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Schwangerschaftsabbruch aus der Sicht von Jürgen Habermas

Title: Schwangerschaftsabbruch aus der Sicht von Jürgen Habermas

Term Paper , 2020 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carolin Thiele (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Wie können wir heute in modernen, pluralistischen Gesellschaften Normen in die Gesellschaft einführen, sodass sie geprüft und allgemein akzeptiert sind? Habermas, der Vertreter der Diskursethik, entwarf in Anlehnung an Kants Pflichtethik eine nach bestimmten Regeln und Prinzipien geltende Kommunikationstheorie. Diese soll in der folgenden Arbeit anknüpfend an den Abtreibungskonflikt eine Position zur Rechtfertigung des Schwangerschaftsabbruches darstellen. Die Problemfrage dieser Arbeit ist demnach: Wie lässt sich auf der Grundlage der Diskursethik von Habermas eine Abtreibung rechtfertigen?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1. Grundlagen der Diskurstheorie

1.1 Allgemeine Grundlagen und Unterscheidungen zu Kant

1.2 Spezifische Grundlagen der Diskurstheorie: Prinzipien, Regeln und Bedingungen von Diskursen

1.3 Rechtstheoretische Voraussetzungen der Diskursethik

2. Zur Legitimität von Schwangerschaftsabbrüchen auf der Grundlage der Diskurstheorie

2.1 Die Verbindung von Diskursprinzip und formaler Rechtsform in Bezug auf Strafrechtsregelungen

2.2 Vorstellung des Arguments für eine „weltschaulich-neutrale“ Entscheidung

2.3 Einwände

2.4 Bewertung der Argumente Wenners`und Habermas`

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die moral- und rechtstheoretische Rechtfertigung von Schwangerschaftsabbrüchen auf Basis der Diskursethik von Jürgen Habermas. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Habermas den Abtreibungskonflikt innerhalb eines weltanschaulich-neutralen Staates einordnet und ob diese diskurstheoretische Argumentation mit der realen demokratischen Praxis in Deutschland vereinbar ist.

  • Diskursethik: Grundlegende Prinzipien und Habermas' Kommunikationstheorie
  • Rechtstheoretische Einordnung des Schwangerschaftsabbruchs
  • Kritik an Habermas durch Fabian Wenner (Moralischer Status des Fötus)
  • Die Frage der weltanschaulichen Neutralität des Staates
  • Spannungsfeld zwischen Konsensideal und parlamentarischer Mehrheitsentscheidung

Auszug aus dem Buch

3.1 Vorstellung des Arguments aus dem Grund und den Grenzen der Moral

Für Habermas liegt der Anfang der Abtreibungsdebatte in ethischen Ansichten zur Abtreibung. Die Entscheidung über eine Abtreibung läge dann in den Händen der schwangeren Frau, die möglicherweise religiöse oder naturalistische Argumente in die Entscheidung miteinbezieht und somit zumindest eine Regelung, die durch das Recht festgelegt wird und für alle gilt, erschwert wird. Besonders dann, wenn wir annehmen, dass Bürger*innen aufgrund „ethischer Selbstbilder“ (Wenner, S.122, 2012) über kein Mindestkonsens, bei einem Gesprächsthema verfügen und somit auf dieser Grundlage Einstellungen hinsichtlich der Gewährleistung oder Nicht-Gewährleitung von Abtreibungen entstehen. (Vgl. Ebd.)

Ein weiterer Punkt des Abtreibungskonflikts ist auf den moralischen Status von Embryonen/Föten ausgerichtet. Die moralische Frage, die sich hierbei ergibt, ist die „ob vorgeburtlichen Leben Grundrechte zustehen, die hinsichtlich des Schwangerschaftsabbruches einen klaren Verbotsgrund darstellen“ (Wenner, S.122, 2012). Habermas argumentiert hier, dass überhaupt nicht von einem moralischen Status des vorgeburtlichen Lebens gesprochen werden kann und dass somit einem Embryo bzw. Fötus auch nicht die fundamentalen Grundrechte aus Art. 1 I und Art. 2 I GG zustehen würden. (Vgl. Ebd.) Habermas empfindet jene Auseinandersetzung um den vollen Schutz des Embryos bzw. Fötus eher als Ausdifferenzierung gewichtiger Grundrechte, die sich in der moralischen Gesellschaft aufgrund rechtlicher Institutionalisierung ergeben. Allerdings sieht Habermas es so, dass Embryonen als auch Föten nicht Teil einer moralischen Gesellschaft sein können, da wie sich bereits im Verlauf dieser Arbeit herausgestellt hat, Menschen auch regulative Geltungsansprüche begründen müssen. (Vgl. Ebd.) Im Fall von „vorgeburtlichem Leben“ fällt dies weg, da es noch nicht am vergesellschafteten, auf einander sprachlich-bezugnehmenden Leben teilhaben kann und sich nicht in rationale Diskurse einfügen kann. (Vgl. Wenner, S. 123, 2012)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, inwieweit die Diskursethik von Habermas als Grundlage für die Rechtfertigung von Schwangerschaftsabbrüchen dienen kann.

1. Grundlagen der Diskurstheorie: Dieses Kapitel erläutert die allgemeinen und spezifischen Grundlagen der Diskursethik, einschließlich der Diskursregeln, des Universalisierungsprinzips und der Geltungsansprüche.

2. Zur Legitimität von Schwangerschaftsabbrüchen auf der Grundlage der Diskurstheorie: Der Hauptteil analysiert die Anwendung der Diskursethik auf den Abtreibungskonflikt, insbesondere Habermas' Argumente zur weltanschaulichen Neutralität und den moralischen Status des Fötus, ergänzt um kritische Einwände von Fabian Wenner.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet kritisch, dass Habermas' diskursethische Anwendung in der gegenwärtigen juristisch-demokratischen Praxis Deutschlands schwer umsetzbar ist.

Schlüsselwörter

Diskursethik, Jürgen Habermas, Schwangerschaftsabbruch, Moraltheorie, Rechtstheorie, Weltanschauliche Neutralität, Geltungsansprüche, Moralische Diskurse, Fabian Wenner, Selbstbestimmungsrecht, Konsensideal, Recht auf Rechtfertigung, Diskursprinzip, Demokratische Praxis, Bioethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie sich Schwangerschaftsabbrüche auf Basis der diskurs- und rechtstheoretischen Überlegungen von Jürgen Habermas rechtfertigen lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Diskursethik, das Verhältnis von Recht und Moral, die weltanschauliche Neutralität des Staates sowie die Frage nach dem moralischen Status von Embryonen und Föten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Habermas' Position zum Abtreibungskonflikt darzustellen, kritisch durch die Perspektive von Fabian Wenner zu hinterfragen und die Vereinbarkeit mit der deutschen Demokratiepraxis zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturgestützte Analyse und Rekonstruktion diskursethischer Argumente sowie deren kritische Würdigung im Kontext der Rechtstheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Habermas' Kernthesen zur weltanschaulich-neutralen Entscheidung und zum Ausschluss des Fötus aus der moralischen Gemeinschaft sowie die Einwände von Fabian Wenner dazu detailliert vorgestellt und bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Diskursethik, Habermas, Schwangerschaftsabbruch, Rechtfertigung und weltanschauliche Neutralität definiert.

Warum sieht Habermas einen Embryo nicht als Teil der moralischen Gemeinschaft?

Habermas argumentiert, dass ein Embryo noch nicht am sprachlich vergesellschafteten Leben teilnehmen kann und somit keine regulativen Geltungsansprüche begründen kann, was für einen moralischen Status notwendig wäre.

Warum bewertet die Autorin die Anwendbarkeit von Habermas' Theorie als problematisch?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Habermas' striktes Konsensideal mit der realen demokratischen Praxis in Deutschland, die auf parlamentarischen Mehrheitsentscheidungen beruht, kaum in Einklang zu bringen ist.

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Details

Title
Schwangerschaftsabbruch aus der Sicht von Jürgen Habermas
College
University of Münster  (Philosophisches Seminar)
Course
"Care-Ethik"
Grade
1,0
Author
Carolin Thiele (Author)
Publication Year
2020
Pages
16
Catalog Number
V1130546
ISBN (eBook)
9783346499202
ISBN (Book)
9783346499219
Language
German
Tags
Diskursethik Schwangerschaftsabbrüche Habermas Geltungsansprüche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Thiele (Author), 2020, Schwangerschaftsabbruch aus der Sicht von Jürgen Habermas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130546
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