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Medienberichterstattung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Eine vergleichende Argumentationsanalyse deutscher Medien anhand der Lockdown-Politik

Titel: Medienberichterstattung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Eine vergleichende Argumentationsanalyse deutscher Medien anhand der Lockdown-Politik

Masterarbeit , 2021 , 125 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Flavio von Witzleben (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage, inwiefern die Medien zur Zeit der Corona-Krise in Deutschland in ausreichendem Maß kritisch und perspektivreich über die Ereignisse berichtet haben, wird kontrovers diskutiert. Die Meinungen reichen hierbei von „einseitiger Regierungspropaganda“ bis hin zu „wichtiger Aufklärungsarbeit“. Daher ist es notwendig, wissenschaftlich zu untersuchen, wie die mediale Berichterstattung einzuordnen ist.

Das Ziel der Forschung der vorliegenden Arbeit ist es, zu beantworten, inwiefern der politische Diskurs in den untersuchten Medien abgebildet und Deutungsmuster übernommen wurden. Um die Forschungsfrage zu beantworten werden insgesamt zwölf Artikel der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), der Bild sowie des SPIEGEL analysiert und mithilfe der Argumentationsanalyse qualitativ untersucht. Dabei werden als Zeiträume der „Erste Lockdown“ mit dem „Zweiten Lockdown“ verglichen und dabei untersucht, inwiefern sich die Berichterstattung unterscheidet oder verändert hat.

Ein kritischer Diskurs über die Rolle der Medien fand und findet also sowohl auf wissenschaftlicher wie auch auf medialer Ebene statt. In der vorliegenden Arbeit möchte der Autor die Frage, inwiefern die Medien, in diesem Fall DER SPIEGEL, die Neue Zürcher Zeitung und die Bild, den politischen Diskurs abgebildet haben und inwiefern ein kritischer Diskurs in den untersuchten Medien stattfand, beantworten. Hierfür möchte der Autor mithilfe einer komprimierten Form der Argumentationsanalyse nach Betz die Argumentationsstrukturen- und Muster untersuchen. Hierfür wurden zwei Untersuchungszeiträume ausgewählt: Zum einen die Zeit des sogenannten „Ersten Lockdown“ vom 18. März bis zum 1. April 2020 sowie die Zeit des „Zweiten Lockdown“ vom 8. Dezember bis zum 20. Dezember 2020.

Untersucht werden soll, wie und ob sich die Berichterstattung in den beiden aufgeführten Zeiträumen in den untersuchten Medien verändert hat. Hierbei werden jeweils zwei Artikel pro Untersuchungsobjekt analysiert, insgesamt also zwölf Artikel. Hierfür wird die Indexing-Hypothese nach Bennett verwendet, wobei ausgeführt wird, wie sich kritische Berichterstattung im Laufe der Zeit und in Abhängigkeit eines politischen Konsens oder Dissens, entwickelt. Zunächst jedoch wird das Propagandamodell nach Chomsky/Hermann ausgeführt, um die Funktionsweise von Medien in kapitalistischen Demokratien zu erläutern. Daraufhin wird die Indexing-Hypothese dargelegt und aufgezeigt, inwiefern sich die These in der Praxis anwenden lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Fundierung

2.1 Forschungsstand

2.2 Das Propagandamodell nach N. Chomsky und E. Herman

2.2.1 Die Interessen der Medieneigentümer

2.2.2 Die Interessen der Werbekunden

2.2.3 Die Interessen der Nachrichtenquellen

2.2.4 „Flak“ – Negative Reaktionen auf unliebsame Medienaussagen

2.2.5 Antikommunismus als Kontrollmechanismus

2.2.6 Kritik

2.3 Indexing Hypothese

2.3.1 Grundlagen der Indexing Hypothese

2.3.2 Weiterentwicklung der Hypothese

2.3.3 Source, Power und Political Indexing

2.3.4 Empirische Überprüfung – Kritischer Journalismus im Krisenfall

2.3.5 Übertragung der Indexing-Hypothese auf deutsche Medien

2.3.5.1 Forschungsstand zu innenpolitischen Debatten

2.3.5.2 Forschungsstand zu außenpolitischen Debatten

2.3.6 Kritik am Modell

3. Untersuchungsdesign

3.1 Die Argumentationsanalyse

3.1.1 Das „Argumenten-Schema“ nach Toulmin

3.1.2 Die Argumentationsanalyse nach Betz (2020)

3.2 Vorgehen der Untersuchung

3.2.1 DER SPIEGEL

3.2.2 Die Bild-Zeitung

3.2.3 Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ)

3.3 Zeitlicher Kontext: Die Corona-Virus Pandemie in Deutschland

4. Ergebnisse

4.1 Argumentationsanalyse der Untersuchungsobjekte zur Zeit des Ersten Lockdown in Deutschland

4.1.1 Argumentationsanalyse DER SPIEGEL

4.1.2 Argumentationsanalyse der Neuen Zürcher Zeitung

4.1.3 Argumentationsanalyse der Bild

4.2 Argumentationsanalyse der Untersuchungsobjekte zur Zeit des Zweiten Lockdown in Deutschland

4.2.1 Argumentationsanalyse DER SPIEGEL

4.2.2 Argumentationsanalyse der NZZ

4.2.3 Argumentationsanalyse der Bild

4.3 Interpretation der Ergebnisse

4.3.1 Der politische Diskurs

4.3.2 Der mediale Diskurs

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern der politische Diskurs während der Corona-Pandemie in deutschen Leitmedien abgebildet wurde und welche Deutungsmuster dabei zur Anwendung kamen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob die Berichterstattung in diesen Medien in ausreichendem Maße kritisch und perspektivreich erfolgte oder ob sie primär Regierungsnarrative widerspiegelte.

  • Analyse der Berichterstattung während des ersten und zweiten Lockdown in Deutschland.
  • Vergleichende Untersuchung der Medien DER SPIEGEL, Bild und Neue Zürcher Zeitung (NZZ).
  • Anwendung der Argumentationsanalyse nach Betz (2020) zur methodischen Aufarbeitung.
  • Theoretische Einordnung durch das Propagandamodell nach Herman/Chomsky und die Indexing-Hypothese nach Bennett.
  • Untersuchung der medialen Rolle als „Watchdog“ in einer Krisensituation.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Argumentationsanalyse

„Eine Argumentation ist wie ein Organismus. Sie hat eine grobe, anatomische Struktur wie auch eine feinere sozusagen physiologische Struktur“ (Toulmin 2003:86). Argumente werden benötigt, um einen Standpunkt einzunehmen. Um diesen jedoch logisch, stringent und schlüssig zu analysieren, bedarf es eines geeigneten Konzepts, um den zu Grunde liegenden Strukturen nachzugehen. Hierfür bietet sich die Argumentationsanalyse an, welche dazu geeignet ist, Argumentationsstrukturen aufzuschlüsseln und komplexe Medieninhalte zu dechiffrieren. Die Methode ermöglicht es, „die Tendenzen zu ermitteln, mit denen die Diskussion zu einem öffentlich umstrittenen Problem in den Mediennachrichten vermittelt und in den Medienkommentaren diskutiert wird“ (Weiß 1989:478). Sie stellt dabei ein Verfahren zur Rekonstruktion einer logischen beziehungsweise argumentativen Struktur einer komplexen Äußerung dar. Zu einer Argumentation kommt es nach Klein (1985), wenn unter einem Kollektiv:

• Ein bestimmter Gedanke thematisch gemacht wird

• dieser Gedanke fraglich ist, und

• dieser Gedanke (für dieses Kollektiv zu diesem Zeitpunkt) strittig ist, d.h. es besteht ein gewisser sozialer Druck darüber zu entscheiden, ob der Gedanke zum kollektiv Geltenden gehört oder nicht (vgl. Klein 1985:209).

Diese drei Bedingungen seien laut Klein die Voraussetzungen, um in eine Argumentation zu treten. Beim Aufbau einer Argumentation müssen laut Klein drei Voraussetzungen erfüllt sein: 1. Die einzelnen Aussagen, aus denen sich das Argument zusammensetzt, müssen gerechtfertigt [Hervorhebung i. O.] werden (Rechtfertigungsproblem).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Medien in Krisenzeiten und führt in die Fragestellung ein, ob und wie deutsche Medien den politischen Diskurs während der Corona-Pandemie kritisch reflektierten.

2. Theoretische Fundierung: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen durch die Vorstellung des Propagandamodells von Chomsky/Herman und der Indexing-Hypothese von Bennett, die als Grundlage für die medienkritische Analyse dienen.

3. Untersuchungsdesign: Hier wird die methodische Vorgehensweise dargelegt, insbesondere die Anwendung der Argumentationsanalyse nach Betz und die Auswahl der untersuchten Medien sowie Zeiträume.

4. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die detaillierte Analyse der Artikel aus DER SPIEGEL, NZZ und Bild für beide Lockdown-Phasen und interpretiert die Resultate vor dem Hintergrund der theoretischen Modelle.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich des kritischen Diskurses in den untersuchten Medien.

Schlüsselwörter

Corona-Pandemie, Medienberichterstattung, Argumentationsanalyse, Indexing-Hypothese, Propagandamodell, Lockdown-Politik, DER SPIEGEL, Bild-Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, politischer Diskurs, Regierungsnarrative, Krisenkommunikation, Pressefreiheit, mediale Verantwortung, Journalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch, wie ausgewählte deutsche Leitmedien während der zwei Lockdown-Phasen der Corona-Pandemie über politische Maßnahmen berichtet und ob sie dabei einen differenzierten Diskurs ermöglicht haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Rolle der Medien als demokratische Kontrollinstanz (Watchdog), das Verhältnis zwischen Politik und Journalismus in Krisenzeiten sowie die Untersuchung spezifischer Argumentationsmuster in den gewählten Printmedien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, mittels einer qualitativen Argumentationsanalyse herauszufinden, ob die Medien den Regierungsdiskurs lediglich reproduziert haben oder ob sie Raum für kritische Gegenpositionen boten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine komprimierte Form der Argumentationsanalyse nach Betz (2020), ergänzt durch theoretische Ansätze wie das Propagandamodell von Herman und Chomsky sowie die Indexing-Hypothese von Bennett.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt die Analyse von jeweils zwei Artikeln pro Medium für den „Ersten Lockdown“ und den „Zweiten Lockdown“, wobei die Argumentationsstruktur jedes Textes im Hinblick auf zentrale Thesen und ihre Begründung untersucht wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Medienberichterstattung, Corona-Pandemie, Argumentationsanalyse, Indexing-Hypothese und politischer Diskurs definieren.

Warum wurde die "Bild"-Zeitung als Untersuchungsobjekt gewählt?

Die Wahl fiel auf die Bild, da sie trotz ihrer boulevardesken Ausrichtung und häufiger Kritik eine enorme Reichweite besitzt und somit einen maßgeblichen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung in Deutschland ausübt.

Inwiefern beeinflusst der Zeitpunkt der Veröffentlichung die Berichterstattung?

Die Analyse zeigt, dass sich die mediale Stimmung im Verlauf der Pandemie verändert hat; während zu Beginn der Krise oft ein Konsens vorherrschte, entwickelte sich im weiteren Verlauf eine stärkere kritische Auseinandersetzung mit den staatlichen Maßnahmen.

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Details

Titel
Medienberichterstattung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Eine vergleichende Argumentationsanalyse deutscher Medien anhand der Lockdown-Politik
Note
1.0
Autor
Flavio von Witzleben (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
125
Katalognummer
V1130358
ISBN (eBook)
9783346490919
ISBN (Buch)
9783346490926
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medienberichterstattung deutschland corona-pandemie argumentationsanalyse medien lockdown-politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Flavio von Witzleben (Autor:in), 2021, Medienberichterstattung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Eine vergleichende Argumentationsanalyse deutscher Medien anhand der Lockdown-Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130358
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