprozess nicht gut davonkommen, stellt Fontane oft in einem positiven Licht dar. So sind alte Familien, ererbte Macht und der Ruhm früherer Generationen ein Thema in seinen Texten Gesellschaftsromanen.24 Jedoch sind vertraute gesellschaftliche Strukturen und Institutionen für Fontane nicht das Wichtigste in sozialen Gegebenheiten.25 Entsprechend unterschiedlich sind die in den drei hier untersuchten Texten dargestellten Familienkonstellationen: Von einer ‚klassischen‘ Familie mit Vater, Mutter und Kindern, über eine – um einen modernen Begriff zu bemühen – Patchwork-Familie mit Stiefgeschwistern, bis hin zu einer Familie ohne Vater – welcher doch lange als Zentrum der bürgerlichen Familie galt – werden die unterschiedlichsten Facetten gezeigt. Das deutet an, dass es sich für Fontane bei Familien nicht um feststehende gesellschaftliche Strukturen handelt, sondern die Familien ihr Zusammenleben selbst gestalten.26 Welche Narrative Form dies annimmt, ist in späteren Kapiteln zu zeigen.

Zeitgenössisches Familienverständnis

Um nicht auf einen modernen Deutungsrahmen des Konzeptes „Familie“ zu verfallen und die textinterne Referenzialität zu verstehen, ist ein Blick auf das zeitgenössische Familienverständnis sinnvoll.

„[B]is ins ausgehende 18. Jahrhundert [stand] kein Begriff zur Abgrenzung jenes durch enge Verwandtschaft verbundenen Personenkreises zur Verfügung, den wir heute als Familie bzw. Kernfamilie bezeichnen.“27 Derartige Situationen deuten oft darauf hin, dass es sich um ein neues Phänomen handelt, das durch einen neuen Begriff abgedeckt werden muss. Nicht so beim Familienbegriff, welcher im Bürgertum die Funktion des zuvor gängigen „Hauses“ übernahm.28 Von dem Begriff „Haus“ ist die von Heinrich Riehl geprägte Idee des „ganzen Hauses“ zu unterscheiden, aus welchem angeblich die bürgerliche Familie hervorging. „Seine Ganzheit ist darin begründet, dass es neben dem Hausherrn und der Hausherrin auch deren Kinder, Gesinde, Geschäftsgehilfen und entfernte Verwandte umfasst.“29 Diese Gemeinschaft beschrieb auch das französische Lehnwort famille. Sie bezeichnete eine Lebensform, bei der alle im Haushalt lebenden Personen sowie der Besitz sich unter dem Vorstand des Hausvaters befanden. Die Forschung nennt diese Lebensform „große Haushaltsfamilie“.30

Eine Funktion der Familie ist unter anderem die Strukturierung und Normierung der Reproduktion. Basis dafür sind aber nicht mehr vorrangig ökonomische Gründe mehr.31 War der „Ehezweck“ zuvor an die Trias von Fortpflanzung, Auslöschung des Geschlechtstriebs sowie wechselseitigem Beistand und Hilfeleistung gebunden, so wurde dies im 18. Jahrhundert nicht aufgegeben, sondern an die zusätzliche Bedingung der emotionalen Nähe geknüpft.32 Diese Entwicklung führte zur Verkleinerung der Familien. Neben der Ausgrenzung des Gesindes gab es weniger Kinder pro Ehe, um die Nachfahren als „Produkte der Liebe“ angemessen schätzen zu können.33

Mit der Veränderung sozialer Gegebenheiten am Ende des 18. Jahrhunderts wandelte sich das Verständnis der Familie erneut. In Abgrenzung zum Adel definierte sich das Bürgertum als innovative, auf Wirtschaftlichkeit und Bildung fokussierte Gruppe, der Werte wie Selbstständigkeit, Freiheit und Toleranz wichtig waren.34 Das neue Ideal löst die von den Eltern bestimmte, nach wirtschaftlichen Kriterien gefügte Ehe auf.35 Daher müssen Menschen neue Wege des Zusammenlebens finden. Das Subjekt entwickelt Identität nicht mehr in traditionalen Rollenmustern, Lebensläufen und alltäglichen Handlungen, sondern im Zusammenspiel mit seinem sozialen Umfeld.36

Auch die eheliche Paarbeziehung basiert nun auf der Liebe zum moralischen Charakter einer Person des anderen Geschlechts. Waren Ehe, Liebe und Sexualität in der Ideologie des ‚ganzen Hauses‘ als getrennte Bereiche betrachtet worden, so verschmelzen sie in der Wertvorstellung des Bürgertums zu einem scheinbar natürlichen Organismus.37 Die Emotionalisierung der Hausgemeinschaft machte auch die religiös legitimierte Herrschaft des Hausvaters obsolet. Die Familie sollte sich der staatlichen Kontrolle entziehen und stattdessen vom Vater als Hausherr geführt werden.38 Das Zusammenleben wurde als Vertrag gesehen, welchen die Hausmitglieder aufkündigen konnten.39

Eben diese Vertraghaftigkeit sahen Kritiker des neuen Familienmodells wie Wilhelm Heinrich Riehl als problematisch. Die von ihm angenommene Verbundenheit früherer Haushalte durch Traditionen und Werte sei gegenüber einem Lohnverhältnis zu bevorzugen. Bürgerliche Familien verlören durch die nicht mehr mit Religion legitimierten Verhältnisse ihre Funktion als Garanten der sozialen Ordnung, so Riehls These.40 Liebe sehen diese Kritiker nicht als Bindemittel für familiären Zusammenhalt.

Die „bürgerliche Familie“, von der in den folgenden Analysen ausgegangen wird, ist also eine „auf der Ehe basierende, lebenslange, exklusive, heterosexuelle Beziehung mit Kindern in einem Haushalt nach dem Haupternährermodell“.41 Diese Lebensweise führten jedoch nicht alle Familien des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein Diskursphänomen, nicht um eine homogene oder „natürliche Lebensform“. Als historisch-kulturell geformtes Modell reproduziert das soziale Verhältnis ‚Familie’ sich durch performative soziale und sprachliche Akte selbst.42 Die Vorstellung, bei der bürgerlichen Kleinfamilie handele es sich um eine ‚natürliche‘ Konstellation, basiert auf einem dreifachen Mythos:

Der ‚Harmoniemythos’ verweist auf eine Vergangenheit, in der Familie vermeintlich harmonisch und konfliktfrei gelebt wurde und kontrastiert mit der intervallartig zitierten Krise der Familie bzw. ihrem Verfall in der historisch je spezifischen Gegenwart. Der ‚Größenmythos’ besagt, dass Familie vor ihrer bürgerlichen Reduktion in Hausgemeinschaften gelebt wurde, die mehr als drei Generationen umfasst haben. Der ‚Konstanzmythos’ schließlich beinhaltet die Vorstellung, „dass Familie als Gefühlsgemeinschaft eine Naturkonstante sei, die immer und überall [...] vorhanden ist“.43

Wichtig ist zu beachten, dass diese Ideale nicht immer das wirkliche Leben darstellten, es aber durchaus beeinflussten. Das Idealbild der Familie dient als Folie des täglichen Lebens, welches wiederum auf Fiktion und Medien einwirken.44 Welchen Platz die untersuchten Texte in dieser Wechselbeziehung einnehmen, gilt es im Folgenden zu analysieren. Zunächst sind jedoch noch spezifische Aspekte des bürgerlichen Familienbildes zu beleuchten. Da es sich bei der Kleinfamilie nach bürgerlichem Verständnis um einen Vertrag zwischen einer Frau und einem Mann handelte, bietet es sich an, mit dem Geschlechterverhältnis innerhalb der Ehe zu beginnen.

Die Konstruktion der Familie durch Geschlechterrollen

Geschlecht, Sexualität und damit auch Fortpflanzung waren im 19. Jahrhundert eingebettet in das Konstrukt der bürgerlichen Familie. Da das Familienideal Teil des bürgerlichen Selbstverständnisses war, war die Geschlechtsidentität wichtig für die neue gesellschaftliche Schicht.45 Deren Basis sind Geschlechtscharaktere, welche Frauen als passiv, emotional und mütterlich festschrieben, während Männer als aktiv, rational und berufsorientiert galten.46

Dieser eigentlich gleichwertig gedachten Einteilung der Geschlechter ist eine Hierarchisierung eingeschrieben, wie schon der „Herrschaftsanspruch“ des Vaters deutlich macht. Dieser wurde durch die ‚natürliche‘ Machtstruktur zwischen den Geschlechtern begründet und damit unangreifbar.47 Wer seinem angeborenen Geschlechtscharakter nicht entsprach, wird von einflussreichen Denkern wie Riehl abgewertet.

Entsprechend des bürgerlichen Ideals änderten sich die Aufgaben und Aufenthaltsorte der Geschlechter. „[D]er männlichen „Arbeitsmarktbiographie“ steht die weibliche „Familienbiographie“ gegenüber.“48 Gefasst wurden diese Aufgaben in den Rahmen der Ehe, welche nach katholischem Verständnis ein Sakrament darstellte und die Sexualität bändigen und sich der Zeugung und christlichen Erziehung von Kindern widmen sollte.49 Die Sexualität des Individuums war folglich an die Ehe gebunden und Kinder, die außerhalb dieses Rahmens geboren wurden, für Frauen eine Katastrophe.50

Kinder avancierten zum Zweck von Ehe und Sexualität und galten als „Pfand der Liebe“ eines Paares.51 Da die bürgerliche Ideologie die Liebe zum Kind und zwischen Eltern und Kindern propagierte, werden pro Ehe weniger Kinder geboren, welche aber sorgfältig umsorgt werden.52

Auch auf diesen Bereich wirkten sich die angenommenen Geschlechtscharaktere aus, denn Jungen und Mädchen erhielten unterschiedliche Ausbildungen. So sollten weibliche Kinder als Gattin, Hausfrau und Mutter ausgebildet, männliche Kinder auf die Berufstätigkeit und die Rolle des Hausvorstehers vorbereitet werden.53 Zudem hatten die geschlechtsbezogenen Erwartungen passiv Einfluss auf die Erziehung. Beispielsweise entstand in dieser Zeit der Mythos der Mutterliebe.54 Da Frauen oft an das Haus gebunden waren, war die zuvor erwähnte Festlegung der Kindheit auf die Privatheit eine logische Konsequenz: Wo die Mutter war, waren die Kinder. „[D]as Leben des Kindes [wurde] ganz in den „Schoß der Familie“ und hinter die schützenden Mauern der eigenen Wohnung verlegt.“55 Im Rahmen der Verhäuslichung der Kindheit entstanden spezielle Kinderzimmer mit Kinderliteratur, -spielzeug und -möbeln.56 Kinder mussten durch die neuen materiellen Bedingungen des Bürgertums nicht mehr früh in der Hauswirtschaft mithelfen, sondern wurden „aus der Lebenswelt der Erwachsenen ausgegliedert und immer mehr in eine Spezialwelt für Kinder verwiesen“.57 Diese war von Bildung und Erziehung geprägt, um sie auf ein erfolgreiches Leben vorzubereiten.58

Die Teilung der häuslichen von der privaten Sphäre zeigte sich gerade in der Möglichkeit zur Erwerbsarbeit. Da Frauen im Haus tätig waren, waren sie meist ökonomisch von ihrem Mann abhängig. Ihre Arbeit innerhalb der Familie wurde zum einen als ihr ‚natürlicher Drang‘ angesehen und zum anderen als Liebesdienst an Mann und Kindern stilisiert. Dadurch verloren Haus- und Erziehungsarbeit den Status von Arbeit und somit das gesellschaftliche Ansehen. Dies zeigt sich an der mangelhaften wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Privaten, welches als ahistorisch, zeitlos-universal und natürlich und somit nicht erforschenswert angesehen wurde.59

Damit wurde in erster Linie die Geschichtslosigkeit von Frauen festgeschrieben, deren angestammter Platz ja primär in Kontext von Familie und Haushalt zu suchen war. Die Naturalisierung des Privaten wie auch die gleichzeitige, mittlerweile aber offen kritisierte Dichotomisierung von öffentlich und privat dürfte nicht unerheblich dazu beigetragen haben, daß selbst bei im eigentlichen Sinn sozialgeschichtlichen Themen, wie die Entwicklung und Bewegung von Klassen und Schichten, frauen- oder geschlechtsspezifische Fragestellungen erst zögernd genutzt werden.60

Der Mann in seiner öffentlichen Position hatte dagegen Zugang zu finanziellen Mitteln und sozialem Ansehen. Von den Anstrengungen der Erwerbsarbeit erholte er sich dann im häuslichen Umfeld.61 Obwohl die Sphären von Familie und Privatheit und Arbeit und Öffentlichkeit getrennt sein sollten, hingen sie also stark voneinander ab. Diese Verbindung wird im folgenden Abschnitt näher beschrieben.

Wie bei jedem historischen Überblick ist auch bezüglich der Geschlechterrollen zu beachten, theoretische Entwürfe und Normen nicht als Lebenswirklichkeiten zu deuten, wie es in der bisherigen Forschung oft der Fall war. Dass bereits in der „Hochphase der bürgerlichen Familie“ ein Bewusstsein für deren Problematiken herrschte, konnte Anne-Charlott Trepp nachweisen. So fand sie, dass Frauen in Paarbeziehungen nicht alleine für die häusliche und familiäre Atmosphäre verantwortlich gemacht wurden, sondern in Paarbeziehungen vielmehr Wert gelegt wurde auf gegenseitige Kommunikation.62

Auch rechtlich war die Ehe nicht als hierarchisches Konstrukt festgelegt. Die Ziele der Ehe wurden im preußischen Allgemeinen Landrecht von 1794 folgendermaßen festgeschrieben: „Die Ehe ist ein Kontrakt, durch welchen zwei Personen verschiedenen Geschlechts sich verbinden, vereinigt zu leben, Kinder miteinander zu erzeugen und zu erziehen und sich in ihren Bedürfnissen gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu leisten“.63 Natürlich ist hier zu fragen, ob diese Befunde aussagekräftig für die zwischengeschlechtliche Beziehung der Zeit oder doch eher die Ausnahme waren. Doch bieten sie einen Gegenentwurf zu den ideologischen Schriften von Riehl und anderen zeitgenössischen Denkern, der beachtet werden sollte.

Die vorgestellten Forschungsbefunde zeigen den wichtigen Zusammenhang von Familie und Geschlecht. In der komplexer werdenden Wirklichkeit boten Familie und die in ihnen ruhenden feste Geschlechterrollen einen Rahmen, an dem das Subjekt sich orientieren konnte.64 „[D]ie Herstellung von individueller und familialer Identität, (Familien-) Männlichkeit und (Familien-)Weiblichkeit, Vaterschaft und Mutterschaft, Tochtersein und die performative Hervorbringung von Familie als Einheit durch Differenz“65 gelang unter anderem so gut, weil die Geschlechtscharaktere einfache Muster als Vorgabe boten. Diese wurden in der zeitgenössischen Literatur immer wieder aufgezeigt, aber auch kritisiert.

Zur Scheintrennung von Familie und Arbeit

Die Fähigkeit zur Erwerbsarbeit war ein Punkt der Selbstidentifikation des Bürgertums als sozialer Klasse. Mit der Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit ging ein neues Verständnis des Arbeitsbegriffes in Verbindung mit der Familie einher. Die zuvor übliche Wohnkonstellation war eine Bauernwirtschaft, in welcher die Gemeinschaft den Hof als Lebensgrundlage gemeinsam versorgte, auch auf Kosten der Bedürfnisse einzelner Familienmitglieder. Es wurde kein Lohn bezahlt, da alle Arbeitsleistungen und Einkünfte der Gesamtfamilie gehörten.66 Kinder von Bauernfamilien, insbesondere die Hoferben, hatten eine gesetzliche Pflicht, im elterlichen Betrieb mitzuarbeiten.67

Selbstversorgung dieser Art wurde im Bürgertum des 19. Jahrhunderts mit Ausnahme kleinerer Gärten aufgegeben.68 Das Individuum hatte mehr Möglichkeiten zur beruflichen Entfaltung, damit aber auch mehr persönliche Verantwortung für den eigenen Lebensweg. Dieser Vorgang hängt stark mit der Industrialisierung zusammen, welche dem Individuum in der Arbeitswelt neue Perspektiven gab.69

Mit diesem Verlust der Produktionsfunktion der Familie konzentrierte sie sich auf das Private und Intime. Aufgrund dieser Privatisierung erschienen moderne Familien in Industriegesellschaften gleichartig, obwohl weiterhin schichtspezifischen Unterschiede vorherrschten.70 Erwerbsarbeit und Privatleben sollten strikt getrennt sein, doch die Familie ist der Punkt, an dem die Unmöglichkeit dieser Ideologie sichtbar wird.

Denn obwohl Familien ihre direkte Einbindung in die Öffentlichkeit des Wirtschaftslebens und des Marktes verloren und zur reinen Privatsphäre wurden,71 waren sie nach wie vor wirtschaftliche Organismen. Einerseits durch ihre Funktion als Arbeitgeber: Hausangestellte wie Mägde, Köche und Lehrer lebten mit der Kleinfamilie zusammen, oft über viele Jahre hinweg. Andererseits als Konsumenten wirtschaftlicher Güter. Die körperliche Arbeit zum Erhalt eines Haushalts und zur Erziehung von Kindern wurde also vom der Familie vorstehenden Ehepaar abgelenkt. Gerade die Frau übernahm meist koordinierende Funktionen. In den Wirtschaftskreislauf eingebunden blieb die Familie dennoch.

Der wichtigste Aspekt ist jedoch, dass die Familie in dieser Form die Erwerbsarbeit des Mannes überhaupt möglich machte. Ohne eine funktionierende Hauswirtschaft und die Kinderversorgung durch die Bürgerin könnte der Bürger sich „dem feindlichen Leben“ nicht stellen. Die Trennung des Arbeits- vom Privatleben verläuft an der Geschlechtergrenze: Häusliches – und damit nach bürgerlichem Verständnis eben spezifisch das Nicht-Arbeiten – wird mit der Frau, Öffentliches mit dem Mann verknüpft.

Die Weitergabe dieser nur scheinbaren Zweiteilung von Arbeits- und Wohnstätte, welche in eine männlich kodierte Außenwelt und eine weiblich kodierte Innenwelt unterteilt ist, an die Kinder ist entscheidend für das bürgerliche Selbstverständnis.72 Denn die soziale Platzierung der Individuen vollzieht sich weniger über ein völlig neutrales Leistungssystem, sondern über die Vererbung von „kulturellem Kapital“, das zu entsprechenden Leistungen innerhalb der staatlichen Schul- und Ausbildungssysteme befähigt.73 In dieser Hinsicht ist die bürgerliche Familie gerade der Garant für Arbeitskraft, kein von der Arbeit befreiter Raum.

Das bürgerliche Haus als Brutkasten der Familienideologie

Die bereits untersuchten Aspekte der Familie treffen sich alle in einem Punkt: dem gemeinschaftlichen Wohnraum. Durch die semantische Trennung von privatem und öffentlichem Raum gewinnt das Wohnen im Bürgertum eine neue Wichtigkeit. Als Ort der Abgrenzung von der Erwerbsarbeit und „Brutkasten“ der bürgerlichen Gesinnung und Geschlechterbilder ist der Rückzugsort der Wohnung oder des Hauses unabdingbar für das Familienverständnis der Zeit.

Auch literaturtheoretisch ist das Wohnen relevant. Nach Jurij M. Lotman bestimmen Grenzen zwischen Räumen die Handlungsebene. Werden diese Grenzen überschritten, ist dies laut Lotman ein Ereignis. So kann etwa der Unterschied von städtischem und ländlichem Raum zum Thema werden.74 Da das Familienleben sich größtenteils in Wohnungen und Häusern ereignet, wird die Relevanz dieser Räume und ihrer inhärenten Grenzen ersichtlich. So werden bürgerlichen Realismus unterschiedliche Handlungsebenen oft durch die Zimmer einer Wohnung dargestellt.

Da die Wohnung ihre Funktion als Arbeitsort immer mehr verlor, das Personal aber weiterhin bei der Familie wohnte, musste dafür eine räumliche Lösung gefunden werden.75 Diese bestand beispielsweise in der Ausdifferenzierung der Wohnräume in mehr als zehn Raumarten, zu denen Speisezimmer, Schlafzimmer, Empfangszimmer, Gesellschaftszimmer usw. gehören.76

Das Haus ist laut Sloterdijks Wohntheorie in bestimmte Wohnzonen eingeteilt. Mit Lotman ist hier von einer Grenze zu sprechen, bei Michel de Certeau von Bewegung oder Aktivität im Unterschied zu Ort oder Raum.77 All diesen Raumtheorien zufolge sind Räume, allgemein gesagt, Orte, an denen man etwas macht.78 Diesen Orten wird eine psychologische Verbindung zu ihren Bewohnern nachgesagt. Der Wohnraum wird „bis in die Details des Interieurs hinein ‚Zeuge‘ des Lebens der Bewohner eines Raumes“.79 Die Funktion des Wohnens im Bürgertum übersteigt folglich jene einer Behausung oder Schlafstelle und wir zum Ort der Selbstvergewisserungs- und Abgrenzung des wohnenden Subjekts.80

„Als wahrer Bürger konnte sich derjenige bezeichnen, bei dem häusliches und öffentliches Verhalten konvergierten oder mehr noch einander bedingten.“81 Neben der Öffentlichkeit per se gab es daher eine Halböffentlichkeit in Clubs, Zirkeln, gelehrten Gesellschaften, literarischen Salons und Akademien.82 Gerade in den Salons fanden auch Frauen Zugang zu Geselligkeit und Bildung, obwohl sie „nicht annähernd über eine so gute Ausbildung wie ihre männlichen Gäste“ verfügten.83 Mithilfe dieser Zusammenkünfte wurde das bürgerliche Haus als Teil der Gesellschaft gezeigt, was als wichtiger Aspekt des Standesbewusstseins galt.84 Trepp konnte eine Abweichung des bürgerlichen Lebens zum zeitgenössischen Ideal nachweisen. Sie schreibt:

Bis weit in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein wurde nur bedingt eine Trennung der privaten Sphäre angestrebt und realisiert. Das Haus und die Familie erschienen nicht autonom, sondern in einem funktionalen Verhältnis zum Gemeinwesen.85

Die veränderten Wohnverhältnisse des Bürgertums gehen auf das verkleinerte Platzangebot im städtischen Raum zurück. Statt eigener Häuser bewohnten selbst Mitglieder des Großbürgertums Etagenwohnungen in modernen Stadthäusern, in denen das Raumangebot begrenzt war.86 Dieser geringe Platz wurde gerade in den kleineren Häusern und Etagenwohnungen des mittleren Bürgertums mit Augenmerk auf die Öffentlichkeitswirkung verteilt: Während die Besuchern zugänglichen Wohnräume weitläufig waren, waren die Zimmer der Kinder und Hausangestellten oft klein.87 Dies führte wiederum zu einer weiteren Verschärfung des Gegensatzes von Öffentlichkeit und Privatheit.

Zuvor wurde bereits die Relation von Geschlecht und Familie erläutert. Da die „Familie an sich“ in ihrem bürgerlichen Verständnis auf dem Verbund zweier Menschen unterschiedlichen Geschlechts beruht, wirken sich die Erwartungen an Männer und Frauen auf deren Position innerhalb des Wohnraums aus. So werden dem Mann Öffentlichkeit und Beruf zugewiesen, der Frau aber Häuslichkeit und Kinder. Aber auch das Wohnen an sich ist geschlechtsabhängig geregelt. Die Ehefrau „findet ihr Betätigungsfeld nur noch in spezifischen intimisierten nicht-öffentlichen Bereichen der Wohnung“.88

Innerhalb des familialen Schutzraums wurden den Kindern Geschlechterrollen beigebracht, von diesen eingeübt und geschützt. Besonders prägnant war dieser Schutz im Umgang mit der bürgerlichen Tochter, deren Ehre zum Leitbild der Gesellschaftsschicht erhoben wurde. Sie stand für das Schützenswerte der bürgerlichen Familie schlechthin, bedroht durch ihre übergroße Verführbarkeit. Um sie als ein solches Symbol zu schützen, wurde das Außerhäusliche für sie mit Angst besetzt und konnte nur durch den Vater abgewehrt werden. „Die Abwehr der familienexternen Welt mußte auf diese Art Angst produzieren, die Angst, den moralischen Ansprüchen der familialen Ordnung außerhalb des familialen Schutzraums nicht genügen zu können.“89

Das Wohnen ist ein zentraler Schnittpunkt vieler im Bürgertum relevanter Themen. Dadurch werden Wohnhäuser und Wohnungen in der Literatur zum Brennpunkt sozialer Konflikte. Diese sind dem utopischen Raum der eigenen vier Wände eingeschrieben, welches durch die überhöhten Erwartungen zum Spielort des Verfalls der Familie wird.

Krise und Verfall der bürgerlichen Familie

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu untersuchen, welche Aspekte des bürgerlichen Familienideals Fontane in seinen Texten nutzt, um Familie zu konstruieren. Dabei wird untersucht, mit welchen Mitteln er dieses Ideal unterläuft und die dargestellten Familienkonstellationen als instabil erscheinen lässt. Die in dieser Instabilität hervortretende Sorge um den „Verfall der Familie“ ergibt sich aus dem Familiendiskurs selbst, wie im Folgenden nachzuweisen ist.

Zunächst ist festzuhalten, dass familiale Konflikte schon immer ein für die Literatur ergiebiges Thema waren.90 Spezifisch für die Zeit des Bürgertums im 19. Jahrhundert ist der scheinbare Fokus auf die Familie als Idyll bei gleichzeitiger ständiger Thematisierung ihres Verfalls. Da, wie zuvor gezeigt werden konnte, die Familie und ihre verschiedenen Elemente konstitutiv für den bürgerlichen Stand waren, kann dies nicht verwundern. Jedoch entsteht gerade daraus die viel beschriebene „Krise der Familie“. Denn das gesellschaftliche Leitbild der bürgerlichen Kleinfamilie stand nur wenigen, privilegierten Familien tatsächlich offen. Der Unterschied zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Möglichkeiten führte zu Spannungen, welche in den privaten Bereich der Familie verlagert wurden, wodurch die Krise der Gesellschaft sich vor allem in der Privatsphäre der Familie zeigte.91

[...]


1 Willamowski, Nadine: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? (Neo-) Bürgerliche Inszenierungen eines Familienideals in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Münster 2015. S. 25.

2 Ebd. S. 27.

3 Vgl. Wichard, Norbert: erzähltes Wohnen. Literarische Fortbeschreibung eines Diskurskomplexes im bürgerlichen Zeitalter. Bielefeld, 2012. S. 32.

4 Ebd. S. 33.

5 Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 25-26.

6 Vgl. Jiang, Aihong; Japp, Uwe: Vorwort. In: Wirklichkeit und Fremdheit in Erzähltexten des deutschen Realismus. Hrsg: Jiang, Aihong; Japp, Uwe. Frankfurt am Main 2017. S. 7.

7 Vgl. Hohendahl, Peter; Vedder, Ulrike: Herausforderungen des Realismus. Theodor Fontanes Gesellschaftsromane. Zur Einleitung. In: Herausforderungen des Realismus. Theodor Fontanes Gesellschaftsromane. Hrsg.: Hohendahl, Peter; Vedder, Ulrike. Bd. 229. Freiburg/Bremen/Berlin 2018. S. 16.

8 Helmstetter, Rudolf: Die Geburt des Realismus aus dem Dunst des Familienblattes. Fontane und die öffentlichkeitsgeschichtlichen Rahmenbedingungen des Poetischen Realismus, München 1998, S. 242.

9 Vgl. Jiang: Wirklichkeit und Fremdheit in Erzähltexten des deutschen Realismus. S. 8.

10 Jorgensen, Sven-Aage: Der Literaturkritiker Fontane. In: Neophilologus, Groningen, Bd. 48. S. 220-230. Kopenhagen 1964. S. 226-227.

11 Steinecke, Hartmut (Hg.): Romantheorie und Romankritik in Deutschland. Die Entwicklung des Gattungsverständnisses von Scott-Rezeption bis zum programmatischen Realismus. Bd. 2, Stuttgart 1976. S. 266.

12 Vgl. Harnisch, Antje: Keller, Raabe, Fontane. Geschlecht, Sexualität und Familie im bürgerlichen Realismus. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 1994. S. 2.

13 Vgl. Jorgensen, Sven-Aage: Der Literaturkritiker Fontane. S. 228.

14 Vgl. Strowick, Elisabeth: Die Poggenpuhls. Fontanes Realismus und die Überreste. In: Herausforderungen des Realismus. Theodor Fontanes Gesellschaftsromane. Hrsg.: Hohendahl, Peter; Vedder, Ulrike. Bd. 229. Freiburg/Bremen/Berlin 2018. S. 245.

15 Vgl. Hohendahl: Herausforderungen des Realismus. S. 14.

16 Vgl. Ebd. S. 17.

17 Ebd.

18 Ebd.

19 Ebd. 17-18.

20 Harnisch: Keller, Raabe, Fontane. S. 2-3.

21 Vgl. Ebd. S. 7.

22 Ebd. S. 7.

23 Ebd. S. 8.

24 Hohendahl: Herausforderungen des Realismus. 12-13.

25 Ebd. S. 14.

26 Ebd. S. 10.

27 Gestrich, Andreas: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. In: Enzyklopädie deutscher Geschichte Band 50. Hrsg: Lothar Gall. München 2010. S. 4.

28 Ebd.

29 Ghanbari, Nacim: Das Haus. Eine deutsche Literaturgeschichte. 1850-1926. In: Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur. Bd. 128. Hrsg: Bachleitner, Norbert; Begemann, Christian; Erhart, Walter; Hübinger, Gangolf. Berlin/ Boston 2011. S. 1.

30 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 4.

31 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 90.

32 Koschorke, Albrecht: Vor der Familie. Grenzbedingungen einer modernen Institution. München 2010. S. 110-111.

33 Vgl. Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 90.

34 Wichard: erzähltes Wohnen. S. 24.

35 Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 111.

36 Ebd.

37 Vgl. Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 111.

38 Vgl. Harnisch: Keller, Raabe, Fontane. S. 17-18.

39 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 5.

40 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 6-7.

41 Gerlach, Irene: Familienpolitik. Wiesbaden 2010. S. 87.

42 Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 32.

43 Ebd. S. 102.

44 Ebd. S. 21.

45 Vgl. Harnisch: Keller, Raabe, Fontane. S. 16.

46 Vgl. Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 5-6.

47 Vgl. Harnisch: Keller, Raabe, Fontane. S. 17.

48 Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 117.

49 Vgl. Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 27-28.

50 Vgl. Ebd. S. 90.

51 Ebd. S. 36.

52 Vgl. Koschorke: Vor der Familie. S. 113.

53 Harnisch: Keller, Raabe, Fontane. S. 9.

54 Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 119.

55 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 38.

56 Ebd. S. 90.

57 Ebd. S. 38.

58 Vgl. Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 119.

59 Vgl. Trepp, Anne-Charlott: Sanfte Männlichkeit und selbstständige Weiblichkeit. Frauen und Männer im Hamburger Bürgertum 1770-1840. Göttingen 1996. S. 11-12.

60 Ebd.S. 11-12.

61 Vgl. Ebd. S. 17-18.

62 Trepp: Sanfte Männlichkeit und selbstständige Weiblichkeit. S. 182.

63 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 28.

64 Vgl. Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 22.

65 Trepp: Sanfte Männlichkeit und selbstständige Weiblichkeit. S. 182.

66 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 11.

67 Ebd. S. 12.

68 Ebd. S. 18.

69 Vgl. Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 110.

70 Vgl. Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 70.

71 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 70.

72 Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Kritik der Gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt am Main 1987. S. 103.

73 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 71.

74 Wichard: erzähltes Wohnen. S. 15.

75 Vgl. Ebd. S. 21.

76 Ebd. S. 22.

77 Ebd. S. 17.

78 Ebd. S. 17.

79 Ebd. S. 10.

80 Vgl. Ebd. S. 19.

81 Trepp: Sanfte Männlichkeit und selbstständige Weiblichkeit. S. 180.

82 Vgl. Mahrdt, Helgard: Öffentlichkeit, Gender und Moral von der Aufklärung zu Ingeborg Bachmann. Göttingen 1998. S. 40-41.

83 Vgl. Ebd.

84 Trepp: Sanfte Männlichkeit und selbstständige Weiblichkeit. S. 180.

85 Ebd.

86 Gestrich: Geschichte der Familie im19. und 20. Jahrhundert. S. 18.

87 Vgl. Ebd.

88 Wichard: erzähltes Wohnen. S. 29-30.

89 Mahrdt: Öffentlichkeit, Gender und Moral von der Aufklärung zu Ingeborg Bachmann. S. 50.

90 Sammons, Jeffrey L.: Die defekte Familie bei Wilhelm Raabe und die Fiktion der alternativen Gemeinschaft. Ein Versuch. In: Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft. 1985. Bd. 26(1), S. 36.

91 Willamowski: Die bürgerliche Familie, ein Trauerspiel? S. 120-121.

Ende der Leseprobe aus 84 Seiten

Details

Titel
Zur Konstruktion von Familie in Romanen Theodor Fontanes
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,6
Autor
Jahr
2021
Seiten
84
Katalognummer
V1130235
ISBN (eBook)
9783346493415
ISBN (Buch)
9783346493422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodor Fontane, Bürgerliche Familie, Bürgerlicher Realismus
Arbeit zitieren
Carolin Will (Autor:in), 2021, Zur Konstruktion von Familie in Romanen Theodor Fontanes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130235

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