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Methoden zur Zusammenarbeit mit Klienten bei Zwangskontakten in sozialen Kontexten

Title: Methoden zur Zusammenarbeit mit Klienten bei Zwangskontakten in sozialen Kontexten

Diploma Thesis , 2008 , 70 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom Soz.päd. Jessica Hölemann (Author)

Social Work
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Ein häufig genanntes Motiv für die Berufswahl der Sozialen Arbeit ist der Wunsch, Menschen bei Änderungen ihrer schwierigen Lebensumstände zu helfen. Dies soll auf der Basis von freiwilliger Annahme der Hilfe erfolgen, wobei die Betroffenen ausdrücklich das Ziel einer veränderten Situation haben sollen. Es ist die Vorstellung verbreitet, dass sich Klienten und ihre Lebenssituation nur ändern, wenn sie dies auch wirklich anstreben und motiviert sind. Auch ein professioneller Helfer wünscht sich dann eine gewisse Wertschätzung und Dankbarkeit neben der finanziellen Entlohnung.
Im Gegensatz dazu steht allerdings eine große Zahl an Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit, in denen mit Klienten gearbeitet werden muss, die diese Hilfe gar nicht wollen und sich gegen jegliche Mitarbeit wehren – die Arbeit im Zwangskontext. TROTTER formuliert treffende Fragen zu dem Umgang mit dieser Klientel:
- „Wie kann jemandem geholfen werden, der keinerlei Interesse an Hilfe hat?
- Was können Sie mit KlientInnen im Wohlfahrts- oder Justizsystem tun, die zu einer Änderung nicht motiviert sind?
- Wie können Sie jemanden beraten, der nicht einmal bemerkt hat, dass er ein Problem hat?
- Wie arbeiten Sie mit Menschen, deren Wertvorstellungen komplett unterschiedlich von Ihren sind?
- Wie können Sie jemandem gleichzeitig bei der Lösung der Probleme helfen und Macht über ihn ausüben?“
Blickwechsel: Die in den Medien aufgezeigten Fälle von Kindesmisshandlung oder sogar -tötung scheinen in den letzten Wochen kein Ende zu nehmen.
Die Fachkräfte Sozialer Arbeit stehen ebenso zunehmend im Blickfeld der Öffentlichkeit. In Politik und Gesellschaft gibt es aktuelle Diskussionen über Kontroll- und Zwangsmaßnahmen, um solche Fälle rechtzeitig zu erkennen. Der Einsatz von Druck und Zwang wird als ein Weg zu Angeboten der Sozialen Arbeit diskutiert. So könnte die Anzahl von Klienten, die eigentlich keine Hilfe von Fachkräften wollen, durch Maßnahmen wie beispielsweise verpflichtende Erziehungskurse oder Anti-Gewalt-Trainings, noch zunehmen.
Über die Arbeit von Fachkräften der Sozialen Arbeit mit Klienten bei Zwangskontakten schreibt GUMPINGER:
„Soziale Arbeit im Zwangskontext ist die schwierigste und emotional aufwändigste Variante des professionellen Helfens und sie geschieht immer noch in einer methodischen Grauzone mit sehr wenig Unterstützung in Form theoretischer Fundierung und wissenschaftlicher Absicherung.“[...]




Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erläuterung Zwangskontakte

2.1 Definition Zwangskontakte

2.2 Zwangskontakte in der Sozialen Arbeit

2.3 Klienten in Zwangskontakten

2.3.1 Initiativen zu Kontaktaufnahmen

2.3.2 Formen und Hintergründe von Abwehrverhalten

2.4 Sozialarbeiter in Zwangskontakten

3. Zwangskontakte im Allgemeinen Sozialdienst

3.1 Beschreibung des Allgemeinen Sozialdienstes

3.2 Klientel des Allgemeinen Sozialdienstes

3.3 Aufgaben der Fachkräfte im Allgemeinen Sozialdienst

3.4 Hintergründe für Zwangskontakte im ASD

4. Methoden Sozialer Arbeit bei Zwangskontakten

4.1 Motivierende Gesprächsführung

4.1.1 Hintergründe der motivierenden Gesprächsführung

4.1.2 Vorgehen der motivierenden Gesprächsführung

4.2 Zusätzliche Handlungsansätze für Zwangskontakte

5. Rückschlüsse für die Soziale Arbeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Fachkräften in sozialen Arbeitsfeldern eine praxisorientierte Arbeitshilfe für den methodischen Umgang mit Klienten in Zwangskontexten bereitzustellen, um trotz schwieriger Ausgangslagen konstruktive Veränderungsprozesse zu ermöglichen.

  • Theoretische Fundierung von Zwangskontakten und deren Entstehung im sozialen Bereich
  • Analyse der Rolle und Herausforderungen für Sozialarbeiter im Kontext von Zwang und Kontrolle
  • Darstellung des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) als spezifisches Arbeitsfeld
  • Einführung und Anwendung der motivierenden Gesprächsführung (m.G.)
  • Reflexion über Haltung, Widerstand und den ethisch vertretbaren Einsatz von Zwang

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition Zwangskontakte

Wenn Kontakte mit einer sozialen Einrichtung fremdinitiiert und einem Klienten von außen auferlegt sind, wird in der Literatur der Begriff „Zwangskontakt“ verwendet. Diese Kontakte sind nicht freiwillig aufgenommen. Der Klient ist stattdessen von anderen Menschen aus dem Umfeld, beispielsweise den Nachbarn oder der Ehegattin, gedrängt oder durch gesetzliche Vorgaben zur Kontaktaufnahme gezwungen worden, in keinem Fall geschieht die Kontaktaufnahme aber aus eigenem Antrieb. GUMPINGER spricht vor demselben Hintergrund von „Zwangsbeglückung“, andere Autoren verwenden den Begriff des „Zwangskontextes“. Betrachtet man den von GUMPINGER verwendeten Begriff genauer, besteht er aus den Worten „Zwang“ und „Glück“. Zwang als eine Bezeichnung für eine untergeordnete Position, in welcher Entscheidungen über den eigenen Kopf hinweg getroffen werden und Macht ausgeübt wird. Und Glück als etwas Gutes, Schönes, Erstrebenswertes, „gerade noch einmal mit dem blauen Auge davon gekommen“ zu sein.

Diese zwei widersprüchlichen Bedeutungen sind dem Zwangskontakt inne: Der Zwang, mit Sozialer Arbeit Kontakt zu haben, aber auch das Glück, Hilfe zu erhalten. Zwangsbeglückung kann in diesem Sinne zwei verschiedene Personen betreffen. Beispielsweise ist ein Kind, welches von seinen Eltern misshandelt wird, glücklich über Hilfe, die Eltern aber Adressaten des Zwangskontaktes und der Zusammenarbeit. Beides kann jedoch auch in einer Person liegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese führt in die Thematik der Arbeit im Zwangskontext ein, verdeutlicht die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach freiwilliger Hilfe und der Realität unfreiwilliger Kontakte und definiert das Ziel der Arbeit.

2. Erläuterung Zwangskontakte: Das Kapitel definiert Zwangskontakte, beleuchtet deren Vorkommen in der Sozialen Arbeit und analysiert sowohl die Perspektiven der Klienten als auch der Fachkräfte in diesen belastenden Arbeitsbeziehungen.

3. Zwangskontakte im Allgemeinen Sozialdienst: Es wird das Arbeitsfeld des ASD beschrieben, die vielfältige Klientel und deren Problemlagen skizziert sowie die spezifische Rolle der Fachkräfte zwischen Wächteramt und Beratung erläutert.

4. Methoden Sozialer Arbeit bei Zwangskontakten: Dieses Kapitel stellt die motivierende Gesprächsführung als zentrale Methode vor und ergänzt sie durch weitere Handlungsansätze für die Arbeit mit unfreiwilligen Klienten.

5. Rückschlüsse für die Soziale Arbeit: Abschließend werden Konsequenzen für die Praxis diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Haltung der Fachkraft, Burn-Out-Prävention und den ethischen Umgang mit Zwang.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die wissenschaftliche Bearbeitung des Themas und betont, dass Zwangskontakte zwar schwierig, aber durch fundierte Methoden und eine reflektierte Haltung konstruktiv gestaltbar sind.

Schlüsselwörter

Zwangskontakte, Soziale Arbeit, Allgemeiner Sozialdienst, Motivierende Gesprächsführung, Unfreiwillige Klienten, Widerstand, Reaktanz, Beratung, Kontrolle, Kinderschutz, Arbeitsbeziehung, Methodenkompetenz, Selbstwirksamkeit, Rollenklärung, Zwangsbeglückung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Fachkräfte in der Sozialen Arbeit methodisch kompetent mit Klienten zusammenarbeiten können, die nicht freiwillig Kontakt zu sozialen Diensten aufnehmen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Definition von Zwangskontakten, die Dynamiken zwischen Klient und Fachkraft, die Rahmenbedingungen im Allgemeinen Sozialdienst sowie methodische Ansätze zur Motivationsförderung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, eine praxisnahe Arbeitshilfe für methodische Aspekte in der Arbeit mit unfreiwilligen Klienten bereitzustellen, um diesen zu einer positiven Veränderung zu verhelfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär als Lösungsweg vorgestellt?

Die Autorin stellt die „motivierende Gesprächsführung“ (m.G.) nach Miller und Rollnick in den Fokus, da sie darauf abzielt, intrinsische Motivation beim Klienten zu fördern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse von Zwangskontakten, die spezifische Situation im Allgemeinen Sozialdienst und die Vorstellung methodischer Interventionsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zwangskontakte, Motivierende Gesprächsführung, ASD, Widerstand und professionelle Haltung charakterisiert.

Warum spielt der „Allgemeine Sozialdienst“ eine zentrale Rolle?

Der ASD dient als exemplarische Fallstudie, da er aufgrund seines staatlichen Wächteramts besonders häufig mit unfreiwilligen Klienten konfrontiert ist.

Wie geht die Arbeit mit dem Phänomen des „Widerstands“ um?

Die Arbeit betrachtet Widerstand nicht als persönliches Scheitern, sondern als normales zwischenmenschliches Phänomen, das durch spezifische Kommunikationstechniken umgelenkt werden kann.

Ist der Einsatz von Zwang in der Sozialen Arbeit laut Autorin legitim?

Der Einsatz von Zwang wird als absolute Ausnahme und Ultima Ratio nach einer gründlichen Abwägung von Interessen betrachtet, niemals als generelles Mittel der Wahl.

Welche Rolle spielt die Haltung der Fachkraft?

Die Haltung der Fachkraft ist entscheidend; Reflexionsbereitschaft und die Fähigkeit, Rollenkonflikte (z.B. Helfer vs. Kontrolleur) transparent zu machen, sind für den Erfolg der Zusammenarbeit essenziell.

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Details

Title
Methoden zur Zusammenarbeit mit Klienten bei Zwangskontakten in sozialen Kontexten
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel
Grade
1,3
Author
Diplom Soz.päd. Jessica Hölemann (Author)
Publication Year
2008
Pages
70
Catalog Number
V113196
ISBN (eBook)
9783640139392
ISBN (Book)
9783656740414
Language
German
Tags
Methoden Zusammenarbeit Klienten Kontexten ASD Jugendamt Zwangskontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Soz.päd. Jessica Hölemann (Author), 2008, Methoden zur Zusammenarbeit mit Klienten bei Zwangskontakten in sozialen Kontexten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113196
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