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Die Attentate auf Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble

Title: Die Attentate auf Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 38 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Schröder (Author)

History of Germany - Modern History
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Du sollst nicht töten. So besagt es das 5. Gebot. Eine einfache Regel, doch schon immer hat der Mensch diese missachtet und ist seinen Mitmenschen mit Gewalt begegnet. „Homo homini lupus“ – der Mensch ist dem Menschen ein Wolf – mit diesem Satz bringt es Thomas Hobbes in seinem Werk „Leviathan“ ganz treffend auf den Punkt. Die Erörterung ob der Mensch von Natur aus gut oder böse ist, soll nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein, es ist jedoch festzustellen, dass es bestimmter Regulationsmechanismen und Ordnungsprinzipien bedarf, um ein störungsfreies menschliches Zusammenleben zu gewährleisten.
In vielen Fällen richten sich Gewalt und Aggression gegen eben jene politischen und gesellschaftlichen Systeme und deren Repräsentanten, Personen von öffentlichem Interesse. Solche in der Regel politisch oder ideologisch motivierten Anschläge, Attentate genannt, hat es zu allen Zeiten gegeben. Sie wurden seit Beginn der schriftlich fixierten Menschheitsgeschichte registriert und analysiert. Schon in der Antike wurden rege Diskussionen darüber geführt, ob der Tyrannenmord rechtmäßig sei. Das Attentat auf Julius Caesar in den Iden des März des Jahres 44 v. Chr. gilt geradezu als klassisches Beispiel für den politischen Mord in der Geschichte.
Doch muss man nicht unbedingt so weit in die Vergangenheit schauen. Allein im noch jungen 21. Jahrhundert fanden bereits mehrere Attentate und Attentatsversuche auf bedeutende politische Amts- und Würdenträger statt. Der Anschlag auf Benazir Bhutto am 27. Dezember 2007 löste überall große Bestürzung aus und begrub die Hoffnung auf einen schnellen und friedlichen politischen Machtwechsel in Pakistan, und erst vor vier Wochen, am 11. Februar 2008, wurde José Ramos-Horta, Staatspräsident von Osttimor, von Rebellen bei einem Attentat durch mehrere Schüsse schwer verletzt.
Auch die deutsche Geschichte ist nicht frei von politischen Anschlägen. Zu nennen wären an dieser Stelle die Morde an Matthias Erzberger, einem Politiker der Zentrumspartei, im Jahre 1921 und an dem damaligen Reichsaußenminister Walther Rathenau im Folgejahr. Auch auf Bundeskanzler Konrad Adenauer wurde 1952 ein Bombenattentat verübt, welches fehlschlug und stattdessen einen unbeteiligten Polizisten tötete.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Forschungsstand

2 Attentat und Attentäter – Definition und Charakterisierung der Begriffe

3 Das Attentat auf Oskar Lafontaine

3.1 Die Biographie und politische Karriere Lafontaines bis zu dem Zeitpunkt des Anschlags

3.2 Das Attentat

3.3 Die Attentäterin

4 Das Attentat auf Wolfgang Schäuble

4.1 Die Biographie und politische Karriere Schäubles bis zu dem Zeitpunkt des Anschlags

4.2 Das Attentat

4.3 Der Attentäter

5 Die Folgen der Attentate

5.1 Posttraumatisches Belastungssyndrom als Folge durchlebter Extremsituationen

5.2 Erschütterte Grundüberzeugungen

5.3 Politische Folgen

6 Hätten die Attentate verhindert werden können?

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Attentate auf Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble im Jahr 1990, analysiert deren Hintergründe, die Folgen für die Opfer sowie die Frage, ob die Taten durch behördliche Maßnahmen hätten verhindert werden können.

  • Historischer Forschungsstand zu Attentaten und deren Definition
  • Biografische Hintergründe und politische Laufbahnen der Betroffenen
  • Verlauf und psychologische Analyse der Attentäter
  • Psychische Langzeitfolgen und das Posttraumatische Belastungssyndrom
  • Sicherheitspolitische Reflexion und Möglichkeiten der Prävention

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Attentat

Am 25. April 1990 trat Oskar Lafontaine auf einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung mit dem damaligen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Rau in Köln-Mühlheim vor über 2000 Zuschauern auf. Lafontaine sprach als Erster und griff während seiner Rede heftig Kohls Deutschlandpolitik und sein Konzept zur Finanzierung der deutschen Einheit an. Seine 30-minütige Rede wurde mit stehenden Ovationen bedacht. Auch die anschließende Rede Raus erntete donnernden Applaus.

Es war ein Heimspiel für die beiden Politiker. Seit 1969, als die Unionsparteien erstmals nicht den Bundeskanzler gestellt haben, und außer 1983, dem Jahr der Bestätigung Helmut Kohls, konnte sich die SPD auf eine traditionell starke Wählerschaft in Nordrhein-Westfalen verlassen.

Noch während des tosenden Beifalls am Schluss der Veranstaltung stieg eine Frau in einem weißen Sommerkleid und mit grellrot geschminkten Lippen und schwarz nachgezogenen Augenbrauen aus der zweiten Reihe aufs Podium. Schon vor den beiden Reden hatte sie mehrfach versucht, zum Rednerpult durchzudringen, war aber von dem Kriminalbeamten Siegfried van Almsick aufgehalten worden. Mit zwei Blumensträußen in den Händen bahnte sich die Frau ihren Weg zu den beiden Rednern. Sie übergab die Blumen an die Politiker und wendete sich an Oskar Lafontaine mit den Worten: „Ich möchte Ihnen ein paar Blumen überreichen, weil ich Sie so sehr verehre.“ Daraufhin zog sie ein grünes Poesiealbum aus ihrer Handtasche und hielt es dem saarländischen Ministerpräsidenten hin. In dem Augenblick als Lafontaine sich über das Album beugte und zu schreiben begann, geschah die Wahnsinnstat: die unbekannte Frau in Weiß zog ein langes Fleischermesser, welches sie sich bereits vor Wochen in einem Kaufhaus ihres Heimatortes besorgt hatte, aus der Tasche und stach Lafontaine sofort in die rechte Halsseite, woraufhin dieser zusammenbrach. Es war 20.45 Uhr.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Forschungsstand: Eine kritische Bestandsaufnahme der vorhandenen Literatur zu politischen Attentaten und eine Einordnung der Relevanz für die vorliegende Arbeit.

2 Attentat und Attentäter – Definition und Charakterisierung der Begriffe: Theoretische Herleitung der Begriffe Attentat und Attentäter sowie eine kategoriale Einordnung der Tätermotivationen.

3 Das Attentat auf Oskar Lafontaine: Detaillierte Darstellung der politischen Biografie Lafontaines, des spezifischen Tathergangs in Köln und der psychischen Verfassung der Attentäterin.

4 Das Attentat auf Wolfgang Schäuble: Dokumentation des Lebenslaufs von Wolfgang Schäuble, des Anschlags in Oppenau sowie der psychischen Hintergründe des Attentäters Dieter Kaufmann.

5 Die Folgen der Attentate: Untersuchung der psychologischen Auswirkungen, insbesondere der PTBS, und der politischen Konsequenzen für die beiden Politiker.

6 Hätten die Attentate verhindert werden können?: Kritische Auseinandersetzung mit der behördlichen Prävention, Sicherheitslücken und der grundsätzlichen Problematik des Schutzes von Politikern in der Öffentlichkeit.

7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Attentate als individuelle Tragödien, die keine systemfeindliche Ideologie als Ursache hatten, sondern aus der Krankheit der Täter resultierten.

Schlüsselwörter

Attentat, Oskar Lafontaine, Wolfgang Schäuble, Politische Gewalt, Schizophrenie, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Sicherheitspolitik, Wahlkampf, Einzeltäter, Deutschland 1990, Adelheid Streidel, Dieter Kaufmann, Personenschutz, Politische Karriere.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Attentate auf die deutschen Spitzenpolitiker Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble im Jahr 1990, beleuchtet deren Hintergründe und analysiert die Folgen für die Opfer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die politische Biografie der Opfer, die Persönlichkeitsstruktur der Täter, die psychologischen Folgen für die Politiker sowie die Sicherheitspolitik bei Wahlkampfauftritten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Verlauf der Anschläge zu untersuchen, deren Folgen aufzuzeigen und die Frage zu klären, ob die Attentate durch konsequenteres behördliches Handeln hätten verhindert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die Biografien, Medienberichte und medizinische Fachliteratur auswertet, um eine systematische Kategorisierung der Täter vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Tathergänge, die Analyse der psychischen Erkrankungen der Täter sowie die Untersuchung der physischen und psychischen Langzeitfolgen bei den Opfern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Attentat, Schizophrenie, PTBS, politischer Mord, Sicherheitspolitik und Einzeltäter.

Wie klassifiziert der Autor die Attentäter?

Der Autor stützt sich auf die Systematisierung von Kellerhoff und ordnet Adelheid Streidel sowie Dieter Kaufmann als geistig gestörte Einzeltäter ein, deren Tat nicht politisch ideologisch, sondern durch Schizophrenie motiviert war.

Welche Rolle spielt die behördliche Nachlässigkeit im Dokument?

Die Arbeit argumentiert, dass in beiden Fällen behördliche Versäumnisse – wie die verzögerte Bearbeitung psychologischer Gutachten oder unzureichende Sicherheitsvorkehrungen bei Wahlkampfveranstaltungen – eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Anschläge spielten.

Welche psychischen Spuren hinterließen die Attentate bei den Politikern?

Es wird aufgezeigt, dass beide Politiker Symptome eines traumatischen Erlebnisses entwickelten, wobei insbesondere Lafontaines Konfrontation mit der Todesnähe und Schäubles dauerhafter Autonomieverlust eine zentrale psychische Belastung darstellen.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich des Schutzes von Politikern?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es in einer demokratischen Gesellschaft keinen absoluten Schutz geben kann, betont jedoch, dass durch konsequentes Handeln der Behörden das Risiko für Attentate hätte minimiert werden können.

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Details

Title
Die Attentate auf Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Course
Attentate des 20. Jahrhundert in Europa III
Grade
1,3
Author
Martin Schröder (Author)
Publication Year
2008
Pages
38
Catalog Number
V113205
ISBN (eBook)
9783640136100
ISBN (Book)
9783640136346
Language
German
Tags
Attentate Oskar Lafontaine Wolfgang Schäuble Attentate Jahrhundert Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Schröder (Author), 2008, Die Attentate auf Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113205
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