Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Konzeption eines mehrdimensionalen Interventionsprogrammes zur Aufrechterhaltung einer Balance zwischen Arbeit und Familie für Doppelverdiener-Paare. Dieses basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Herausforderungen und Chancen im Umgang mit der Vereinbarung der beiden Lebensbereiche.
Die letzten Jahrzehnte haben einen spürbaren Wandel in der Rolle der Frauen auf dem Arbeitsmarkt herbeigeführt, auch da die Erwerbstätigkeit von Frauen seit den 1970er Jahren deutlich zugenommen hat. In vielen Familien verfolgen sowohl der Mann als auch die Frau eine Karriere und engagieren sich für das berufliche Fortkommen. Sie werden als Doppelverdiener-Paare bezeichnet. Durch die drastischen Verschiebungen in Arbeits-Familien-Domänen als Ergebnis von COVID-19 ist die Vereinbarung von Arbeits- und Familienleben bei DoppelverdienerPaaren in den Mittelpunkt aktueller Forschung gerückt. Doch auch unter normalen Arbeitsbedingungen haben Doppelverdiener-Paare die Vereinbarung mehrerer Rollen, zum Beispiel als Arbeitnehmer, Eltern und Partner, zu bewältigen. Diese können dazu führen, dass Konflikte zwischen Beruf und Privatleben auftreten, welche sich auf die psychische und physische Gesundheit, weitere Familienmitglieder, aber auch die allgemeine Qualität des Arbeits- und Privatlebens auswirken können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 ZIELSETZUNG
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
2 THEORETISCHER TEIL
2.1 SPILLOVER‐ UND CROSSOVER‐EFFEKTE
2.2 ARBEITS‐FAMILIEN‐ UND FAMILIEN‐ARBEITS‐KONFLIKT
2.3 ARBEITS‐FAMILIEN‐ UND FAMILIEN‐ARBEITS‐BEREICHERUNG
2.4 ARBEITS‐FAMILIEN‐ BALANCE
2.4.1 Erfolgreiche Strategien im Umgang mit Beruf und Familie
3 METHODISCHER TEIL
3.1 ZUSAMMENFASSUNG BEEINFLUSSBARER FAKTOREN IM UMGANG MIT FAMILIE UND BERUF
3.2 „WE CAN DO IT!“ – INTERVENTIONSPROGRAMM ZUR VERBESSERUNG DER BALANCE VON BERUF UND FAMILIE BEI DOPPELVERDIENER‐PAAREN
3.3 ERFOLGSFAKTOREN UND EVALUATION DES INTERVENTIONSPROGRAMMES „WE CAN DOIT!“
3.3.1 Konzeption
3.3.2 Umsetzung
3.3.3 Evaluation
4 DISKUSSION
4.1 REFLEXION DER STÄRKEN UND SCHWÄCHEN DES INTERVENTIONSPROGRAMMES „WE CAN DOIT!“
4.2 ROLLE WEITERER AKTEURE BEI DER UMSETZUNG DER INTERVENTIONSINHALTE
4.3 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Konzeption eines mehrdimensionalen Interventionsprogrammes, das Doppelverdiener-Paare dabei unterstützt, eine gesunde Balance zwischen ihren beruflichen Verpflichtungen und dem Familienleben aufrechtzuerhalten. Die Forschungsarbeit basiert dabei auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den vielfältigen Herausforderungen und Chancen in diesem Lebensbereich.
- Analyse von Spillover- und Crossover-Effekten im Arbeits-Familien-Kontext
- Untersuchung von Konflikt- und Bereicherungsmechanismen zwischen Beruf und Privatleben
- Vorstellung erfolgreicher Bewältigungsstrategien für Doppelverdiener-Paare
- Konzeption des mehrdimensionalen Interventionsprogramms "WE can do it!"
- Methodische Ansätze zur Evaluation und Qualitätssicherung von Präventionsprogrammen
Auszug aus dem Buch
2.1 Spillover- und Crossover-Effekte
Bei der Erforschung der Schnittstelle von Arbeit und Familie werden Modelle der Kausalität bzw. Nicht-Kausalität unterschieden. Im Folgenden wird sich dabei auf Modelle der Kausalität fokussiert, welche postulieren, dass Geschehnisse in einem Lebensbereich sich auf den jeweils anderen Lebensbereich auswirken (Dillitzer, 2006, S. 31).
Einen möglichen Erklärungsrahmen, welcher positive und negative Einflüsse der Lebensbereiche Arbeit und Familie miteinbezieht, liefern sogenannte Spillover- und Crossover-Modelle (Presti, Molino, Emanuel, Landolfi & Ghislieri, 2020, S. 62). Spillover-Effekte beschreiben intra-individuelle Prozesse, also beispielsweise die Übertragung von Fähigkeiten aus der Familie in die Arbeit. Crossover-Prozesse hingegen beziehen sich auf interindividuelle Prozesse, beispielsweise die Übertragung der Stimmung des einen Partners auf den anderen Partner nach einem stressigen Arbeitstag (Amstad & Semmer, 2011, S. 44; Dillitzer, 2006, S. 32).
Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Effekte bidirektional sind und sowohl positive als auch negative Effekte beinhalten können (Amstad & Semmer, 2011, S. 43 - 44; Presti et al., 2020, S. 64).
Bakker und Demerouti (2013) beschreiben in ihrer Spillover-Crossover-Theorie, wie diese zusammenwirken können, indem sie vorschlagen, dass arbeitsbezogene Erfahrungen zunächst in den häuslichen Bereich „überschwappen“ und dann durch soziale Interaktion auf den Partner übergehen können (S. 54).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Doppelverdiener-Paaren ein und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2 THEORETISCHER TEIL: Hier werden wissenschaftliche Grundlagen wie Spillover- und Crossover-Effekte, Konflikttheorien sowie Ansätze zur Arbeits-Familien-Bereicherung und Balance erläutert.
3 METHODISCHER TEIL: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung des Interventionsprogramms "WE can do it!" auf Basis der zuvor identifizierten Faktoren sowie die geplante Konzeption, Umsetzung und Evaluation.
4 DISKUSSION: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen des Programms sowie eine Betrachtung der Rolle externer Akteure und zukünftiger Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Doppelverdiener-Paare, Vereinbarkeit, Arbeit-Familie-Balance, Interventionsprogramm, Spillover-Effekte, Crossover-Effekte, Arbeits-Familien-Konflikt, Arbeits-Familien-Bereicherung, Resilienz, Achtsamkeit, Kommunikationstraining, Familienarbeit, Stressbewältigung, Gesundheitspsychologie, Prävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung von Doppelverdiener-Paaren, berufliche und familiäre Anforderungen erfolgreich in Einklang zu bringen, und entwickelt ein konkretes Präventionsprogramm hierfür.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Spillover- und Crossover-Prozesse zwischen den Lebensbereichen, die Dynamik von Arbeits-Familien-Konflikten sowie die Förderung von Ressourcen und Strategien zur Erreichung einer Work-Life-Balance.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Konzeption eines mehrdimensionalen, ressourcenorientierten Interventionsprogramms namens "WE can do it!", das auf wissenschaftlich fundierten Strategien basiert.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Herleitung durch Literaturanalyse sowie die methodische Ausarbeitung eines Interventionsprogramms, das Präsenz-Module (Kommunikationstraining) und Online-Interventionen (Achtsamkeit) kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Aufarbeitung der Konflikt- und Bereicherungsmodelle sowie die detaillierte Beschreibung der Bausteine des Interventionsprogramms und dessen Evaluationsdesign.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Doppelverdiener-Paare, Vereinbarkeit, Arbeits-Familien-Balance, Interventionsprogramm und Gesundheitspsychologie charakterisiert.
Warum wurde ein hybrider Ansatz aus Präsenz- und Online-Modulen gewählt?
Der Ansatz wurde gewählt, um der hohen zeitlichen und emotionalen Belastung der Zielgruppe gerecht zu werden und den Paaren eine flexible Integration des Programms in ihren Alltag zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt Achtsamkeit im Interventionsprogramm?
Achtsamkeit dient als kognitiv-emotionale Segmentierungsstrategie, um bei der Trennung der Lebensbereiche zu helfen, die Resilienz zu fördern und so die Balance zwischen Beruf und Familie zu erleichtern.
- Quote paper
- Xenia Sophia Edith Peukert (Author), 2021, Prävention in verschiedenen Lebensabschnitten. Mehrdimensionales Interventionsprogramm zur Vereinbarung von Familie und Beruf für Doppelverdiener-Paare, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130736