Harold Pinter und sein Stück "The Birthday Party"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Harold Pinters Biographie

2. Untersuchungen zu „The Birthday Party”
2.1. „The Birthday Party“ – ein absurdes Theaterstück?
2.2. Alltagssituationen im Stück „The Birthday Party“
2.2.1. Das Frühstück
2.2.2. Die Trommel
2.2.3. Die Geburtstagsfeier
2.2.4. Das Kreuzverhör
2.3. Aufbau der Handlung in „The Birthday Party“

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Harold Pinters Biographie

Harold Pinter wurde am 10. Oktober 1930 in Hackney, einem Arbeiterklassenviertel in Londons East End, als Sohn jüdischer Eltern geboren. Bis zu seinem neunten Lebensjahr verbrachte er die Zeit in der Schule von Lower Clapton. Als 1939 England den Krieg mit Deutschland begann, wurde Pinter, wie auch zahlreiche andere Kinder, landverschickt. Ein Jahr verbrachte er in Cornwall, doch da er sich dort nicht besonders wohl fühlte, kehrte er schon bald darauf zu seinen Eltern nach London zurück.[1]

Von September 1942 bis Juli 1948 besuchte er die Jungenschule „Hackney Downs Grammar School“. Dort verehrte er hauptsächlich seinen Englischlehrer Joseph Brearly, der sich sehr dem Theater hingab und der Pinter in den Rollen von Macbeth und Romeo unterstützte. Pinters Interesse galt auch der Politik, Literatur, dem Theater und dem Film, was er in zahlreichen Diskussionsklassen darlegte. Außerdem schrieb er für die Schülerzeitung kleinere Gedichte und Aufsätze.

1948 erhielt Pinter ein Stipendium, das ihn zum Studium an der „Royal Academy of Dramatic Art“ berechtigte. Doch dort konnte er sich gar nicht wohlfühlen, weswegen er die Schule schon bald wieder verließ. Im gleichen Jahr erhielt er seinen Wehrbefehl, verweigerte aber, eher aus moralischen denn religiösen Gründen, doch mit Erfolg. Obwohl die Behörden sein offizielles Gesuch ablehnten, wurde er nicht ins Gefängnis geschickt, sondern lediglich mit einer kleinen Geldstrafe belastet.

1949 entdeckte Pinter die Werke Samuel Becketts. Sein Enthusiasmus für Beckett ist seitdem ungetrübt, und er hat ihm oftmals Kopien seiner eigenen Stücke zugesandt.

1950 wurden Pinters erste beide Gedichte in Poetry London veröffentlicht, die Pinter in seinem Werk Poems and Prose: 1947-1977 zusammenfasste. Wegen gravierender Druckfehler beim ersten Mal wurden aber im November zwei weitere Gedichte abgedruckt, diesmal unter dem Pseudonym „Harold Pinta“.

Ab 1950 folgten Pinters erste öffentliche Auftritte für das BBC Radio oder als Abergavenny aus Shakespeares Henry III im Theater. 1951 dann schrieb er sich als Student an der „Central School of Speech and Drama“ ein. Schon im September schuf er seine erste professionelle Bühnenarbeit, mit der er dann durch Irland auf Tournee ging. Zwischen 1954 und 1957 spielte er in verschiedenen West End- und Broadway-Komödien sowie Kriminalgeschichten, unter anderem in Colchester und Bournemouth, wo er Vivien Merchant traf, die er schließlich 1956 heiratete. Während dieser Zeit als Schauspieler war er auch schriftstellerisch tätig – allerdings schrieb er selber noch keine Bühnenstücke, sondern Gedichte und Kurzgeschichten, ja sogar einen Roman „The Dwarfs“, der später die Grundlage für sein gleichnamiges Stück sein sollte.

Ebenfalls 1957 hatte Pinter quasi ein Schlüsselerlebnis, das seine weiteren Werke stark beeinflusste: bei einer Party in London wurde Pinter in ein Zimmer gebeten, in dem er zwei Männer sah. Der eine redete zum anderen, während er dessen Essen vorbereitete, während der andere hingegen kein Wort sprach. Von dieser Szene beeindruckt erzählte Pinter einem Freund, dass er eines Tages ein Stück schreiben werde, das auf dem Bild der zwei Menschen in diesem Raum basiert. Dieser Freund rief Pinter kurz darauf an und fragte nach dem Stück – und schneller als geplant, nämlich in nur 4 Tagen entstand so Pinters erstes Drama „The Room“. Ein Kritiker war von dem Stück so sehr beeindruckt, dass er Pinter fragte, ob er noch andere Stücke geschrieben habe, woraufhin Pinter ihm weitere 1957 entstandene Werke, nämlich „The Party“ (später in „The Birthday Party“ umbenannt) und „The Dumb Waiter“ einreichte. 1958 wurde „The Birthday Party“ zum ersten Mal aufgeführt – die Kritiker verrissen das Stück jedoch dermaßen, dass es nur ein paar Tage darauf schon wieder eingestellt wurde. Pinter ließ sich aber nicht einschüchtern und schrieb immer weiter an neuen Stücken.

„The Caretaker“, geschrieben 1959, war dann auch Pinters erstes Drama, das verfilmt wurde. Bis nach New York reichte diesmal Pinters Ruhm, und bald begann Pinter, für andere Schriftsteller Filmversionen deren Romane zu verfassen. Dabei hörte er jedoch nicht auf, auch an eigenen Produktionen weiterzuarbeiten. Bis heute folgten viele weitere Dramen und Filmversionen anderer Schriftsteller. Für seine Werke hat er mittlerweile auch schon unzählige Auszeichnungen wie z.B. den Europäischen Preis für Literatur erhalten.

Mittlerweile von Vivien Merchant geschieden und mit Lady Antonia Fraser verheiratet, ist Pinter heute neben seinen Rollen als Autor und Schauspieler weiterhin auch sehr politisch engagiert – so hat er erst vor einigen Wochen vor dem House of Commons eine Rede gegen den Irakkrieg gehalten.[2]

2. Untersuchungen zu „The Birthday Party”

2.1. „The Birthday Party“ – ein absurdes Theaterstück?

Um zu klären, ob „The Birthday Party“ unter die Definition des Absurden Theaters passt, muss erst untersucht werden, was „absurd“ eigentlich bedeutet. Ionesco beschreibt das Absurde als etwas „which is devoid of purpose ... cut off from its religious, metaphysical and transcendental roots; man is lost, his actions become senseless, absurd, useless”.[3] Einem absurden Drama fehlen klar die Strukturen, die sonst ein sogenanntes “well-made” Drama ausmachen: sein Handlungsstrang ist oft zerrüttet und keine Lösungen für Konflikte werden genannt. Eigentlich kann man auch gar nicht von einer Handlung an sich sprechen, denn es ist eher eine Aneinanderreihung von Äußerungen, die im Kopf des Zuschauers eine statische und einfache Situation schaffen wollen.

Auch die Sprache selbst ist oft zu einem reduzierten Level zurückgekehrt. Oft geben Charaktere nur Gebrabbel von sich; sie benutzen Wortspiele, wiederholen Fragmente, und das, was auf der Bühne gesprochen wird, korrespondiert nicht mit dem, was getan wird. Gestik und Mimik bekommen mehr Bedeutung als Worte.

Die Charaktere sind häufig von der Welt ausgeschlossen und betrachten sich als Außenseiter, die in einem sinnlosen Umfeld leben müssen. Sie leben nur von Tag zu Tag, ohne genau zu wissen, weswegen sie hier sind (vgl. Becketts „Warten auf Godot“, in dem die einzige Beschäftigung von Vladimir und Estragon darin besteht, auf den mysteriösen Godot zu warten). Oft handeln die Charaktere auch völlig unerwartet und unlogisch, fast wie Marionetten, was wiederum beim Betrachter ein Gefühl des Komischen auslöst.

In „The Birthday Party“ lassen sich diese Punkte durchaus nachweisen. Jeder der Charaktere benutzt seine eigene Sprache. Oft werden Worte in einem anderen Sinnzusammenhang gebraucht, wie z.B. in folgendem Dialog zwischen Meg und Petey klar wird:

[...]


[1] Nach Dukore, 13-22.

[2] http://www.haroldpinter.org/politics/god_bless_america.shtml

[3] Referat Markéta Šupíková

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Details

Titel
Harold Pinter und sein Stück "The Birthday Party"
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Veranstaltung
Hauptseminar "Das Absurde Theater"
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V113165
ISBN (eBook)
9783640132508
ISBN (Buch)
9783640134960
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Harold, Pinter, Stück, Birthday, Party, Hauptseminar, Absurde, Theater
Arbeit zitieren
Christiane Menger (Autor), 2002, Harold Pinter und sein Stück "The Birthday Party", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113165

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