In dieser Arbeit geht es um einen Vergleich zwischen dem Lehrerbild und der Lehrerausbildung in Deutschland und um die Probleme, die es sowohl beim Lehrerbild als auch bei der Ausbildung gibt. Das Lehrerbild, das hier beschrieben wird, setzt sich aus den Erwartungen und Ansichten Außenstehender (z.B. Eltern) und dem Selbstbild der LehrerInnen zusammen.
Zuerst wird auf den derzeitigen Zustand der Erwartungshaltung an den Lehrer eingegangen. Der Teil, der sich mit dem Lehrerbild befasst wird dann mit einer Kritik am derzeitig herrschenden Lehrerbild abgeschlossen.
Der zweite Teil dieser Arbeit handelt von der Ausbildung zur Lehrkraft. Erst wird hier wieder die derzeitige Lehrerausbildung dargestellt und danach wird ein Blick auf die Entwicklung der Lehrerausbildung in den letzten Jahrzehnten geworfen. Im Anschluss folgt dann wieder eine Kritik am derzeitigen Ausbildungssystem und am Ende dieses Punktes wird die Lehrerausbildung in Deutschland mit der Lehrerausbildung (und auch der Lehrerberuf allgemein) in den U.S.A. verglichen. Hierbei beziehe ich mich in erster Linie auf eigene Erfahrungen, da ich vor einiger Zeit für 2 Semester in den U.S.A. einen Teil der dort herrschenden Lehrerausbildung genießen durfte.
Nachdem sich die Arbeit nun mit der Lehrerausbildung und deren Entwicklungen beschäftigt hat, beschäftigt sich das nächste Kapitel mit Reformen der Lehrerausbildung (wie sie derzeitig in der einschlägigen Literatur diskutiert werden) und mit den möglichen Konsequenzen, die auftreten könnten, falls diese Reformen wirklich in Kraft treten sollten. Schließlich wird diese Arbeit durch ein Fazit des Autors abgeschlossen. Das Lehrerbild, das heute in unserer Gesellschaft herrscht, ist sehr unterschiedlich, komplex und variabel. Während einige den Lehrer immer noch so sehen, wie er vor Jahrzehnten gesehen wurde (als reinen Wissens-Vermittler), fordern andere von den Lehrkräften, sich auch mit den neuesten Entwicklungen unserer Gesellschaft (z.B. höhere Individualität der Jugendlichen) auseinander zu setzen. Allgemein lässt sich hier noch anmerken, dass der Beruf des Lehrers/der Lehrerin ständig im Fokus der Öffentlichkeit zu sein scheint, und dass scheinbar jeder eine Meinung bezüglich der Aufgaben von Lehrkräften hat. Im Folgenden wird nun genauer auf das Bild des Lehrers eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Lehrerbild
1. Der derzeitige Zustand
2. Kritik am derzeitigen Lehrerbild
2. Lehrerbildung
1. Die derzeitige Lehrerbildung
2. Die Entwicklung der Ausbildung in den letzten Jahrzehnten
3. Kritik an der Lehrerbildung
4. Vergleich mit der Lehrerbildung in den U.S.A.
3. Reformvorschläge und deren Konsequenzen für die Lehrerbildung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das aktuelle Lehrerbild sowie die Strukturen der Lehrerausbildung in Deutschland und identifiziert dabei wesentliche Problemfelder. Ziel ist es, auf Basis einer kritischen Bestandsaufnahme der universitären Ausbildung und des Referendariats konkrete Reformbedarfe aufzuzeigen, um die pädagogische Professionalität von Lehrkräften zu stärken und die Kluft zwischen Theorie und Schulpraxis zu überbrücken.
- Analyse der Erwartungshaltungen an das Lehrerbild im gesellschaftlichen Wandel.
- Kritische Evaluation der zweiphasigen deutschen Lehrerausbildung.
- Vergleich der Ausbildungssysteme zwischen Deutschland und den U.S.A.
- Diskussion von Reformvorschlägen zur Verbesserung der beruflichen Professionalisierung.
- Bedeutung von Fort- und Weiterbildung für die Qualität schulischer Arbeit.
Auszug aus dem Buch
1.1 Der derzeitige Zustand
Wenn es um die heutigen Anforderungen eines Lehrers/einer Lehrerin geht, wird allgemein die gezielte Planung, Organisation, Gestaltung und Reflexion von Lehr-Lern-Prozessen genannt. Karl-Oswald Bauer beschreibt das folgendermaßen: Pädagogen sind auf Handlungen spezialisiert, durch die Situationen entstehen, in denen Menschen – eben ihre Klienten – durch persönliche Lernprozesse bedeutsame Kompetenzen hinzuerwerben, ihre Handlungsfähigkeit und Autonomie gewinnen, wiedergewinnen oder erweitern. Von Pädagogen geschaffene Lernumgebungen entstehen meist in institutionellen Kontexten, sie sind organisiert. Pädagogen sind also Spezialisten für das Schaffen von Lerngelegenheiten, allerdings nicht beliebiger Lerngelegenheiten, sondern solcher institutionell gestützter Lernmöglichkeiten, die geeignet sind, subjektive und kulturelle Ziele und Werte zu vermitteln.
Unterrichten erfordert sowohl fachliche als auch fachwissenschaftliche Kompetenz. Dazu kommen noch fachdidaktische und pädagogisch-psychologische Kompetenzen, um das Anforderungsprofil abzurunden. In unserer Gesellschaft wird unter „Erziehen“ verstanden, dass LehrerInnen intentional Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden nehmen und gezielt mit Sozialisationseinflüssen umgehen können. Weitere Kompetenzen, die von Lehrkräften erwartet werden, sind Moderation, Teamentwicklung, Projektarbeit, Zeitmanagement und Leitbildentwicklung. Das die Lehrkraft für die Schüler einen immensen Vorbild-Charakter hat ist hier wohl selbstverständlich. Weiter wird erwartet, dass Lehrkräfte ihre Arbeit ständig reflektieren, um sie so zu optimieren. Ein hochkompetenter Lehrer vermag es, dass in der Lerngruppe ein gutes Arbeitsklima herrscht, er erzeugt hohe Lernbereitschaft und minimiert Unterrichtsstörungen.
Was, nach Ansicht vieler Experten und vieler Lehrkräfte, außerdem eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Berufsausübung spielt ist die Lehrerpersönlichkeit. Unter „Lehrerpersönlichkeit“ wird dabei verstanden: ein Ensemble von Eigenschaften, die erstens zentral für eine erfolgreiche Berufsausübung sind, sich zweitens nicht trennscharf umreißen lassen und drittens den Charakter des „Nichterlernbaren“ tragen.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, das Lehrerbild sowie die Lehrerausbildung in Deutschland kritisch zu hinterfragen und mit internationalen Ansätzen zu vergleichen.
1. Lehrerbild: Dieses Kapitel beschreibt die komplexen und variablen Erwartungshaltungen der Gesellschaft an Lehrkräfte und identifiziert die Diskrepanz zwischen dem Idealbild und der beruflichen Realität als zentrales Konfliktpotential.
2. Lehrerbildung: Hier werden die derzeitigen Ausbildungsstrukturen in Deutschland analysiert, die historische Entwicklung nachgezeichnet und die zweiphasige Ausbildung einer fundierten Kritik unterzogen, ergänzt durch einen Vergleich mit dem System der U.S.A.
3. Reformvorschläge und deren Konsequenzen für die Lehrerbildung: Es werden konkrete Ansatzpunkte für Reformen diskutiert, wobei insbesondere die Verzahnung von Theorie und Praxis, die Bedeutung der Fachdidaktik und die Notwendigkeit eines ausgebauten Weiterbildungssystems hervorgehoben werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine nachhaltige Professionalisierung des Lehrerberufs sowohl eine grundlegende Strukturreform als auch eine aktive Mitgestaltung durch die Lehrkräfte erfordert.
Schlüsselwörter
Lehrerbild, Lehrerausbildung, Deutschland, Pädagogische Professionalität, Schulpraxis, Zweiphasigkeit, Referendariat, Unterrichtsqualität, Reform, Weiterbildung, Lehrerpersönlichkeit, Bildungsauftrag, Schulsystem, Professionalisierung, Erziehungswissenschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Bestandsaufnahme des Lehrerberufs und der Lehrerausbildung in Deutschland, beleuchtet die damit verbundenen Probleme und diskutiert notwendige Reformansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die gesellschaftlichen Erwartungen an Lehrkräfte, die historische Entwicklung der Lehrerausbildung, die Kritik an der aktuellen universitären sowie praktischen Ausbildungsphase und der Vergleich zum US-amerikanischen System.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine Reform der Lehrerausbildung – insbesondere durch die Stärkung pädagogischer Professionalität und eine bessere Verzahnung von Theorie und Praxis – die Qualität der schulischen Arbeit und die Bewältigung beruflicher Anforderungen verbessert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse einschlägiger pädagogischer Literatur, die fachliche Auseinandersetzung mit Strukturmerkmalen des deutschen Bildungssystems sowie auf eigene Erfahrungen aus einem Studienaufenthalt in den U.S.A.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das komplexe Lehrerbild und die aktuelle Kritik daran erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der deutschen Lehrerausbildung. Zudem werden Reformvorschläge für die Ausbildung, das Referendariat und das Lehrer-Weiterbildungssystem kritisch bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lehrerausbildung, pädagogische Professionalität, Reform des Schulsystems, Theorie-Praxis-Verzahnung und Weiterbildungssystem definiert.
Warum wird im Dokument explizit auf die Zweiphasigkeit der Ausbildung eingegangen?
Die Zweiphasigkeit wird kritisiert, da die Trennung zwischen Universität und Referendariat oft zu einer inhaltlichen Inkohärenz führt und die berufspraktische Vorbereitung sowie die theoretische Fundierung gegeneinander ausgespielt werden.
Welche Rolle spielen die U.S.A. bei den Vergleichen des Autors?
Der Autor nutzt das amerikanische System als Kontrastbeispiel, um insbesondere die positiven Aspekte einer engeren Verzahnung von Studium und Schulpraxis sowie die dortigen Anreizsysteme durch Weiterbildung hervorzuheben.
- Quote paper
- Florian Schumacher (Author), 2005, Lehrerbild und Lehrerbildung - Kritik und Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113194