Das betriebliche Gesundheitsmanagement gilt als zentrales Instrument in der Begegnung mit dem demografischen Wandel. Um eine Beschäftigung bis ins hohe Alter zu realisieren, müssen die Herausforderungen des demografischen Wandels im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements berücksichtigt werden. Ziel dieser Masterthesis ist es herauszufinden, welche Veränderungen in der Arbeitswelt durch den demografischen Wandel entstehen und welche Bedeutung dadurch der Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements zukommt, um eine Beschäftigung bis ins hohe Alter realisieren zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Der demografische Wandel in Deutschland
3.1.1 Grundmechanismen des demografischen Wandels
3.1.2 Folgen des demografischen Wandels auf die Arbeitswelt
3.2 Altersbedingte Veränderung der Leistungsfähigkeit
3.2.1 Altern und Leistungsfähigkeit
3.2.2 Berufliche Erfahrung als Leistungsfaktor
3.2.3 Der ältere Mitarbeiter als Ressource?
3.3 Gesundheitliche Veränderung im Alter
3.3.1 Gesundheitsbegriff und Kriterien für Gesundheit
3.3.2 Gesundheit und Alter
3.3.3 Chronische Erkrankungen und Multimorbidität
3.4 Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
3.4.1 Schaffung einer alters- und alternsgerechten Personalpolitik
3.4.2 BGM - Bedeutung und Aufbau
3.4.3 BGM - Erfolgsfaktoren
3.4.4 BGM – Kernprozesse
4 METHODIK
4.1 Forschungsfrage
4.2 Suchstrategie und Auswahlkriterien
4.3 Prozess der Studienauswahl und Datenerhebung
5 ERGEBNISSE
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Masterthesis ist es, die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Arbeitswelt zu untersuchen und zu analysieren, welche Bedeutung dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) zukommt, um eine Beschäftigung bis ins hohe Alter zu realisieren.
- Analyse der Folgen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft.
- Untersuchung der altersbedingten Veränderungen der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit.
- Darstellung des betrieblichen Gesundheitsmanagements als zentrales Instrument zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit.
- Evaluation von Strategien und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit älterer Beschäftigter.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Altern und Leistungsfähigkeit
Das interdisziplinär ausgerichtete Wissenschaftsfeld, das sich mit dem Altern und dem Alter auseinandersetzt, ist die Gerontologie. In diesem Fachgebiet werden die Alterungsvorgänge im Menschen unter biologischem, psychologischem und sozialem Aspekt erforscht. Die Gründe für Unterschiede in der Lebenserwartung liegen auf mehreren Ebenen. Hier spielen unterschiedliche Faktoren wie materielle Ressourcen, Lebensweisen, Krankheitsrisiken und auch unterschiedliche Positionen in der Gesellschaft eine Rolle. Der demographische Wandel ist die primär treibende Kraft bei der Entdeckung des Alters im Bereich der Wirtschaft (Wahl & Heyl, 2015, S. 23-25).
Aus biologischer Sicht wird das Zellalter an der Länge der sogenannten Telomere gemessen. Diese Strukturen sitzen wie Schutzkappen auf den Enden von Chromosomen und verkürzen sich bei jeder Zellteilung. Irgendwann sind sie so kurz, dass die Zelle sich erschöpft und abstirbt. Das biologische Zellalter lässt sich daher am Zustand der Schutzkappen ablesen. Ein ungesunder Lebensstil trägt dazu bei, dass die Zelle sich häufiger teilen muss - die Telomere verkürzen sich dabei kontinuierlich. Kurze Telomere stehen mit einer ganzen Reihe von altersbedingten Erkrankungen in Verbindung – darunter verschiedene Krebsformen, Schlaganfall, Demenz, Osteoporose und Diabetes. Bei einigen wichtigen Körperzellen können die Telomere dank einer pflanzenbasierten Ernährung wieder wachsen (Balk et al., 2013).
Dem Altern aus biologischer Sicht steht der psychologische Ansatz gegenüber: Hier stehen nicht Funktionsverluste und Erkrankungen als Folge des Alterns im Mittelpunkt, sondern die Erfahrungszunahme über sich selbst und über die Umwelt. Das Alter kann nicht ausschließlich von der Lebenszeit abhängig gemacht werden, es liegt eine große Variabilität der Fähigkeiten in der gleichen Altersgruppe vor. (vgl. Tesch-Römer & Wurm, 2009, S. 8).
Aus soziologischer Sicht sind individuelle Altersveränderungen eingebettet in lebenslange Sozialisationsprozesse, womit Altern immer im Kontext von Lebenserfahrungen steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Es wird die demografische Entwicklung in Deutschland dargestellt und aufgezeigt, dass Unternehmen den Wandel der Altersstrukturen bei ihrer Planung berücksichtigen müssen.
2 ZIELSETZUNG: Das Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, den Einfluss des demografischen Wandels auf die Arbeitswelt zu untersuchen und die Rolle des betrieblichen Gesundheitsmanagements für eine längere Beschäftigungsdauer zu klären.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des demografischen Wandels, der Leistungsfähigkeit im Alter und des Konzepts des betrieblichen Gesundheitsmanagements.
4 METHODIK: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen beim systematischen Literaturreview, einschließlich Suchstrategien und Auswahlkriterien für die identifizierten Studien.
5 ERGEBNISSE: Hier werden die Ergebnisse der ausgewählten Studien tabellarisch präsentiert und hinsichtlich der Wirksamkeit verschiedener BGM-Interventionsbereiche ausgewertet.
6 DISKUSSION: Die Erkenntnisse aus den Studien werden zusammengeführt und kritisch reflektiert, um Strategien für eine nachhaltige betriebliche Gesundheitspolitik abzuleiten.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Die zentralen Ergebnisse der Masterthesis werden abschließend komprimiert dargestellt und die Notwendigkeit eines ganzheitlichen BGM betont.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Beschäftigungsfähigkeit, Altersgerechte Personalpolitik, Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Altern, Prävention, Ergonomie, Betriebliches Eingliederungsmanagement, Unternehmenskultur, Lebenslanges Lernen, Gesundheitsförderung, Führung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen des demografischen Wandels für Unternehmen und wie das betriebliche Gesundheitsmanagement dazu beitragen kann, die Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeiter langfristig zu sichern.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der demografischen Entwicklung in Deutschland, den Veränderungen der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter, gesundheitlichen Aspekten und den Kernkomponenten des BGM.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welche Ansatzpunkte können im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements identifiziert werden, um eine längere Lebensarbeitszeit älterer Mitarbeiter zu realisieren und so die Folgen des demografischen Wandels abzufangen?
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit angewendet?
Die Autorin führte ein systematisches Literaturreview durch, bei dem empirische Studien aus Datenbanken wie PubMed und SpringerLink nach festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zum demografischen Wandel, der Gesundheit im Alter und dem BGM sowie die Ergebnisse des systematischen Reviews zur Wirksamkeit verschiedener BGM-Maßnahmen dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Demografischer Wandel, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Beschäftigungsfähigkeit, Prävention und Altern.
Welche Rolle spielt die Führungsebene laut der Arbeit bei der Umsetzung von BGM?
Die Arbeit betont, dass Führungskräfte eine Schlüsselrolle einnehmen, da sie durch ihre Entscheidungen und ihr Verhalten die Arbeitsbedingungen und das Gesundheitsverhalten der Belegschaft direkt beeinflussen.
Warum wird das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) als wichtig erachtet?
Das BEM gilt als entscheidender Baustein des BGM, um arbeitsunfähige Mitarbeiter möglichst frühzeitig wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren und somit den Krankenstand langfristig zu reduzieren.
Was zeigt das Ergebnis der untersuchten Studien zu Yoga und Sport am Arbeitsplatz?
Die Studien belegen, dass körperliche Aktivität, etwa durch Yoga oder Trainingseinheiten während der Arbeitszeit, Stress reduziert und sich positiv auf die Gesundheit sowie die Produktivität der Mitarbeiter auswirkt.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung?
Ja, die Arbeit verweist auf den engen Zusammenhang zwischen sozialem Status bzw. Einkommen und Gesundheit, da Menschen aus niedrigeren sozialen Schichten statistisch gesehen eine geringere Lebenserwartung aufweisen.
- Arbeit zitieren
- Felicia Ripsam (Autor:in), 2021, Die Bedeutung des betrieblichen Gesundheitsmanagement für den demografischen Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1131783