Diese Hausarbeit analysiert das Konzept des Europäischen Verwaltungsraumes und stellt Faktoren für und gegen eine konvergente Entwicklung dar. Hierfür wird als erstes auf die geschichtliche Entstehung und wichtige Entwicklungsschritte der EU eingegangen. Folglich wird das Phänomen des Verwaltungsraumes und der Mehrebenenverwaltung betrachtet. Abschließend werden verschiedene Faktoren für du gegen eine konvergente Entwicklung beschrieben und anhand konkreter Beispiele bewertet, um ein Fazit zur weiteren Entwicklung des Europäischen Verwaltungsraumes ziehen zu können.
Die Europäische Union (abgekürzt EU) ist eine wirtschaftliche und politische Vereinigung von aktuell 27 Staaten und wird oftmals als Staatenverbund bezeichnet. Innerhalb dieses Staatenverbundes haben die Mitgliedstaaten ihre eigene Amtssprache, sodass in der Europäischen Union 24 verschiedene Amtssprachen gesprochen werden. Die einzelnen Mitgliedstaaten weisen eigene, zum Teil sehr unterschiedliche Verwaltungssysteme mit verschiedenen Verwaltungsebenen auf. So gliedert sich zum Beispiel die öffentliche Verwaltung in der Bundesrepublik Deutschland in drei Ebenen, der Bundesverwaltung, den Landesverwaltungen der 16 Bundesländern und die 13.800 Kommunalverwaltungen der Gemeinden und Gemeindeverbände. Die Verwaltungsstruktur in Frankreich hingegen ist anders aufgebaut als in einem föderalen Staat wie Deutschland. Sie gliedert sich in 27 Regionen, welche aus insgesamt 101 Departements mit eigenen Hauptstädten bestehen.
Daher kann die Europäische Union auch als Verwaltungsraum oder als Mehrebenenverwaltung beschrieben werden. Mit dem Begriff des Verwaltungsraumes wird in der Wissenschaft versucht, die unterschiedlichen Verwaltungssysteme der Mitgliedstaaten zusammenzufassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Europäische Union
2.1 Die Entstehung und Entwicklung der Europäischen Union
3 Der europäische Verwaltungsraum/ Mehrebenverwaltung
3.1 Begriffsbestimmung Mehrebenverwaltung/ Verwaltungsraum
3.2 Konzept des Europäischen Verwaltungsraumes/ Europäischen Mehrebenverwaltung
3.3 Zusammenarbeit in der europäischen Mehrebenverwaltung
4 Die Entwicklung des Europäischen Verwaltungsraumes/ Mehrebenverwaltung
4.1 Faktoren für eine konvergente Entwicklung des Europäischen Verwaltungsraumes/ der Europäischen Mehrebenverwaltung
4.2 Faktoren gegen eine konvergente Entwicklung des Europäischen Verwaltungsraumes/ der Europäischen Mehrebenverwaltung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Konzept des Europäischen Verwaltungsraumes und untersucht die Faktoren, die eine konvergente Entwicklung der verschiedenen Verwaltungssysteme der EU-Mitgliedstaaten fördern oder hemmen. Ziel ist es, das Phänomen der Mehrebenverwaltung zu durchleuchten und zu bewerten, wie eine stärkere Angleichung in einem komplexen politischen System erreicht werden kann.
- Strukturelle Grundlagen der Europäischen Union
- Definition und Konzept des Europäischen Verwaltungsraumes
- Instrumente der Zusammenarbeit innerhalb der Mehrebenverwaltung
- Treiber für konvergente Verwaltungsprozesse
- Herausforderungen und Hemmnisse einer europäischen Verwaltungsharmonisierung
Auszug aus dem Buch
Begriffsbestimmung Mehrebenverwaltung/ Verwaltungsraum
In der Verwaltungswissenschaft wird der Begriff der Verwaltung als ein System beschrieben, das durch eine institutionelle Aufbaustruktur und eigene Kompetenzen Aufgaben in einem abgegrenzten und eigenen Zuständigkeitsbereich wahrnimmt und erfüllt. Aufgrund der Komplexität der wahrzunehmenden Aufgaben ist die Verwaltung in verschiedene Ebenen sowohl vertikal als auch horizontal unterteilt. Max Weber beschreibt diese Ebenen in seinem Bürokratiemodell als hierarchisch geordnet, wobei die oberste Ebene die Leitungsfunktion und Zielsetzung einnimmt. Nachgeordnete Ebenen haben die Funktion der Ausführung und Umsetzung. In vielen Fällen gibt es eine weitere, mittlere Ebene, die für die Kontrolle und Koordinierung zuständig ist. Daraus ergibt sich, dass ein Verwaltungssystem in der Regel aus verschiedenen horizontalen und vertikalen Ebenen besteht und somit auch als ein Mehrebenensystem oder auch als eine Mehrebenverwaltung bezeichnet werden kann.
Die Differenzierung der unterschiedlichen Ebenen soll sowohl der Effektivitätssteigerung dienen als auch durch Trennung von ausführender Ebene und kontrollierender Ebene die Merkmale der Rechtsstaatlichkeit erfüllen. Der Begriff des Verwaltungsraumes beschreibt einen zusätzlichen territorialen Aspekt und suggeriert folglich die Zusammenführung und Annäherung von verschiedenen autonomen Verwaltungssystemen, weshalb in der Forschung vermehrt der Begriff des Verwaltungsraums oder der Mehrebenverwaltung genutzt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Grundstruktur der EU-Mitgliedstaaten vor und definiert das Ziel der Arbeit, das Konzept des Europäischen Verwaltungsraumes zu analysieren.
2 Die Europäische Union: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entstehung und die Entwicklung der EU von der Montanunion bis hin zum Vertrag von Lissabon.
3 Der europäische Verwaltungsraum/ Mehrebenverwaltung: Hier werden der Begriff der Mehrebenverwaltung definiert und das Konzept sowie die praktische Zusammenarbeit der beteiligten Akteure beleuchtet.
4 Die Entwicklung des Europäischen Verwaltungsraumes/ Mehrebenverwaltung: Dieses Kapitel untersucht kritisch die treibenden Faktoren für eine konvergente Entwicklung sowie die Widerstände und Störfaktoren, die einer solchen entgegenstehen.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Mehrebenverwaltung ein junges Phänomen ist, dessen Erfolg maßgeblich von der Kooperationsbereitschaft und der Angleichung der nationalen Verwaltungssysteme abhängt.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Verwaltungsraum, Mehrebenverwaltung, Konvergenz, Rechtsstaatlichkeit, Subsidiaritätsprinzip, Verwaltungswissenschaft, Integrationsprozess, EU-Recht, Verwaltungsharmonisierung, Kooperation, Ost-Erweiterung, Institutionelle Struktur, Politische Union, Wirtschaftsunion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das theoretische und praktische Konzept des sogenannten Europäischen Verwaltungsraumes im Kontext der EU-Mehrebenverwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der institutionellen Struktur der EU, der Kooperation der Mitgliedstaaten sowie den Faktoren, die eine Angleichung der nationalen Verwaltungen ermöglichen oder erschweren.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie sich das Konzept des Europäischen Verwaltungsraumes definiert und welche Faktoren für bzw. gegen eine konvergente Entwicklung dieser Verwaltungssysteme sprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung des institutionellen Rahmens und der politischen Prozesse der Europäischen Union.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der EU, definiert Begriffe wie die Mehrebenverwaltung und bewertet konkrete Treiber sowie Hindernisse für eine einheitliche europäische Verwaltungspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Mehrebenverwaltung, Europäischer Verwaltungsraum, Konvergenz, Subsidiarität und institutionelle Kooperation.
Welche Rolle spielt die Osterweiterung für das Konzept der Verwaltungskonvergenz?
Die Osterweiterung brachte laut Arbeit Herausforderungen hinsichtlich unterschiedlicher Verwaltungskulturen und Wissensdefizite mit sich, was Zweifel an der einheitlichen Umsetzung von EU-Recht aufkommen ließ.
Warum wird der Brexit im Kontext der Verwaltungskonvergenz erwähnt?
Der Brexit dient als Beispiel für das Scheitern bzw. die bewusste Ablehnung einer weiteren Angleichung an EU-Vorgaben, was die Fragilität des konvergenten Entwicklungsprozesses verdeutlicht.
- Arbeit zitieren
- D. Beseler (Autor:in), 2021, Der EU-Verwaltungsraum. Was ist das Konzept und welche Faktoren sprechen für, welche gegen eine konvergente Entwicklung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130352