In der folgenden Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie die Schreibkompetenz am gewinnbringendsten im Unterricht gefördert werden kann. Dafür werde ich zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte zur Didaktik des Schreibens geben, um anschließend den Begriff der Schreibkompetenz näher zu definieren. Ausgehend von den daraus gewonnenen Erkenntnissen wird das Schreibprozessmodell von Hayes und Flower näher erläutert sowie kritisiert. Da die Heterogenität in den Klassen enorm ausgeprägt sein kann – vor allem da die Schulempfehlungen nicht mehr verpflichtend sind –, werden nachfolgend verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie ein prozessorientierter Schreibunterricht in stark heterogenen Klassen umgesetzt werden könnte, um abschließend ein Fazit zu ziehen.
In fast keinem anderen Fach in der Schule spielt die Schreibkompetenz eine so große Rolle wie im Deutschunterricht. Anhand von selbst verfassten Texten wird hier regelmäßig überprüft und bewertet, wie viel die Schülerinnen von dem durchgenommenen Stoff verstanden haben. Problematisch ist hierbei jedoch, dass nicht jede(r) SchülerIn dazu in der Lage ist, die eigenen Gedanken wirklich klar strukturiert aufs Papier zu bringen. Bei den für eine Klassenarbeit verfassten Texten wird dabei nicht nur der Inhalt bewertet, sondern immer auch die Form, seien es das Layout, der Aufbau, die verwendeten Formulierungen, ….Daher ist es wichtig, dass von Seiten der Lehrenden aus ein großes Augenmerk darauf gerichtet wird, die Schreibkompetenz der SchülerInnen optimal zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 SCHREIBKOMPETENZ
2.1 DIE GESCHICHTE ZUR DIDAKTIK DES SCHREIBENS
2.2 BEGRIFFSDEFINITION SCHREIBKOMPETENZ
3 DER SCHREIBPROZESS
3.1 DAS SCHREIBPROZESSMODELL VON HAYES UND FLOWER
3.2 KRITIK AM SCHREIBPROZESSMODELL VON HAYES UND FLOWER
4 PROZESSORIENTIERTES SCHREIBEN FÜR ALLE
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Förderung der Schreibkompetenz im schulischen Kontext unter besonderer Berücksichtigung des Schreibprozessmodells von Hayes und Flower. Ziel ist es, Möglichkeiten eines prozessorientierten Unterrichts aufzuzeigen, die auch den Anforderungen heterogener Klassen sowie den Bedürfnissen leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler gerecht werden.
- Historische Entwicklung der Schreibdidaktik
- Definition und Komponenten der Schreibkompetenz
- Kognitives Modell der Textproduktion nach Hayes und Flower
- Kritische Analyse und Erweiterungen des Prozessmodells
- Ansätze für inklusiven, prozessorientierten Schreibunterricht
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Schreibprozessmodell von Hayes und Flower
Da der Prozess des Schreibens für die Entwicklung der Schreibfähigkeit wichtig ist, rückte der Schreibprozess seit Mitte der 70-er Jahre zunehmend in den Mittelpunkt. Dadurch entstanden Schreibprozessmodelle, die „interaktive Prozesse“ modellieren und die Schreibprozesse als „Ereignisse, denen eine Funktion im Rahmen der Produktion eines schriftlichen Textes zugeordnet werden kann“ definieren. Das bekannteste Modell ist das kognitive Modell des Schreibens nach Hayes & Flower (1980). Laut diesem ist der zu schreibende Text ist „ein ill-defined-problem, ein ungeklärtes Problem mit offener Lösung, die vom Aufgabenumfeld (Adressat, Motivation, Thema) und dem Langzeitgedächtnis bzw. Wissen des Autors abhängt“, wie die nachfolgende Abbildung veranschaulicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zentrale Bedeutung der Schreibkompetenz im Deutschunterricht und stellt die Forschungsfrage nach effektiven Fördermöglichkeiten in heterogenen Klassen.
2 SCHREIBKOMPETENZ: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Schreibdidaktik in fünf Phasen und definiert den Begriff der Schreibkompetenz als Anwendung von pragmatischem, inhaltlichem, strukturellem und sprachlichem Wissen.
3 DER SCHREIBPROZESS: Der Fokus liegt hier auf dem kognitiven Schreibmodell von Hayes und Flower sowie einer anschließenden kritischen Diskussion und Ergänzung durch alternative Ansätze.
4 PROZESSORIENTIERTES SCHREIBEN FÜR ALLE: Das Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung eines inklusiven Schreibunterrichts, der unterschiedliche Lernstände berücksichtigt und verschiedene Hilfestellungen wie den Einsatz von Computern oder Tandemarbeit nutzt.
5 FAZIT: Das Fazit resümiert die Eignung des Schreibprozessmodells für den Unterricht, hebt die Bedeutung der Lehrerunterstützung hervor und weist auf Grenzen hin, die durch die Art der Aufgabenstellung entstehen können.
Schlüsselwörter
Schreibkompetenz, Schreibprozessmodell, Hayes und Flower, Deutschunterricht, Schreibdidaktik, Prozessorientiertes Schreiben, Inklusiver Unterricht, Schreibförderung, Textproduktion, Schreibmotivation, Schreibkonferenz, Heterogenität, Sprachbewusstsein, Schreibauftrag, Lernstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schreibdidaktik, insbesondere damit, wie Schülerinnen und Schüler ihre Schreibkompetenz durch ein Verständnis des Schreibprozesses optimal entwickeln können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Schreiblehre, die theoretische Definition von Schreibkompetenz, die Analyse des Schreibprozessmodells nach Hayes und Flower sowie die praktische Anwendung prozessorientierter Ansätze im inklusiven Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, wie Schreibprozessmodelle im Unterricht gewinnbringend eingesetzt werden können, um auch in heterogenen Lerngruppen die Schreibkompetenz effektiv zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Übersichtsarbeit, die auf der Analyse existierender Theorien, Prozessmodelle und empirischer Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Schreibkompetenz, die detaillierte Darstellung und Kritik des Modells von Hayes und Flower sowie die Aufzeigung konkreter Unterrichtsstrategien für inklusive Gruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Schreibkompetenz, Schreibprozess, prozessorientierter Unterricht, inklusive Bildung und Schreibauftrag.
Warum ist das Modell von Hayes und Flower laut Kritikern für leistungsschwächere Schüler problematisch?
Die Kritik besagt, dass das Modell stark am Expertenkönnen ausgerichtet ist und den sequenziellen Charakter des Schreibens zu linear darstellt, was schwächeren Schreibenden bei der notwendigen flexiblen Planung und Revision nicht ausreichend hilft.
Wie kann eine Lehrkraft den Schreibprozess in heterogenen Klassen unterstützen?
Durch den Einsatz von Schreibtandems, Schreibkonferenzen, computergestützten Programmen und Aufgaben, die den Lernstand der jeweiligen Schülerinnen und Schüler individuell berücksichtigen.
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- Anonym (Author), 2019, Schreibkompetenz und das Schreibprozessmodell von Hayes und Flower. Ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130388