In der folgenden Hausarbeit werden einzelne Themenfelder der Geschichte, der Methoden, der Anwendung und der Vorgehensweise von Musiktherapie bei Verhaltensstörungen von Kindern und Jugendlichen beleuchtet. Es soll dargestellt werden, wie die therapeutische Arbeit mit Musik in ihren flexiblen Einsatzmöglichkeiten erkrankten Personen helfen oder ihre Situation verbessern kann. Die Darstellung aller musiktherapeutischen Bereiche würde den Rahmen einer Hausarbeit überschreiten, deswegen wird die Auswahl auf folgende Bereiche beschränkt: aktive und passive Musiktherapie, ethnologische Ansätze und anthroposophische Ansätze.
Diese Arbeit soll aufzeigen, dass die Musiktherapie in ihrer vielfältigen Anwendung sehr hilfreich sein kann, aber der Zugang zum Patienten immer wieder ganz individuell erschlossen werden muss.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Musiktherapie Definitionsversuch und Übersicht
2.1 Geschichte
2.2 Aktive und Passive Musiktherapie
2.3 Ethnologische und Anthropologische Ansätze
3. Systematische Vorgehensweise in der Musiktherapie
3.1 Übungszentrierte Vorgehensweise
3.2 Erlebnisorientierte Vorgehensweise
3.3 Konfliktzentrierte Vorgehensweise
4. Musiktherapie bei Verhaltensstörungen
4.1 Musiktherapie bei depressiven Jugendlichen
4.2 Autismus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und die therapeutische Bedeutung der Musiktherapie bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Dabei wird analysiert, wie musiktherapeutische Ansätze – von der aktiven bis zur passiven Form – genutzt werden können, um bei psychischen oder sozialen Problemen unterstützend einzuwirken, und wie diese Methoden individuell auf die Lebenswelt der Heranwachsenden zugeschnitten werden.
- Grundlagen und Definition der Musiktherapie im historischen Kontext
- Systematische Vorgehensweisen: Übungs-, erlebnis- und konfliktzentrierte Methoden
- Einsatzmöglichkeiten bei Verhaltensstörungen, insbesondere Depressionen
- Musiktherapeutische Ansätze im Umgang mit Autismus-Spektrum-Störungen
- Die Rolle der Musik zur Förderung von Selbstwahrnehmung und Kommunikation
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschichte
Die Ursprünge der Musiktherapie lassen sich als 3000 Jahre alte Tradition nachweisen. In dieser Zeit kristallisierten sich drei Erklärungen für die Wirkung von Musik heraus: “Musik als magisch-mystisches Werkzeug, Musik als Abbildung kosmischer Ordnung und Musik als Medikament“ (Bruhn 2000; 9). Bruhn geht davon aus, dass diese Erklärungen noch heute die Musiktherapeuten und ihre Arbeit beeinflussen.
Ein bekanntes Beispiel ist die Erwähnung der heilenden Kraft von Musik im alten Testament. Im ersten Buch Samuel wird die Vertreibung eines bösen Geistes der über König Saul gekommen war durch das Lautenspiel von David dargestellt (vgl. 1. Buch Samuel, Absatz 23). König Saul lebte ca. 1000 v. Chr., was die lange Historie belegt. Aus der Zeit stammen ebenfalls Überlieferungen über den heilsamen Effekt verschiedener Klänge aus dem alten Ägypten, Persien, Israel und der frühen griechischen Antike. In der griechischen Mythologie wird davon berichtet, dass Odysseus eine Wundblutung durch seinen Gesang stillen konnte. Die Zuschreibung dieser Wirkung lässt sich nicht wissenschaftlich erklären. (vgl. Strobel, Huppmann 1987: 17) Diese Beispiele zeigen wie Musik als magisch-mythisches Werkzeug einen großen Anklang in religiösen Kreisen findet und bis heute eine anti-rationale Wirkung von Musik in esoterischen Theorien und New Age-Philosophien funktionieren kann (Bruhn 2000, 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Allgegenwart von Musik ein und begründet ihre Eignung als therapeutisches Mittel zur Behandlung psychischer und physischer Erkrankungen.
2. Musiktherapie Definitionsversuch und Übersicht: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition und stellt wesentliche fachliche Übereinkünfte sowie die theoretischen Ansätze der Musiktherapie dar.
3. Systematische Vorgehensweise in der Musiktherapie: Hier werden die zentralen methodischen Ansätze – übungs-, erlebnis- und konfliktzentriert – vorgestellt, die in der praktischen Arbeit mit Jugendlichen Anwendung finden.
4. Musiktherapie bei Verhaltensstörungen: Dieses Kapitel betrachtet spezifische Einsatzbereiche der Musiktherapie bei Jugendlichen, konkret mit Blick auf depressive Störungen und Autismus.
5. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die Eignung der Musiktherapie als niederschwelligen Zugang für Heranwachsende und fordert eine intensivere empirische Erforschung.
Schlüsselwörter
Musiktherapie, Jugendliche, Verhaltensauffälligkeiten, Psychotherapie, Musikrezeption, Improvisation, Anthroposophie, Depression, Autismus, Selbstwahrnehmung, Kommunikation, Therapieprozess, Methodenvielfalt, Klinische Anwendung, Sozialwissenschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der musiktherapeutischen Arbeit bei Kindern und Jugendlichen, die durch ihr Verhalten auffallen, und untersucht, wie Musik als therapeutisches Instrument eingesetzt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Geschichte der Musiktherapie, verschiedene methodische Vorgehensweisen wie die aktive und passive Musiktherapie sowie spezifische Anwendungen bei Depression und Autismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Musiktherapie in ihrer flexiblen Form dazu beitragen kann, die Lebenssituation erkrankter Jugendlicher zu verbessern und Defizite nonverbal zu überbrücken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden erwähnt?
Die Arbeit beleuchtet tiefenpsychologische, verhaltenstherapeutisch-lerntheoretische, systemische, anthroposophische und ganzheitlich-humanistische Ansätze innerhalb der Musiktherapie.
Was steht im Fokus des Hauptteils?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Definitionen und historische Entwicklungen als auch konkrete Vorgehensweisen (übungsorientiert, erlebnisorientiert, konfliktzentriert) analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Musiktherapie, Jugendliche, Verhaltensstörungen, Kommunikation und methodische Vielfalt geprägt.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von depressiven Jugendlichen zur Musiktherapie bei Autismus?
Während bei depressiven Jugendlichen der Fokus auf der Stärkung des Selbstwertgefühls durch positive Erfolgserlebnisse liegt, steht bei Autismus die Förderung der Selbstwahrnehmung und der Abbau von körperlicher sowie emotionaler Isolation durch elementare Instrumente im Mittelpunkt.
Warum wird betont, dass der Zugang zum Patienten individuell sein muss?
Die Autorin hebt hervor, dass Musiktherapie zwar vielfältig einsetzbar ist, aber aufgrund der unterschiedlichen Störungsbilder und Persönlichkeiten stets ein auf den Einzelnen abgestimmter, individueller Zugang notwendig ist, um wirksam zu sein.
- Arbeit zitieren
- Susanne Raesfeld (Autor:in), 2019, Musiktherapie. Bedeutung und Anwendung bei verhaltensauffälligen Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130837