Inwieweit ist Schwarze Pädagogik heute im Kontext von Bildungseinrichtungen für Kitakinder und Grundschüler*innen immer noch offensichtlich oder subtil vorhanden und wird dieses Thema aktuell angemessen ernst genommen?
Zunächst setze ich mich mit dem Begriff und den historischen Hintergründen auseinander um dann näher auf die Methoden der Schwarzen Pädagogik in der Praxis einzugehen. Anschließend untersuche ich ihre Folgen und beleuchte Aufarbeitungsversuche und Aufrufe. Hierbei sind die Bücher „Am Anfang war Erziehung", "Aufbruch der Schweigemauer“ und „Du sollst nicht merken“ von der Psychoanalytikerin und Philosophin Alice Miller die Grundlage meiner Literatur. Im ersten Teil des vorletzten Kapitels beziehe ich mich auf aktuellere Literatur, die sich auf Forschungen im Kontext von Schwarzer Pädagogik heute bezieht. Im zweiten Teil dieses Kapitels stelle ich meine eigenen Forschungen in Form von empirischen und quantitativen Befragungen vor. Im Schlussteil versuche ich sowohl an Hand meiner Ergebnisse und als auch an Hand meiner Recherchen Schlussfolgerungen zu ziehen und meine Ausgangsfrage zu beantworten. Abschließend folgt ein Resümee.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist schwarze Pädagogik?
2.1 Begriffserklärung
2.2 Historische Hintergründe
3. Schwarze Pädagogik als Erziehungsstil in der Praxis
3.1 Erziehungsziele und Methoden der Schwarzen Pädagogik
3.2 Folgen der Schwarzen Pädagogik
3.3 Aufarbeitung und Aufrufe
4. Schwarze Pädagogik heute
4.1 Bisherige Literatur zu schwarzer Pädagogik heute
4.2 Inwieweit ist Schwarze Pädagogik heute aktuell und bewusst bzw. unbewusst und in Vergessenheit geraten?
5. Auswertung der Ergebnisse und Resümee
5.1 Ergebnisse im Kontext der Ausgangsfrage
5.2 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Methoden der "Schwarzen Pädagogik" auch in heutigen Bildungseinrichtungen für Kinder im Kita- und Grundschulalter noch in offener oder subtiler Form existieren und wie angemessen dieses Phänomen gesellschaftlich und fachlich reflektiert wird.
- Historische Herleitung und Begriffsdefinition der Schwarzen Pädagogik
- Analyse praktischer Erziehungsmethoden und deren psychologische Folgen
- Untersuchung der heutigen Aktualität durch empirische Befragungen
- Reflexion über die Notwendigkeit von Aufarbeitung und Sensibilisierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Erziehungsziele und Methoden der Schwarzen Pädagogik
Die Bildungs- und Erziehungswissenschaftlerin Juliane Kühn untersuchte in ihrer Bachelorarbeit Ziele und Methoden der Schwarzen Pädagogik und fand heraus, dass bis ins 17. und 18. Jahrhundert Säuglinge und Kinder häufig ausgepeitscht wurden. Es war bis ins 20. Jahrhundert üblich kleinere Kinder einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt zu lassen und der Glaube, dass Geschlechtskrankheiten durch Geschlechtsverkehr mit Kindern heilbar waren, erstreckte sich ebenfalls bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Parallel dazu wurden Selbstbefriedigung im Kindesalter z.T. schwer bestraft (Vgl. J. Kühn, 2012, Abs. 6). Die Generation der 1950er und 60er weiß von offensichtlichen Kinderseelenqualen, wie Schläge und Ohrfeigen zu berichten, aber auch von anderen subtilen Methoden, wie Liebesentzug und wegen Nichtigkeiten verhängtem Hausarrest.
Viele der damaligen Eltern beließen es nicht nur beim Prügeln, sie stellten ihre Kinder vor anderen bloß und demütigten und beschämten sie (Vgl. I. Müller- Münch, 2019, S. 135). In dem Buch „Die geprügelte Generation“ von Ingrid Müller- Münch befragt die Autorin einer Reihe von Betroffenen. Es wird berichtet, dass Eltern das Gefühl vermittelt hätten, ihr Kind sei unerwünscht und die Ursache für Unfrieden (Vgl. I. Vgl. I. Müller- Münch, 2019, S. 135).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation und das Forschungsinteresse der Autorin dar, das Thema Schwarze Pädagogik im Hinblick auf aktuelle Bildungseinrichtungen zu beleuchten.
2. Was ist schwarze Pädagogik?: Dieses Kapitel definiert den Begriff historisch und fachlich als ein System, das durch Unterdrückung, Gewalt und Machtausübung den kindlichen Willen bricht.
3. Schwarze Pädagogik als Erziehungsstil in der Praxis: Hier werden die konkreten Methoden, die negativen psychologischen Langzeitfolgen für Kinder sowie erste Ansätze der gesellschaftlichen Aufarbeitung diskutiert.
4. Schwarze Pädagogik heute: Das Kapitel analysiert den aktuellen Stand durch Literaturrecherche und präsentiert die Ergebnisse der eigenen empirischen Untersuchung in Berliner Kitas und Grundschulen.
5. Auswertung der Ergebnisse und Resümee: Die Autorin fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine intensivere psychologische Auseinandersetzung pädagogischer Fachkräfte mit der eigenen Kindheit und Haltung.
Schlüsselwörter
Schwarze Pädagogik, Erziehungsmethoden, Kindeswohl, Traumata, Gewalt, autoritäre Erziehung, psychische Gesundheit, emotionale Intelligenz, Pädagogik, Kindheitsforschung, Aufarbeitung, Machtausübung, frühkindliche Konditionierung, Selbstreflexion, Bildungseinrichtungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kontinuität von Erziehungspraktiken, die unter dem Begriff der Schwarzen Pädagogik zusammengefasst werden, und prüft deren heutige Relevanz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Einordnung, der Analyse repressiver Erziehungsmethoden und der Untersuchung, wie diese heute noch in Institutionen auftreten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Schwarze Pädagogik in Kitas und Grundschulen heute noch präsent ist und ob das Thema fachlich ausreichend ernst genommen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und einer eigenen empirisch-quantitativen Untersuchung mittels Befragungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Erziehungsstilen, Folgen für Betroffene sowie die Präsentation aktueller Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Schwarze Pädagogik, Kindeswohl, Traumatisierung, autoritäre Erziehung, Machtmissbrauch und pädagogische Aufarbeitung.
Welches Ergebnis zeigt sich bei der Befragung von pädagogischem Personal?
Ein Großteil der befragten Erzieherinnen gab an, bereits Zeuge von Handlungen Schwarzer Pädagogik im Berufsalltag geworden zu sein.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der pädagogischen Ausbildung?
Sie fordert eine verpflichtende psychologische Selbsterforschung und tiefgreifende Sensibilisierung für die eigene Haltung in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte.
- Citation du texte
- Studentin der Sozialen Srbeit Marieke Höfs (Auteur), 2021, Schwarze Pädagogik heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1131863