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Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien

Title: Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Florian Schumacher (Author)

English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography
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Nach Ende des ersten Weltkriegs begann man überall in Europa mit den Wiederaufbau-Arbeiten. Da England, als einer der Gewinner dieses Krieges, wenig vom Krieg und dessen Folgen betroffen war, wurde die Wirtschaft in Großbritannien schnell wieder von Kriegs- auf Friedenswirtschaft umgestellt. Aber auch wenn der Krieg in England selbst wenig Schaden angerichtet zu haben schien, hatte man doch die einstmals führende weltwirtschaftliche Stellung an die Amerikaner verloren, was zu stagnierender Wirtschaft, hoher Arbeitslosigkeit und letztlich zu einer Wirtschaftskrise führte, die vom eigenen Volk mit Argwohn empfunden wurde.
Mit Blick auf die Parteienlandschaft in Großbritannien gab es Anfang der zwanziger Jahre nur 2 starke Fraktionen – die Liberalen und die Konservativen. Nachdem aber die Wirtschaft zu stagnieren begann und die Arbeiter in England zunehmend unzufriedener wurden, erhob sich eine dritte, starke Partei – die Labour Party. Sie wurde rasch zur Massenpartei und bildete ab 1924 eine Minderheitsregierung, auch wenn viele Bürger die deutlich sozialistische Politik fürchteten. Anfang der zwanziger Jahre wurde noch eine weitere Partei in England gegründet – die Kommunisten, die jedoch fast immer erfolg- und bedeutungslos im Spiel der anderen Parteien blieben. In einer durch das Kriegsende und die stagnierende Wirtschaftssituation angespannten innenpolitischen Situation gründete Rotha Lintorn-Orman 1923 die “British Fascisti“, die sehr stark am Vorbild Italiens (dem Symbol des Faschismus schlechthin) orientiert waren, und die sich selbst als Hilfstruppe der Konservativen Partei sahen, und mit ihnen gegen die Gefahr, die ihrer Meinung nach von den Sozialisten und Kommunisten ausging, kämpfen wollten. Die “British Fascisti“ verzeichneten zwar rasch einen gewaltigen Zulauf an Mitgliedern (ein Jahr später bereits über 100.000), wurden jedoch genauso schnell wieder völlig bedeutungslos. Am 27. Mai 1924 wurden die “British Fascisti“ als Gesellschaft eingetragen und nannten sich von da an “British Fascists Ltd.“ (“BF“). Robert B. D. Blakeney, der im September 1924 zum Präsidenten der BF gewählt wurde, änderte die Organisations-Struktur der Partei und führte einige paramilitärische Elemente ein, die sogar soweit gingen, dass es ab 1926 “shock troops“ gab, die gegebenenfalls mit Gewalt für Recht und Ordnung während Sitzungen und Propaganda-Veranstaltungen sorgen sollten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Der Faschismus in Großbritannien vor 1936

1. Die Ausgangssituation Anfang der zwanziger Jahre

2. Die ersten faschistischen Bewegungen in England

3. Die “British Union of Fascists“ unter Oswald Mosley

II. Der Antifaschismus in Großbritannien vor 1936

1. Die Ausgangssituation für den Antifaschismus in Großbritannien

2. Die Kommunisten als Teil des Antifaschismus in Großbritannien

3. Die Jüdische Gemeinschaft und ihre Rolle im Antifaschismus

III. Die legendäre “Battle of Cable Street“

1. Historischer Rückblick auf die “Battle of Cable Street”

2. Die “Battle of Cable Street“ aus Sicht der Medien

3. Die “Battle of Cable Street“ aus Sicht eines Teilnehmers und Augenzeugen

4. Zusammenfassung der Ereignisse vom 4. Oktober 1936

IV. Die Auswirkungen der “Battle of Cable Street“ auf Faschismus und Antifaschismus

1. Die Auswirkungen auf den Faschismus

2. Die Auswirkungen auf den Antifaschismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Aufstieg und Niedergang faschistischer Bewegungen in Großbritannien in den 1930er Jahren sowie die Rolle des organisierten Antifaschismus, mit einem besonderen Fokus auf die historische "Battle of Cable Street" als entscheidenden Wendepunkt.

  • Entwicklung und Ideologie der British Union of Fascists (BUF)
  • Die Rolle der Kommunistischen Partei im antifaschistischen Widerstand
  • Sozioökonomische Hintergründe der jüdischen Gemeinschaft im Londoner East End
  • Analyse der "Battle of Cable Street" durch Zeitzeugen und Medienberichte
  • Langfristige Folgen der antifaschistischen Mobilisierung für den britischen Faschismus

Auszug aus dem Buch

3. Die “Battle of Cable Street“ aus Sicht eines Teilnehmers und Augenzeugen

Am 4. Oktober 1936 war Alf Salisbury 27 Jahre alt, arbeitslos und lebte in Stepney. Er war einer der Demonstranten in der “Battle of Cable Street“ und beschrieb später, wie er die Ereignisse empfunden hatte.

Er beschrieb, dass er und viele andere sich zu einer Versammlung trafen als bekannt wurde, dass Mosley durch das East End marschieren wollte. Seiner Beschreibung zufolge bestand diese Versammlung aus sehr vielen Menschen, die zur einen Hälfte Juden und zur anderen Hälfte Nicht-Juden waren. Die Teilnehmer dieser Versammlung entschieden sich, dem Aufruf der Kommunisten zu folgen und mit ihnen gemeinsam gegen die Faschisten zu demonstrieren.

Nach dieser Entscheidung teilten sich die Teilnehmer der Versammlung auf und wanderten durch die Strassen im East End, klopften an jede Tür und versuchten die Menschen zur Teilnahme an der Demonstration zu motivieren. Salisbury fügte hier an, dass die meisten Menschen (darunter auch Katholiken) im East End sehr unterstützend waren, da sie aus erster Hand erlebt hatten, wie brutal der Antisemitismus wirklich war und da sie den Leuten erzählten, dass sie, die Arbeitslosen, ein primäres Ziel der Faschisten wären.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Der Faschismus in Großbritannien vor 1936: Dieses Kapitel skizziert die politische Ausgangslage in den 1920er Jahren und analysiert die Entstehung verschiedener faschistischer Gruppierungen, insbesondere die Rolle der British Union of Fascists unter Oswald Mosley.

II. Der Antifaschismus in Großbritannien vor 1936: Hier wird der organisierte Widerstand gegen den Faschismus beleuchtet, wobei der Fokus auf den Kommunisten und der jüdischen Gemeinschaft im Londoner East End liegt.

III. Die legendäre “Battle of Cable Street“: Dieses Kapitel behandelt das zentrale Ereignis des 4. Oktober 1936 durch die Aufarbeitung historischer Fakten, zeitgenössischer Medienberichte und individueller Augenzeugenberichte.

IV. Die Auswirkungen der “Battle of Cable Street“ auf Faschismus und Antifaschismus: Der abschließende Teil bewertet die politischen Folgen der Schlacht, einschließlich der staatlichen Reaktion und der Gründe für den darauffolgenden Niedergang der faschistischen Bewegungen.

Schlüsselwörter

Faschismus, Antifaschismus, Großbritannien, British Union of Fascists, Oswald Mosley, Battle of Cable Street, Antisemitismus, Kommunistische Partei, Londoner East End, Politische Radikalisierung, Widerstand, Arbeiterklasse, 1936, Ideologie, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Geschichte des britischen Faschismus in den 1930er Jahren sowie die Entstehung und Bedeutung des antifaschistischen Widerstands in London, gipfelnd in der Schlacht in der Cable Street.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Ideologien rechtsextremer Parteien, die sozialen Bedingungen der Arbeiterschaft im Londoner East End und die Rolle organisierter antifaschistischer Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie antifaschistische Bewegungen in England maßgeblich dazu beitrugen, die politische Machtübernahme durch den Faschismus zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive historische Analyse, die Primärquellen wie Zeitungsberichte (Daily Worker) und persönliche Erfahrungsberichte von Zeitzeugen auswertet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil behandelt die interne Struktur der BUF, die strategische Allianz von Kommunisten und jüdischer Bevölkerung sowie die konkreten Ereignisse der "Battle of Cable Street".

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Antifaschismus, British Union of Fascists, Antisemitismus und die Mobilisierung der Arbeiterklasse.

Warum wird die Battle of Cable Street als Wendepunkt bezeichnet?

Weil sie den Faschisten symbolisch und praktisch eine klare Niederlage zufügte und das Ende der politischen Bedeutung der BUF im Londoner East End einleitete.

Welche Rolle spielte die jüdische Gemeinschaft konkret?

Die jüdische Bevölkerung war primäres Ziel antisemitischer Übergriffe und organisierte sich in Bündnissen, um aktiv gegen den Faschismus vorzugehen und ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten.

Wie reagierte der britische Staat auf die Vorfälle?

Kurz nach der Schlacht verabschiedete die Regierung den "Public Order Bill", der unter anderem das Tragen von Uniformen bei Demonstrationen verbot.

Warum scheiterte Oswald Mosley letztlich?

Neben finanziellen Problemen und internen Unstimmigkeiten war Mosley als Anführer nicht in der Lage, sich dem massiven antifaschistischen Widerstand erfolgreich entgegenzusetzen.

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Details

Title
Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Anglistik)
Course
Jews in Britain
Grade
2,5
Author
Florian Schumacher (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V113193
ISBN (eBook)
9783640135691
Language
German
Tags
Faschismus Anti-Faschismus Großbritannien Jews Britain
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Schumacher (Author), 2004, Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113193
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