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Monumentale Visionen. Der Einfluss antiker römischer Architektur auf das geplante Bauvorhaben der "Welthauptstadt Germania"

Titel: Monumentale Visionen. Der Einfluss antiker römischer Architektur auf das geplante Bauvorhaben der "Welthauptstadt Germania"

Masterarbeit , 2021 , 68 Seiten , Note: 2,8

Autor:in: Nikolas Nimptsch (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei vielen NS-Bauten des visionären Berlins, der angestrebten 'Welthauptstadt Germania', ist vor allem der Rückgriff auf antike Bauten und Formelemente auffällig. Doch was führte zu diesem antik-römischen Einfluss? Warum griff man im NS ausgerechnet auf die (römische) Antike zurück? Welchen (ideologischen) Stellenwert nimmt die (römische) Antike im NS ein? Und wie kommen diese Einflüsse an den Bauten bzw. durch die Bauten zum Ausdruck? All diesen Fragen soll in dieser Arbeit nachgegangen und der Einfluss antiker römischer Architektur auf das von den Nationalsozialisten geplante Bauvorhaben der 'Welthauptstadt Germania' untersucht werden. Hierbei wird auch geschaut, welche Bauten der Antike als Vorbild dienten, wo sich antike Formelemente wiederfinden lassen und wie bzw. zu welchem Zweck diese eingesetzt werden sollten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Städtebau im faschistischen Italien und Hitlers Mein Kampf

2.1 Mussolinis Italien – Wiedergeburt eines in Vergessenheit geratenen Imperiums

2.2 Hitlers Mein Kampf – der Ruf nach nationaler Erneuerung

3. Ein zweites Rom? Antik-römische Einflüsse auf die Berliner Neugestaltungspläne

3.1 Speers Aufstieg, Hitlers erste Italienreise und sein Versprechen für ein ‚neues Berlin‘ (1933-1935)

3.2 Olympische Spiele und Beauftragung Speers mit der Neugestaltung Berlins (1936)

3.3 Gründung der GBI und Planung eines ‚römischen Berlins‘ (1937)

3.4 Hitlers und Speers Italienreise und Beginn der baulichen Realisierung (1938-1939)

4. Bis zum ‚totalen‘ Ende: Bauplanung und -tätigkeit in Berlin in der Kriegszeit

4.1 ‚Auf Eis gelegt‘? – Die Neugestaltung Berlins im Schatten des Zweiten Weltkrieges (1939-1942)

4.2 Speers Ernennung zum Rüstungsminister und letzte Kriegsjahre (1942-1945)

5. Das Erbe von Germania im stadtgeschichtlichen Berlin

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss antiker römischer Architektur auf die von den Nationalsozialisten geplante „Welthauptstadt Germania“. Dabei wird analysiert, inwiefern die Bauten der NS-Zeit ideologisch mit der römischen Vergangenheit aufgeladen wurden, um den Herrschaftsanspruch des Regimes zu legitimieren und das deutsche Volk auf ein „germanisches Reich“ einzuschwören.

  • Vergleich der städtebaulichen Visionen im faschistischen Italien und NS-Deutschland
  • Die Rolle der Antike als ideologisches Fundament und architektonisches Vorbild
  • Der Einfluss Albert Speers auf die Berliner Neugestaltungspläne
  • Die Instrumentalisierung von Großbauten als Mittel der Propaganda und Machtdarstellung
  • Das stadtgeschichtliche Erbe von Germania im heutigen Berlin

Auszug aus dem Buch

3.3 Gründung der GBI und Planung eines ‚römischen Berlins‘ (1937)

Um seine eigenen Vorstellungen und Wünsche zu realisieren, was ihm bei der Berliner Stadtverwaltung bisher nicht gelungen war, gründete Hitler die sogenannte Generalbauinspektion als Behörde für Bauangelegenheiten (wie die Neugestaltung Berlins). Im selben Zug ernannte er Albert Speer am 30. Januar 1937 zum ‚Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt‘ (GBI). Seine Aufgabe war die Koordination der Errichtung der Monumentalbauten, die Sicherung der Planung sowie der Aufbau einer Infrastruktur. Die Behörde war lediglich die Planungsstelle, die Aufträge zur Erstellung von Entwürfen wurden – meist direkt, in wenigen Fällen nur über Wettbewerbe – an private Architekten gesandt. Diese unternahmen Reisen ins Ausland, vor allem nach Italien, Paris und in die Vereinigten Staaten, um ausgewählte architektonische Vorbilder (wie bspw. das in Rom stehende Pantheon) für die Planung der eigenen Bauprojekte in Berlin zu studieren.

Mit Gründung der Behörde wurde der Stadtverwaltung Berlins (sowie auch weiteren Ministerien und staatlichen Bauverwaltungen) das Recht auf die eigene Planung der Stadt genommen, wodurch Hitler nach Belieben in das Neugestaltungsvorhaben eingreifen konnte. Sämtliche Planungskompetenzen wurden Speer übertragen, der sich keiner anderen Behörde zu verantworten hatte, nur Hitler unterstellt war und folglich viele Privilegien genoss. Darüber hinaus wurden weitere Behörden mithilfe eines Gesetzesbeschlusses gezielt zur Zuarbeit gezwungen. Die diktatorische Machtstellung des GBI steht hierbei im Einklang mit dem Führerprinzip des NS-Staates.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Erläuterung der Motivation und Vorstellung der quellenkritischen Herangehensweise der Arbeit.

2. Städtebau im faschistischen Italien und Hitlers Mein Kampf: Analyse der Vorbildfunktion des italienischen Faschismus unter Mussolini und Einordnung von Hitlers frühen architektonischen Gedanken aus seinem Werk Mein Kampf.

3. Ein zweites Rom? Antik-römische Einflüsse auf die Berliner Neugestaltungspläne: Detaillierte Untersuchung des Einflusses der römischen Antike auf die konkreten Planungen des „neuen Berlins“ sowie der Rolle Albert Speers in diesem Prozess.

4. Bis zum ‚totalen‘ Ende: Bauplanung und -tätigkeit in Berlin in der Kriegszeit: Beleuchtung des Einflusses des Zweiten Weltkrieges auf die Bauvorhaben und die zunehmende Radikalisierung Hitlers gegenüber den architektonischen Zielen.

5. Das Erbe von Germania im stadtgeschichtlichen Berlin: Untersuchung des Umgangs mit den baulichen Hinterlassenschaften der NS-Zeit nach 1945 in der DDR und BRD bis zur heutigen Erinnerungskultur.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der NS-Baupolitik in den historischen Kontext der Architektur des 20. Jahrhunderts.

Schlüsselwörter

Welthauptstadt Germania, Albert Speer, Nationalsozialismus, Römische Antike, Architekturgeschichte, Machtrepräsentation, Städtebau, Generalbauinspektion (GBI), Neoklassizismus, Ideologie, Propaganda, Erinnerungskultur, Volksgemeinschaft, Monumentalität, Berlin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der architekturgeschichtlichen und ideologischen Bedeutung des NS-Großprojekts „Welthauptstadt Germania“ und dessen Bezug zum antiken Rom.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die baupolitischen Ambitionen Hitlers, der Einfluss des italienischen Faschismus auf das NS-Regime und die Instrumentalisierung von Architektur für Propagandazwecke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum der Nationalsozialismus explizit antike römische Architektur als Vorbild wählte und wie diese zur Legitimation der eigenen Herrschaft und Weltherrschaftsansprüche eingesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen (Reden, Mein Kampf, Tagebücher) und umfangreicher Sekundärliteratur zur Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die chronologische Entwicklung des Neugestaltungsvorhabens, von der Gründung der GBI bis zum Umgang mit den Baustellen während der Kriegsjahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Germania, Monumentalarchitektur, Antikenrezeption, Propaganda und Erinnerungskultur definiert.

Welche Funktion hatte das „Ruinengesetz“?

Es diente dazu, Bauten so zu konstruieren, dass sie auch im verfallenen Zustand nach tausenden Jahren noch die Größe der nationalsozialistischen Epoche demonstrieren sollten.

Warum wird die „Große Halle“ als „Volkshalle“ bezeichnet?

Hitler rechtfertigte den Bau als „Dienst am Volk“, indem er ihn als gemeinschaftsbildenden Raum für bis zu 200.000 Menschen stilisierte, um die Zustimmung der Bevölkerung zu sichern.

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Details

Titel
Monumentale Visionen. Der Einfluss antiker römischer Architektur auf das geplante Bauvorhaben der "Welthauptstadt Germania"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Note
2,8
Autor
Nikolas Nimptsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
68
Katalognummer
V1132027
ISBN (eBook)
9783346499530
ISBN (Buch)
9783346499547
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus Adolf Hitler Albert Speer Welthauptstadt Germania Berlin Große Halle Triumphbogen Prachtstraße Nord-Süd-Achse Ost-West-Achse Nürnberger Reichsparteitage Olympische Spiele 1936 NS-Deutschland Pantheon Rom Faschistisches Italien Benito Mussolini Neugstaltungsvorhaben Augustus Caesar Antike antike Bauwerke Mein Kampf Weimarer Republik Zweiter Weltkrieg DDR BRD Besatzungszeit Deutschland nach 1990 antikes Griechenland Repräsentationsarchitektur Monumentalarchitektur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nikolas Nimptsch (Autor:in), 2021, Monumentale Visionen. Der Einfluss antiker römischer Architektur auf das geplante Bauvorhaben der "Welthauptstadt Germania", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132027
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Leseprobe aus  68  Seiten
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